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Feb.′ 12 25

Heute wird die Sardine beerdigt. Das ist das Ende vom Karneval – so was wie Aschermittwoch auf La Palmisch. Die Feier auf dem Berg in Tazacorte mit Band auf dem Plaza de Espana wird von uns begutachtet. Wir erfahren, dass ab 18h das ganze Fest nach Puerto de Tazacorte verschoben wird.

Wir gehen schon mal vor und warten auf die Rest des Fests. Wir fallen wieder drauf rein: Um 18h laufen wir die paar Meter am Strand entlang, bis zu dem Platz, an dem das Fest jetzt steigen soll. Aber – nix is. N paar Leute laufen da rum… Die Musikanlage wird noch eingestellt… Ab 19h füllt es sich. Die Sonne geht unter, uns wird kalt. Um 20h haben wir immer noch keine beerdigte Sardine gesehen. Wir gehen zurück an Bord. Aus dem Cockpit können wir das Feuerwerk zu Ehren der Sardine beobachten…

Sardine und aus…

Feb.′ 12 24

Die erste Offiziöse und der Kpt. müssen neue Lebensmittel beschaffen und klettern den Berg nach Tazacorte hoch. Mit den letzten Nahrungsreserven und einem mächtigen Hungergefühl betreten sie den Hiperdino – soll man ja nicht tun. Dementsprechend füllt sich der Einkaufswagen auch mit Leichtigkeit. Der Einkauf fällt uns noch viel leichter, weil Jule am Eingang gleich den Lieferservice klar gemacht hat. Der Wagen ist rappeldicke voll, wie lassen ihn ganz entspannt an der Kasse stehen und schlendern wieder zum Hafen runter.

Geliefert wird um 17h. Pünktlich um 18h kommt der Hiperdinowagen und füllt unsere Backskisten. Mit den Vorräten könnten wir jetzt doch noch in die Karibik segeln…

Während der Wartezeit sucht der Kpt. noch eine sinnvolle Beschäftigung für die Crew. Sehr beliebt ist immer Deckschrubben – das ist ja aus diversen Seefahrtsgeschichten allgemein bekannt. Besonders ergibig ist der Bereich unter der Cockpitgreting. Krümel von drei Wochen Brötchenschneiden haben sich dort angesammelt. Die Fische freuen sich.

Am Abend bekommen wir auf der JHV der PTSK Segelabteilung einen Pokal verliehen. Lucky hat uns ne Mail geschrieben, dass er uns „in Abwesenheit“ den Fahrtenseglerpreis für 2011 verleihen wird. Super! Wir sind stolz wie Oscar! Dankeschön!

Over und aus.

Feb.′ 12 23

Während die Frauen der MenGoe und der Röde Orm morgens in der Frühe den Bus nach Los Llanos nehmen, um dort die Fußgängerzone zu erobern, beschäftigt sich der Käptn den intensiv mit Gribfiles. Wo sind endlich die Pfeile in die richtige Richtung ausgerichtet, mit der perfekten Windstärke und einer winzigen Wellenhöhe? Gestern noch zeigten sie Südwind an, heute wieder Ostwind, dann wieder Flaute. Wir wollen doch nach Madeira. Sollen wir über Graciosa fahren? Bei Ostwind kommt man da besser weg. Sollen wir von Insel zu Insel springen Richtung Osten? Oder uns die Accelerationszonen zwischen den Inseln sparen und gleich den großen Schlag machen? Fragen über Fragen. Dem Käptn schwirrt der Kopf. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Gribfiles ständig ändern.


