Juli.′ 14 31
Abschied. Kathleen geht von Bord. Die Matrosine ist etwas traurig. Zu dritt geht es weiter, wieder nach Aerosköbing.
„Zufällig“ liegt dort der Steppenwolf. Wir gehen Längsseits und feiern ein Wiedersehensfest bei Lille Claus. Wir reden über das Segeln und über Boote. Die Crew der Röde Orm braucht ein größeres Boot. Das wird beschlossen.
Die Suche beginnt.
Over und aus.
[google-maps width=550 height=200]
Juli.′ 14 30
Die Röde Orm Crew will ihren Liegeplatz in Marstal nicht aufgeben. Es wird eine Fahrradtour entlang der Küste nach Aerosköbing geplant. Der Kpt. braucht ein geeignetes Fahrrad. Nicht so einfach, ihn zufrieden zu stellen. Auf keines der Räder lässt sich in geeigneter Weise der Außenborder als Antrieb befestigen. Der Ladeninhaber will uns auch nicht sein Auto leihen… Sowas. Nagut, also Damenrad mit breitem Sattel und 10 Bar Druck für wenig Reibung. Es geht.
Zum Glück gibt es in Aerosköbing ne Fischbude zur Stärkung. Die Kinder gehen Ostseewellenbaden. Der Kapt. ruht sich aus.
Abends üben wir befriedetes Dokospiel.
Hintern und Aua!
Juli.′ 14 29
Zur Mittagssonne suchen wir Schutz im Wald. Eine Zecke krabbelt an Jules Bein hoch und verdirbt die erholsame Atmosphere. Also geht’s zurück zum Hafen, Wäsche waschen. Am Nachmittag motoren wir an den Strand mit der Pinta. Wir ignorieren die Dünenfliegen und stürzen uns in die Fluten. Dort kämpfen wir um den mitgebrachten Ball. Julia und Stefan bekommen einen Pärchenhut von Jil. Ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk gegen die Sonne. Abends ergattern wir einen der letzten Grillplätze, die in Marstal immer schon am 16 Uhr mit Kissen und Cobb besetzt werden. Wir haben Glück. Die Doppelkopfrunde endet mit lautstarkem Regelgezanke. Jule verzieht sich schmollend in die Koje. Zu Dritt kann man nicht weiterspielen.
Chrischan legt mit der Zuversicht an. Dorthin laufen wir um 2h Nachts noch durch ein stilles dunkles, Sternenbeleuchtetes Marstal.
Over und aus.
Juli.′ 14 28
Zwei Familien gehen an Bord der Röde Orm. Wir machen einen Tagesbadetrip nach Birkholm. Die Flaute treibt uns 3 sm lang über das Flach nördlich von Aero. Einen längern Törn hätte der Wind heute auch nicht durchgehalten. Wir baden auf Birkholm.
Die Abendflaute treibt uns zurück ins überfüllte Marstal. Neben einem verwaisten Stinkemotorboot machen wir fest. Ein Erkundungsfest für Kater Konrad.
Thomas und Bianca machen mit uns einen Autotörn nach Aerosköbing. Wir suchen das Jazzfestival und finden es in der Werfthalle. Der Hunger treibt uns zu Aroma (ehem. Lille Claus). Thomas und Stefan nehmen den XL (gefühlt XXXL) Burger.
Der Rest ist nicht mehr nachvollziehbar.
XXXXXL und aus.
[google-maps width=550 height=200]
Juli.′ 14 27
Der Kurztrip von Arosköbing nach Marstal beschert uns freie Platzwahl im Yachthafen.
Der Kpt. bekommt richtig Angst und vermutet, der Hafen sei wegen einer Extrempreissteigerung leer.
Wir nehmen Steg 10 mit bester Sicht.
Katleens Familie kommt. Es gibt ein Wiedersehensgrillen mit Doko.
Over und aus.
[google-maps width=550 height=200]
Juli.′ 14 26
Morgen kommen die Eltern von Katleen zu Besuch. Wir müssen also sehen, dass wir wieder nach Marstal kommen.
