asdf
Mrz.′ 20 04

Wind aus 10 Grad mit bis zu 16 Knoten. Kurs 94 Grad – bedeutet bei uns ziemlich hoch ran. Die Welle kommt mit 1,5m auch noch schräg von vorne. Es wird eine nasse Überfahrt. Aber die Røde Orm macht es gut und schiebt sich durch eine Welle nach der andern. 45sm bis zu Südspitze von Fuerte. Der Wind hört dort augenblicklich auf. Die Welle auch. Motorzeit – verrückt. Die Erste steht von ihrem Seesicklager auf und schnippelt Salat. Von jetzt auf gleich hört mit dem Geschaukel auch der Schwindel auf.

Wir beschließen bis nach Gran Tarajal durch zu motoren – morgen Vormittag nimmt der Wind wieder zu (von vorne) – da wird es auch nicht besser – eher schwieriger.

Um 19.30h verschwindet die Sonne hinter dem Horizont und wir tuckern durch die Nacht weiter nach Norden. Kurz nach Mitternacht laufen wir ein. SY Maia und SY Dude haben für uns alles geregelt. Wir haben einen schönen Platz am Steg mit der Nase im Wind.

Absackerbier und Mitternacht.

Mrz.′ 20 03

Der Wind für morgen – und für den Inselwechsel ist immer noch perfekt.

Wir versuchen in den Häfen Moro Jable und Gran Tarajal zu reservieren.

Ist nicht so einfach. Keiner geht ans Telefon… Genervt geht ne Email raus – na ob das klappt.

Den Tag verbringen wir im Einkaufszentrum im Norden des Hafens von Las Palmas de Gran Canaria – mit schöner Aussicht auf den Hafen von der Hamburguesabude auf dem Dach.

Der Kptn. findet ne Hose und n Hemd – die jetzige ist sonnenzerfressen und wird nur noch von des Kptns. Liebe zu ihr zusammengehalten – und alles meckert an seiner Lieblingshose rum…“Man sieht schon dein blasses Bein“ usw.

Mit unseren Handys gehen wir ein bisschen zu dicht an einem indischen Handystand vorbei. Der Inder begutachtet unsere Schutzscheiben und unsere Handyhüllen. Die gehen ja gar nicht. Tatsächlich ist wohl das Beste ab – das hat der Kptn. auch schon gemerkt. Uns wird ein Angebot unterbreitet, das wir nicht ablehnen können – außerdem hätten wir ja auch gerne unsere Handys wieder, die der Inder allesamt schon in den Händen hält. Der Kptn. hat Schweißperlen auf der Stirn. Am Ende des Verkaufsgespräches sind aber alle Telefone mit einer perfekt sitzenden Schutzscheibe und einer coolen Hülle ausgestatten. Alles in 1a-Qualiät – versteht sich.

In der Hafenbar gibt’s es nettes Abschiedsbier mit der SY Enterprise – B.

Schon wieder trennen sich unsere Wege.

Die Elektrizität verschwindet in der Kiste und das Wasser wird aufgefüllt. Morgen geht weiter.

Ab und legen.

Mrz.′ 20 02

Die Backkisten sind schon wieder leer – verwunderlich. Außerdem wollen wir ja irgendwann auf einen Dreitagestörn Richtung Madeira starten. Ein bisschen Reserven wären also ganz gut. Vielleicht werden wir auch mal unter Quarantäne gestellt – wir kaufen also noch mehr. Zwei große Einkaufswagen füllen wir im Hyperdino von Las Palmas.

Das ganze Zeug schleppen wir nu aber echt nicht zum Hafen zurück. Es gibt einen Lieferservice – ab 60€ kostenlos. Yeah.

2-3 Stunden haben wir noch Zeit um wieder an Bord zu kommen – dann kommt die Lieferung. Das schaffen wir. Jule versucht noch im Gran Hotel ein paar Briefmarken zu ergattern wird aber abgewiesen – das Zimmer, welches dazu im Kombipack angeboten wurde, war einfach… egal.

Bis vor den Bug werden die Tüten und Wasserkanister gebracht. Es ist super. Alles wird in den Kisten verstaut – nun hat die liebe Seele ruh.

