asdf
Feb.′ 20 07

Dem Kptn. geht es wieder besser. Einigermaßen. So richtig gut natürlich noch nicht. Ein bisschen Betüddelung braucht er schon noch – so einfach ist sone Erkältung ja auch nicht zu überstehen.

Er könnte mal versuchen wieder n bisschen was zu tun – außer in der Koje rumliegen, was ja auch schon ganz schön anstrengend ist… irgendwann weiß er gar nicht mehr, wie man am besten liegen soll… der Rücken zwackt, die Hüfte knirscht (was aber bestimmt eigentlich vom Calima kommt)… und dann die Hitze. Wenn ihm nur jemand die Decke umdrehen könnte… Aber alle sind komischerweise verschwunden… tze.

Gegen die Hitze würde was mit Wasser helfen, denkt er sich und gegen das Kojengeklemme – vielleicht mal aufstehen. Also… Calimastaub wegspülen wäre eigentlich ne gute Sache. Von kleinen Schwindelanfällen abgesehen sieht die Røde Orm nach ner Stunde ausgiebigen Spülens (das Zeug sitzt wirklich in jeder Ecke) wieder wie ausm Ei gepellt aus.

Die Erste erkennt, dass der Kptn. nun etwas schwächelt und kocht ihm Chinapommes mit Curry. Verdauung und Calimaspülanstrengung bringen den Kptn. wieder in die Koje – zur Erholung.

Übrigens, wir haben jetzt hier auf Gomera auch weißen Strand – ein ganz bisschen – so marmoriert ist er…

In der Nacht (20h, der Kptn schläft schon lange) kommt die SY Maia too mit Karl und Karin von Gran Canaria rüber gesegelt…

Calima und Strand

Feb.′ 20 06

Der Kptn. ist krank. Er schnieft und jault vor sich hin. Als Stichworte wie Corona und Ebola fallen, geht es ihm aber schon wieder sehr viel besser. Die Metholkristalle aus Marokko bringen ihn wieder einigermaßen auf den Damm und lassen auch die Crew mit inhalieren.

Als die Erste allerdings etwas von einem Einkaufsbummel durch San Sebastian redet, geht es ihm wieder fürchterlich schlecht. Er bräuchte noch ein kleines Nickerchen…

Röchel und hust.

Feb.′ 20 05

Es hilft alles nichts, heute bleibt der Käptn in der Koje und versucht zu genesen. Die Damen machen sich mit der Meermaid auf den Autotrip. Ausgerechnet die Ausflugsziele von heute waren die, auf die sich der Käptn die ganze Zeit gefreut hat. Nu liegt er hier und leidet. Wir schicken ihm nette Fotos und versprechen, die Runde nochmal zu fahren. Die hat sich nämlich echt gelohnt. Zuerst sind wir zum Besucherzentrum in die Berge gefahren. Da wurden wir mit einer bunten Ausstellung über die gomerianische Natur und der Geschichte der Vulkane belohnt. Wir konnten lustige Fotos schießen und Gofiokekse kaufen. (Natürlich für den Kaptn). Dann fuhren wir eine schmale Straße bergauf. Wenn Gegenverkehr kam, kurz vorm Absturz, sie waren dabei die Straße zu erweitern.. aber davon konnten wir noch nicht zehren. Etwas durchgeschwitzt erreichten wir den gläsernen Aussichtspunkt über Hermigua. Dort haben sie das Restaurant mit Glasplatten im Boden verlängert über den Abgrund (!!) Der Käptn traut seinen Augen nicht, als er das Foto sieht, wie die erste da in der Luft hängt.

Die nächste Station ist der Strand von Hermigua. Von der Bananenverschiffung Anfang des letzten Jahrhunderts stehen hier noch die Hafenanlagen. Darunter ist ein Seewasserschwimmbecken betoniert, das bei Hochwasser gefüllt wird und bei Niedrigwasser ein einladendes Planschbecken bildet. In ihm tummeln sich kleine Fischchen. Wir füttern sie mit Brotresten und sie tanzen begeistert um uns herum. Katrin traut sich zu den Fischchen hinein und wird begeistert begrüßt. Die kleinen Fische tanzen um sie herum und knabbeln an der Haut. Sie sind wohl ziemlich ausgehungert, so abgeschieden vom Atlantik.