Währenddessen kehren die Damen mit gegrillten Hühnern zurück. Am Nachmittag beschließt der Käptn auch noch mal nach Los Llanos zu fahren, mit der Käptine, um Äpfel zu suchen. Die Lieblingsäpfel des Käptns, die auf so Karton gedruckt und angebissen sind. Leider stellt sich heraus, dass La Palma eher auf Bananen steht als auf Äpfel.
Es gibt ein anderes Highlight: Auf dem Plaza de Espana sind die Kostüme ausgestellt, mit denen der Karnevalsumzug stattfand. Beeindruckende Gebilde sind darunter. In den Straßen tanzen trommelnd hübsch geschmückte Damen dazu. Das heißt, die Damen tanzen leichtbekleidet, die Herren trommeln was das Zeug hält.
Am Ende sind unsere Petroleumvorräte aufgestockt, alle Ferreterias und Inder (die in denen wir Äpfel vermuten) gecheckt und wir hundemüde.
Wind oder nicht…

Feb.′ 12 22

Immer nur Urlaub, auf’m Schiff rumsitzen, in der Sonne liegen, im Dorf rumlungern – ein schönes Leben – oder?
Als wir im örtlichen Chinashop waren und uns auf die 5,95 EUR Waage gestellt haben, dachten wir zunächste an einen Funktionsfehler des chinesischen Massenprodukts. Wir machten eine Testreihe mit den restlichen Waagen im Regal. Nunja – einen Produktfehler in der ganzen Waagenserie können wir natürlich nicht komplett ausschliessen, dieser ist natürlich auch relativ wahrscheinlich, denn das Ergebnis der Testreihe lässt keinen anderen Schluss zu…
Ein Zusammenhang zwischen den körperliche Auswirkung und dem Inhalt des ersten Satzes dieses Artikels lässt sich jedoch nicht völlig von der Hand weisen.
Sone Waage nehmen wir trotzdem mal mit… um die Tendenz festzuhalten… – stimmen tut sie ja nicht (s.o.).
Nachdem wir den Vorteil eines höheren Ausreitgewichtes für den Rücktörn an das Festland sorgsam abgewogen (man beachte das Wortspiel) haben steht es nun endgültig fest.
Es ist Fastenzeit.
Naja – fasten… hmmm – Wir zählen mal Punkte. Gut!
Der Sommer am Festland steht ja bald vor der Tür und der Kpt. will seinen Strandbody zurück… also, mal einen haben…
Der Kpt. reaktiviert sein WW – Konto und ist entsetzt. Die WW’s haben umgestellt von den Flexpkt. auf Propunkte oder so.
Das bringt ihn völlig durcheinander. Und die erste Offiziöse kann auch nicht parallel mitmachen, weil die Tagespunkteberechnung ein ganz doll behütetes Geheimnis ist.
Die WWler hatten da wohl mit starken Umsatzeinbußen zu kämpfen, die durch eine mathematische Umkremplung des System wieder ausgelichen werden sollen.
Für die alten Flexpunkte findet man aber die Infos im Netz und Punktlisten und -rechner gibt es auch. Der Kpt. arbeitet also nach dem neuen System, die erste Offiziöse nach dem Alten.
Naja – egal – wir haben ja auch nur ne Tendenzwaage und Lightbier gibt es in Spanien auch nicht.
Flex und Pro…

Feb.′ 12 21

Nach der Babypudersession benötigen der Kpt. und seine Crew einen Tag Entspannung, Entstaubung und frische Luft um die Lunge wieder frei zu bekommen.
Das Wetter kommt wie gerufen. Ein Sommertag pur. Kaum Wind – keine Wolke – eben Badewetter.
Anni und der Kpt. nehmen sich den Kiel der Röde Orm vor. Tauchen was das Zeug hält – weg mit den Riffansätzen. Auch bei der Men Goe wirde die hartnäckig bewachsene Schraube mit nem Spachtel bearbeitet. Die Anoden von dem Stahlschiff werden mit ner Bürste freigeschrubbelt.


Alles glänzt.
Wir haben uns einen Grillabend verdient.
Jule kauft für den Salat ein, Renate und Uli übernehmen den Fleischanteil – obwohl der Kpt. die Fleischseite relativ ungern aus der Hand gibt. Aber am Abend durfte er wenigstens das Grillgut garen. Da wirklich wenig Wind ist, riskieren wir es mal wieder am Stand zu grillen.
Alles klappt super. Kein Sandcrunch auf dem Fleisch. Die Sonne verschwindet ohne Wolkenabdenkung grandios im Meer. Wir zuckeln wieder an Bord und fallen müde in die Kojen. Ach ja: Zur Fastenzeit haben wir beschlossen mal wieder Punkte zu zählen, aber dass  lassen wir heute mal weg – es könnte ansonsten nach einem Punkterekord aussehen – und das gleich zu Beginn… Tze.
Over und aus…