Karin und Karl schlagen für das Abendprogramm einen Filmabend vor.

Wir entscheiden uns für einen französischen „Handyaufdeckfilm“. Ein Gruppe von Freunden trifft sich und alle legen ihre Handys an den Abend offen auf den Tisch. Alle Mitteilungen werden laut vorgelesen und alle Gespräche werden auf „laut“ angenommen. Es endet mit ein paar partnerschaftlichen Problemchen…

Der Kptn. hält den ganzen Abend verkrampft sein Handy fest – es steht sicherheitshalber auf Flugmodus und die Pin hat der auch geändert. Karl hat seines vorsorglich heute morgen beim an Land gehen ins Hafenwasser getaucht – incl. Karl.

Handys und aus.

Mrz.′ 20 01

Ein bisschen Sightseeing muss sein. Karl und Karin von der SY Maia too kennen sich in Las Palmas gut aus und führen uns in die Altstadt – zur Kathedrale.

Die Stadt wird tatsächlich mit jedem Meter den wir uns nach Süden begeben immer hübscher und attraktiver. Alte Häuser, gepflegte Parkanlagen und natürlich die Kathedrale und der Kolumbus – der hatte auch wieder ne Hütte hier – wie üblich – in jedem Hafen…

Wieder mal sind wir zu früh unterwegs für die spanische Restauration, aber eine Bar mit etwas Tapas angeboten finden wir doch in der Nähe der Kathedrale.

Karl ist noch in der Lage, den weiten Weg zurück zu laufen – die Restcrew nimmt ein Taxi.

Over und Koje.

Feb.′ 20 29

Morgens verholen wir vor dem Frühstück an Steg K und fahren an der SY Enterprise-B vorbei, Anke und Horst, die haben wir das letzte Mal in Portimao an der Algarve getroffen, als wir gemeinsam nach Marokko aufgebrochen sind. Die beiden haben allerdings in Rabbat Station gemacht. Wir sind ganz gespannt, was sie zu berichten haben.

Doch vorher bekommen wir lieben Besuch aus Kiel, Doris und ihre Mutter machen gerade Urlaub im Süden der Insel und sind mit dem Auto hoch gekommen. Wir trinken Käffchen und schnacken und freuen uns. Der Käptn zückt irgendwann seine Werkzeugkiste und beginnt auf dem Vorschiff die Lichter zu reparieren, die verbotener Weise ihren Geist aufgegeben haben. Die Kupferkabel zur bB-Lampe besteht nur noch aus schwarzem Staub – da will sich kein Elektron mehr durchwühlen – versteht der Kptn. total. Zum Glück findet er in der Ersatzteilbackskiste noch ein Stück verzinntes Kabel, welches ihm Matthias (Busse Yachtshop) in weiser Voraussicht ans Herz gelegt hat. Da vorne am Bug wird jetzt Ruhe sein – kein Kupferstaub mehr.

Wir Damen verkrümeln uns ans andere Stadtende und schauen uns den langen Sandstrand dort an. Da steht ordentlich Welle und viele Wellenreiter sind angereist. Anschließend bummelt die Crew noch durch das riesige Einkaufszentrum. Am Abend ist Karneval in der Stadt. Als wir versuchen, den Bus zurück zum Hafen zu erwischen, versinken wir bald zwischen den vielen bunt verkleideten Spaniern. Wir beschließen, uns in die Warteschlange für ein Taxi zu reihen. Damit kommen wir dann auch wohlbehalten und unangehustet (irgendwie färbt die Hysterie aus Deutschland ja doch ab) wieder im Hafen an. Abends sacken wir mit der SY Enterprise und der SY Maia too in der Sailors Bar ab.

Las und Palmas

Feb.′ 20 28

Heute ist nichts mit Ausschlafen. Heute wird abgelegt sagt Windy. Der Käptn quält sich aus dem Bett. Schaffen wir es heute mal, vor der SY Maia too abzulegen? Jaa tatsächlich, legen wir gleichzeitig ab. Es wird ein schöner Segeltag. Wie von Kiel nach Marstal, nur 20 sm mehr… und begleitet von ein paar Delfinen. Blauer Himmel, Sonnenschein. An der Nordspitze Gran Canarias sieht man schon die Kräne, Tanker ankern vor dem Hafen von Las Palmas.

