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Jun.′ 12 24

Ein bisschen dröht die Musik noch im Kopf – ja, es muss die Musik sein. Wir legen auch erst um 10h ab, füllen vorher noch Wasser und besuchen die Superdusche. Ein paar frische Brote bekommen wir auch noch. Drahttraut ist super!

Die nächste Schleuse ist nur 1 km weg. Wir fahren durch das offene Tor hindurch… Ratz fatz – weiter.

Auch heute wieder an einem hübschen Atomkraftwerk vorbei. Dann endlich wird die Rhone wieder zum Fluss. Leider hat der Kpt. den Übergang irgendwie verpennt und motort weiter etwas verschlafen am Ufer entlang… Plötzlich wird die Röde Orm sanft abgebremmst, bis wir stehen… im Modder. Röde Orm im Modder. Ruder hart BB – weiter geht’s.

Noch ne Schleuse – und noch ne Schleuse. Die Letzte mach richtig gruselige Musik.

Voll unheimlich. Kann man unter jeden Gruselfilm als Sound legen (s. YT Video von gestern).

Um 20h laufen wir in Valence ein. Ein richtig echter Yachthafen. Mit Wifi und vielen Booten usw.

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Allerdings ist der Ortskern wohl etwas weiter weg. Mal sehen, ob wir das morgen noch schaffen nachdem wir Alfons Pumpe umgetauscht haben.

Over und aus…

Jun.′ 12 23

Morgens um 8h (!!!) legen wir ab. Eine ziemlich langweilige Kanalpassage liegt vor uns. Warum man Flüsse kanalisiert, verstehen wir nicht. Es ist hässlich und die Strömung ist stärker.

Das gute ist, dass man an sonem Kanal relativ nahe ans Ufer fahren kann, ohne Angst zu haben, plötzlich aufzulaufen. Das tun wir auch. Nun kommen wir nicht mehr nur mit 2.2 Kt. voran, sondern mit 3.6.

Gegen Mittag fahren wir in die größte/höchste Schleuse Frankreichs ein. 23 Meter. Der Wahnsinn. Es funktiniert aber genauso gut, wie bei allen anderen Schleusen (bis jetzt). Einfahren, Vorspring, Achterspring an Mittelschwimmpoller…. Rauf geht’s.

Hört Euch mal die Geräusche an, wer erkennt es??? 😉

Wir haben heimlich gehofft, dass nach dieser Riesenschleuse die Strömung davor abnimmt. Tut sie aber nicht… Egal. Es geht voran. Mit diesen riesigen Sperrwerken machen die Franzosen bestimmt ne Menge Strom. Aber auch hübsche in die Natur eingebettete Kernkraftwerks lassen sich an der kanalisierten Rhone bewundern. Es kribbelt ganz schön, als wir an Tricastin vorbei tuckern. Der Kpt. hält mal den Finger ins Wasser und hofft heute Nacht keine Leselampe zu brauchen, weil sein Zeigefinger etwas strahlt… abwarten.

In Viviers machen wir fest. Ein wunderschönes Örtchen mit einem netten keinen Yachthafen unter Bäumen.

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Der Kpt. sattelt gleich Drahttraut und holt Sprit für Kuddel und Suzi. Drahttraut ist n echter Packesel.

Kaum ist alles verstaut, will die erste Offiziöse schon wieder los. Diesmal zum Dia (Supermarkt). Der Kpt. muss aber jetzt rollern – puhhhh, wat ne Bierverschwendung.

Zwei von den Supermarkthandkarren mit Krams bekommen wir auf Drathtraut verstaut + Rucksack.

Am Abend geht im Hafenbiergarten ne super Feier ab. Open Air. Bunte Lichter. Live Musik. Tanzfläche. Die Franzosen tanzen wie die wilden und bald ¾ unserer Crew auch. Der Kpt. guckt ständig zum Fernseher (Frankreich / Espana). Tja und als Espana mit 2 Toren gewonnen hat spielen die DJs „Viva Espana“ und alle singen mit. Cool die Franzosen.

Nachdem unsere Kids sämliche ihrer Kanarenhits (ausser Nossa – Nossa) sich gewünscht und auch bekommen haben geht’s ins Bett…. Gerade sind wir an Bord ertönt das Lieblingslied. Wir rennen zurück und feiern noch Stunden weiter. Hey, Olaf und Petra, wo seid ihr? Wir wollten doch immer zusammen tanzen gehen?!