Feb.′ 12 20

Die nach Cuba ausgewanderten Palmeros kommen zurück auf die Insel La Palma.
Ganz in weiß mit Strohhut, Zigarre, dicken Geldbündeln in den Taschen und schwarzen Ovambodienstmädchen (mit riesen Oberweiten und Hinterteilen) legen sie in Santa Cruz an – das war ca. vor 300 Jahren.
Heute ist Karneval und dementsprechend waren alle in weiß gekleidet und an das Szenario von vor 300 Jahren angepasst.
Gelegentlich kommt es vor, dass sich ein Touri NICHT weiß angezogen hat. Tja – dann wird er eben eingeweißt. Jeder Karnevalcubaner ist mit einer Babypuderdose oder auch gleich einem ganzen 25 kg Sack Babypuder ausgerüstet.
Was nicht weiß ist, wir weiß gemacht – so das Motto.


Die Crew der Röde Orm war natürlich bestens vorbereitet. Wir ziehen die von MorMor genähten weißen Hemden an und möglichst helle Hosen.
Wir haben nur leider keine Strohhüte, aber das geht auch ohne – denken wir. Denkste. Natürlich werden wir bepudert *stöhn* – Da nüzt selbst des Kpts. natürliche Autorität nix.
Ganz so lange halten wir es dort nicht aus. Die Luft ist weiß vom Babypuder, es riecht abwechselnd nach demselben, Zigarrenrauch und Urin, der in jeder Ecke hinterlassen wird. Außerdem sind wir solche Menschenaufläufe schon gar nicht mehr gewohnt. Gegen 18h fahren wir wieder in unseren gemütlichen einsamen Hafen. Die Kinder fahren mit Uli und Renate mit dem Auto und der Kpt. mit sien Frau per Bus.
Wir sind müde wie Babys und fallen süsslich riechend vom Babypuder in die Kuschelkojen und träumen von Puderweißenbabycubanern.
Alaaf und Helau…

Feb.′ 12 19

Heute sind wir wieder an der Reihe und dürfen unseren kleinen Mietwagen durch die Berge von La Palma juckeln. Von 10 – 12 h haben wir die Erlaubnis die genehmigungspflichtige Straße durch den Nationalpark nach La Cumbrecita zu fahren. La Cumbrecita ist ein Punkt der mittig in der Caldera de Taburiente liegt. Man könnte denken, die Caldera ist ein riesiger Vulkankrater… iss se aber nicht – sieht nur so aus. Aber trotzdem schön. Wir gucken uns also auf einem 1,5 Std. Wanderweg den la palmerianischen pseudo Vulkankrater von innen an. Es ist super! – Der Wahnsinn. Sollte man auf jeden Fall gemacht haben. Zusammen mit der Nordtour über die Los Muchachos haben wir jetzt den absoluten Überblick über die Caldera.