Ein ziemlich großer Hafen und eine ziemlich große Stadt. Sind wir gar nicht mehr gewohnt. Am Reservationpontoon machen wir mit dem letzten Sonnenlicht fest. Hier dürfen wir die Nacht über liegen bleiben.

Gran und Canaria

Feb.′ 20 27

Gleich nach dem Frühstück gings zum Busbahnhof. Der Bus lud den Käptn mit seiner Crew an einer Autobahnausfahrt ab und da holten uns Eva und Florian ab. (zur Erinnerung: SY Oroos, niedergelassen auf Teneriffa). Sie hüteten Haus und Hunde von Freunden. Das Haus stellte sich als ein Kunstwerk heraus, das aus der Feder Caesar Manriques stammen hätte können. Mit Pool und Wasserrutsche und zu des Käptns größtem Entzücken: einem Wasserroboter!! Nun will er auch einen Pool im Reihenhausgarten!! Hinter dem Haus ein reichbestückter Avocadobaum und ein Orangenbaum. Paradiesisch.

Wir klemmen uns ins Auto und machen- nun zum Entzücken der Crew- einen Hundespaziergang an der Küste. Teneriffa hat eine beeindruckende Landschaft. Schwarze Lavafelsen, umspült von schneeweißer Gischt. Und Höhlen. An diesem Inselabschnitt hatten sich in den 70er Jahren Inselliebhaber aus den Höhlen wahre Feriendomizile gebaut. Die Höhlen sind noch heute zum Teil eckig ausgehauen, wie zum Tapezieren vorbereitet. Weil sie sich dort alle illegal niedergelassen hatten, wurde die inzwischen entstandene Siedlung geräumt und abgerissen. Ruinen zeugen heute davon. Ein Wanderweg führt durch das Tal, traumhafte Landschaft.

Zurück im Traumhaus kochen wir eine leckere Paella, bevor uns Eva und Florian wieder zum Hafen fahren.

Danke für diesen schönen Tag!!

Tief und Schlaf

Feb.′ 20 26

Am Aschermittwoch…. geht es uns nicht so gut. Gestern war wohl zu dolle. Wir erholen uns in der Koje und warten auf die Sardinenverbrennung am Abend. Mehr ist dazu wirklich nicht zu sagen.

Die Erste wagt sich noch einmal in die Stadt, weil sie zu ihrem Superfrisör möchte, bei dem sie vor 8 Wochen schon mal war. Dabei inspiziert sie die Markthalle und stößt auf manche Kunstwerke in der Stadt.

Nur mit Mühe wird die Crew überredet, um 21 Uhr nochmal stadteinwärts zu gehen. Die berühmte Sardinenverbrennung soll heute in St. Cruz stattfinden. Dabei wird eine überdimensionale Sardine durch die Stadt getragen. Diesen Zug begleiten die Spanier ganz in schwarz gekleidet und laut klagend und jammernd. Am Ende gibt es ein riesiges Feuer, in dem die Sardine unter Wehklagen verbrannt wird. Zur Entstehung dieses Brauches gibt es mehrere Geschichten. Eine besagt, dass König Karl III von Spanien im 18. Jahrhundert den Fleischgenuss am Aschermittwoch untersagt hatte. Also wurden Unmengen Sardinen verputzt. An einem Aschermittwoch wurde es wohl so heiß, dass der Fisch angefangen hat zu stinken. Um dennoch Feiern zu können, wurde kurzerhand ein Begräbnis der Sardinen organisiert mit einer spontanen Prozession und Verbrennung. Auf den Kanaren spielt dieses Begräbnis eine große Rolle und die Kostüme zu dem Trauerzug waren sehenswert.

