Juli.′ 26 06

Der Käpt und sin Fru gucken morgens gespannt auf die Wettervorhersage. Endlich ist der Wind wieder angenehm segelbar. Allerdings gibt es einen kleinen Haken an der Sache. Es soll den ganzen Tag Katzen und Hunde regnen. Wat schaurig.
Wir machen uns trotzdem auslaufbereit und ziehen uns entsprechend die schicken Klamotten gegen Schietwetter an. Heute wirken sie allerdings nicht. Trotz der Klamotten regnet es ohne Unterlass. Wir brauchen neue Regenkleidchen. Die funktionieren gar nicht mehr.
Üblicherweise ziehen wir die Regensachen an und in Folge dessen regnet es nämlich keinen einzigen Tropfen.
In Nyborg wird es sicherlich Ersatz geben.
Wir finden einen Platz im Vesthaven schön dicht am Supermercado und dem Havengrill.
Regen und Tag.
Juni.′ 26 25

Der Wind ist gut. Der Käptn und sin Fru beschließen mal wieder die Segel zu setzen und das Syd Fynsche Øhav zu besuchen. Manche nennen es auch die dänische Südsee, wegen der vielen keinen Inseln und Ankerbuchten. Wat schöööön.
Die Erste möchte, dass wir an allen auf dem Weg liegenden Leuchttürmen möglichst dicht vorbeisegeln. Sie will Fotos machen – neues Buch und so. Der Käptn findet Leuchttürme auch ganz interessant und ändert den Kurs.
Es ist ein wunderschöner Segeltag. Der Himmel ist blau und die See ruhig. Auch der Wind hält bis Drejø durch. Und die Erste verschläft auch nur ca. 50% der Reise. Sie kann am besten schlafen, wenn es so schön schaukelt und rauscht.
In den südlichen Ankerbucht suchen wir Sandflecken. Die Sonne steht leider schon etwas tief – es klappt nicht beim ersten Mal. Der Anker hat Kraut gefangen und muss neu positioniert werden – Abendsport auf dem Vorschiff an der Kurbel.
Sun und Downer.
Juni.′ 26 18

Der Käptn und sin Fru legen ab. Weiter gehts nach Norden, wir wollen die Hitch in Høruphav besuchen. Dass Segeln mit noch weniger Wind als gestern möglich ist, ist kaum zu glauben. Sogar die Fliegen fliegen schneller als wir segeln und besetzen das ganze Schiff.
Der erste Versuch, den Fliegen Herr zu werden, ist es sie auf dem nackten Körper des Käptns zu zerschlagen (nein es gibt keine Fotos). Wie heißt das nochmal, ach ja Bodypercussion.
Endlich ist die elektrische Fliegenklatsche geladen und übernimmt den Part des nun geschunden und erröteten Körper des Käptns.
Es nervt – wir brauchen eine technische Anlage: Etwas Zucker gelöst in Wasser kommt auf einen Teller – die elektrische Fliegenklatsche oben drauf. Nun stürzen sich die Fliegen selbst mit Blitz und Donner in den Tod. Der Käptn und sin Fru können nun endlich in Ruhe vor sich hin dümpeln.
Wir geben alles und zum Glück ist es lange hell. Die Ankerbucht gegenüber von Høruphav hat einen Platz für uns frei – Fliegenfreie WM.
Wat und schöööön.
Juni.′ 26 17

Der Käptn und sin Fru und Chrischan schmeißen die Leinen von der Flotte los und versuchen, so viel wie möglich aus dem kleinen Wind herauszuholen um nach Norden zu kommen. Aber wie hat Einstein so schön gesagt, Zeit ist relativ – also was soll’s. Wir segeln und lassen uns auch nicht davon abbringen. Auch nicht von diversen Fregatten, die auf der Kieler Bucht mit gefährlicher Strahlung rumspielen. Wir weichen der Strahlung mit (fast) Lichtgeschwindigkeit aus und machen zur Feier des Tages mal direkt an der Promenade von Kappeln fest.
Chrischan hat einen Brief von Einstein versteigert. Das Geld hauen wir mit drei Finkenwerder Schollen gebührend auf den Kopf. Bei jedem Prosit ertönt der „Spruch“ e = m * c 2 .
Dem Käptn ist das etwas unangenehm, hoffentlich kommen da keine physikalischen Nachfragen von den andern Gästen.
Licht und Geschwindigkeit.
Juni.′ 26 16