Alle Wetterberichte sagen Gewitter an. Schade. Wir legen trotzdem ab und weichen in Schlangenlinienfahrt den Gewitterzellen aus. Drei von diesen fiesen Blitzdings Teilen treffen wir auf der Fahrt. Aber per Internet mit Regenradar bleiben wir weit genug weg. Nur den Regen bekommen wir ab.
Wir schaffen aber trotz allem einen Trip von 47 sm und landen in der Traumankerbucht westlich von Aerosköbing. Sandgrund. Badestrand. Quallenfrei.
Blitz und Donner
[google-maps width=550 height=200]
Juli.′ 14 25
Übermorgen soll es Südwind geben und wir haben noch zwei Tage, um nach Marstal zu kommen. Also müssen wir früh los und uns von der Hitch wieder verabschieden, die es gen Norden zieht. Wir haben den Wind perfekt von achtern und zischen die 40 Seemeilen mit 6 Knoten Richtung kleiner Belt. Kurz vor Bogense kommt uns die SY Dirk mit Matthias und Claudia entgegen. Wir bergen die Segel, da wir ein Ankerlicht von Busses, das wir bestellt hatten, per Kescher übernehmen wollen. Das Manöver klappt gut, und wir setzen wieder Segel in Richtung Middelfahrt.
Im Hafen geht Kater Konrad mal wieder seit langem an Land. Vorsichtig sich umschauend betritt er den Steg und sieht als erstes einen Hund dort liegen. Sein Fell sträubt sich, er ändert die Richtung und flitzt auf die Steine. Dort geschützt beobachtet er seine Umgebung. Als wir nach dem Grillen und der Hamsterrolle wieder an Bord kommen, schläft er seelenruhig im Cockpit. Gegrillt haben wir mit Hauke und Claudia vom PTSK, die wir zufällig im Hafen trafen.
Over und aus.
[google-maps width=550 height=200]
Juli.′ 14 24
Morgens machen wir in Nyborg zum Wasserbunkern fest. Anschließend machen wir den langen Schlag nach Korshavn. Kurz vor Nyborg winken zwei Kuttersegler mit Tampen, so dass wir jeder einen in Schlepp nehmen. Zum Glück muss die Hitch aufgrund ihrer Masthöhe einen Bogen fahren, um durch die große Brücke zu kommen, dadurch können wir unser Wettrennen halten und werden erst kurz vor Korshavn wieder eingeholt.
Vor Anker wird das Grillgeschirr klar gemacht und wir paddeln zur Halbinsel, um dort zu grillen. Die Kinder spezialisieren sich auf die Knochensammlerei. Ganze Fischgerippe werden gefunden und zusammengepuzzelt. Wahre Schätze sind darunter, so dass sie einen Tauschhandel entfachen. Die Riesenrippchen, die leider extra scharf gewürzt sind, bleiben an den Großen hängen, die tapfer bis zum Schluss alle Sandgechrunchten Rippchen abnagen. Der Himmel beschenkt uns mit einem Sonnenuntergang zum Niederknien.
Sun and Down
[google-maps width=550 height=200]
Juli.′ 14 23
Das Standardprogramm: Mühle, Schloss, einkaufen, waschen, Stor Hot Dog. Nur dieses mal alles per Dinghi. Wir fahren, völlig überladen, gegen den relativ starken Nordwind in das hinterste Hafenbecken und werden klitschenass. Irgendwie haben wir die Entfernung unterschätzt. Aber es ist brüllend heiß und so sind die Hosen schnell wieder luftgetrocknet, nachdem wir im hintersten Hafenbecken von Nyborg unsere Schlauchboote festgemacht haben. Jule bleibt mit ihrem Hinkefuß am Hafen, pendelt zwischen Waschsalon und Duschsalon. Alle anderen machen sich auf den Weg zum Schloss, das älteste in Dänemark. Eine Viertelstunde vor Schließung kommen sie an und dürfen so ohne Eintritt eintreten und durchflitzen, um die vielen Überhangklos zu suchen, die dieses Schloss zu bieten hat. Anschließend wird der Wasserturm besichtigt und die Kinder spielen um den Turm herum verstecken. Die beiden Käptns erklären den Kindern die Spielregeln mal richtig, so mit „Mi“ und Zurücklaufen und Freischlagen und so. Die besten Versteckspieler sitzen immer am Steg, sagen die Matrosen.
