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Juli.′ 26 30


Die Schwedenfahrer kommen heute morgen wieder zum Frühstück vorbei auf ihrem Weg nach Süden. Die Erste hat eine ihrer berühmten Schatzsuchen in Middelfart mit dem Fahrrad geplant. Nach der ausgiebigen Sättigung zuckeln wir also alle auf unsern Eselchen los in die „City“.
Erster Stopp Touri-Info – Wir sammeln Flyer ein um auch wirklich nichts wichtiges zu übersehen. Bei einem Kaffee werden diese im Schnelldurchgang analysiert und schon geht es weiter. Zum Aussichtspunkt auf beide Brücken, die alte Brücke über den Kleinen Belt und die neue Brücke. Der Käpt’n sitzt auf seiner Bank und kann sich nicht sattsehen. Und auf der alten Brücke kann man sogar entlang laufen. Also auf dem Gerüst, angeseilt. Bridgewalking heißt das. Naja, wir wollens ja nicht übertreiben. „DA! Ein Schweinswal!“, ruft sin Fru aus. Tatsächlich! Vor uns hüpfen schwarze Halbmonde aus dem Wasser. Hier im Kleinen Belt sieht man sie besonders häufig.
Selig wenden wir uns wieder gen Osten und schieben die Uferpromenade, die Havnegade entlang. Da fällt uns eine besonders hohe Bank auf. Die Sitzfläche beginnt am Kinn des Käpt’ns. Was soll das nun wieder? Sin Fru findet das Schild mit der Erklärung: Diese wurde aufgestellt, um auf die Hochwassergefahr durch den Klimawandel hinzuweisen.

Wir hoppeln mit unseren Rädern über Kopfsteinpflaster. Doch hier und da leuchtet eine Türkise Kachel uns entgegen. Wir wundern uns und finden heraus, dass es sich dabei um eine Keramikroute handelt, auf der man über zwei Kilometer durch die Stadt verschiedene Skulpturen antrifft.
An der Uferpromenade fällt uns ein riesiger Stein auf, es ist der Gedenkstein an die Fährfahrten (als es noch keine Brücken gab). Bevor wir in die Stadt abbiegen suchen wir die Station, an der man die Schweinswale abhorchen kann. Der Käpt’n, Lena und Veit trauen sich über das alte Werftgelände, steigen über alte Holzplanken und finden endlich das alten Holzhaus. Ein Fischerbootaufbaus. Leider ist hier eine Holzlager eingezogen, zum abhorchen ist hier nichts zu finden. Google ist auch nicht immer auf dem neuesten Stand.
Während ein Teil der Fahrradcrew die Kirche besichtigt (hier hängen Walknochen über der Tür), findet der Käpt’n einen alten Brunnen zum Gedenken an die Schweinswaljägerzunft. (Ein Wort für Scrabbelfans).
Die Sonne brennt heute ganz schön heiß. Wir suchen uns in der Fußgängerzone ein schattiges Plätzchen. Marianne gibt uns allen eine hitzebedingte Abkühlung aus – Eis – Wir kühlen runter und können die Radtour zurück in den Hafen antreten.
Die Schwedenfahrer reisen am Abend weiter nach Ohe und wir beschäftigen uns mit dem einen oder andern Wacken – Live -Konzert.
Cola und Bier.

Juli.′ 26 27


Die Erste macht einen Tagestripp nach Kiel und der Käptn bemüht zusammen mit Klaus und Andy von der Janne die Eselchen, um Aarhus zu erkunden.
Klaus kennt sich fix gut aus und wird zur Reiseleitung erkoren. Es wird ein architektonischer Ausflug und Klaus erklärt uns Unwissenden ganz genau, was man gut finden soll und was nicht… 😉. Es ist großartig. Zwischendrin drücken Klaus und Andy noch ihre Nasen an dem Schaufenster ihres Lieblingsladens platt – Bang und Olufsen. Wir lernen Aarhus von allen Seiten kennen und sind hin und wech.