Auf die letzte Genehmigungsminute passieren wir den Schlagbaum und beginnen unsere Inselsüdtour. Von der Wasserseite haben wir uns die Südinsel schon angeguckt, nun ist die Landvariante dran.
Es sieht ähnlich aus wie auf Lanzarote. Schwarze Vulkanlavagerölllandschaft. Der letzte Vulkanausbruch war hier 1971. Also relativ frisch – findet Jule – 41 Jahre – is ja gar nix… 🙂
Wir besuchen an der Südspitze in der Nähe von Fuencaliente die beiden Leuchttürme. Den alten (1902) und den neuen (1984). Neben den Faro’s gibt es eine Saline zur Meersalzgewinnung, ähnlich wie auf Lanzarote. Man kann auf einem Weg die gesamte Anlage toll umrunden und dabei die dreisprachigen Erklärungsschilder lesen. Am Ende darf man dann das Salz auch kaufen: 1kg – 0,50 €. Der Kpt. hätte am liebsten das Blumensalz, welches Abends von den (jungfräulichen) Salinengärtnern nach einem windstillen Tag mit einem Sieb (vergoldet) vorsichtig oberflächlich abgefischt wird – frische feine blumenartige Salzkristalle – zu einem Spotpreis von 11€ das Kilo. Die erste Offizöse verbietet dem Kpt. diese außergewöhnliche kulinarische Anschaffung…
Wir erklimmen noch den jungen Vulcano Teneguia und fahren dann an der SW-Küste entlang wieder nach Norden.
Julia erinnert sich an Werners (Zwiebel) schwärmende Worte über eine Thairestaurant in Bombilla (nahe Puerto Naos). Werner wird für die letzten Kilometer per Handynavigation live dazugeschaltet und lotst uns einspurige Schotterstraßen entlang, zwischen Wellblechhütten hindurch zu dem leckersten Geheimtipp- Thairestaurant auf den Kanaren – oder Europas – oder der ganzen Welt. Das Restaurant ist übrigens ebenfalls eine Holzhütte mit Wellblechdach ein paar Plastiktischen mit Schirmchen… Aber es ist der Hammer!!! – Ultralecker. Für 21,30€ werden wir Vier satt.
Zurück an Bord planen wir mit Ulli und Renate bei einer Dorada noch den morgigen Karnevaltag in Santa Cruz.
Over und aus…

Feb.′ 12 18

Renate und Uli von der MenGoe zischen heute mit unserem gemeinsan geliehenen Leihwagen (wird einfach billiger, wenn man mehrere Tage leiht) gen Norden.
Die Matrosen der Röde Orm arbeiten ihr Schuldefizit auf. Der Kpt. und die erste Offiziöse erholen sich vom vorherigen Wandertag. Die brennenden Füsse werden dazu vorzugsweise buchlesend und stegsitzend in das Hafenbecken gehalten.
Over und aus.

Feb.′ 12 17

Der Weckvorgang dauert und zieht sich hin… endlich, um halb elf sitzen alle im Auto, Brote sind geschmiert, Wasserflaschen gefüllt. Wir wollen gern in den Nationalpark und halten erst mal am Centro Visitantes, man braucht nämlich eine Permission, eine Erlaubnis. Die bekommen wir dann auch erst für Sonntag. Wir fragen nach dem Gipfel, auf der Herfahrt haben wir dort Schnee glitzern sehen. Die Straße dahin ist leider gesperrt. Die Kinder sind enttäuscht, sie hatten sich so auf ne Schneeballschlacht gefreut… Wir beschließen in den Nordosten zu fahren, vielleicht finden wir ja dort ein bisschen Schnee.

Auf dem Weg dorthin kommen wir an Ikea vorbei. Der kleinsten Filiale Europas. Stimmt. Ein EinraumIkea. Aber es ist von allem etwas da. Der Ausstellungsraum ist gleichzeitig Verkaufsraum, das Lager genauso groß wie der Laden. Wir erstehen Batterien.
Weiter geht’s nach Puntallana. Blauer Himmel, tiefe, üppig bewachsene grüne Schluchten, endlose See. Das ist der Ausblick für den Beifahrer. Der Fahrer fährt keine 5 meter geradeaus, alles kurvig, schlecht einzusehen, scharfe Kurven.
In Puntallana parken wir an der Pfarrkirche. Von dort geht ein steiler Weg erst bergab, dann wieder bergauf durch das alte Dorf zum Casa Lujan, ein Herrenhaus aus der Mitte des 19. Jh. Leider sind wir wieder pünktlich zur Siesta hier. Also schauen wir uns das Schmückstück nur von außen an und kehren zum Auto zurück.
Wir versuchen einen Wanderweg am Cubo de la Galga, an einer hohen Felswand entlang, an der wir Eidechsensuchen spielen. Bald kehren wir um, so schön ist es hier nun auch wieder nicht.