Die spanische Zeitvorstellung hat uns wieder einen Streich gespielt. Auf allen Plakaten hieß es, die Prozession gehe um 21 Uhr los. Übersetzt hieß das, dass die Spanier ab 21 Uhr auf die Straßen kamen, gemütlich essen gingen, tanzten, tranken.. während der Käptn mit der Ersten auf der letzten Parkbank, genau zwischen Damen- und Herrenkloreihe saßen und warteten. Bis sich um 24 Uhr etwas regte (!). Jetzt kamen allerdings unvorstellbar viele trauernde Spanier hinter einer unvorstellbar bunten Riesensardine die Straße herunter. Die Sardine wurde an einen abgesperrten Platz neben ein Feuerwehrauto abgeladen. Dann kam der Papst (also ein verkleideter Spananier) mit seinen Kardinälen (die in keiner Überlieferung auftauchen.. die Erste ist verwirrt) und machte ein Gruppenfoto vor dem bunten Fisch, dann ging das Feuer an. Und das Geheul und Gejammer der Trauernden setzte ein.

Zum Abschluss gab es schließlich ein Feuerwerk direkt über der Marina von St. Cruz de Tenerife.

Mitten und Nacht

Feb.′ 20 25

Heute versuchen wir, den Sand vom Mast zu spülen. Dazu klettern wir mit dem Wasserschlauch bis in die Mastspitze und los geht der Spaß. Unsere Nachbarn finden das irgendwie gar nicht lustig.. aber die Röde Orm glänzt anschließend wieder.

Um 16 Uhr startet der Karnevalsumzug in St. Cruz. Diesmal sind wir vorbereitet, ausgeschlafen, Bier im Rucksack mit und los geht’s. Ganze drei Stunden stehen wir auf der Stelle und bestaunen einen Karnevalswagen nach dem anderen. Gruppenweise kommen Clowns, Harlekins vorbei, Star Wars Figuren wandeln an uns vorbei, Michael Jackson mit Bodyguards, Jack Sparrow, Schlümpfe, Indianerstämme, Roboter, Schmetterlinge, Zwerge mit bunten Hüten, alle entsprungen direkt aus den DisneyFilmen. Und prächtig geschmückte Wagen mit halbnackten Frauen ziehen vorbei.

Als alle durch sind, schnappen wir uns ein paar freie Stühle und warten noch das Putzfahrzeug ab. Dann machen wir uns auf den Weg in die Stadt.

Wir speisen in einem edlen Restaurante, dann suchen wir Musik. Da aber morgen kein Feiertag mehr ist, machen die Spanier sich rar. Wir harren bei der letzten Bar aus, bis sie uns förmlich die Stühle unterm Hintern wegziehen.

Torkelnd und singend kommen wir schließlich am frühen Morgen zurück aufs Schiff. Was für eine lustige Nacht. Wenn die Norddeutschen mal Karneval feiern. Dann aber richtig – auf Teneriffa.

Träum und süß

Feb.′ 20 24

Es hat nachgelassen… Jedenfalls der Wind. Der Calima ist immer noch da – aber auch viel besser. 3000m Sicht sind es immerhin. Das Schiff gleicht einer Sandkiste. Wir wollen ablegen und zücken vorher nochmal den Wasserschlauch. Klackermatsch tropft von der Röde Orm. Sie hat sich gut gehalten.

Wir motoren die Insel hoch nach Santa Cruz. Zu Beginn steht noch ne ziemliche Welle, die Erste hat sich chemisch präpariert, der Magen bleibt ruhig. Zu Mittag gibt es aber nur Bechernudeln, die in die man Heißwasser kippt, umrührt, und die dann doch nicht schmecken.

Wir kommen am späten Nachmittag in St. Cruz de Tenerife an und werden von unseren Freunden der SY Dimanche Matin erwartet, Mireille und Eric aus Kanada, die wir in Agadir kennengelernt haben. Auch die SY Maia too ist schon da.

So gehen wir mit drei Crews abends durch die bunte Stadt, schön bunt geschminkt und schauen uns die tollen Kostüme der Spanier an. Tanzen zu der Musik auf den Straßen. Doch lange halten wir nicht durch. Zehn Stunden durchgeschüttelt werden ist irgendwie doch anstrengend.

Tief und schlaf.

Feb.′ 20 23

Die Nacht war gruselig. Der Sand flog schnell und waagerecht in alle Ritzen. Wir hatten zum Glück die abgeschnittenen Hosenbeine der Ersten über unsere Windhutzen gestülpt. Das Schiff hat geruckelt und an den Leinen gezerrt. Es war stickig warm im Schiff. Morgens wagen wir einen Blick aus der Luke: Allllles ist sandig – alles!!!!