Die architektonische Pause legen wir neben der Wasserskibahn in einem der kleinen Cafés ein. Zum Glück gibt es auch Bier. Wir bestellen drei Tuborg und bekommen drei IPA. Uns schmeckt es so gut, dass wir neben den zwei Tellern Pimentos de Padron gleich noch drei IPAs mehr brauchen. Es glimmert auch leicht im Kopf – angeschickert. Wat schööööön.
Den Weg um das höchste Haus von Dänemark machen wir daher zu Fuß – schiebend.
Ne Stunde später fühlen wir uns wieder fahrradtauglich und nehmen die Schleichwege zurück zum Hafen Marselisborg.
Der Käptn braucht nun ne ausgiebige Pause in seiner Koje und verpasst den Absacker an Bord der Mallemuck.
Um Mitternacht ist die Erste von ihrem Heimattörn zurück und braucht auch dringend ne Pause.
Architektur und Ausflug.

Juli.′ 26 24


Die Erste ist den ganzen Tag mit ihrem Computer beschäftigt. Zoom und so. Sie steht also für Ausflüge usw. nicht zur Verfügung. Michael und der Käptn sind auf sich allein gestellt. Ulf und Beate von der Mingo wollen auch nicht mitspielen und lieber eine Wanderung machen. Ne Wanderung is ja nu gar nix für den Käptn.
Wir holen also die Eselchen aus der Backskiste und wollen die Insel mit ihnen erkunden.
Das Eselchen der Ersten hat allerdings ein Hinterhufproblem. Nach der geglückten OP mit dem richtigen (gefundenen) Flickzeug sind die Fortbewegungsmittel wieder einsatzbereit. Endlich gehts los.

Erster Spot – weit im Norden der Insel ist ein beerdigtes Wikingerschiff… Also dessen Reste. Wir stellen uns vor, dass die Steine wohl die Form des Schiffskörpers zeigen sollen… Was natürlich völliger Quatsch ist – ein Schild belehrt uns eines besseren. Der Dampfer liegt dann doch irgendwie anders.
Vielleicht haben wir mehr Glück mit den Resten einer „Burg“. Also – sagen wir mal so – da lagen ein paar Steine unter dem Heidekraut. Unserer Phantasie trauen wir nicht mehr über den Weg.
Ansonsten hat Endelave im Norden jede Menge Gegend mit ein paar Schafen, Pferden und Kühen. Wat schööööön. Auch die höchste Erhebung von 7,80 m finden wir erfolgreich – fast hätten wir sie übersehen in der ganzen restlichen Flachheit hier.
Ständig wird überall für die Hasen geworben… Die sollen hier überall über die Insel hoppeln. Leider sehen wir keinen einzigen. Außer die auf Wegweisern, Infotafeln und so.
Nach 14 Kilometern Endelave (auf größtenteils Schotterwegen) brauchen wir wieder Energie. Der Pølsermix und ein Tuborg am Hafen helfen.
Ende und lave.

Juli.′ 26 18


Die Erste hat einen Bus rausgesucht. Der Käptn muss mit nach Odense fahren. Die Erste rückt endlich mit der Sprache raus – es geht ins Eisenbahnmuseum. Plötzlich leuchten des Käptns Augen und er kann es gar nicht mehr abwarten, bis endlich der Bus abfährt.
Es ist ein richtig krasses Eisenbahnmuseum, es gibt Eisenbahnen aus allen Zeiten von der Ersten bis zu Letzten. Und sogar einen Prototypen, der noch gar nicht auf den Schienen rollt. Verrückt. Überall darf man rein und vieles auch anfassen und selbst ausprobieren. Eins ist klar: Früher war alles besser und vor allem bequemer. Also – zumindest in dem Wagen von der Königsfamilie… Die Holzklasse geht so.

Zum Abschluss darf der Käptn noch eine kleine Stadtrundfahrt mit einem historischen Bus drehen – Wat schööööön. Der Fahrer ist wohl auch der einzige in Dänemark, der noch Zwischengas kennt und in der Lage ist, den uralten Bus zu bewegen.
Nach dem langen Museumstag sind wir eigentlich für einen Odense-Strandrundgang zu schwächlich. Aber zum Glück findet die Erste ein paar Elektroroller. Damit geht es dann schon noch. Wir klappern ein paar schöne Dinge in Odense ab und sind glücklich, das nicht laufen zu müssen…
Der Bus bringt uns schlafend zurück nach Bogense.
Hammer und Tipp.