Party und aus…

Jun.′ 12 22

Irgendwann mitten in der Nacht hört die Musik – Bässe in unterschiedlichen Rythmen aus unterschiedlichen Richtungen mit unterschiedlicher Lautstärke – auf. Der Kpt. muss aber wohl schon vorher eingeschafen sein.

Morgens noch vor dem Frühstück füllen wir unsere Brennstoffreserven an der Hafentankstelle auf. Die Preise sind heftig 1.62 Diesel, 1.98 Benzin. Die Tanks sind voll und wir sind pleite.

Die Hafengebühr (12 €) fällt bei dem Spritpreis kaum ins Gewicht.

Ab in die Schleuse von Avignon, 10m geht’s bergauf. Vorbei an einigen Burgen und Wäldchen tukern wir mit beiden Motoren auf Halbgas zur nächsten Schleuse (Caderrousse, 9.50m). Klappt richtig gut. Die mitsteigenden Schwimmpoller, die in Schächten in der Schleusenwand vorhanden sind, sind super.

In Saint-Etienne-des-Sorts machen wir nach ca. 40 km wieder fest. Die versprochenen Schwimmstege wurden abgebaut. Wir legen uns einfach an die örtliche Spundwand und suchen nach Befestigungsmöglichkeiten.

Ein paar alte rostige Ringe und Laternenpfähle müssen reichen.

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Die Ortschaft ist geschlossen. Keine Menschenseele ist auf der Straße, kein Restaurant ist geöffnet und auch keine Bäckerei. Hmmm. Dosenfutter – auch lecker. Jule und der Kpt. gehen zu dem Motorbootpärchen mit einem Bierchen. Mit den Franzosen sind wir heute den ganzen Tag über gemeinsam gefahren und geschleust – sehr nett.

 

Over und aus.

Jun.′ 12 21

Sogar heute morgen haben wir noch Mücken. Sie hängen von außen am Mückennetz und wollen rein. Unglaublich. Während die Offizösine über Funk mit dem Schleusenwärter französischt – er will den Schiffsnamen wissen, letter by letter  – kommt der Brötchenengel: Mormor steht am Kai und bringt uns frische Baguettes! Super, danke!! Wir legen ab und fahren in unsere erste Schleuse. Vorne ne Spring, achtern ne Spring, in der Mitte über den einzigen Poller führen. Vorne und hinten abhalten. Klappt super. Wir schleusen aber auch nur einen Meter Wasserstandunterschied. Immerhin. Dann geht’s los. Die Sonne knallt. Wir bauen ein Schattensegel. Nach 20 km biegen wir von der Petit Rhone in die große Rhone ein. Das wird ja ganz schön breit. Und der Strom setzt ein. Ups. Nur noch 1,5 Knoten Geschwindigkeit über Grund. Suzi muss mitarbeiten. Kuddel und Suzi auf Halbgas, dann geht’s mit 2 Kt. weiter – Ohje…. Wie soll das weiter gehen? Nach einigen Schweißperlen und Kilometern, wird der Gegenstrom schwächer. Am Rand wird es eh schwächer. Aber der Schreck sitzt. So geht es weiter mit 3.5 Kt. Mal mehr Gegenstrom, mal weniger. Dann kommt die Schleuse von Beaucaire.


Wir machen am Wartesteg im Päckchen fest. Puh, gar nicht so einfach bei der Strömung. Die Lichter springen auf Grün, wir legen wieder ab und fahren fast nen Crash, weil wir ein Schiff übersehen haben. So einfach mal ausweichen ist nicht, der Strom zieht das Schiff einfach rum.Wie superstarker Wind im Hafen. Unglaublich. Ist aber alles gut gegangen. Dann fahren wir in die Schleuse. Und sehen uns eingepfercht zwischen 20 meter hohen Betonwänden. Wir schleusen 15 meter in die Höhe. Das ist aufregend. Klappt aber sehr gut. Yeah! Feuertaufe bestanden. Hinter der Schleuse hat die Rhone ihre Kraft fast vollständig verloren. Wir fahren mit 4 – 5 Kt. weiter bis Avignon, die Suzi lassen wir nur noch im Standgas n bisschen mitarbeiten. In einer Affenhitze. Manometer. Uns läuft der Schweiß in Bächen runter. Karibikfeeling? Ächz!
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In Avignon begrüßt uns ein Musikfestival. Die Stadt feiert. So viele Menschen auf einen Haufen, überall Bands, Gospels, Party. Überwältigend. In einem Eiscafe finden wir endlich Wifi, um mal wieder bloggen zu können. Da sitzen wir nun.