Der Käptn und sin Fru haben es endlich geschafft. Die letzte Fuhre mit Sommertörnkrams ist im Auto. Wir verstauen alles irgendwie auf dem Boot und wundern uns immer wieder, wie das alles auf unseren kleinen Kahn passt. Der Käptn merkt, dass er jetzt schon wieder die mehrmals täglich auftretende Frage an seine Erste gepachtet hat: „sach mal, wo ist eigentlich dies oder jenes“. Die Antwort lautet meist: „Dort wo es seid Jahren liegt… 🙄“. Wie soll er sich das auch alles merken. In Giovanni, auf der Røde Orm und zu Hause liegt immer alles woanders. Verrückt.
Nachdem das Auto sicher geparkt ist, nehmen wir die Fähre zurück zur Røde Orm. Wir dürfen noch an der Taufe eines Neues Fördedampfers teilnehmen. So gern würde hey auch mal die olle Pulle dagegen dengeln lassen. Darf er aber nicht. Das macht so ne Frau in einem hübschen Kostüm. Andere Beanzugte sehen ihr dabei zu. Ja ok – sie hat es geschafft…
Und wir auch. Wir legen noch ab, auch wenn es schon spät ist. Kurz Schwentineflotte. Auch hier müssen wir uns ja gebührend zwecks Sommertörn abmelden. Das macht Andreas auch, allerdings hat er sogar ne Kiste Bier dabei…. 😬 – Dem Käptn is das allerdings fix peinlich.
Ab und gelegt.
Aug..′ 25 25

Allerbester Nordwestwind weckt uns. Vor dem Frühstück bauen wir die Kuchenbude ab und der Käptn holt Hubert mit unserem Schlauchboot Pinta II von Land ab. Er begleitet uns auf die Überfahrt nach Kiel. Wir heben die Pinta aufs Vordeck und bauen sie ab, sie wird wieder an Deck verstaut. Dann setzen wir Segel und frühstücken gemütlich in der Schlei, während die Röde Orm Richtung Schleimünde schwimmt.
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Das Großsegel setzen wir vor Olpenitz, dann schiebt uns der Wind die Küste runter. Natürlich mit mehr Windstärken, als angesagt, aber immerhin stimmt die Richtung. Mit 6 Knoten sausen wir auf die Schwentine zu, wir können bis vor die Box segeln. Das klappt selten. Und die Erste jault auch nur auf Höhe der Eckernförder Bucht, wegen der Wellen, ansonsten verläuft alles wie am Schnürchen. Taschen gepackt, Schiff geputzt, Reste gegessen. Julita holt uns vom SHS ab und wir machen noch eine kleine Schweswig-Holstein Tour, bringen Hubert zurück nach Maasholm und Julita nach Flensburg.
Sommersaison und Ende.
Aug..′ 25 20
Dem Käptn. un sin Fru pfeift der Wind aus West um die Ohren. Wir müssen heute in den Hafen. Es ist kein Wetter zum Ankern. Der Käpt’n steuert zielsicher durch die enge Hafeneinfahrt von Skarø, bloß nicht auf das Flach geraten, das da direkt vor dem Hafen droht.
Am Steg steht schon eine Seglerin und nimmt unsere Vorleinen an. Die Röde Orm liegt sicher im Hafen.
Wir laufen die Straße hoch ins Dorf, an grünen Feldern vorbei. Rechts kommt das alte Versammlungshaus in Sicht, ein Zeltplatz mit Shelterunterkünften, einfach eine grüne Wiese.
Das Dorf ist sternförmig angeordnet. In der Mitte der Löschteich, davon gehen drei Straßen ab. Rechts führt der Weg zur Kirche und zum Festivalplatz – das Skarøfestival ist berühmt. Links geht es zu dem Kräutergarten der Apotheke. Naja und wir kommen vom Hafen.
Das Highlight dieser Insel ist der Eisladen. Der ist auch -man könnte sagen- überregional bekannt, Skarø-Eis wird exportiert. Zumindest auf die umliegenden Inseln und zu einer Fluggesellschaft die das in mehreren tausend Metern über dem Meer serviert.
Schon sitzt der Käpt’n auf einem der Sofas, die in dem Durchgang des alten Hofes zum Eisladen aufgestellt sind, ein Eis in der Hand.
Sin Fru guckt einmal ganz hinten rechts um die Ecke, da ist ein kleines Museum eingerichtet. Das muss sie dringend betrachten.
In dem Eiscafé bekommt man auch Dinge des täglichen Bedarfs und die üblichen Touriausstattungen.
Eine andere Yacht war leider nicht so umsichtig und hat das Flach vor dem Hafen mitgenommen. Selbst die Winsch des Traditionsseglers schafft es nicht, die Amel Supermaramu von ihrem Seegrundstück zu befreien. Ein kleines Motorboot hingegen dreht und wendet die Yacht so lange im Kreis, bis sie wieder den Ausgang der Sandbank findet. Wat aufregend.
Vor dem Ableger am nächsten Mittag gibt es ein Abschiedseis in der Eisfabrik von Skarø. Der Käptn. bleibt bei Mocca, die Erste bei Lakritz.
Wir verabschieden uns mit einem weinenden Auge von der Suutje. Der NordOst bringt uns bis in die Dyvig in die mitternächtliche Ankerbucht.
Eis über Eis.
Aug..′ 25 18