Juli.′ 26 07

Der Käptn entdeckt im Toilettenhaus eine Bildergalerie mit den Sehenswürdigkeiten von Nyborg. Das ist ja praktisch. Nun wissen wir also ganz genau, was wir uns heute ansehen müssen. Der Tag ist geplant. Aus Regenprotest nimmt der Käptn heute auch keine Regenkleidung mit auf den Ausflug sondern schnappt sich lieber bei Bedarf den Regenschirm des Käptns der Hitch. 

In der Einkaufsstraße warten wir in einem Café den Regen ab. Das kann unheimlich lange dauern und viele Kaffeespezialitäten kosten.

In dem alten, roten mittelalterlichen Haus neben dem Schlossgarten ist ein Museum. Das Wetter hält nicht so recht. Also rein da. Wat schöööön…. Museum können die Dänen. Wir erkunden das alte Haus mit all seinen Zimmern, sehen dem Schmied beim Schmieden zu und stempeln uns die Nasen. Viele Mitmachsachen gibt es dort. Der Käptn ist entzückt.

Die Erste bekommt den Käptn schwer aus dem Museum heraus. Mit dem Lockangebot des Schlosses von Nyborg schafft sie es dann aber. Leider stehen wir dann vor dem Schloss und auch gleichzeitig vor einer Baustellen. Geschlossen…. Der Käptn will gerade wieder zurück zum Museum, als die Erste den Wasserturm erwähnt. Türme sind auch super. Wir klettern auf den Wall hinter dem Schloss und finden den alten Wasserturm auf der höchsten Stelle der Stadt mit tollem Ausblick auf selbige.

Rings um den Wall und das Schloss werden die Reste des Mittelalterfestes abgebaut. Wir waren leider ein paar Tage zu spät, um das Spektakel zu erleben. Vielleicht das nächste mal.

Das Landporten (Landtor) müssen wir uns auch noch ansehen. Es war über Jahrhunderte der wichtigste Zugang zur Festung von Nyborg. Hier wurden Zölle kassiert und Waren kontrolliert… Wir schaffen es allerdings ohne Kontrollen und Zoll-Geld-Verlust durch das Tor zu schlendern.

Stadt und Rundgang

Juli.′ 26 03


Es quietscht… die halbe Nacht. Aber erst gegen morgen können wir uns aufraffen und die Ruckdämpfer in die Leinen klemmen.
Es pfeift noch immer wie verrückt. Der Käptn sitzt wie versteinert vor seiner Windanzeige und versucht – leise fluchend – den höchsten Wert auf der Anzeige mit seinem Handy abzulichten. Er schafft ein 30,1 Knoten – Bild.
Wir bleiben lieber noch ne Nacht im Hafen.
Aber die Sonne scheint – wenigstens etwas.
Die Erste hat – wegen des Gequietsches – wieder mitten in der Nacht recherchiert und ein paar Dinge in Trønse entdeckt, mit denen sie den Käpt. hinterm Ofen hervorlocken kann.
Wir sind also erneut auf Schatzsuche.
Nach 100 Metern stehen wir vor dem Købmand. Hier gibt es Skarø Eis und leckeren Kaffee & Kuchen. Der Weg den Berg hoch war schonmal ganz schön schwer. Wir nehmen also die Pause dankend entgegen und kehren ein. 4 Tische gibt es im Kaufmannsladen zwischen den Regalen. Einer ist noch frei. Es gab wohl ein paar mehr Leute mit der Idee. Wat schööön.