Zurück am Hafen ist Jule fertig und wir entern die Pölserbude. Riesenhotdogs und extra kühle Getränke sind unsere Beute. Was für eine Hitze.
Mit der Pölserbude geben wir uns aber nicht zufrieden, wir entern auch den Supermarkt und schieben schließlich jeder 8 Einkaufstüten zu den Schlauchbooten. Wie vor 2 Jahren in Peniche/Portugal, als Steffi und Jule für die Überfahrt nach Porto Santo einkauften, stopfen wir alles in die zwei Schlauchboote und machten uns tiefbeladen, aber mit Rückenwelle auf den Weg zum Ankerplatz. Motoren Richtung Horizont.
Over und aus.
Juli.′ 14 22
Der NE wird schwächer. Wir verabreden, mit der Hitch-Hike-Heidi nach Nyborg zu segeln.
Kreuzen, kreuzen, kreuzen. Kein langes und kein kurzes Bein – Nein. Voll gegenan.
Ludeborg, Dagelökke und Lohals werden lange begutachtet und für einen Kreuzabbruch in Betracht gezogen. Über UKW halten wir zusammen mit der Hitch unsere Kreuzmotivation aufrecht.
Wir schaffen die Mühlenbucht in Nyborg und verglühen am Cobb.
Kreuz und Schlach
[google-maps width=550 height=200]
Juli.′ 14 21
Wir liegen immer noch in Thuröbund. Auf dem Ankerseil konnte man heute Nacht Gitarre spielen, so wie Olaf auf seinem Felsen (www.wearesailing.net) in Göteborg.
Wir warten auf die Hitch und hatten so gar schon VHF Kontakt. Allerdings hindern die 30 Knoten Wind weiterhin an einem Zusammentreffen.
Mit Pinta fahren wir in den Wald: Schaukeln an den Bäumen und später überm Wasser.
Aber morgen soll sich der Wind soweit reduzieren, dass es weiter geht nach Norden geht.
Wind und warten.
Juli.′ 14 20
Die beiden Matrosienen haben heute Nacht draußen geschlafen. Sie haben es zumindest versucht… Die Party von dem angrenzenden Zeltlager am Ufer versorgte uns noch bis in die Morgenstunden mit reichlich Musik. Und wenn gerade Lärmpause war.. legte sich Kater Konrad mitten auf den Bauch oder biss in den großen Zeh. Oder so. Trotz allem wachten die beiden putzmunter auf und sprangen gleich in die kühlen Fluten. Der Wind hatte zugenommen und zauberte ziemliche Wellen auf das Wasser.
Wir frühstückten und beschlossen, heute hier zu bleiben. Schlafanzugtag. Lesen, chatten- mit Maja in Schottland, Blog von Tamora auf den Fidschis verfolgen. Schlafen. Und Doppelkopf spielen. Kathleen wurde in die hohe Kunst desselben eingeweiht und gewann prompt 8 Spiele hintereinander. Tze. Und dann sprangen die beiden wieder vom Schiff ins Wasser, Leiter hoch, über das Schiff, Sprung ins Wasser in einer Endlosschleife. Die Quallen störten nicht mehr, ist ja auch nur dickes Wasser. Kätn, was gibt’s neues von heute? Ein tiefenentspanntes Handheben ist die Antwort. Kathleen haut sich ständig auf den Kopf, um das Wasser aus dem Ohr zu kriegen. Julita buchstabiert „doofe Idee“ nach Schottland. Kater Konrad lechzt nach Thunfisch. Kathleen fragt zum hundertsten Mal: Wann spielen wir Doppelkopf? Dazwischen haut sie sich weiter auf den Kopf. Stefan winkt. Julia tippt. Maja gongt Julita an.