Also fahren wir weiter nach Los Tiles, übersetzt: Urwald. Ein Lorbeerwald mit Lianen zum dranhängen, einem Tunnel, stockdunkel, durch den man durch muss und einem Wasserfall, der stark nach Wasserrohrbruch aussieht. Wir haben unseren Spaß. Außerdem treffen wir wieder viele Feen, Trolle und Elfen.
Wieder beim Auto hungert es uns. Ein Ziel haben wir noch: die Lagune in Barlovento. Als wir dort aussteigen, fröstelt es uns sehr. Das Restaurant ist sehr eiskalt, obwohl in der Mitte ein Kamin brennt. So essen wir gut und günstig, machen einen Spaziergang über den Platz, ein Campingplatz mit vielen Grillplätzen. Im Sommer ist hier bestimmt viel los. Jetzt sind wir allein. Dann drehen wir im Auto die Heizung auf. Ist schon komisch. Mit Klimaanlage losgefahren, mit Heizung auf dem Rückweg.
Der Hippodino, der hiesige Supermarkt ist unsere letzte Station auf unserem Ausflug.
Dann fallen wir müde in die Betten.
Over und aus…

Feb.′ 12 16

Erst mal singen wir Claus von der Kira ein Geburtstagslied und verschicken es per email. Wir versuchens auf dem Handy, denn in der Karibik ist da grad mal 6 Uhr morgens und so wundern wir uns, dass das Handy aus ist. Ist doch grad erst Bettgehzeit – für Claus.
Wir machen ein Auto klar, Renate und Uli düsen über die Insel, wir fahren morgen. Für uns ist Schultag. Mit Wäsche waschen. Anni backt mittags Pfannkuchen. Stefan bestellt Würstchen mit Zucker. Hm lecker.
Nachmittags stellen wir einen Geocache zusammen und stapfen an den Strand, ein Versteck suchen. Es tröpfelt. Ja wirklich, Regenwolken hängen über den Bergen. Auf den Gipfeln sieht man Schnee schimmern. Sowas. Den Barranco schmückt ein Regenbogen. Wir finden ein Geocachversteck. Steine werden herbeigeschleppt, die Position bestimmt, ein Türmchen gebaut. Sind ja mal gespannt, wer ihn als erstes findet.


Anschließend wagen wir uns in die Fluten. Baden im Atlantik. Der schwarze Sand ist ordentlich aufgeheizt. Schöne Erfrischung.
Abends wird’s hamburgisch. Jule findet auf ihrem Handy doch tatsächlich die schon so lang vermissten Hamburger Lieder. Wir haben das Gefühl, Chrischan sitzt an Bord mit seiner Quetsche. Wir holen die gute Galotta raus, die Mormor uns mitgegeben hat und improvisieren zu den Seemannsliedern. „Jo ich sollt mal Käptn werden, doch ein Harken ist dabei, da muss man SechsTanten kennen und leider hab ich  nur noch 2!“. Schließlich fällt Jule auf, das sie die Quetsche beim ersten CD durchlauf falschrum gehalten hat. Umdrehen – zurückspulen – nochmal.
Tach un tschüss!

Feb.′ 12 15

Der Kpt. hat diese Nacht kaum ein Auge zugemacht. Erstens haben ihn die diversen Kuchen, Torten und Pizzas von Jules Geburtstag sehr zu schaffen gemacht und zweitens hat ihn die erste Offizöse die ganze Nacht bis halb sechs wach gehalten.
Jule hat sich am Abend beim Italiener einen Kaffee gegönnt und konnte dementsprechend nicht schlafen. Daher nahm sie sich das Buch von Renate vor: „Rubinrotes Herz, Eisblaue See“ – Sehr ergreifendes Buch – scheinbar. Jedenfalls hat sie zwischen 2h und 5.30h druchgehende Schniefattaken gehabt und mit ihrem Gejaule und lautstarkem tränenabgewische den Kpt. wach gehalten… *grummel*.
Beim morgendlichen Maschinenraumrundgang entdeckt der Kpt. an seiner frisch eingedichteten Opferanode ebenfalls einen Salzwassertropfen *heul*.
Neue Papierdichtung ausgefiedelt – etwas Dichtungsmasse rauf – festschrauben – dicht! Das Getropfe ist nun vorbei – das Buch wird auch zurück gegeben.
Nur zum Mittag werden wieder Zwiebeln gehackt… *schnief*. Ein ewiges Salzwasserproblem..