Die Erste erzählt dem Käptn eine Geschichte von nem Dänen, den sie hier in Trønse nicht wollten. Da hat er einfach sich selbst ein Grundstück im Wasser aufgeschüttet in dem er Boden von der kleinen Insel Kidholm holte und vor Trønse wieder aufschüttete und dann sein Haus baute.
Der Käptn. kippt sein Kaffe runter – das muss er sehen. Die Geschichte klingt zwar cool, aber das Haus ist eher unspektakulär und außerdem eingerüstet und steht so weit oberhalb vom Wasser, das wir die Geschichte nicht so ganz glauben können – kein Schatz gefunden also. (Bei weiterer Recherche – wird entdeckt, dass er das wohl doch auf Thuröbund gebaut hat, sein Häuschen).
Weiter gehts. Wir suchen die alte Werft. Durch die Hecke sehen wir tatsächlich ein paar alte verfallene Hallen und finden auch einen kleinen Trampelpfad neben dem alten verwitterten Tor.
Ein echter Lost Place – mitten in dem sonst so schicken Dörfchen. Das finden der Käptn und sien Fru sehr schön. Wir gucken in jeden Schuppen und fotografieren jedes verrostete Zahnrad auf dem Werftgelände.
Wunder und bar.

Juli.′ 26 02

Nach Sonne kommt Regen – oder wie war das? Es regnet ab 11 h fast immer durchgehend. Die Kuchenbude steht.
Was macht man am besten an so einem Tag… laaaaange schlafen und Wäsche waschen.
Allerdings ist der Käptn. n bisschen krüsch mit seinen Wacken T-Shirts. Die müssen bei 99 % Luftfeuchtigkeit in der Kuchenbude trocknen. So ein Vereinsheim mit überdachter Terese ist bei so einem Wetter auch Gold wert.

MorMor ist mit ihrer Freundin mit dem Dampfer MS Helge nach Svendborg gefahren und kommt um 16.30 Uhr mit Kuchen zurück.
Ab 17 Uhr wird der Regen durch dollen Wind abgelöst. Die Leinen werden verdoppelt.
Was n Wetter.

Juni.′ 26 24


Der Sankt Hans steckt dem Kätpn und sind Fru noch in den Gliedern. Vielleicht lagt es an den Verdauungsgeräuschen in der Nacht, jedenfalls hat Bordkatze abgemustert.
Sie ist nicht wieder zu finden. Wegen der zunehmenden Aktivität im Hafen und vor allem an der Badestelle ist auch momentan nicht damit zu rechnen, dass sie demnächst wieder auftaucht.
Wir müssen abwarten und baden.

Nach dem Spätstück schwärmen wir aus und suchen das Kätzchen – nix zu machen. Sie will sich nicht finden lassen.
Erst ganz spät am Nachmittag, als es ruhiger wird, findet die Matrosine ihr Kätzchen in einem kühlen Carport ein paar hundert Meter entfernt wieder.
Die Matrosine mit Bordkatze reißt ab. Wir bleiben noch eine Nacht. Dann soll es weiter gehen.
Katze und weg

Juli.′ 24 13


Früh morgens um 5 Uhr wird die Erste von einem kläglichen Miauen geweckt. Katzenhaare kitzeln sie am Ohr. Der Hafen ist noch im Tiefschlaf, die einzige Waschmaschine noch frei. Frei nach Clementine ist ihr Ehrgeiz geweckt. Taschen gepackt, Maschine bestückt. Geduscht, geschrieben, gewartet, dann umgefüllt in den Trockner, zweite Maschine angeworfen. Gegen 7 Uhr. Die soll dann fast 3 Stunden laufen, zeigt das Display an. Leider bedenkt die Erste nicht, das das eingeworfene Kartenguthaben niemals so lange hält. Als der Käptn um 10 Uhr nach der Wäsche guckt, ist leider noch gar nichts passiert. Der Trockner hat nicht getrocknet, die Waschmaschine verlangt einen Neustart. Wir waschen also den ganzen Tag an zwei Maschinen Wäsche.
Währenddessen laufen wir zum Supermarkt nach Nordborg, um dort die alljährlichen geliebten dänischen Lebensmittel zu kaufen. Karamellkäse für die Erste, Gamle Ole für den Käptn. Und natürlich Grovhacket Leberwurst. Den Rückweg übernimmt der Gratisbus, der stündlich zwischen Nordborg und der Dyvig hin- und herpendelt.