Karlchen und Fuchs
Juli.′ 14 19
Wir füllen alles auf. Strom, Wasser, Essen und verlassen diesen Hafen. Hafenkoller – nach einem Tag – nicht schlecht Aerosköbing. Der Kontakt zur Hitch kann nicht hergestellt werden. Noch einen Monsterhafen tun wir uns nicht an – also nicht nach Marstal – gegen den Wind. Die Röde Orm segelt weiter nach Norden in den Svendborgsund. Traumhaft. Wir erinnern uns an eine spanische Ria, eine Bucht in der wir dachten, das sieht hier aus wie in Dänemark. Mit dem blauen Himmel hier im Moment, ist es wie an der spanischen Westküsten langzufahren. Traumhaft idyllisch. Man kann beobachten, wie niedlich die kleinen Jetskyläufer um die auslaufende Fähre herumtollen und mit den Wellen spielen.
In der Thuröbund Bucht fällt der Anker. Die Matrosienen fädeln mit dem Bootsmannsstuhl die fehlenden Leinen am Mast ein, anschließend schaukeln sie über dem Wasser quietschvergnügt. Der Kpt. repariert das lockere Backskistenscharnier, der Teakbesatz ist einfach zu schwer – nun wird durchgebolzt.
Die erste Offiziöse heult schon den ganzen Tag rum, wenn sie ihr Buch aufschlägt. Muss schlimm sein – Zwiebelpapier – oder so.
Trotz Glibberquallen tut eine Abkühlung gut. Der Wasserpass war auch schon wieder unschön. Und immer wieder besonders hartnäckig ist die Kojenaußenwand des Kpt. – Komisch.
Thurö und bund
Juli.′ 14 18
Wir versuchen mit der H-H-H zu kontakten. In den Zeiten in denen die Handys immer kleiner werden, gar nicht so einfach, ständig piept irgendein Messager nur nie ist es die Trommel-SMS der Hitch (Spezialklingelton).
Marstal war abgemacht, wir machen uns auf den Weg. Gegen Strom, Wind und Wellen kämpfen wir uns Richtung Osten, also unser Motor. Dann kommt das Abbruchzeichen der Hitch. Sie kommen nicht. NICHT??? Der Kpt. glaubt, es ist alles nur „show“. In Wahrheit ist die Hitch-Hike-Heidi nach ihrer Sanierung noch gar nicht wieder im Wasser. Aber anscheinend geht es nur um irgend so ein US-Car-Autoradio-Adapterkabel, also gar kein Problem – quasi.
Wir brechen unseren Kampf gegen das Meer ab und laufen in Aerosköbing ein. Mit ein bisschen Pollerbiegen finden wir ne passende Box. Die Sonne brennt. Das Thermometer steigt unaufhörlich. Der kühlende Supermarkt rettet uns.
Wir gesellen uns auf dem „gemütlichen“ Schotterplatz zu den grillenden Dänen.
Schotter und Staub
[google-maps width=550 height=200]
Juli.′ 14 17
Die beiden Matrosinnen wachen munter auf und machen sich auf Abenteuerfahrt zum Brötchen holen. Am Steg treffen sie auf einen Surflehrer, der sagt, dass sie sich mit Brötchen holen beeilen sollen, weil gleich der Surfkurs beginnt. Also flitzen sie in den Supermarkt und sind flugs zurück. Der Surflehrer bittet sie darum, sein Boot von der Boje zu holen. Klaro, schon unterwegs. Leider ist das Boot ziemlich schwer und es ist nicht einfach, es zu ziehen. Juli und Kati fahren Schlangenlinien und kommen dem flachen Land gefährlich nahe. Schnell wird der Motor hochgeklappt und die Paddel werden gezückt. Gerettet. Doch dann will der Motor nicht mehr anspringen. So bietet der Surflehrer an, die beiden zum Schiff zu schleppen. Wir gucken ziemlich verdattert, als wir den Schleppverband auf uns zukommen sehen.
Nach dieser Aufregung gibt es ein ausgiebiges Frühstück in der Sonne. Anschließend springen die Kinder ins Wasser, zur Abkühlung.
Mittags holen wir den Anker auf. Ostwind. Kurs Nord. Die Matrosinnen machen Picknick im Dingi. Die Röde Orm schlendert mit 2-3 Kt. Lyo entgegen. Kurz vor Sonnenuntergang fällt der Anker.
Sonnenerschöpft und aus.
[google-maps width=550 height=200]