Die Meermaid hat ein grandioses Picknick vorbereitet, wir sitzen und schlemmen.

Unsere letzte Station ist der Tunnel. Es gibt hier einen Wanderweg, der durch einen ca 1km langen Tunnel führt. Man muss gebückt gehen, es ist stockdunkel und man kann nur barfuß laufen, da das Wasser zum Teil bis zum Knie reicht. Wir sind zum Glück ohne Kopflampe unterwegs, so dass keiner auf die Idee kommt, da durch zu gehen. Aber schon der Eingang ist spektakulär. Auf dem Weg dahin ist leider die Brücke zusammengebrochen, so dass wir uns gegenseitig die Böschung hochziehen müssen.

Wir nutzen das Auto für einen Großeinkauf bei Spar

Bonita und Gomera

Feb.′ 20 04

Es wird gar nicht richtig hell heute. Der Wind pfeift aus südlicher Richtung und bringt Saharastaub mit sich. Es ist wie der Nebel des Grauens an der Elbe (Zitat Chrischan). Das Schlimme daran ist nur, der Staub findet jeden Weg – in jede Ecke. Sogar zwischen den Tasten am Computer steckt das Zeug. Die Kombination mit Wasserdampf (also Nebel) lässt das Zeug klebrig werden und sich überall festkrallen.

Am besten übersteht man sowas, indem man Klopapier in alle Ritzen steckt und sich im Schiff verbarrikadiert bis der Spuk vorbei ist. Anmerkung: Wenn man die Doradelüfter vergisst, nützt es alles nix.

Sand und überall.

Feb.′ 20 03

Das Auto wartet wieder vor der Hafenmauer. Wir packen unsere sieben Sachen und quetschen uns hinein. Heute ist die Wasserfallwanderung von El Guro aus auf dem Plan. El Guro liegt schon im Valle Baranco. Wir finden einen Parkplatz und erklimmen die Stufen in den kleinen Ort. Sehr künstlerische gestaltete Häuschen erwarten uns. Der Käptn fühlt sich an Aid Ben Abdul erinnert. Katrin eher an die engen Straßen in Schleswig. Es ist ein Mix aus beidem. Dann folgt ein Trampelpfad. HastDunichtgesehen befinden wir uns in einem Flussbett. Es fließt durch urwaldähnliche Landschaft, wir schlagen uns durch meterhohe Bambusstäbe, kriechen durch Gestrüpptunnel, klettern über Felsen, balancieren über Baumstämme durch den Fluss, klettern eine Wand mit einem Seil hoch. Kommen an einer Hippiehöhle vorbei, mit Vorgarten. Sehr schön eingerichtet. Um eine andere Ecke sitzt ein Pärchen und verkauft selbstgerollte Energiebällchen, selbstverständlich vegan, aus Mango-, Dattel-, Bananen- und Gofiomus. Gerollt in Sesam oder Kokos. Wir schlagen zu. Wer weiß, wo wir noch landen auf unserer Expedition. Eine graue Katze begleitet uns ein Stück des Weges. Der Käptn ist am Ende. Doch er hört das Rauschen des Wasserfalls und da endlich, sind wir am Ziel. Leider sitzen hier auch noch andere Touris rum, sonst hätten sich die Frauen splitterfasernackt in die Fluten gestürzt. Die Erste versucht wenigstens eine Handdusche. Boah ist das kalt.

Der Rückweg ist irgendwie kürzer… wir verlaufen uns auch nur selten… kommen aber schließlich wieder am Auto an und freuen uns auf die Hafenkneipe in Valle.

Valle Gran Rey ist ja der Ferienort für deutsche (Alt-)Hippies. Sehr sympathische fröhliche Menschen begegnen uns. Bis auf die Bedienung sprechen alls deutsch. Inzwischen hat der Wind ordentlich zugenommen, so dass uns die Servierten um die Ohren fliegen.