Das ganze soll dann mit dem einmaligen gezapften Bier – nur eins, bevor wir den Grill anwerfen – begossen werden. Es werden mehrere Krüge, und das Grillen reduziert sich auf Chips und fertig verpackte Sandwiches aus dem Supermarkt, weil keiner mehr so lange aufrecht stehen kann, bis ein Steak gegrillt ist. Retten tut uns die Idee mit den Gitarren. Christian und die Erste holen Instrumente und Liederbücher von Bord und beginnen im großen Grillzelt zu singen. Die umsetzenden Segler stimmen lallend mit ein, es wird eine Riesenparty. Ein Däne filmt die Nummer gar, und am nächsten Morgen können wir uns auf Facebook auf der Seite von der Dyvig bewundern.
Skal und Prost

Juli.′ 24 12


Flensburg ist zwar wunderschön. Aber der Großstadtrummel zieht uns in die Einsamkeit (Mi.). Die Ochseninseln (dänisch) in der Flensburger Förde haben wir noch nie besucht – der Plan steht. Auch soll ganz in der Nähe am Ufer (Festland) der berühmte dänische Pølser Imbiss sein (Annies Kiosk). Kaum greift der Anker zwischen den beiden Inseln der Ochsen hat der Kptn., getrieben von dem Pølserduft, auch schon das Dinghi im Wasser und den Motor dran. Wir erobern das Festland, binden die Pinta (Beiboot) an das Gestade und essen was Feines in der Sonne. Das obligatorische dänische Eis fehlt auch nicht.
Als Verdauungsfahrt umkreisen wir mit dem Schlauchi die Ochseninseln. Des Kpt. Fru sächt, das würd‘ nich reichen tun – Bewegung sei wichtig. Zum Glück ist die östliche Insel (die man betreten darf) nicht so groß, obwohl sie auch „die große Ochseninsel“ genannt wird. Ein paar Shelter gibt es hier, kleine Holzunterstände zum Übernachten. Auch an Bäumen und Wiesen mangelt es nicht.

Am nächsten Morgen (Do.) ruft die SY Catinca (Christian) uns in die Bucht von Høruphav. Wir dümpeln mit wenig Wind von achtern bei Sonnenschein dort hin. Christian hat wohl sein Vormittags- und Nachtmittagsschlaf schon hinter sich gebracht. Der Kptn. und Christian gleichen gegenseitig ihre Tatoos ab und finden – die müssen mal renoviert werden. Aber nach ein paar Hopfen-Kaltgetränken wird dieses Vorhaben aus den Augen verloren. Die Pinta bekommt als täglichen Arbeitseinsatz heute mal einen neuen Flicken – dieses Zischgeräusch von vorhin macht den Kptn. sehr nervös. Beim Sundowner entwickelt sich der Plan, in der Dyvig das angekündigte Schietwetter abzuwettern.
Der Regen kommt allerdings erst am Freitag Abend – so dass wir einen entspannten Motortörn (mangels Wind) bis in die Dyvig haben. Wir finden einen Badeplatz am Stegkopf und nehmen bei Salsamusik, Sonne und kühlen Biere mehrere Bäder – Wat schöööön. Die Ratvis mit Geli und Mike legen auch noch an und beteiligen sich an unserer Karibikparty vor der Regenwarnung.
Der Grill des Hafenmeisters glüht am Abend schon im Zelt – sicher ist sicher. Die Kuchenbuden sind ebenfalls schon vorsorglich errichtet. Der Regen beginnt pünktlich zur prognostizierten Zeit. Es schüttet.
Reggae und Tatoo