Calima wütet noch immer. Nach dem Wetterbericht besonders stark hier im Süden von Teneriffa.

Wir suchen uns mit der Crew der SY Maia ein geschütztes Plätzen in dem „blauen Salon“ auf der Hafenmole… Hier sitzt man schön geschützt und kann aufs Meer gucken – allerdings nur ein paar hundert Meter weit, dann versperrt die Sicht die Calimawolke.

Wir bloggen, lesen und trinken Cafe con leche.. vertreiben uns die Zeit. Im Schiff ist es zu warm, da die Luken noch immer dichtgehalten werden müssen. Der Flughafen ist gesperrt, die Marineros sagen, so heftig haben sie den Calima noch nie übers Land fegen sehen.

Die Chartergäste sitzen auf ihren riesigen Schiffen, an rausfahren ist nicht zu denken. Sie üben Knoten machen und gucken etwas pikiert. Tja, denkt der Käptn, warten können gehört auch zum Seglerleben dazu.

Sand und überall.

Feb.′ 20 22

Wir legen ab. Ehrlich. Man kann es kaum glauben. Das Schiff ist klar, Lothar und Katrin kommen zum Leinen los machen. Lothar dreht den Film zum Beweis:

Wir müssen ein ganzes Stück motoren, bis uns die Accelerationzone – also die, die quasi waagerechte Windhosen zwischen den Inseln zischen lässt, uns genug Wind liefert um Segel zu setzen. Die SY Maia too ist mit dabei und hat in Las Galletas, in der Marina del Sol für uns einen Platz gebucht.

Vor der Insel fahren Touridampfer herum, kreuz und quer. Erst wundern wir uns, bis uns klar wird: die machen Whalewatching. Das wollte der Käptn ja auch schon immer mal, n Wal sehen. Also wird das Ruder umgelegt, und wir folgen dem Mainstream. Und da tatsächlich, ein Walpapa mit Walmama und Walbaby schwimmen um uns herum:

Nachdem wir unsere Aufregung beruhigt haben, und die SY Maia uns anfunkt, sie lägen schon vor der Einfahrt, düsen wir auf den Hafen Marina del Sur de Tenerife zu. Der erweist sich als freundlich, aber chaotisch. Wir rufen auf Kanal 9 die Marineros, die uns Steg 3 zuweisen. Wir sind etwas verwirrt, sollen wir nun neben den 40 Fuß Charterern festmachen? Nun gut. Das Schiff ist fest, auch gleich sturmgesichert, die Erste hat die Nudeln aufgebraten, denn die Mägen knurren. Da kommt der Marinero angelaufen… da käme gleich ein riesiger Katamaran, der auf unseren Platz müsste… wir sollten den Steg wechseln. Gnädigerweise ließ er uns noch zu ende essen. Gesagt getan, wir verholen uns und machen diesmal sogar an einem Fingersteg fest, mit der Nase im Wind. Wir sind glücklich. Morgen sollen ja 50kn Wind kommen, dafür wird alles gesichert.

Der Weg an Land erweist sich dann als abenteuerlich. Ein deutsches Charterschiff neben dem anderen. Die Charterer reisen tatsächlich mit Rollkoffern an. Dem Käptn klappt die Kinnlade herunter. Wie er so mit offenem Mund dasteht, läuft ein Partykatamaran mit etwa 20 vollkommen betrunkenen Jugendlichen ein. Ein Spiritusgeruch breitet sich über dem Hafen aus. Na das kann ja heiter werden.

Der Käptn und die Erste bleiben bei ihrer Gewohnheit des täglichen Badens und suchen eine Badestelle. Bei Niedrigwasser stolpern sie durch die Steine und schwimmen letztendlich zwischen den ankernden Fischerbooten.

Dann harren sie des herannahenden Sturmes.

Luken und dicht.

Feb.′ 20 21

Werner von der SY Zwiebel entführt uns zu seinem Geheimtipplokal: Der Rentnergarten. Ein bisschen schwer zu finden, selbst mit einem Standort bei Google Maps muss man genau wissen, welche Gasse in den Garten führt.