Nach den wohlverdienten Tapas verholen sich die Damen in die bunten Boutiquen, während die Kapitäne in der Cacatua-Bar versacken. Mit Mühe bekommt die Erste ihren Kptn überredet, das Auto wieder zu starten, und zum Sonnenuntergang zu der berühmten Kneipe „Maria“ zu fahren, die zwar schon lange geschlossen ist, von deren Platz aus man aber einen wundervollen Blick haben soll, wie die Sonne hinter El Hierro untergeht. Der versprochene Trommler ist am Strand und verwöhnt die Ohren, während der Sturm uns Sand ins Gesicht pustet und die Sonne hinter ner Wolke viel zu früh verschwindet. Im Stockdunklen kurven wir die 99 Serpentinen zurück nach San Sebastian. Seekrankheit ist nichts dagegen.

Wasser und fall

Feb.′ 20 02

Ein letztes Mal kommen Nora und Hacko zum Frühstück. Lothar und Katrin und Enno kommen dazu und es gibt ein riesiges Abschiedsfrühstück. Wir sind gespannt, wo es die beiden hinführt auf ihrer Route. Sie haben noch viel Zeit und viel Neugierde im Gepäck.

Der Käptn verschwindet später mal wieder in der Backskiste, um sich dem Kühlschrankventil zu widmen. Er schneidet Schläuche, verbindet sie und baut Schlauchstraßen. Früher hatten wir das als Kartenspiel: Rohre legen. Als er ein perfektes Schlauchlabyrinth geschaffen hat, kommt der Trichter und er spült Essig in das Kunstwerk. Der Essig kommt auch wirklich in der Pumpe an. Jetzt wird den Muscheln der Garaus gemacht.

Die Erste verschwindet zum Abendbummel in San Sebastian. Da lockt sie das Kirchengeläut und sie setzt sich ganz nach vorne auf die Bänke. Wenn Musik ertönt, kann sie einfach nicht anders, da muss sie hin. Das hat sie nun davon. Der Pastor kommt, die Türen schließen sich, plötzlich sitzen hinter ihr ein Haufen Spanier und beten. Und stehen auf und setzen sich und machen Handzeichen. Oh je. Panisch schielt sie nach hinten, um ja nichts falsch zu machen. Wie unhöflich, sitzen zu bleiben, wenn alle aufstehen. Das Halleluja ist ja zum Glück international, da kann sie schön mitsingen. Als zum Abendmahl gerufen wird, schleicht sie sich aus der Kirche.

Hallo und juja

Feb.′ 20 01

Um 10 Uhr können wir unseren Leihwagen abholen. Diesmal bekommen wir einen Seat Ibiza. Als die Dame sieht, wie wir versuchen uns zu 5. in die kleine Kiste zu quetschen, bekommt sie Mitleid… vielleicht hat Enno auch ein kleines bisschen geweint. Jedenfalls sollen wir 5 Minuten warten und sie taucht kurze Zeit später mit einen Ibiza Kombi auf. Bis auf den großen Kofferraum hat er leider auch nicht mehr Platz auf den Sitzbänken….

Der Kptn gibt Gas. Die Berge hoch. Nach ein paar Miradores ist der erste „echte“ Halt der Parkplatz zum Garajonay. Der höchsten Gipfel von La Gomera. Die Schuhe werden geschnürt – die Erste hat neue Wanderschuhe (ein Vorgeburtstagsgeschenk) – und die Wasservorräte gebunkert. Immerhin sind es 1,6 km und 130 Höhenmeter. Der Kptn. versucht auf der Karte einen dichteren Parkplatz am Gipfel zu finden oder eine Seilbahn – keine Chance, wir müssen da hoch. Erst geht es 1,47 km geradeaus und dann 130 m steil nach oben – ist das etwa ne schwarze Route? Der Kptn. will sich beschweren, aber da steht er auch schon vor dem Gipfelstein, guckt aufs Wasser und steckt Kurse zwischen den Inseln ab – ausgetrickst haben sie ihn.

Runter geht es einen leichten, durchgehend gepflasterten Weg… grrrr.

Weiter fahren wir mit dem Auto bis nach Chipude. Dort gibt es ein heiliges Bergmonument. Ähnlich dem Tafelberg: Der Tafelberg von La Gomera oder „Fortaleza de Chipude“. Im Wanderführer ist dies nun aber wirklich eine schwarze Route – ECHT.