Juli.′ 24 09

Die KiWo 2024 war mal wieder großartig, fast immer Sonnenschein und angenehmer Wind, um die Förde mit unseren Freunden unsicher zu machen.
Der Kptn. konnte sich sogar in die Fluten stürzen und baden und natürlich dabei die Røde Orm von unten schön sauber putzen.
Pünktlich nach der KiWo wollen wir zusammen mit der „Freedolin“ – Julitas Boot – nach Flensburg (oder Flensborg, eigentlich ist es ja schon dänisch) aufbrechen. Es war nicht anders zu erwarten, pünktlich mit Reisebeginn kippt das Wetter voll umfänglich um. Es gibt Regen und Gewitter und Sturm – jaja – der Boden braucht es. Wir suchen Lücken zwischen den Wolken und nehmen was wir kriegen können, um uns nach Norden zu verholen.
In Schleimünde wehen wir nach der ersten Etappe erstmal ein. Mit Leinenverdopplung und Verdreifachung und alles was es an Dämpfungsmitteln an Bord gibt (incl. Rum und Gin).

Zwecks Einsparung von Euronen wechseln wir in einer Nacht und Nebelaktion in das Noor hinter Maasholm vor Anker. Warum liegt hier bloß sonst keiner? – In der Nacht soll etwas Wind kommen… Sogar der Fischkutter, der hier dauerhaft an der Mooring liegt, hat das Weite gesucht. Nicht so die Røde Orm. Wir halten durch. Bei zwei gepflegten Fußballspielen (EM) unter Deck pfeift der Wind mit 46 Knoten über uns hinweg. Mit dem Abpfiff, lässt der Sturm nach und wir fallen müde in die Kojen. Der Kptn. bekommt schon Schwindelgefühle ob des morgigen Ankeraufmanövers. Das Eisen hat sich bestimmt metertief in den matschigen Schlammgrund des Noors gepflügt.
Am Nachmittag kommt die geflüchtete Julita zurück und wir können die zweite Etappe nach Norden antreten. Bei angenehmen 12 Kt. Westwind – sogar die Sonne scheint und die vereinzelten Schauerzellen entleeren sich brav vor und hinter uns in der Ostsee. Der Kptn. hat mal wieder den perfekten Zeitpunkt zum Anker auf gehen ausgesucht. Gegen Mitternacht fällt der Anker bei Langballigau. Wir haben die Flensburger Förde erreicht – immerhin – jetzt ist es ja nur noch ein Katzensprung bis nach Flensborg – apropos – die Katze Luna ist natürlich auch mit an Bord und genießt die Nähe zu ihrem menschlichen Rudel.
Der Wind steht nicht gut – aber die Sonne scheint und alles glitzert so schön. Also gehen wir hoch ran und segeln die FL-Förde Richtung Westen. Endlich mal richtiger Sommer. Poseidon, Neptun, Aeolus, Njord, Rasmus und wie sie alle heißen sind uns gnädig. Die letzten 8 Meilen ab der Holnisenge nehmen wir dann aber doch lieber die Unterwassergenua und bilden einen Schleppverband. An den zwei Stegen des Fischereivereins finden wir einen feinen Stegkopfplatz mit Blick auf die Waterkant von Flensborg. Wat schööön.
An und gekommen.

Aug..′ 23 23

Wieder mal kommt ein bisschen Regen aus Westen auf uns zu. Wir haben ne Menge Schreibselkrams unter Deck zu erledigen und bemerken die Tropfen kaum.

Das Besprechungskäffchen an Bord der SY Espiritu ergibt einen Grillabend und einen Waldspaziergang – vor dem sich der Kptn. allerdings erfolgreich drücken kann. Die SY Steppenwolf läuft nämlich überraschend ein und bedarf erhöhter Aufmerksamkeit.

Es sieht nach einer großen, zehnköpfigen Grillrunde aus. Der Cobb schafft sie alle und bekommt sie satt. Die Sonne lässt sich zum Sundowner blicken.

Rain und Shine.

Aug..′ 23 19

Nun ist es auch egal. Wir bleiben noch einen Tag in Æroskøbing und besuchen Peters Buddelschiffsmuseum. Hunderte von diesen Schiffen in Flaschen sind ausgestellt – verrückt. Es ist nicht zu glauben, obwohl die Technik ja bekannt ist, dass diese Schiffe und sonstige Installationen in eine Flasche passen. Der Kptn. hat sich fest vorgenommen, seine angebrochene Rumflasche endlich zu leeren und dort ein Schiff hineinzufummeln. Am Besten ne Miniatur von der Røde Orm. Sin Fru ist allerdings der Meinung, dass er man mal ruhig langsam machen soll mit der Rumflasche.