Der Kptn. un sin Fru satteln das Beiboot. Ein kleiner Badesteg hilft uns, an Land auszusteigen und bietet einen perfekten Anbindeplatz für unsere Gummisau. Die Seebrücke wankt etwas, als der Käpt’n und sin Fru darüber wackeln – vielleicht hat der Käptn. auch absichtlich seine Mitaussteiger etwas ins Schwanken gebracht – man weiß es nicht.
Am Strand steht – wie praktisch – ein Wegweiser, man kann die Insel auf dem Uferweg umrunden oder gleich ins Dorf: Drejø By gehen. Den Käpt’n zieht es zum Kro – er hofft auf ein Eis, sin Fru ist einverstanden (sehr – wie immer), sie hofft auf historische Informationen zu der Insel. Auf dem Weg liegt einer der berühmten dänischen Shelter. Ein kleines Häuschen mit Feuerstelle, in dem Wanderer übernachten können.
Im Dorf reiht sich ein buntes Häuschen, bewachsen mit Stockrosen an das nächste. Hier gibt es erstaunlich viel zu entdecken für eine Insel in der dänischen Südsee. Zwölf Pfeile verweisen im Ort auf Sehenswürdigkeiten: Kirche, Kro, Hafen, Möbeltischlerei, Versammlungshaus und einzelne Strände sind ausgewiesen. Wir schlagen natürlich den Weg zum Kro ein, da quietscht sin Fru freudig: Hier ist ein Inselarchiv! Und eine Bibliothek. Und schon ist sie in dem roten Backsteinhaus verschwunden.
Der Käpt’n lässt sich von seinem Ziel nicht abbringen und wartet auf einer Bank vor dem Kaufmann (Købmand) mit einem großen Eis in der Hand.
Der Rückweg erfolgt über den Strandweg mit einer Viertelumrundung der Insel.
Schließlich sind wir wieder an unseren Landungbooten, die fröhlich wackelnd am Steg auf uns warten. Leider dreht der Wind heute Nacht auf SW. Wir müssen also den Ankerplatz verlassen und 4 sm weiterfahren in die Ankerbucht von Avernakø. Das haben sich auch viele andere Segler so überlegt. Aber wir quetschen uns noch in eine Lücke zwischen die Ankerer und lassen das grillende Abendritual passieren.
Anker und Lust.
Aug..′ 25 16

Der Kptn. un sin Fru verholen die Røde Orm nach Faarborg, damit die Sophie einen besseren Ausgangspunkt für deren Heimreise hat. Wir nehmen unseren Geheimsteg – alles leer – wie immer.
Die Kieler Hansekogge liegt auch in Faaborg – kaum zu übersehen – der Käptn. freut sich schon auf den Eichen-Kienteergeruch.
In einer langen Abendsitzung verabschieden wir Olaf und Petra, die nach dieser Session versuchen wollen, am nächsten Morgen Richtung NOK zu starteten.
Am nächsten Morgen – also eher so gegen Mittag – verlassen wir das Schiff und schlendern durch diverse Hafenbecken zur Hansekogge.
Es gibt große Wiedersehensfreude und mehrere anständige Begrüßungskaffees – alles andere hat der Käptn. dankend abgelehnt. Quasi sofort wird das allseits geliebte und bekannte – von Bodo komponierte – Koggelied angestimmt. „Wenn ich auf der Kogge stehhhhh – tut mir der Zehhhh so wehhhh……“ – alles ist wie vor 30 Jahren auf dem Rostock Törn.
Der Käptn. hat die glorreiche Idee, am Abend auf der Kogge eine Runde Hotdogs zu grillen. Alle sind begeistert.
Bei Netto kaufen wir die Pølser -Reste auf und fahren mit der Pinta II in das Koggebecken. Es wird ein langer lustiger Abend.
Røde und Pølser.
Aug..′ 25 13