Bis zum Einstieg in die Wand geht es relativ einfach. Aber dann – wie vorhin – sollen wir zwischen den Felsblöcken und Felsspalten die steile Felstreppe steil nach oben nehmen. Keine Geländer oder Halteseile sind zu sehen. Runtergucken sollte man lieber auch nicht – da wird einem ja oberschwindelig. Wir schaffen es trotz der Angst und des Schwindels und werden belohnt. Auf dem Hochplateau gibt es noch einen Rundweg. Die Guanchen (Ureinwohner) haben dort so coole Steinkringel in die Felsen gehämmert. Es sind die gleichen Zeichen, die der Kptn. auf seinem T-Shirt hat… Das Hämmerchen und der Meißel sind schnell aus dem Rucksack geholt – aber die Damen können den Kptn. gerade noch abhalten, dort das Røde Orm Logo zu verewigen – das könnte geschichtlich so einiges durcheinanderbringen, ist das Argument.

Der Abstieg ist kopfmäßig viel schwieriger als der Aufstieg, da man ja gezwungenermaßen immer nach unten gucken muss. Der Kptn. konnte von der Ersten aber beruhigt werden… Katrin hatte schon den schwarzen Kopfsack und die Fesselseile in der Hand…

Stolz wie Oscar sind wir, als wir unten am Auto ankommen. Der Kptn. hört gar nicht auf zu prahlen – die Ängste sind über Bord geworfen und werden nicht weiter erwähnt.

An unserer Silvestergrillstelle wird wieder gegrillt. Morgen will die SY Anixi ablegen und ihrem Kurs nach SW weiter folgen.

Abschied und grillen

Jan.′ 20 31

In großer Frühstücksrunde beginnen wir den sonnigen Tag. Es wird schon wieder knapp mit der Ersatzteilbeschaffung – vor 13h müssen wir bei der Ferreteria sein. 15 Min. vorher schaffen wir mit Mühe. Der Kptn. hat nun alle Teile bekommen um eine Spülung für die Kühlschrankpumpe zu installieren. Wenn die Pumpe ab und zu in Essig oder Spiritus oder sowas getränkt wird, sollten sich dort keine Tierchen oder Pflanzen mehr einnisten. Beim Putzen purzelten der Ersten nämlich das letzte Mal diverse Muscheln entgegen.

Leider versacken wir auf dem Rückweg schon wieder im grünen Salon (Siesta). Der Kptn. hat danach ne Verabredung mit Lothar um die AIS Daten auf den Plotter zu bringen. Die Pumpe muss mal wieder warten – vielleicht nutzen die Tierchen die Chance und verkrümeln sich rechtzeitig.

Nach dem täglichen Sprung ins Wasser, sind wir auf der SY Meermaid zum Eintopf essen eingeladen. Enno hat meisterlich gekocht – und einen Barrakuda gefangen. Wir beschließen, ein Auto zu mieten, um morgen über die Insel zu fahren. Die Autovermietung macht erst um 20 Uhr wieder auf, wenn die Fähre mit den Touris in San Sebastian anlegt. Also müssen wir 2 Stunden überbrücken. Wir kehren bei Lothar ein, die Erste schaukelt in seiner Hängematte, während die Kapitäne über Kabelleitungen philosophieren. Später gehen wir Jörg und Christine auf ihrem Boot an Land besuchen (Werft). Sie haben für wenige Euronen ein(e) Schiff(sbaustelle) gekauft und möbeln es jetzt auf um es als Ferienwohnung zu benutzen. Das wird mal echt gemütlich!

Daten und Pumpe

Jan.′ 20 30

Das Klappern des Spibaumbeschlags am Mast nervt gewaltig. Die Nylongleiter sind irgendwann mal rausgebrochen und nu ist da ne gewaltige Lücke, Alu klackert auf Alu. Besonders, wenn an dem Teil die Wäscheleine (ja – wir sind nun schon etwas länger im Hafen) befestigt wird und des nachts das flatternde Badehandtuch den Kptn. um den Schlaf bringt. Zum Glück wurde gestern an Bord der Meermaid eine Tube Sika geöffnet und – wie so oft – nur ein Teil verbraucht. Das hat der Kptn. natürlich sofort mitgeschnitten… Also kleben wir noch die Nylonteile in das Aluteil ein… Mal sehen, ob es hält – aber Sika hält ja eigentlich immer – vor allem auf fettigen Fingern.