In der goldenen Stunde, wenn die Sonne so tief steht, dass sie alles golden anleuchtet, machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Einmal zum Chinesen, Schulhefte kaufen. Wir wandern den Berg hoch und blicken über leuchtende Bananenplantagen. Unglaublich viele Bananenpalmen mit dicken Stauden. Oben blicken wir übers Meer auf den Sonnenuntergang. Dann wird es wie immer schnell dunkel. Wir steigen für den Rückweg in den Bus und sausen wieder runter zum Hafen. Diesmal ohne Tränen.
Rotz und Wasser..

Feb.′ 12 13

Nun legt auch noch Werner ab. Jule ist ein bisschen betrübt, da die Zahl ihrer Geburtstagsgäste wieder um 1 Person gesunken ist 🙁 – Bei der Seefahrt bestimmen nun mal Wind und Wellen die Manöverzeitpunkte…
Apropos Manöver: Wir machen heute auch mal ein Manöver – ein Hafenmanöver. Es wird etwas einsam an Steg 3 und daher wechseln wir nun auch an Steg 2. Dort liegt die Men Goe und auch ne Menge anderer Fahrtensegler.


Da der Motor nun schon einmal gestartet ist, lassen wir ihn am Steg schön warm laufen und wechseln dann 2x das Öl (unser Yanmar YSE-8 hat ja keinen Ölfilter). Nun hat er wieder frisches sauberes Öl und ist wieder auf lange Laufzeiten vorbereitet – Das Getriebeöl wird auch gecheckt. Der Kpt. baut noch die Motoranode aus und die erste Offizöse schrubbelt sie ordentlich mit ner Drahtbürste blank. Dat geit noch, wird beschlossen. Und die neue Anode landet wieder im Werkzeugkasten.
Jule wird von Bord geschickt und die Restcrew packt Geschenke ein und bereitet den morgigen Geburtstag der ersten Offiziöse vor.
Over und aus!

Feb.′ 12 12

Sonntagsausschlaftag. Jule und Renate von der MenGoe fahren nach El Paso.
Dort gibt es einen Bücherflohmarkt der Waldorfschule. El Paso liegt ein paar Meter höher als Tazacorte und es ist dort bitterkalt! Meine Güte. Statt kurzer Hose und Sandalen wären hier Winterstiefel angesagt gewesen. Es wird eine leichte Zitterpartie. Die Waldorfschule ist in einem normalen Haus untergebracht. Es werden etwa 20 Kinder unterrichtet, von Klasse 1-6. Zwei Lehrer geben den kompletten Unterricht. Das Haus ist verwinkelt und schön gestaltet. Jetzt steht alles voller Bücher. Wir stöbern und schnacken. Zu Kaffee und Kuchen begleitet ein Schulvater auf der Gitarre. Livemusik. Sehr nett.
Wir machen uns auf den langen Rückweg, zurück in das warme Tazacorte. Unterwegs begegnet uns eine Herde Ziegen mit Zicklein. Ein herrlicher Anblick.

Währenddessen setzten sich der Kpt. und Uli in das sonnige Cockpit der Röde Orm und grübeln über eine Topfhaltevorrichtung für den Petroleumkocher nach.
Die Crew der Röde Orm hat auf den letzten Überfahren mehr oder weniger hungern müssen, weil kochen nur schlecht möglich war… 🙂 Diese Zeiten sollen nun vorbei sein. Auf den nächsten Mehrtagestörns soll es auch warme Mahlzeiten geben, um die gute Laune zu erhalten.
Mehrere Möglichkeiten fallen uns ein. Die einfachste und mit Bordmitteln zu bewältigende wird gewählt und ein paar Stündchen später ist die Topfhalterung fertig. Anni wird aus ihrer Physikkiste auch noch eine große Metallfeder entwendet. Perfekt.
Offshoremittagessen gesichert.
Zum Sundowner sitzt die ganze Crew mit ihren Internetgeräten im Montecarlo und kommuniziert mit dem Heimathafen. Sehr lustig, wenn auch von außen betrachtet an unserem Tisch etwas komisch aussehen muss….
Over und offline!