Bon und soir.

Jun.′ 12 20

Ein schonunglos ablegender Fischer weckt uns schwellmässig rabiat aus unseren süssen Süsswasserträumen. Jule geht Abmelden-Anmelden-Zahlen, dann motoren wir einen nicht ganz 100% Freizeitschifffahrt zugelassenen Zuführkanal zum Kanal Du Rhone a Sete. Wir umgehen damit die Ortsdurchfahrt von Sete und kommen in Frontignan auf unseren Weg.

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Tausende Etangs folgen, die der Kanal durchquert (Strandsee/Haff). Die Gegend ist grün. Nun waren wir ein halbes Jahr lang nur von Blau umgeben, durchmischt mit grauschwarzem Lavagestein. Jetzt ist alles grün. Sogar das Wasser. Und am Ufer stehen zur allgemeinene Entzückung weiße Carmargue-Pferde!! Wir werfen Äpfel an Land. Währenddessen wird die Luft immer heißer, steht still. Wir schöpfen Wasser und bewerfen uns damit. Gegen 18h haben wir unsere erste Kanaletappe geschafft und liegen vor der Schleuse de St. Gilles. Der Schleusenwärter würde uns sogar noch in die Petit Rhone schleusen. Aber wir dürfen auch einfach vor der Schleuse warten und morgen früh durch. Nett. Außerdem hat er in seinem Schleusengarten Rasensprenger. Voll Freude tanzen wir dadurch. Das Schiff lassen wir an der Schleusenmauer liegen. Bauen uns eine Stickleiter aus nem Festmacher, um besser auf die Mauer zu kommen und warten auf die Camper mit dem Grillfleisch.

Der Cobb wird mal wieder erwärmt und wir hocken auf der Mauer und freuen uns über das Wiedersehen. Mit dem Sonnenuntergang vertreiben uns angreifende Mücken von unserem Grillfest. Die Camper (Mijanne, Lena und Roland) gehen Campen und wir verziehen uns in unser mückennetzbehängtes Schiff.

Für die Seeleute auf Nord- und Ostsee und so weiter bleiben wir mal bei der Seemeile: Heute haben wir 37,6 sm gedieselt. Ansonsten läuft ab jetzt ja alles auf Kilometer.

Wir sind gespannt, wie wir morgen voran kommen. 20 km Petit Rhone und dann die große Rhone. Hoffentlich ist nicht viel Strömung. Drückt die Daumen.

Over und aus…

Jun.′ 12 18

Blogfrühstück auf dem Campingplatz. Alfons kommt aus Marseille und springt als Entspannung erstmal in den Fluss. Der Kpt. muss ja nu auch da rein. Bürste und Spachtel erledigen den Rest. Die Röde Orm ist wieder sauber und Unterwasser klar für die Kanäle.

Der Mast wird weitestgehend auf morgen 10h vorbreitet, dann haben wir nämlich den Legetermin bei Pierre.

Die Kids, Mamas und Omas sind derweilen im Meer und baden – auch wichtig – immer  nur Zeltplatzpool ist ja auf die Dauer auch nix.

Am Abend soll die „kleine Freiheit“ getauft werden (Mijannes neues Klappboot). Mijanne macht daraus ein echtes Tauffest, so wie es sich gehört. Zuerst gibt es ein wirklich leckeres Essen bei dem Zeltplatzrestaurant und anschließend schlendern, torkeln und watscheln wir zur kalt gestellten Sektflasche bei der Röde Orm. Die „kleine Freiheit“ wird gebrührend getauft. Rasmus bekommt natürlich auch n Schluck, wegen der allzeit guten Fahrt usw.

Freiheit und klapp.