Der Kptn. un sin Fru gehen auf Südkurs nach Nyborg (46sm + einkaufen und tanken) und dann weitere 25sm weiter nach Süden in die Ankerbucht von Thurø. Hat da jemand wegen 18sm gejammert? 😉
Völlig erschöpft und mit letzter Kraft übergeben wir die Leinen an die SY Sophie, die hier völlig entspannt mit einem kühlen Getränk in der Hand vor sich hin ankert.
Nach ein – zwei Getränken haben es Petra und Olaf aber geschafft, die Crew der Røde Orm wieder aufzupeppeln. Die Pølser auf den Grill glühen vor sich hin und die alten Lagerfeuergeschichten von weiten Reisen zu den Kanaren und zurück werden fein ausgeschmückt hervorgekramt. Wat schööööön!
Mit einem lauten „Sommer-Sonne-Kaktus“ und einem tanzenden Käptn. in der Plicht, wechseln wir gemeinsam (Sophie & Røde Orm) in die karibische Ankerbucht hinter Ærøskøbing. Sophie und Røde Orm sind sichtlich erfreut, mal wieder gemeinsam zu segeln. Die Røde Orm gibt sich heute auch richtig Mühe und schafft es sogar, vor der Sophie den Anker in den Sand zu buddeln – ja ok – wir hatten 30 Min. Vorsprung. Ein Trick des Käptns nicht gemeinsam abzulegen, um den hektischen Puls während einer Regatta niedrig zu halten.
Der Käptn. der Røde Orm hat am letzten Tag schon immer etwas gierig auf den HonWave Sack an Deck der Sophie gelinst. Nun wendet er Trick 17 an und erzählt von unserer Pinta (Dinghi), deren Nähte aus dem Leim gehen und ständig neue luftdurchlässige Abschnitte entstehen lässt. Olaf, der Kptn. der Sophie, hat Mitleid und übergibt ohne weitere Kampfeshandlungen die „Pinta II“ an die Crew der Røde Orm. Der Käptn. der Røde Orm hüpft vor Freude der friedlichen Übernahme und dreht gleich ein paar Runden mit dem neuen Dinghi. Das abgelegte „Pinta I“ Dinghi konnte er nach einigen Bier und Grillpølsern leider nicht im Gegenzuge an die Sophie entsorgen.
In einer späteren weinseligen Stunde schmeißen die Kapitäne einen alten Diesellappen in die Pinta I, lassen sie treiben und entzünden sie schließlich mit einem gezielten Schuss aus der Rotlichtkanone. Was für ein schönes Feuer. Zwei vor Anker liegende Yachten werden bei dieser Aktion gleich mit versenkt.
Am nächsten Morgen hängen allerdings immer noch zwei Dinghis an den Hecks der Røde Orm & der Sophie – irgendwas ist da falsch gelaufen.
Pinta I und Pinta II
Aug..′ 25 10