Man sitzt gemütlich unter hohen Palmen und von allen Seiten windgeschützt. Der Laden hat erst seit einem halben Jahr geöffnet und der Kptn. meint an der Qualität und der Preisvorstellung der Angebote… Nunja – Aber der Ort ist toll.

Die Damen gehen noch in den Geheimschlüpperladen von Katrin und kaufen Schlüpper, Flip-Flops und son Zeuchs. Der Kptn. dankt ab und erholt sich im Park.

Ein letztes Bad am Strand von San Sebastian – wir legen wohl tatsächlich morgen ab, obwohl die AEMET (Spanische Met. Inst.) ab morgen Abend ne Calimawarnung rausgegeben hat… aber erst ab 21h. Son Mist – nun kommt da schon wieder ne Sandwolke auf die Kanaren zu.

Die KuBu verschwindet in der Backskiste und die Røde Orm wird seeklar gemacht.

Ein letztes lagomerianisches Bierchen in der TO – Bar neben dem Hafen.

Leinen und los.

Feb.′ 20 20

Die Hoffnung verdichtet sich. Das Wetterfenster bleibt geöffnet. Das bedeutet, wir kommen in Bewegung. Denn nun liegen wir fast 8 Wochen (!) fest vertäut auf La Gomera. Wir beginnen mal vorsichtig, das Schiff wieder segeltauglich zu machen. Die paar neuen Dinge an Bord brauchen ihren Platz, die alten müssen an ihre Plätze zurück. Wir putzen nochmal die Kuchenbude, schrubbeln die Fenster, räumen das Deck auf. Die Wäscheleine wird wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung als Bullenstander zugeführt und unter den Baum gebändselt. Was ein Bullenstander ist? Naja, zum Glück fehlen die ä Tüttelchen (kleiner Scherz)… also das ist an Bord die Leine, die verhindert, das der Baum ungewollt auf die andere Seite schlägt, sei es wegen einer Patenthalse (ungewolltes Drehen des Hecks, des Schiffshinterns, durch den Wind, sei es wegen hoher Dünung (Welle, die sich über lange Strecken aufbaut) von der Seite. Also ein wichtiges Teil an Bord… denn so ein umschlagender Baum hat schon so manchen Seemann von Bord geschleudert. (Kennt ihr die Geschichte von dem Kapitän, dem eben dieses widerfahren ist, nachdem er mit Schnaps in der Hand den Trinkspruch „Auf die Gesundheit“ gerufen hat? Im Krankenhaus wurde er nach dem Unfallhergang gefragt: Er sei vom Baum umgeschlagen worden.) Das soll uns nicht passieren. Daher: Wäscheleine, kehre zu deinem Ursprung zurück.

Auch die Klammern wandern wieder in die Schublade.

Der Käptn greift sich noch eine Lochzange und baut Druckknöpfe an den Fliegenschutz vor dem Niedergang.

Auf der Bühne stellen sich heute die Queens des Karnevals vor. Die erste beglückt uns mit „Rosamunde“. Der Käptn ruft nach der Wärmflasche.

Frost und beulen

Feb.′ 20 19

Der Kptn. sieht ein Windloch. Am Samstag könnte es einen Wind geben, der uns zumindest in den Süden von Teneriffa blasen könnte. Aber das ist Schnee von übermorgen – abwarten Tee trinken.

Im Moment pfeift es hier noch ganz ordentlich und im Park sogar den Kapok durch die Gegend. Normalerweise Platzen die Kapokteile am Baum auf und der weiße Flaum weht davon, aber manchmal fällt auch die harte Schale auf den Boden. Zum Glück verfehlte sie bis jetzt immer den Kptn. sicher.

Ist die Sonne weg und bleibt der Wind, geht das Frösteln los… Man kann sich gar nicht so rasant anziehen, wie die Sonne hinter der Lavawand verschwindet.

Der Kptn. klappert wie verrückt. Die Stresslosen haben den rettenden Einfall und wärmen ihn durch einen la gomerianischen Punschabend an Bord wieder auf.

 

Glüh und Wein.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen