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Jan.′ 12 27

Die Reparaturliste ist schon ganz schön lang. Der Kpt. schiebt den unwichtigen Krams gerne mal auf die lange Bank und macht stattdessen Siesta, aber heute nicht.


Aufgrund der 10. Erinnerung der 1. Offiziöse wird nun endlich mal das Klolicht – wenn auch provisorisch – repariert. Der Kescher für die dicken Fische wird mit WD 40 und einer neuen Schraube wieder funktionsfähig gemacht. Zwei neue USB-Ladestecker werden am Regal befestigt – Somit haben wir nun 3 USB- und 5 12V-Steckdosen. Die erste Offiziöse betreibt Flickschusterei und näht diverse Flicken auf Kinderhosen. Der Bullenstander bekommt endlich mal Rollen verpasst und wird nun nicht mehr einfach über ne Öse geführt. Der Hackenporsche ist schon alt und löchrig, wir haben bei jedem Einkauf Angst, dass wir mit ihm am Staßenrand liegen bleiben. Und das wichtigste – Julias Elfenengelflügel werden mit Sekundenkleber wieder angeklebt. Jule freut sich :-)
In der Stadt haben wir einen Leihwagen reserviert. Am Sonntag wollen wir noch einen letzten Inselausflug machen, dann warten wir auf möglichst östliche Winde, um weiter nach La Palma zu segeln – Die Felsspechte bohren doch arg an den Nerven. Aber nun ist ja zum Glück Wochende und somit Dauersiesta.
Over und aus…

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Jan.′ 12 26

Die Fossilenenergiereserven an Bord der Röde Orm gehen dem Ende entgegen.
In Porto Morgan haben wir mit dem Dingiaußenborder den Benzinvorrat fast auf 0 reduziert, und die Dieselreserven des Mutterschiffes wurden das letzte Mal in Funchal aufgestockt.
Die beiden Matrosen und der Kpt. laufen mit den 5 leeren Kanistern zur Tanke.
Der Kpt. schleppt 2x 15 Liter, Anni 2x 10 Liter und Julita 1x 5 Liter zurück an Bord.
Mit diesem Vorrat + dem noch an Bord befindlichen Sprit können wir nun wieder fast 90 Stunden motoren, also fast 4 Tage und 4 Nächte.


Diese Schlepperei wird am Abend belohnt. Die Kids dürfen einen Disneyfilm auf dem Computer gucken und Jule, der Kpt., die Crew der Sophie und Sofie (Olafs Schwester) machen einen Kneipenbummel in San Sebastian – schön war’s !
Over und aus!

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Jan.′ 12 25

Um 7:30h legt Fred mit seinem Trimaran ab und nimmt Michael, unseren Signalgast mit in Richtung Osten.

Michael wird in Ohe dringend gebraucht, am 29.1. macht der ne Party und ausserdem muss er Schnee schippen… :-)
Ein Tuikreuzfahrer legt an. Die Touris überfluten mal wieder die Insel.
Den Vormittag verbringen wir Felsspechtfliehend aber Touriübervölkert im Cafe auf dem Marktplatz.
Abends sitzen wir mit der Crew der „Dievago“ bei uns im Cockpit. Morgen früh um 3h wollen die fünf nach Teneriffa aufbrechen.
Anni und Julita sind ziemlich traurig, sie hatten endlich mal wieder andere Kids zum schnacken und spielen.
Over und Abschied…

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Jan.′ 12 24

Mit Sonnenaufgang wird der Kpt. wieder von den lagomerianischen Felsspechten geweckt. Sie hängen in der Felswand und bearbeiten sie mit ihren Bohrern. Der Signalgast versucht es ihnen gleich zu tun. Aus seiner Koje ertönt ein ähnliches Geräusch. Je länger man auf dieser Insel verweilt, desto ähnlicher wird man den Felsspechten.

Aus diesen inspirativen Geräuschen ergibt sich eine kurze Naturbeschreibung über den lagomerianischen Felsspecht:

Der lagomerianische Felsspecht.

Der lagomerianische Felsspecht ist ein pussierliches gelb bunt behelmtes Klettervögelchen.
Die direkten Vorfahren unseres kleinen Freundes sind die Pressluftdommel und der Hochseilkreischer.
Findet der Felsspecht in seinem Revier – häufig in der Nähe des Aufenthaltortes der faulen Windsüdsegler – einen geeigneten Faden erklimmt er, unter lautem Gezische und Geschrei, mit einer Horde Artgenossen eine nahegelegene Felswand.
Leider ist er nicht mehr in der Lage mit seiner verkümmerten Fadendrüse sein Steigseil selbst zu produzieren.
Mit seinem langen Bohrwerkzeug versuchen ein bis zwei Spechte ein Loch in den Fels zu pochen.
Häufig hüpfen sie dabei mit ihren kräftigen belederten Kletterbeinchen im Takt auf und ab.
Zwischen den Bohrattaken kann der fleissige Naturbeobachter wunderbar der berühmten Zischatmung des lagomerianischen Felsspechtes lauschen.
Beginnen tut der Felsspecht sein Werk einige wenige Stunden nach Sonnenaufgang.
Er schafft es in der Regel ein bis zwei Löcher in den Felsen zu hämmern, um dann in einen tiefen Siestaschlaf zu verfallen.
Die unter dem Felsen seit Balzbeginn letagisch verharrenden Windsüdsegler beginnen zum Leben zu erwachen und bejubeln die Felsspechthorde.
Nach der Siestazeit, wenn die warme Sonne den Felsspecht an seiner Wand besonders farbenfroh erleuchten lässt, beginnt der sein Bohrritual erneut. Diesmal schafft er meist nur ein Loch in den Fels zu rammen.
Kommt ein Weibchen am Fusse des Felsens vorbei, beendet der Felsspecht sein Hüpfbohrbalzgehabe und beginnt laut zu schreien. Es ist ihm jedoch nicht möglich, die Antwort des Weibchens aufzunehmen.
Durch seinen aufwendigen Hangbohrbalztanz ist das Hörvermögen des kleinen Klippenhängers fast vollständig erloschen.
Traurig wendet er sich dann kurz größeren Zielen zu (schwenk auf Teide) und beginnt dann jedoch sofort wieder mit seinem Bohrgesang bis er sich am Abend in seinen Bau zurückzieht und seinen Tinitus mit ein paar alkoholischen Doradas bearbeitet.

Nachdem der Specht sich in den verdienten Feierabend verabschiedet hat, kommen wir der Lieblingsbeschäftigung des Kpts. nach. Wir kaufen Grillgut und Kohle und feuern den Grill auf der Mole an.

Der Signalgast bekommt also heute quasi eine zweite Abschiedsfeier.

Over und aus…

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Jan.′ 12 23

Anni geht wieder in die Schule. Der Kpt. und sien Crew waschen die Wäsche und kaufen für Michaels Abschiedparty ein. Michael, der Signalgast, umrundet die Insel und guckt sich die zwei Sorten Hippies von Valle Gran Rey an. Der normale strandschlafende Hippi mit den verzwirbelten Kopfbüscheln, sowie den edel Hippi, der mit seinem Macbookair in einer Bar sitzt, im Internet surft und mit bedruckten Papierscheinen um sich schmeißt.

Die Kinder richten am Abend die Tappas her: befüllte Fladenbrotrollen.

Später geht es zur Caipiabschiedsfeier an Bord der Sophie. Olaf mischt mal wieder die grandiosesten Longdrings auf dem ganzen Atlantik.

Over und Eisistaus…

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Jan.′ 12 22

Michael leiht ein Auto. Wir touren in den Nebelwald und zu diversen Miradores. Wir wandern einen wunderschönen Wanderweg entlang und finden einen Baum der Wasser speit. Außerdem unendlich viele Elfen-, Feen-, und Trollhöhlen. Wundervoll!! Ach was haben wir das Grün vermisst. Ein bisschen fühlen wir uns wie zuhause. Es ist wunderschön hier im Wald. Aber wir kennen die Bilder vom Sachsenwald und von schwedischen Wäldern.

Wir picknicken vor einem spanischen Seminarhaus mitten im Wald. Ein Spanier kommt heraus und schenkt uns ein Glas Rotwein. Supernett. Langsam senkt sich der Nebel über den Wald. Es tropft vom Himmel. Wir packen ein und fahren durch den jetzt dichten Nebel zurück. Blicke in Schluchten, auf den unendlich weiten Horizont des Meeres und auf den Teide auf Teneriffa.

Am Abend ist im Cockpit der Röde Orm Männertreff. Olaf, Michael und Stefan amüsieren sich köstlich. Hier eine kurze Mitschrift:

Was heißt eigentlich Kuchenbude auf englisch? I dont know. Cakehut? Das ist englisch! Roll doch mal die Kuchenbude auf. Willst du ne Pfeife? Nee, ich nehm ne Seniorita. I roll it of. Soll ich einen hochziehen? Oder soll ich das hochziehen? Hast du etwa keine Gasheizung in der Kuchenbude? Behind the cakehut? Have you a rum for me also? Ich möchte auch einen Rum. Ram dir doch selber was. Also das riecht doch immer son bisschen nach Pferdemist. Was? Na die Seniorita. Deshalb riecht sie Julia auch immer so gerne. Ist deine Schwester eigentlich hübsch? Yes, she looks like me. Ja, ich habs befürchtet… Sie hat auch so O -Beine. Ist auch Fußballer! Prost. Ein alter Bluser spielt aus dem Handy. Have you also moddy waters? Er liebt Kokosnüsse. Manchmal klettert er auf den Baum und holt sich eine runter.

Als der angezündete getrocknete und gerollte Pferdemist ins Schiff dampfte, bat Julia darum, die Luke zu schließen. Nun sitzt sie im Bett, hört leider die lustigen Sprüche nicht mehr und fährt fort, vernünftiges ins Blog zu schreiben…

Over und aus…

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Jan.′ 12 21

Insgesamt ist es hier im Januar kälter als im Dezember. Soviel ist klar. Wenn Julia morgens in kurzer Hose und Flipflops zur Dusche läuft, begegnen ihr Spanier in Jeans, Winterschuhen und Wollpulli. Beim Brötchenholen fallen ihr schon die vielen Trachtengruppen auf. Auf dem Programm steht, um halb eins geht’s los. So verholen wir uns in die Stadt. Überall stehen Gomerianer in Trachten, mit Gitarren und Trommeln grüppchenweise und singen und musizieren. Schöne Stimmung. Um halb zwei fragen wir eine Einheimische, wann es denn los geht? Hm naja, wenn alles fertig ist. Nun gut. Runde Tische sind aufgebaut, bestuhlt und auf jeden ist der Name einer Großfamilie geklebt.

Wir beschließen, dass es wohl noch dauert und schmeißen den Grill an. Ein gomerianisches Riesenhuhn kommt auf den Cobb. Dazu auf einem zweiten Cobb selbstgematschte Hamburger. Hm lecker. Wir schlemmen. Später kugeln wir wieder in die Stadt. Um die Tische sitzen Familien, alle geschmückt, und essen und quatschen. Abends wird auf der Bühne Tanzmusik gespielt und unter den giganischen Bäumen auf dem Platz tanzen freudig und fröhlich die Alten der Stadt. Ein wunderbares Bild. Wir tanzen natürlich mit.

In der Stadt verteilt sind kleine Gruppen Familienclans, teils mit geschmückten Wagen, eigenen Zapfanlagen, oder nur mit Palmenblättern geschmückten Einkaufswagen und singen zu selbstgemachter Gitarrenmusik.

Noch später – so gegen Mitternacht – spielt die Band auf der großen Bühne an. Das Jungvolk erwacht und es wird getanzt was das Zeug hält. Wieder in einer Affenlautstärke. Julia geht mit Ohrenstöpseln und hört immer noch genug um fröhlich Salsa tanzen zu können. Wir haben viel Spaß. Die Musik hören wir noch in Tanzlautstärke bis morgens um vier an Bord. Der Käptn schläft im Cockpit und hat eine kurze Nacht..

Over und aus…

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Jan.′ 12 20

Heute ist die Stadt in feierlicher Stimmung. Aber würdevoll, die Party steigt erst morgen. Es gibt ein Blasorchesterkonzert im Festzelt. Mit Tuba und allem. Sehr schön. Eine Prozession in Trachten. Alles sehr sortiert und andächtig.

Am Nachmittag besuchen wir den hiesigen TransOceanvertreter, Andy, er unterhält einen Yachtservice. Wir bestellen bei ihm eine Nirostange, um eine Halterung für die Kochtöpfe zu bauen.

Abends kocht Annika Spaghetti. Wer abwäscht, entscheiden wir per Streichholzziehen.

 

Der Himmel erleuchtet irgendwann. Zu Ehren Sebastians findet ein Feuerwerk statt. Die Stadt ist schon geschmückt  für morgen. Bühnen sind aufgebaut, morgen geht es hier rund.

Over und aus…

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Jan.′ 12 19

Annika steht zur Zeit jeden Morgen um halb sieben auf und geht zur Schule. Es ist noch dunkel draussen, in der Stadt sitzen in dem einzigen schon geöffneten Kaffee draussen auf dem Platz unter Palmen schon ein paar Kaffeetrinker. Langsam hellt der Himmel auf. Die Schüler schlurfen Richtung Schule. Julia bringt Annika ein Stück. Um kurz nach zwei kommt Annika wieder zum Boot. Sie erzählt von ihrem Unterricht, die Lehrer halten wohl ihr zuliebe ein großteil des Unterrichts auf englisch ab. Besonders gut zum Spanisch lernen… ihre Mitschüler geben ihr aber spanische Vokabeln zum Üben mit.

Julita muss nun also ihre Schularbeiten alleine machen. Annika hat dieser Tage Fernschulfrei. Nach Lesen üben und Einmaleins geht Julita auf den Steg und angelt Köderfische. Einen nach dem anderen holt sie heraus.

Am Nachmittag kommt das langersehnte Paket an. Schulbücher und Lieblingsbücher. Welch eine Freude! Danke, Busses!!

Morgen ist hier ein Feiertag, der Namenstag von San Sebastian. Das wird ein Fest. Soundcheck beginnt um Mitternacht auf dem Marktplatz. Ey, die Spanier müssen alle halb taub sein!! Sogar hier im Hafen auf dem Schiff fliegen uns die Ohren weg.

Ola und aus.

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Jan.′ 12 18

Michael hat sich vorgenommen, heute eine Postkarte zu schreiben. Minuten – nein Stunden dauert der erste Satz nach der Begrüssung (Moin). Er sitzt ewig im Cockpit und guckt ins Leere (Richtung Felsspechtwand). Erst nach dem Beweisfoto fängt er an den Kugelschreiber zu verbrauchen (Äppel).

Die Arbeiten an dem Windmesser gehen weiter. Michael hat ein paar Pingpongbälle zerschnitten und sägt eine chinesische Miniwindturbine auf. Zusammen mit dem Microcontroller ergibt das später mal n super Windmesser.

Eigendlich hatte der Kpt. ja n Drehzahlmesser für den Kuddel bestellt, aber das scheitert an irgendwelchen Schleifen, meint Michael – dabei legt der Kpt. gar keinen Wert auf eine Geschenkverpackung.

Der Plan, mit kleinen Harken Köderfische zu fangen, wird umgesezt. Wir stiefeln zu unserm Superchinesen und besorgen wiedermal Angelzubehör.

Zwei Stunden später haben wir ne Wanne voll mit diversen bunten Aquariumfischen aus dem Hafenbecken ergattert. Julita und Michael sind begnadete Köderfischangler.

20 Fische werden wieder in die Freiheit entlassen, und mit den restlichen versuchen wir etwas Essbares aus den Fluten zu ziehen. Nix zu machen. Es beisst schon wieder kein Fisch an.

Kann uns mal jemand einen Tipp geben wie man n schönen Fisch aus dem Atlantik holt?

Zum Glück kommt der finnische Stegnachbar vorbei und schenkt uns eine Kokusnuss. Eine frische vom Baum. Wir besorgen Strohalme und trinken genussvoll den kühlen Saft. Anschließend wird das Kokusnussfleisch herausgekratzt. So schmecken also frische Kokosnüsse. Annika und Julita kannten bis jetzt nur die kleinen getrockneten braunen. Die schmecken ganz anders. Wir halten uns jetzt weiter an Kokosnüsse und kaufen uns ne eigene Machete, damit wir nicht mehr auf den störrischen Atlantikfisch angewiesen sind.

Die Superangler verziehen sich in eine Fußballkneipe und sehen wie Barcelona Real Madrid fertig macht (2:1).

Over und aus…

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Jan.′ 12 17

Ein Nachfrühstücksschreck erschüttert die Röde Orm. Wir haben gestern Abend die Wäsche auf den Schoten nicht genügend gerefft. Julias Lieblingshandtuch (Geschenk v. d. Tamora) liegt auf dem Grunde des Hafenbeckens, feinsäuberlich daneben, die Wäscheklammern.

Julia legt sich bäuchlings aufs Vordeck und versucht das Handtuch mit dem Boothaken zu erwischen, Michael hält das Gegengewicht, damit sich Julia nicht neben das Handtuch auf den Hafenbeckenboden setzt – vergebens. Zu kurze Arme. Als nächstes wird versucht, das Handtuch mit der Angel zu fischen – tauchen scheidet als Option natürlich von vorn herein aus.

Keiner von der Crew erwischt mit dem Angelhaken das Handtuch. Der Kpt. muss ran. Nach ein – drei Versuchen ist das Handtuch am Harken und Jule überglücklich.

Nach soviel nachfrühstücklichen Anglerglück beschließt der Kpt. heute mit Olaf ein paar Fische aus dem Atlantik zu ziehen.

Beim örtlichen Chinesen werden die Angelutensilien upgegradet. Jule und Michael bestehen auf etwas mehr Kultur bevor der Kpt. seinem Angler- und Jägertrieb wieder nachzugeben gedenkt. Eine Kirche, Columbus ihm sein Haus und das Archäologische Museum müssen für diesen Tag reichen. Der Turm im Park kommt später dran.

Wir holen Anni von ihrem ersten Schultag ab. In einer Traube von spanischen Mädchen läuft sie die Straße entlang. Kurz überlegen wir uns in die Büsche zu schlagen, damit es für sie nicht zu peinlich ist, wenn wir sie von der Schule abholen.

Anni ist superglücklich. Die spanische Schule ist toll. Morgen will sie wieder hin. :-)

Endlich ist es 16h. Olaf und Stefan machen sie auf den Weg, um die Fische zu holen.

Drei Stunden später ist der Brotteig aufgebraucht, das Bier ausgetrunken und noch kein Köderfisch gefangen – daher auch noch kein Großer.

Aber für Olaf und Stefan ist das Problem natürlich klar. Die Köderfischharken sind zu groß. Das kann ja auch nicht klappen.

Morgen werden beim Chinesen kleine Harken gekauft und dann geht’s richtig los. Hrrrr.

Petri und aus…

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Jan.′ 12 16

Es ist Montag. Die Felsspechte bohren sich in die Yachthafenfelswand.

Julia und die Kinder machen sich auf den Weg in die Schule… Moment falscher Film? – Nein, so passierte es: Gestern trafen wir eine Lehrerin aus der örtlichen Schule. Sie hat uns eigeladen doch mal ihre Schule anzusehen. Die Kinder und Julia waren begeistert und freuen sich mal wieder auf einen spanischen Schultag in einer echten Schule mit echten Schülern und Lehrern.

Michael und der Kpt. bleiben an Bord. Abwechselnd pilgern sie zur Dusche, um die Wassertemperatur zu prüfen.

Währenddessen laufen Annika, Julita und Julia erst zu der Primärschule, dann zur Secunarioschule und unterhalten sich dort mit verschiedenen Lehrern. Schließlich wird Annika eingeladen, am Unterricht teilzunehmen. Morgen früh um 8 darf sie in der Schule sein.

Der Kpt. beschäftigt nach dem Frühstück mit der Flora und Fauna am Rumpf der Röde Orm. Mit einem Kartoffelnetz wird die Flora abgeschubbert und die Fauna schwimmt um den Kpt. herum und guckt interessiert zu.

Nun braucht er noch dringend Zündstoff für seine Pipe und besucht den wohl einzigen Pfeifentabakhändler im Dorf. Es gibt sogar dänischen Tabak.

Mit zwei Päckchen sitzt er schließlich glücklich im Cockpit. Olaf kommt vorbei: „Rate mal was ich gefunden hab…!“ – „Pfeifentabak? – „Genau! :-)

Olaf und der Kpt. haben also nun gemeinsam vier verschiedene Sorten Tabak.

Am Abend glüht die Pfeife bis zum Abwinken und die Sorten werden gecheckt. Eine landet allerdings sofort in der Tonne und wird als ungenießbar eingestuft.

Glüh und aus…

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Jan.′ 12 15

Es ist Sonntag, wir können ohne Konsumzwangsgegenmaßnahmen durch die Stadt schlendern. Auf dem Marktplatz gibt es ein Kinderspielewettbewerb und ein Marionettentheater. Allerdings muss man einen Gehörschutz tragen um sich das Marionettenspiel anzusehen. Michael, Julia und die Kinder setzten sich trotzdem ins Publikum und versuchen das hoffnungslos übersteuerte Spanisch zu verstehen. Michael gelingt es, diverse politische Informationen aus dem Hintergrundrauschen herauszufiltern – Gehirnwäsche – eindeutig. Der Kpt. will die Crew retten und geht auf die Rückseite der Bühne um den Stecker zu finden… :-)

Um uns einen Überblick und einen freien Gehörgang zu verschaffen, klettern wir auf einen Berg. Auch von dem überörtlichen Mirador kann man das Theaterspiel noch hören. Wir brauchen mehr Abstand.

Ein paar hundert Meter sind es bis zum Faro de San Cristobal. Schön in rot-weiß gehalten, umgeben von den Müll-draht-plastikfolieenresten alter Bananenplantagen. Wir wenden unseren Blick dem Land ab und gucken aufs Meer – nun ist es hübsch hier. Der Wind pfeift, und das Marionettengetöse ist weg.

Der Kpt. überprüft seine Geocache App. Tatsächlich liegt ein paar Meter entfernt ein Geocache. Was fürn n Zufall. Julita fängt an Steine umzudrehen. Der Kpt. ist vorsichtig und behält immer den Signalgast mit seiner Kamera im Auge – nicht das da wieder komische Sielmannvideos bei heraus kommen… :-)

Julita findet den Cache. Ein Trackable ist auch in dem Versteck: Ne kleine Münze – sie möchte gerne die Welt kennenlernen. Ok. Tun wir ihr den Gefallen. Wir nehmen sie ein Stück mit und verstecken sie bald wieder in einem anderen Geocache.

In der Stadt hat sich alles wieder normalisiert. Eine Hamburguesaria lacht uns an. Es gibt einen Pommesteller mit vier Gabeln und für jeden einen Hamburger. Damit wurde der Spaziergang kalorientechnisch wieder neutralisiert.

Der Kpt. sucht verzweifelt Pfeifentabak. Seine Tabakreserven sind leider erschöpft. Nix zu finden – es ist ja Sonntag. Aber er findet Maiskolbenpfeifen / Corncobs in einem Souvenierlanden für wenig Geld. Für den Kpt. der Sophie nimmt er auch eine mit.

Am Nachmittag treffen wir TO-Segler von der Helios. Sehr nett. Sie segeln seit 14 Jahren hier herum (im Winter) und können uns einiges über unseren Rücktörn und Wanderwege auf La Gomera erzählen.

Abends trinken wir noch eine Dorade(a). Die Kpt. der Röde Orm und der Sophie lutschen dabei verträumt an ihrer tabaklosen Corncops…

Pipe und aus…

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Jan.′ 12 14

Ein sehr schuldominierter Tag. In Mathe wird eine Arbeit geschrieben. In Kunst werden Bilder gemalt, das Einmaleins wird gelernt, Karteikarten für Vokabeln zurecht geschnitten. Englischunterricht mit Michael.

Nachdem dies alles geschafft ist, gehen Julita und Julia Federballspielen im Park. Sportstunde. Der Park und der Platz davor ist voll von spanischen Kindern. Die Väter oder Großväter sitzen auf der Bank und quatschen. Die Kinder flitzen herum oder sammeln sich in einer Ecke um einen Gameboy. Einmal fliegt der Federball auf einen Dachvorsprung. Da steht ein spanischer Großvater auf und holt ihn wieder runter.

Stefan, Michael, Olaf und Julita nehmen den Fisch von gestern aus der Kühltruhe und gehen angeln. Er soll als Köder dienen. Olaf fängt einen Fisch, benutzt diesen wieder als Köder, diesmal ganz. Und tatsächlich, es beißt einer an.

Anschließend machen wir einen abendlichen Spaziergang zur Strandpromenade und zum Großfelsen. Die Wellen sind beeindruckend. Auf der Promenade stehen, wie überall in spanischen Städten Trimmdichgeräte herum. Dort machen wir eine sportliche Pause.

Over und aus…

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Jan.′ 12 13

Das Schiff verwandelt sich in ein Filmstudio. Es muss da ja noch was mit dem Tenerrifianischen Tiger geklärt werden. Das Ergebnis folgt in Kürze.

Die Damen verschwinden in die Papeleteria, Pappen und Bastelkram für den Kunstunterricht kaufen. Auch eine quietschgrüne Pappe wird in Auftrag gegeben. Wofür bloß?

Wieder am Boot packt Julita das Angelfieber. Sie knetet den berühmten Fischfangteig und stellt sich an den Steg. Kurze Zeit später hat sie einen handgroßen Fisch gefangen. Er glänzt blau und wandert in die Kühlbox.

Stefan und Michael sitzen im Cockpit und nehmen komische Geräusche wahr. Es dauert ein paar Sekunden, bis sie sie als Regentropfen identifizieren. REGEN! Hatten wir lange nicht. Alles stürmt aufs Vordeck, um die Badehandtücher abzunehmen. Die Schuhe, beschließen wir, sollen stehen bleiben. Die können eh mal ne Süßwasserdusche ab. Doch der Regen währt nur ein paar Minuten, dann ist es wieder trocken.

Abends schauen wir einen Ozeanographenfilm mit Bill Murray: „Die Tiefseetaucher“. Der schlechteste Film aller Zeiten. Olaf und Petra haben zwischendurch aufgegeben. Wir haben bis zum Schluss darauf gehofft, dass er noch gut wird. Michael hat alles auf die schlechte Übersetzung geschoben.

Over und aus

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