Der Kptn. und sin Fru werden von Karola und Rainer in ihrem WoMo von Kiel nach Horsens zurück zur Røde Orm chauffiert. Was für ein Luxus. In Horsens warten schon Mormor und Veit auf dem Campingplatz auf uns. Nach einem lustigen Abend im Hafenrestaurant verabschiedet Mormor sich, packt ihr Fahrrad und geht auf Inselhopping. Veit kommt an Bord und freut sich schon aufs Angeln. Am nächsten Morgen guckt die Erste verschlafen auf ihr Handy, weil sie der Mingo, Beate und Ulf die Leinen annehmen will. Doch zu spät, sie sind schon da.
Wir wettern gemeinsam in Horsens den Wind ab. Veit wird das erste Mal in den Mast gezogen und fädelt unsere Gastflaggenleine wieder ein. Dann können wir endlich ablegen.
Der Hafen in Endelave hat noch freie Plätze, wir legen uns neben die Mingo. Nach uns füllt sich der Hafen schnell, am Abend liegen wir Cockpit an Cockpit mit viel zu vielen Segelschiffen. Das ist dem Käptn. viel zu eng. Die Erste hat von einer Schatzkarte gelesen, wir bekommen sie im Krog. So erkunden wir Endelave-Dorf: Von der Kirche zum Kräutergarten, von der Meierei zur Dorfschule, überall gibt es Rätsel zu lösen. Am Ende darf Veit in die Schatztruhe greifen und bekommt eine Medaille.
Unser nächstes Ziel ist die schöne Insel Tunø, westlich von Samsø. Wir dümpeln mit drei Knoten vor uns hin, Veit und die Erste spielen dänisches Inselquartett. Der Käptn. hält zum Spaß die Angel ins Wasser. Und schwupp: Ein Biss! Helle Aufregung, Eimer, Schneidebretter, Messer werden zusammengesucht, das Abendessen vorbereitet. Der Käptn. und Veit werden schnell zu einem guten Team, der Käptn. wirft die Angel raus, die nächste Makrele beißt an, Angel eingerollt, Fisch in den Bottich. Veit löst den Angelharken, betäubt den Fisch, schneidet ihm den Kopf ab und nimmt ihn aus. Die Erste hält nur noch den Zippbeutel auf und verstaut den Fisch im Kühlfach. Das Abendessen ist gerettet.
Wir ankern vor Tunø und holen bei ziemlichen Wellengang Mormor mit dem Beiboot am Strand ab, die inzwischen hier auf dem Campingplatz zeltet.
Am nächsten Morgen steht die Erste früh im Cockpit und traut ihren Augen nicht. Da kommt ein Flugzeug auf die Röde Orm zu. Es landet auf dem Wasser, direkt hinter uns. Ein Mann steigt aus, schnappt sich die Boje und macht den Flieger daran fest. Das hat sogar den Käptn. und Veit aus den Betten geholt.
Nach dem Frühstück bringt der Käptn uns an Land, wir wollen noch eine Medaille erradeln. Im Supermarkt gibt es die Schatzkarte. Wir schaffen es ganz knapp, dann fährt schon die Fähre, die Mormor und Veit wieder ans Festland bringt. Eine Blaskapelle musiziert zum Abschied.
Am Abend treffen wir die Mingo nochmal im Hafen, dann verabschieden wir uns auch von Beate und Ulf, wir wollen wieder Kurs Süd gehen, die Mingo Kurs Nord.
Oma und Opa
Juli.′ 25 21