Die Bootschaft der geöffneten Sikatube macht schnell im Hafen die Runde, so werden auch noch andere Dinge geklebt, auch die bis dahin abgeschiedenen Wandersandalen von Kptn. Meermaid.

Am Strand legen wir unsere Handtücher mal zur Abwechslung unter einen Strohschirm und schnallen die Flossen unter. Nun geht es mit der GoPro auf zum Schnorcheln, Fische im Display fangen.

Während der Käptn sich später nochmal dem AIS der SY Orion annimmt, sortiert die Erste den Wust an Bedienungsanleitungen im Schrank. Ein neues Ordnungssystem konnte sie gestern im Chinaladen erstehen. 2cm dicke Bücher werden auf ein paar Millimeter reduziert.. wenn wir wissen wollen, wie ein Gassensor auf arabisch eingebaut wird, fragen wir nun Google.

Ein Abendspaziergang in die Stadt rundet den Tag ab. Wir sitzen auf derselben Bank wie 2012 (siehe Archiv), unter dem riesigen Fikus und genießen die gomerianische Ruhe. Und philosophieren über Künstlernamen, falls die Erste doch noch ihren Roman schreibt.

Lotta und Fikus

Jan.′ 20 29

Vorweg:  Weil heute Nora zurückkommt nach La Gomera, wollen wir Hackos Belastung reduzieren und mal wieder Pizza essen gehen. Damit ist der Tagesanfang und das Tagesende geregelt. Was passiert in der Zwischenzeit…

Jule und Katrin gehen Chinashoppen und der Kptn. denkt über weitere Baustellen nach. Das Dinghi könnte mal geputzt werden und der Außenborder gewartet. Das ist doch mal ne Aufgabe – die hat auch was mit nem Wasserschlauch zu tun und sorgt für Abkühlung. Das Dinghi ist schließlich sauber und der Außenborder mit einer Schicht WD – 40 überzogen. Den Propeller hat Enno mit dem Dremel noch etwas geschärft, um nun wirklich das Letzte aus den 2.3 PS heraus zu holen.

Die obligatorische Probefahrt bringt 2 Zehntel mehr Speed und weitere Spritzwasserabkühlung…

Mit 13 Leuten finden wir uns bei dem Italiener ein. Wieder schaffen wir es nicht, trotz der 4. Flasche Wein und der 3. Familienpizzen die 100 EUR zu knacken (13 Pers.!!!). Alle sind satt und enden diesmal bei der SY Orion im Cockpit.

Rot und Wein

Jan.′ 20 28

Beim Frühstück verabreden wir, am Abend Tapas zu essen. – Wir haben auch schon eine GomeraGrillGruppe auf WhatsApp – Jedes Schiff bereitet eins vor und wir machen eine lange Tafel.

Die Käptns treffen sich noch vorher bei Lothar an Bord, um die Elektronik zu checken, sein AIS funktioniert nicht. Zuerst geht’s an die Blackbox per Computer. Das Stehwellenverhältnis ist zu schlecht… Kabel und Antennen werden gecheckt, ein Käptn in den Mast gezogen. Letztendlich muss doch eine neue Antenne bestellt werden.

Zur Erholung stürzen wir uns erstmal in die Fluten.

Das Tapasbufett am Abend wird der Brüller. Alle Crews haben richtig coole Tapas hergestellt und serviert.

Die Abendkälte (17 Grad) treibt uns schließlich in das Cockpit der Anixi.

Over und Out.

Jan.′ 20 27

Frühstück in der Sonne. Enno kommt mit seinen neuen Suzuki vorbei. Er ist auf Reparatur-Testfahrt. Die Schaltung ging nicht. Nach 20 Std… irgendeine Schraube war abgerissen. Oh man – n neuer Außenborder für sooo viel Geld… und dann sowas.

