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Nov.′ 19 07

Die Nacht war klanglich bunt. Die anderen Gäste- Italiener- haben noch lange und lautstark auf der Dachterasse gefeiert. Da unser Zimmer keine Fensterscheiben zum Innenhof hat, haben wir akustisch gesehen, daneben gesessen. Als dort endlich Ruhe einkehrte, begann der Käptn wohlig zu schnarchen. Mit dem Trick der Ersten, ihn laut zu rufen, wurde der Käptn wieder ruhig, aber es schallte aus dem Flur ein italienischer Schnarchbass. Die Erste las sich in den Schlaf, bis sie bei Sonnenaufgang von Muezzingesängen geweckt wurde, die über Lautsprecher von sämtlichen Moscheetürmen von Marrakech erklangen.

Dem schloss sich der Hahn an. Um 8 Uhr stand die Erste dann resigniert auf und ging duschen. Man muss die guten Duschen nutzen, solange sie da sind… die im Hafen sind nämlich nicht zu gebrauchen.

Frühstück gab’s auf dem Dach, das versöhnte die Nacht. Lecker warme Pfannkuchen mit Pfefferminztee. Das besondere an unserem Hostel und wahrscheinlich auch den meisten anderen Häusern in den Gassen: Das Haus hat keine Fenster. Die Räume bekommen ihr Licht von oben über die Dachterrasse, die Fenster (vergitterte Öffnungen mit Läden) der Räume gehen also nach innen zu einer Art Innenhof oder Treppenhaus oder Lichtschacht… es gibt bestimmt einen Begriff dafür.

Dann wandern wir los. Durch die Gassen zum nahe gelegenen Palais Bahia. Tourischlagen und saftige Eintrittspreise, aber wir werden belohnt.

Die Muster an den Decken, Wände und Böden sind unglaublich schön. Besonders die Bögen in den Durchgängen haben es dem Kptn. angetan. Unbeschreiblich (s. Fotos).

Ein Paar aus Köln gibt uns den Tipp, doch in das Gerberviertel (Bab Debagh) zu fahren…. Gesagt – getan. Wir gehen wieder an den Rand der Médina und lassen uns einmal um den Pudding fahren. Der Taxifahrer bereitet uns innerlich auf heftigste Gerüche vor… Am Eingang des Gerberviertels werden wir von einem Guide empfangen. Der Preis wird vorher geregelt (wie immer – sehr wichtig). Wir bekommen ein Büschel Minze in die Hand gedrückt um unsere Nase zu entlasten. Es hilft gut. Besonders die Ammoniakwannen in dem die Felle eine Woche liegen sind geruchstechnisch anspruchsvoll… Diese „Bäder“ werden aus Taubenschiet und Wasser angerührt. Irgendwie sieht man die Lederproduktion nach diesem Einblick mit anderen Augen… in dem angeschlossenen Ledershop lassen wir uns mal wieder ordentlich übers Ohr hauen, wie wir später in den Gassen erkennen müssen – die Lederpreise sitzen einfach noch nicht so. Wir lernen es wohl nicht mehr. 😉

Es geht zu Fuß zurück in Richtung Zentrum. Der „Le Jardin Secret“ entspannt uns nach diesem langen Weg mit den vorherigen Geruchserfahrungen sehr. Eine grüne Oase der Ruhe mit schattigen Plätzen unter den Pflanzen und fließendem Wasser aus dem Atlasgebirge.

Unser Plan für den Abend ist, den Sonnenuntergang auf einer der Dachterrassen über dem  „Place jemaa el Fna“ (ein großer Platz der Händler) zu erleben. Wenn es dunkel wird, soll es auf dem Platz illuminationsmäßig ein Genuss sein. Der Garten entlässt uns wieder ins Getümmel, wir versuchen die richtige Richtung einzuschlagen. Die Sonne und die Türme der Moscheen sind hilfreich.

Ein Foto mit den Guerrab (Wasserträgern) und den Schlangenbeschwörern muss noch sein.

Der Scan der Terrassen auf dem Place jemaa el Fna lässt auf einen Tisch in der ersten Reihe hoffen… wir haben Glück und genießen die Aussicht bei 1 – 3 Minztees bis die Sonne untergeht.

Zurück in unserer Gasse trinken wir noch einen Tee mit unserem Barbier (er ist so unglaublich liebenswürdig). Den Barbierladen hat er seit 54 Jahren …. 54 Jahre in Marrakech in dieser Gasse – unvorstellbar – er wirkt so glücklich und ausgeglichen und strahlt soviel Zufriedenheit und Fröhlichkeit aus….

Hussein und Mohamed von dem Hostel „Dar Ana“ lassen uns herein. Wir verbringen wieder eine Weile auf der Dachterrasse, bis ein Großteil von uns müde in die Koje fällt. Andere kochen noch Tajin und schlagen sich die Nacht unter 1001 Sternen um die Ohren.

1000 und Eine

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