Feb.′ 12 11

Unsere Freunde von der SY Sopie (Petra & Olaf) sind heute morgen abgelegt und zurück Richtung Madeira gesegelt. Ein leichter oder kein NE Wind ist angesagt mit wenig Schwell (1m). Das sollte ganz gut klappen. Wir sind sehr traurig, dass wir uns nun trennen müssen – vielleicht sehen wir uns ja später nochmal wieder. Der Kpt. kann das mit so Abschieden nicht so gut und schenkt Olaf am Abend vorher ne handgeklöppelte Anlegezigarre – das ging gerade so… 🙂 Montag morgens oder mittags werden die beiden auf Madeira sein.
Wir bleiben hier und warten weiterhin – tapfer – auf West-, Süd- oder Südostwind. Wenn das nix werden will, müssen wir wohl auch ne Schwachwindlücke aus NE nehmen. Abwarten. Wir haben noch Zeit.

Mittags legen auch Jim und Sonja mit der Fettler ab. Die beiden kommen aus Schottland und wollen jetzt nach Graciosa segeln, um von dort nach Madeira überzusetzen. Schade, dass sie schon fahren. Wie immer ist der Wind der Hirte. Wir hatten ein paar schöne Tage zusammen mit Mandelbäumen, Gofio und Whisky.

Die MenGoe holt uns am Nachmittag ab. Wir tingeln an den schwarzen Strand und legen uns in die Sonne. Durch den schwarzen Sand wird man von unten und von oben gut durchgewärmt.
Die Kids buddeln mit Lola Löcher und bauen Steintürmchen.
Die volle Urlaubsentspannung.
Over und aus!

Feb.′ 12 10

Nach dem Aufsteh-, Frühstücks- und Schulzeremoniell machen wir uns auf zur Bushaltestelle. Heute wollen wir mit dem Bus quer über die Insel fahren, auf die Ostseite nach Santa Cruz. Der Bus hält, nachdem Julita ihn laut rangewunken hat. Er ist völlig überfüllt, fährt sehr ruppig über die kurvenreiche Insel. Wir kommen am kleinsten Ikea Europas vorbei. In Santa Cruz schauen wir uns erstmal den berühmt berüchtigten Hafen an. Er ist schön angelegt, liegt mitten in der Stadt. Aber irgendwas müssen sie mit der Hafenmauer geschlust haben. Es steht ein unglaublicher Schwell im Hafen. Wurde die Mauer vielleicht nicht bis unten durchgezogen? Olaf hat ein eindrückliches Video davon gemacht:

Anschließend schlendern wir durch die Altstadt. Es ist noch Siesta, die Läden haben noch zu. So bleibt der Blick unabgelenkt frei für die historischen Gebäude. Davon gibt es einige in der Stadt, die alle durch u.a. deutschsprachige Schilder bezeichnet sind. Am Inselmuseum, das in dem ehemaligen Kloster untergebracht ist, finden wir eine Musikschule.

Wir erfahren, dass es auch Cellounterricht gibt. Wir werden uns am Montag um eine Cellostunde für Julita bemühen. Als nachträgliches Weihnachtsgeschenk.
Auf dem Rückweg haben die Läden auf. Julia muss alleine einen Kaffee trinken gehen, während der Rest der Crew sich beim Inder vergnügt (die Inder haben hier die Elektronikläden fest in der Hand). Nagut. So kurz vorm Valentinstag muss man halt Abstriche machen.
Im letzten Souvenierladen sitzt ein Zigarrendreher. Er führt uns vor, wie die gedreht werden. Die Blätter fühlen sich ganz zart an. Wir staunen. Der Käptn nimmt natürlich Andenken mit, die später in Rauch aufgehen werden.
Wieder im Hafen funken wir die MenGoe an. Uli hatte heute morgen für 5 Euro einen riesen Sack Fische vom Fischer bekommen. Wir fragen an, ob er noch einen für uns über hat. Renate lädt uns daraufhin zum Essen ein. Klasse!! Wir werden also auf der MenGoe verwöhnt. Die Crews der Sophie und der Fettler stoßen dazu und es wird ein fröhlicher Abend. Mit dem traurigen Abschiednehmen… Sophie und Fettler legen morgen ab.
Over und aus!

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