Hochwasser ist wieder um die Mittagszeit – also um die Badezeit. Perfekto.

Nach einem Barraquito im grünen Salon (das Café auf dem Platz in San Sebastian, mit dem guten Wlan), beschließen wir, einen Spaziergang in den Park zu machen. Wir entdecken den Trimmdichpfad. Die Käptns strengen sich an und trimmen sich was das Zeug hält. Zur Erholung gibt es am Abend endlich wieder einen glühenden Grill. Fischburger unter Palmen.

Muskel und Kater

Jan.′ 20 26

“Was ich zuvor besessen, was ich zuvor gewusst. Das will ich verlieren, vergessen.- Ich reise durch meine eigene Brust.“ (Ringelnatz: Der Abenteurer)

Borta bra, men hemma best. An unserer Küchentür in Kiel hängt dieser Spruch seit unserem Einzug dort vor 23 Jahren. Es ist schön zu verreisen, aber zuhause ist es am schönsten. Dieser Spruch begleitet uns bis hierher. Wir merken, wie sehr wir das Ostseesegeln und die dänischen und schwedischen Inseln lieben. Klar genießen wir die Wärme hier. Im Januar jeden Tag baden gehen zu können, abends lange am Grill zu sitzen unter Palmen ist wunderschön. Unser Ziel war, ein Jahr auf dem Schiff zu leben in der Wärme. Das können wir hier wunderbar. Jeden Morgen schauen wir aus der Luke und über uns strahlt blauer Himmel. 

Wir haben so viele wundervolle Menschen kennengelernt. Viele von ihnen sind inzwischen abgelegt. Richtung Karibik. Wir haben sie bei den Vorbereitungen, bei der Überfahrt und bei der Ankunft begleitet, digital. Bekommen Bilder aus einer anderen Welt geschickt, von weißen Stränden und Urwäldern, Schildkröten und Wasserfällen. Wunderschön. 

Unser Jugendtraum: Komm, wir segeln um die Welt! Ploppt auf.

Zu unserem Einzug in unsere erste Wohnung hat der Käptn der Ersten eine Weltkarte geschenkt, auf der der Pazifik im Mittelpunkt steht. Weil das der schönste Ozean ist, hat er kommentiert. Damals waren wir 20 Jahre alt, voller Abenteuerlust und haben sämtliche Weltumseglerbücher verschlungen. 

Wir haben inzwischen das dritte Schiff, top-ausgerüstet, bald die Zeit und das Geld, den Traum wahr werden zu lassen. Den Traum von damals. Denn Abenteuer haben wir seitdem schon viele erlebt. Wir haben unsere drei wunderbaren Kinder bekommen, mit ihnen, Pferd, Hund, Katze und VW-Bus viele wundervolle und herausfordernde Momente erlebt. Wir haben beruflich Kapriolen geschlagen, Häuser und Wohnungen renoviert. Kurz, im hamsterlichen Alltag sind wir durch Sturm, Flauten, mal mit mal ohne Diesel, Backskisten mal voll, mal leer, Segel heil und gerissen, wieder geflickt und weiter gesteuert, mindestens einmal um die Welt gesegelt, mit dem Wind und gegenan. 

Und nun merken wir: uns ist nicht nach mehr Abenteuer. Uns ist nach entspanntem Alltag, zeitlos, lieben Freunden, fröhlichen Runden und stillem Nichtstun. Nach Sackenlassen der ganzen wilden Jahre. Nach Ankommen bei uns. 

Um dieses zu erkennen, mussten wir uns auf die große Überfahrt vorbereiten. Wir haben die ToDoListe abgearbeitet, ein Schiff ausgestattet mit Wassermacher, Wind- und Schleppgenerator, Solarzellen, Amateurfunkanlage. Pyroschein, Funkscheine, Medizinseminar gemacht. Alles was uns autark auf den Weltmeeren segeln lässt. Wir haben 100 Liter Wasser in Kanistern gebunkert, Diesel und Gas gefüllt, Backskistenlisten angefertigt, Einkaufslisten erstellt. 