Der Kptn. und sin Fru ziehen den Anker aus dem feinen weißen Sand von Æbleø und können mit ach und krach Endelave anlegen. Wie soll man es anders erwarten, kurz nachdem der Kurs steht, planen wir zusammen mit der Hitch über UKW um. Der Wind ist so schön… Wir ziehen an Endelave vorbei und halten auf Tunø zu. Des Käptns Lieblingsinsel. In der Ankerbucht liegen schon ein paar Schiffchen rum – wir nun auch – und der Hafen ist rappeldicke voll – also alles wie immer. Am Strand tummeln sich viele Campinggäste und vom Hafen her weht aus dem großen Zelt schöne Musik. Ab und an springt ein Segler mit lautem Platsch ins Wasser und dreht ein paar Schwimmrunden um sein Schiff. Was für eine schöne Stimmung. Jetzt weiß der Käptn auch wieder warum er es so schön hier findet. Nach dem Grillgenuss vor Anker im Cockpit nehmen wir aus Spritmangel das Dinghi der Hitch in Schlepp und machen uns auf zur Musik. Wat schööööön: Mit einer kühlen Hopfenkaltschorle auf der Wiese vor dem Zelt sitzen und den Abend genießen.
Wir bleiben auch den nächsten Tag noch hier. Der Wind dreht tagsüber auf Ost, was ankertechnisch etwas ungünstig ist. Der Käptn. zieht den Kürzeren und muss Ankerwache gehen. Steffi und Jule gehen auf Shoppingtour und der Käptn. der Hitch dient als Packesel.
Mit frischem Grillgut landen wir am lauen Abend wieder am Grill. Diesmal wurde sogar der GinTonic heruntergekühlt und muss nicht lauwarm getrunken werden. Wat schööööön.
Mit keinem Plan, bei etwas schwächlichem Wind umrunden wir am nächsten Tag die Nordspitze von Samsø und laufen in der Ankerbucht von Langør ein. Die Käptns. erinnern sich an ein nettes Bistro direkt am Hafen. Das kühle Blonde ruft sie. Wir sind schon so an die abendliche Livemusik gewöhnt, aber schaffen es auch mal ohne. Einfach nur ein Bier beim Sonnenuntergang genießen geht notfalls auch.
Ab heute morgen ist die Hitch wieder auf dem Rückweg nach Hause. Wir sind auf Südkurs und schaffen es diesmal tatsächlich vor Endelave den letzten gemeinsamen Abend zu genießen. Der Grill bleibt kalt und Steffi haut die Reste aus ihrem Kühlfach zusammen und verarbeitet es zu Smörebrøt. Wat leckerrrrrr! Der Gin geht auch dem Ende entgegen – der Tonic ist schon lange geleert und wir experimentieren mit anderen Zutaten zum Gin. Käptn. Volker haben es die Chiliflocken im Gin angetan – Andere Mitsundowner konnte er allerdings von diesem Drink nicht überzeugen.
Heute trennen uns unsere Wege. Ein Trauerspiel. Die Hitch schafft es, von Endlave in einem Rutsch bis in die Dyvig zu segeln und wir trödeln, bei schönstem Sonntagswetter, in den Horsensfjord hinein. Das Wetter soll morgen oder übermorgen kippen. Den Medien versprechen langanhaltenden Dauerregen incl. Regenwarnung.
Wir treffen in Horsens die God Tur wieder, die sich auch, wegen der Androhung des schlechten Wetters, hier verkrochen haben. Wir freuen uns bei diversen Kaffees auf ein Wiedersehen und bringen uns auf den neusten Stand.
Der Montag hält zum Glück nicht, was der Wetterbericht versprochen hat. Es bleibt nahezu trocken und wir können den Supermarkt und den Ship chandler anlaufen. Irgendwas geht ja immer kaputt und muss ausgetauscht werden. Die Røde Orm wird auf den Regen vorbereitet und auf eine Segelpause für unser Wackentimeout. Der freundliche Hafenmeister findet einen langfristig freien Platz für uns. Die Erste bucht die Tickets für die Heimfahrt.
Fast Regenfrei schaffen wir ein Barbecue im Cockpit der God Tur zu veranstalten. Gegrillte Hühnerbeine mag der Käptn. am liebsten. Wat schööööön.
Gin und Tonic.
Juli.′ 25 06

Des Käptns. sin Fru guckt aus der Lucke und entdeckt bei ihrem stündlichen Ankerwachenrundumblick, dass die Tore des Boothauses offen stehen. Nicht weit von unserem Ankerplatz liegt nämlich ein Nachbau des Nydambootes am Steg (das Original steht im Landesmuseum – Schloss Gottorf). Den Käptn hält es kaum noch an Bord. Endlich darf er wieder Kienteer schnuppern und sich vielleicht ein paar klebrige Tampenreste mit dem Zeug in die Tasche stecken – hmmmm legger. Die Erste ist auch begeistert und durchwühlt beim Frühstück das Internet nach wikingerhaltigen Quellen.
Der Motor ist schnell am Dinghi montiert und wir sind auf dem direkten Weg an den Steg des Nydambootes – wir dürfen dort sogar mit unserer Gummisau festmachen.
Der Käptn. und sin Fru bekommen eine kurze Privatführung – Wat schöööön.
Im Sommer kann man die Werft am Wochenende bis 16 Uhr besichtigen. Um 16.10 Uhr schmeißen sie den Käptn. dann endlich raus, der sich in der Nähe der Kienteerfässer herumtreibt.
Jule nimmt den Fußweg durch den Wald zu unserem Badesteg, der Kptn. überführt das Dinghi am Waldrand entlang. Er entdeckt einen kleinen Minibootshafen in der Mündung einer Au. Dort fängt er die Erste ab und wir machen einen Ausflug mit der Pinta (Gummiboot) auf die Au (Snogbæk). Zwischen einem mannshohen Schilfgürtel rauscht die Pinta dahin. Ein bisschen unheimlich ist es schon, in dem engen schwarzbraunen Bach zu manövrieren…
Zurück an Bord grillen 🍗 wir die Hühnerbeine. Der Käptn. wühlt in seinen Taschen und schmiert son klebriges stinkendes Zeug über seine Beinportion, dabei freut er sich wie ein Wikingerkönig.
In der Nacht stehen alle Luken der Røde Orm weit offen…
Kien und Teer.
Juli.′ 25 05