Immer wird man ausgebremst – laaaangweilig.

Am Abend zieht wieder ein Gewitter mit ordentlich Wasser von oben über uns hinweg. Ein trockenen Außenplatz in unserem Lieblingsrestaurant können wir ergattern und sehen uns den Regen unter lautem Gepladder auf der Plane über unseren Köpfen an.

Flasche voll und Rum.

Aug..′ 23 18

Æroskøbing hat es uns angetan. Wir bleiben noch einen Tag und eine Nacht und eröffnen diverse Baustellen an Bord.

Die Røde Orm bekommt endlich neue Positionslampen. Die alten hatten es wirklich hinter sich. Das Glas war schon so trübe, dass kaum noch ein Lichtstrahl hindurchfand. Äußerlich waren die Kabel von innen schwarz oxidiert – und dann war da noch der Wackelkontakt.

 

Der Kptn. der Suutje mag die Schmach der Langsamkeit seines Dampfers nicht länger ertragen. Der Pockenbewuchs muss weichen. Die Matrosen tauchen mit Spachteln bewaffnet das Schiff ab und befreien es von dem Ungeziefer. Bestechungsversuche seitens des Kptns. der Røde Orm, vielleicht doch ein paar Pocken als Geschwindigkeitsanpassung stehen zu lassen, werden ignoriert. Vielleicht war die Eiskugelzahl einfach zu gering.

Wir ziehen am Abend ins Grillhäuschen und können bei wohliger Wärme und windgeschützt über das für und wieder biologischer Ablagerungen diskutieren.

Regatta und gelaufen. 

Aug..′ 23 17

Der Wind hat zugenommen und drückt auf unser Päckchen. Beim Frühstück beobachten wir, dass schon ein paar Schiffe den Hafen verlassen. Wir merken uns die freigewordenen Boxen vor und lösen das Päckchen auf. Für die kommende Nacht ist viel Wind angesagt, da liegen wir nicht sicher in der Hafeneinfahrt. Also werden die Leinen losgeworfen, neu sortiert und wir parken in die Box ein, mit der Nase im Wind. 

Nun zieht es uns in das malerische Städtchen. Wir passieren den Minigolfplatz, den Supermarkt und den Fähranleger. Dann biegen wir auf das Kopfsteinpflaster ab. Kleine bunte Häuschen reihen sich hier dicht aneinander. In den geschmückten Fenstern stehen in jedem Haus die berühmten zwei Hunde. Schauen sie aus dem Fenster, ist der Hausherr auf hoher See, und der Liebhaber hatte freien Eintritt. Stehen die Hunde mit dem Rücken zum Fenster, will die Hausdame ungestört bleiben. So sagt es die Legende. Sollen wir irgendwem solche Hunde mitbringen? 

Kleine Handwerksläden reihen sich aneinander, es gibt wahre Kunstwerke zu bestaunen. Beim Konditor drücken wir uns die Nasen platt, den Käptns hat es vor allem die Wespenfalle angetan. Der Spielzeugladen gegenüber lockt die Matrosen mit bunten Legokästen, es ist für jeden etwas dabei. Während sich die Männer auf der Bank erholen, diskutieren die Damen, wer an Bord die Käppi mit der Aufschrift: 1. Fender bekommt. 

Hinter den bunten Häusern liegen wundervolle Hinterhöfe. Wir verholen uns in den hinter dem Feinkostladen und bestellen hungrig die leckeren Smörrebrote, die hier so berühmt sind. 

Vor dem Regen schaffen wir es wieder aufs Schiff, die Kuchenbude wird aufgebaut. 

Verträumt googeln wir nach den Hauspreisen in Aerosköbing. So ein kleines Kaffee am Kopfsteinpflaster? Schlappe 3 Millionen Kronen wollen die für ein 5m breites buntes Häuschen hier haben. Kiel ist doch ganz schön.

Touri und isten

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