Jun.′ 12 17

Frühstück zu acht. Mijanne, Lena, Roland und Alfons kommen auf die Röde Orm. Die Reste vom spanischen Queso de Mäh sind nun ratzeputz verschlungen – wir brauchen dringend französischen Ersatzqueso – sollte aber kein Problem sein. Wahrscheinlich bekommt man Queso aber nur im Set mit Baguette und Rotwein – auch nicht so schlimm.

Wir räumen Mijannes Transportvan leer. Dann setzt sie die Muse auf einen Poller und spielt uns auf der Quetsche vor. Oh welch ein Genuss! Der Außenborder von Günter wird am Heck montiert und im mittäglichem Highnoonschweiss versucht zu starten. Der Kpt. ist am Ende. Die Günter Hotline sagt, der müsste normalerweise nach 1-2 x ziehen anspringen… Ok – kein Geheimtipp. Alfons hat schon den Schraubenschlüssel in der Hand. Der Vergaser wird demontiert und die Hauptdüse von Grünspananflügen befreit. Der lief wohl ne Weile nicht mehr. Fix zusammengeschraubt – 1 bis 2 x gezogen… und Susi (6 PS Suzuki von Günter) läuft wie ne schweizer Nähmaschine. 1a. Alfons (O-Ton Mijanne: Der Mann mit den drei rechten Händen) findet die Susi übrigens total super. Schöne einfache Technik. Besser als viele andere.

Die erste Offizöse und Mijanne fahren durch den Gegend und suchen Luft für Drahttraut (unser neues Fahrrad). Für 50 Cent bekommen sie zwei Fahrradreifen voll gekauft. Die Wäscherei und der Frischwasserlieferant wird ebenfalls noch aufgesucht.

Alfons kommt genervt von seinem Pferdeanhängerprojekt zurück. Die sch… Elektrik will nicht. Der Kpt. geht mal mit – vorsichtshalber packt er auch den Hammer ein.

Nach einer Stunde gemeinsamen Tüfftelns leuchtet der Anhänger im vollen Lichterglanz.

Zurück beim Picknick am Fluss unterm Baum hat Mijanne schon mal einen Blick auf Alfons Klappboot geworfen. Und da der Kpt. sowieso gerade Mijanne fragen wollte, ob sie das Teil mit nach HH nimmt, damit der Kpt. das Teil für Alfons bei Ebay vertickern kann – kauft Mijanne es kurzerhand für den Schwedensee – So geht das. Das neue Boot heißt „kleine Freiheit“. Sekt bekommt man Sonntags aber irgendwie nicht in der Stadt. Also wird die Taufe verschoben.

Alfons macht es vor. Er springt in den Fluss und schwimmt ne Runde. Julita und Julia wollen auch. Der Kpt. drückt den Beiden gleich ne Bürste für das dreckige Unterwasserschiff in die Hand. Wenigstens die Backbordseite ist nun wieder sauber.

Das Bugmastbrett wird noch montiert und die Genua niedergeholt und eingesackt.

Absack und aus…

Jun.′ 12 16

Der Kpt. und sien Fru gehen von Bord um das Internet zu suchen. Auf dem Campingplatz „Romaris“ werden wir fündig. Wir setzen uns in das Cafe und Teilen uns der Welt mit.

Jule sichert den Zeltplatz für Mijanne, Lena, Hippi und Roland. Alles ist geregelt. Jetzt müssen sie nur noch die letzten 500km schaffen.

Wir steigen alle zu Alfons ins Auto und durchsuchen diverse Geheimbüsche nach Maststützebrettern. Ohne Erfolg – wir finden nur morsches Holz. Bevor wir den Baumarkt ansteuern schätzen wir die Tiefe des Canal de Midi ab und besichtigen einen Trimaran. Dann kommt endlich der Baumarkt: Holz, Schrauben, Zurrgurte… Schafgrillfreisch vom Araber darf auch nicht fehlen.

Während dieserer Zeit fliegen diverse SMS’e durch die Luft und weisen den Campern den Weg.

Nach der Siesta ist das Heckmastkreuz schnell errichtet und der Grill vorbereitet.

Die Camper (Mijanne, Lena, Roland, Hippi) kommen an und bauen ihr Zelt auf.

Grillwiedersehensfest auf der Röde Orm.

Over und aus.

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