Der Kptn. un sin Fru werden in der Koje von den Boen hin und hergerissen. Die Røde Orm tanzt am Anker in der Dyvig hin und her. Es hat wieder aufgefrischt. Immerhin scheint manchmal die Sonne ☀️. Nach Baden ist uns bei dem Geheule nicht so richtig. Auch eine Überfahrt an das Festland steht bei den kleinen, fiesen, spritzenden Wellen mit dem Dinghi nicht zur Diskussion.
Die Røde Orm bekommt einen Innenraumputz und anschließend beschäftigen wir uns mit anderen Dingen: Schreiben, Bilder sortieren, aufs Wasser glotzen, Kaffee trinken. Der Windtag vergeht. Morgen steht wieder ein Ortswechsel an – denken wir.
Gegen Mittag hat der Wind sich ein wenig entspannt. Der Käptn. hat Hunger, aber im Kühlschrank herrscht gähnende Leere – also Gemüse und so gibt es schon noch… Aber der Käptn. will Fleisch. 🥩 Die Erste hatte sowieso Lust auf einen Spaziergang, also satteln wir das Dinghi und nehmen auch gleich noch den Reservekanister mit an Land. Die Erste läuft zu Fuß nach Nordborg (sie hätte auch den Bus nehmen können) und der Käptn. fährt 3x hin und her, bis er wieder ein gutes Gefühl mit dem Inhalt des Dieseltanks hat. Vorsichtshalber wirft er auch noch einmal einen Blick in die Bilge und sucht nach einem Loch im Dieseltank – 60 Liter reichen jetzt aber auch erstmal.
Kaum ist die ganze Dieselsauerei (es tropft ja doch manchmal etwas daneben) aufgewischt, da will auch schon die Erste wieder abgeholt werden.
Endlich gibt es Frischfleisch, denkt sich der Käptn., aber dann kommt die Sonne heraus und der Wind wird segelbar.
Der Anker hat nach zwei Tagen im Dyvigsumpf ordentlich Schlamm angesetzt – was ne Sauerei.
Es ist schon recht spät, aber für zwei Stunden Segelspaß reicht das Licht noch aus. Wir dümpeln bei einer leichten Brise in den Alssund und machen an unserem Lieblingspfahl fest. Wat schöööön hier – heute.
Morgen sieht es schon wieder ganz anders aus.
Regen – Regen – Regen.
Aber wir liegen hier schön geschützt und ruhig und beschäftigen uns mit einem Tandorihuhn und der Kescherreparatur. Ein paar Folgen einer Kochsendung müssen auch noch verspeist werden. Wir kriegen den Tag herum und sind frohen Mutes – es soll ja besser werden.
Es ist ein bisschen wie Langfahrtsegeln, man ist 24 Std. an Bord. Nur ohne Schaukeln und Wache gehen.
Rumhängen und Pfahl.
Juli.′ 25 02

Der Kptn. un sin Fru gehen vor Lyø ankerauf und verabschieden sich von der Chuckcrew. Wir steuern die Dyvig an und schmeißen dort erneut unser Eisen in den Schlamm. In den Nachrichten redet jeder und alles nur von einer Hitzewelle oder auch Tzuwarmi. Wir bekommen den Wärmeschwall erst am Nachmittag ab und schwimmen zum Glück in dem Gegenmittel. Die Badeleiter geht in das kühle Nass und die Welt des Käptns ist gleich wieder auf Normaltemperatur abgekühlt. Er lässt sich heute erstaunlich viel Zeit im Wasser. Reinigt den Wasserpass, Poliert die Schraube Unterwasser usw. usw. Nach 15 Min. im Cockpit ist eigentlich schon wieder die nächste Abkühlung notwendig.
Nach dem Gewitter am Abend ist der Wärmespuk vorbei und alles normalisiert sich wieder. Dem Käptn fröstelt es – sollen wir die Dieselheizung aktivieren? Die Erste kann es ihm gerade noch austreiben, seinen Heizungsroboter zu bedienen.
Der warme Wind nimmt wieder zu die Røde Orm tanzt am Anker.
Ab und Kühlung.