Dann legt nebenan auch noch Florian mit seiner Freundin Paim an und erzählt uns von seinen jahrelangen Plänen, zu fahren, und seinem Zögern jetzt. Er legt ab. Liebste Freunde von zuhause mailen uns: Ja!! Ihr müsst!! In die Karibik segeln!! Was für ein Revier!! Diese Pracht, diese Fülle, dieses berauschende Gefühl!!. Dieser Rum. (O-Ton Käptn: In der Karibik ist es so heiß, da liegst du tagsüber nur rum, und abends trinkst du nur Rum..) Vergammelt nicht auf den Kanaren!

Andere mailen: Hey, wem müsst ihr was beweisen. Die Kanaren sind wundervoll. Bleibt!! Hetzt euch nicht durch die Welt. 

Was sind wir abhängig von den Erwartungen unserer Freunde!! Wir haben uns wochenlang emotional hin-und hergeworfen. Konnten nicht schlafen. Konnten nicht genießen. Von der Abenteuerlust angesteckt haben wir gebunkert. Dann wieder mit Kloß im Hals und schlechten Träumen aufgewacht. Wir wollten beides! Da sein und nicht rüber segeln. Der Frachter für den Rückweg war bestellt. Es spitzte sich zu. Wir brauchten nur noch die Leinen loszuwerfen. 

Und beschlossen dann endlich: Wir bleiben hier. Wir genießen La Gomera. Unsere Freunde hier. Den einfachen Alltag in der Sonne auf dem Boot. Die Palmen, das Frühstück unter blauem Himmel. Das ohne-Termine-Leben. „ach vergeblich das Fahren! Spät erst erfahren Sie sich: bleiben und stille bewahren das sich umgrenzende Ich.“ (Gottfried Benn, Reisen)

Wir schauen nach einem frühen Wetterfenster, um uns wieder gen Norden zu bewegen, damit wir den Sommer auf der Ostsee genießen können. Träumen vom Ankern vor Aerosköbing. Segeln dann viermal rund Fünen, streifen Samsö, vielleicht gar bis Anholt. Und baden in den langen hellen Nächten der Ostsee. 

Borta und hemma

Jan.′ 20 25

Der Kptn. muss mal wieder auf das große weite Meer. Das finden Hacko und Lothar auch. Die Angelsachen werden klar gemacht – wir versuchen unser Glück vor dem Hafen von San Sebastian.

Ein paar Pulpos springen vom Harken. Einen Drachenfisch wollen wir nicht. Nur der kleine Barsch kommt auf den Grill.

Aufgrund der Geruchsbelästigung aus den alten Teppichen sind diese nach 6 Monaten extrem reinigungsbedürftig. Wir schrubbeln sie auf dem Steg und ziehen sie mit einem Spachtel ab. Die braune Brühe, wird lieber nicht auf einem Foto festgehalten. Komisch, dass da soviel Dreck rauskommt, obwohl wir sie fast täglich saugen.

Zur Belohnung schaffen wir es heute auch mal einen Barraquito selbst zu machen – Es klappt wie verrückt. Der Kptn. bekommt 4 Schichten ins Glas.

Die Erste will noch einen Nachtspaziergang zum Olympiafeuer… Das findet der Kptn schlimm… im dunklen, so ohne Sonne und Wärme spazieren gehen – das muss nächstes Mal deutlich nach vorne verlegt werden.

Klapper und frier.

Jan.′ 20 24

Die Handys schreien nach einem Update, das geht am Besten bei „Ambigu“ auf dem Marktplatz von San Sebastian. Das Internet dort tröpfelt nicht so wie im Hafen.

Das Getränk der Wahl für schnelles Internet ist ein Barraquito – der spanische Pharisäer.

Nachdem die Telefone wieder up-to-date sind, geht’s zum Supermercado. Der Einkauf bringt die Kptn. ans Ende seiner Kräfte – aber zum Glück gibt es vor dem Supermarkt in der Markthalle ja auch ein Café. Wir nehmen einen… Barraquito.

Mit ach und krach schaffen wir es zum Schiff, schlafen bis zum abendlichen Grillen auf dem Molenkopf.

Over und Lichter aus

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen