Aug..′ 19 31

Der letzte Tag im August. Hier im Norden vom Kap ist es schon ganz schön kühl – 19 Grad oder so – fast herbstlich 😉 . Der Kptn. studiert mal wieder das Wetter und stellt fest, dass es hinterm Kap, 33sm entfernt, 5 Grad wärmer ist – unglaublich.
Der Wind ist auch super für heute (nämlich vorhanden) – jedenfalls ab Mittag. Und tatsächlich, bis mittags motoren wir dem „Ende der Welt“ entgegen – dann kommt Wind – erst 12 – dann 15 – dann 20 Knoten – Wir segeln ! … um das Cabo Finisterre herum. Eigentlich wollten wir am Ende der Welt noch einen Fisch fangen – aber die einheimischen Flossenträger mögen wohl unseren Ostseeköder nicht. Schade eigentlich.
Der Wind pustet uns weiter in die „Ria de Muros e Noia“. Ein richtig schöner Segeltag.
In Muros nimmt uns „Klaus“ die Leinen an. Er ist Deutscher und hier der Hafenmeister. Total nett.
Der Supermercado ist direkt am Hafen – praktisch. Die Crew fällt über eine Tapasbar her – diesmal lassen wir die Tortilla weg – gibt’s sowieso nicht.
In der Nacht fängt es schon an zu pusten.
Herbst und Sommer
Aug..′ 19 30
In zwei Tagen soll das hier oben am Kap ordentlich pusten, so dass wir wohl so ne Woche festhängen würden. Also machen die die Røde Orm seeklar und laufen aus La Coruna aus. Wir motoren bei Schlappiwind. Egal – Hauptsache nirgends festhängen. 50 Meilen muss der Kuddel verknusen und bringt uns nach Muxia. Wir laufen zur passenden Tapasuhrzeit im Hafen ein und werden mit Livemusik begrüßt. Der Hafen ist leergefegt, die Promenade auch. Als wir uns der Musik nähern, sehen wir, hier sind die ganzen Spanier. In den Tapaslokalen, die um die Bühne drapiert sind. Leider macht die Band gerade Pause und eine DJ macht Musik.. eher Krach. Die Erste stopft sich sofort Ohrenstöpsel in die Ohren. Die Tapas sind suuper, nur die Riesentortilla schaffen wir nicht ganz. Pünktlich mit der Rechnung beginnt die Band zu spielen. Wir genießen die Musik im Cockpit.
Morgen planen wir „das Ende der Welt“ zu umrunden – vielleicht bis Muros – dort kann uns der angekündigte Starkwind nicht mehr ärgern und wir haben noch viele tolle Rias vor uns.
httpv://youtu.be/zJwW3-dNw1g
Beim Motorcheck merken wir, dass die Wasserpumpe etwas tropft – Kuddel will auch gepflegt werden. Leider haben wir keine „Simmerringe“ dabei – Irgendwo finden wir bestimmt demnächst passende Ersatzteile – spätestens in Vigo.
Tapas uns Musik
Aug..′ 19 29
Das Auffüllen unserer „German-Gas-Bottle“ hat ja bislang in Enland und Frankeich nicht geklappt. Uns wurde aber von vielen Seglern gesagt, dass es in Spanien klappen soll.
Für La Coruna können wir das schon mal bestätigen.
Im Hafenbüro (La Coruna – Real Club Nautico) bekommen wir einen Zettel mit Adresse der Füllstation:
Arbudes, carretera de Mesoiro, 8. Poligono de Pocomaco.
Das ist in einem Gewerbegebiet etwas außerhalb an einer Schnellstraße. Daher haben wir es nicht mit dem Fahrrad versucht, sondern mit dem Taxi ( 8€ pro Fahrt) Die Taxen dürfen aber wohl eigentlich keine Gasflaschen oder nur ganz kleine befördern. Auf dem Hinweg war die Flasche ja gut in der Tasche versteckt… Es hat allerdings etwas Überredungskunst gekostet, damit der Taximann uns wieder mit zurück zum Hafen nimmt – ein Leihwagen wäre vielleicht besser gewesen.
Die Flasche wurde vor Ort an einer LPG (Spain: GLP) Tankstelle mit einem Adapter gefüllt – ging Ratz Fatz.
1 Liter Flüssiggas wiegt ca. 510g… Bei einer 5kg Füllmenge, sollte man unter 10 Liter Gas Schluss machen – die Flasche hat zwar noch hinter der roten Kappe (s. Foto) ein Sicherheitsventil, so dass sie abbläst, wenn sie zu warm wird oder sowas…. – nur mal so.
Krawumm und weg.
Aug..′ 19 29

Der Kptn. hört nur Fahrradtour am Frühstückstisch – dann denkt er an die brennende Sonne und die Mittagshitze und die verlorene Siesta. Die Beine werden ganz schwer, die Nase blass – er fängt an zu husten. Die Erste erwähnt mögliche E-Bikes, gerade als sie ihm die Schnabeltasse mit dem Pfefferminztee reichen will… Dem Kptn. geht’s dann zunehmend besser und er erzählt etwas von isotonischen Getränken und dreifachen Akkuladungen… Die Bikes am Hafen in La Coruna sind auf jeden Fall der Hammer. Wir bekommen einen coolen Tourvorschlag vom E-Bike-Heini – Kurs Torre de Hercules mit prächtigen Ausblicken.
Die Bikes haben soviel Power, dass der Kptn. durchgehend im ersten Gang nur angedeutet treten muss – es sieht ein bisschen lustig aus, wie er in Zeitlupe tritt, aber mit 25 km/h die Hügel auf und ab düst – Tiefenentspannt.
Durch die unglaubliche E-Bike Geschwindigkeit sind wir pünktlich zur Siesta wieder an Bord. Vorher machen wir die Körbe der Bikes im Supermercado noch randvoll.
Es folgt eine weitere Gasepisode (s. GB und FR). Der Kptn. und sein Fru verstecken die „German Gas Bottle“ in der Hackenporsche Tasche und schummeln sie in das Taxi zur Füllstation. Der Taxifahrer guckt etwas verwirrt als wir an der Adresse sind und bekommt leichte Panik. Die Erste redet ihm gut zu und beruhigt ihn, er solle doch warten und uns wieder mit zurück nehmen… Derweilen geht der Kptn. mit der Buddel zur Befüllung – es läuft – die füllen da echtes Gas rein. Sauber!!! – Des Kptns. Fru hat den Taximann derweilen weichgeklopft und etwas von einer „ganz kleinen Gasbuddel“ erzählt – er nimmt uns also wieder mit zurück – ohne größere Explosionen oder so etwas.
Ein paar Kilo Früchte verkauft uns die Fruteria und die Waschmaschine im Hafen muss auch nochmal ran – Aufbruch.
Wir planen morgen mal weiter zu segeln – etwas – nicht zu weit…
Mojito und aus.
Aug..′ 19 28

… die Kuh heißt bestimmt Olé … – Ja wir haben es geschafft. Um 9h haben wir in A Coruna angelegt – sind gleich in den Stadthafen durchgefahren.
Nur ein kurzer Besuch in dem Hafenoffice – dann aber schnelle wieder zurück in die Koje – ein bisschen Schlafdefizit aufholen.
Um 16h ist die Siesta vorbei – dann können wir uns richtig anmelden. Hier muss man alles mitbringen – Schiffspapiere, Ausweise, Versicherungsbescheinigung… – Es wird – meint der Kptn. gesehen zu haben – eine Akte angelegt 😉
Der Kptn. durchsucht die Stadt nach etwas Essbaren. Aber von 16h – 20h haben alle Tapasbars in der ganzen Stadt geschlossen. Dem Kptn. hängt der Magen zwischen den Kniekehlen, aber es gibt nix zu holen. Das Gejammer ist groß.
Der Kptn. ist sich nicht sicher, wie es passiert ist, aber die Zeit bis 20h ist irgendwie vergangen. Wahrscheinlich ist er einfach 4 Stunden in eine Art Hungerkoma gefallen.
Die Crew berichte zwar von einem Ausflug an den Stadtstrand und der Kptn. hätte doch auch Fotos gemacht usw. – Kleinhirnmodus? – Keiner weiß Genaues.
Ab 20h in irgendeiner Tapasbar kommen die Erinnerungen zurück – das Erste war das Pulpohäppchen, eine Gamba und ein eiskaltes Estrella Galicia (mit Tropfen am Glas).
Der Rest ist wieder irgendwie verschwommen.
Muschi und Sportplatz
Aug..′ 19 27

Die Nacht ist gut gelaufen – keine Schiffe in Sicht. Der Wind hat gut durchgehalten und uns mit 4-5 Kt. Richtung Spanien gepustet. Es war noch finsterer als in der vorigen Nacht. Horizont und Meer waren nicht zu unterscheiden, der Rundumblick zeigte Schwärze. Delfine, die ums Schiff sprangen, wühlten eine von Leuchtalgen glitzernde See auf. Der Käptn wachte beim Sonnuntergang und beim Sonnaufgang. Die Erste dazwischen. Kein Schiff in Sicht, nur das Ebook glühte. 300 Seiten sind in so ner Nachtwache ja nichts. Während das Schiff so im Nichts schaukelte, weilte die Erste in einem spannenden Roman über ein Schlosshotel im tiefsten Winter. Es brauchte ein bisschen, der Szenenwechsel beim viertelstündlichen Rundumblick war enorm. An das gleichmäßige Hin- und Herschaukeln vorm Wind haben wir uns inzwischen gewöhnt.
Am Morgen ist endlich mal blauer Himmel zu sehen. Leider sagt der Wetterbericht über Funk, dass ab dem Nachmittag der Wind seinen Dienst quittieren soll.
Wir haben jetzt noch so um die 100 sm bis nach La Coruna. Morgen früh sollten wir also dort sein. Mittags setzen wir Nudeln auf und testen den Herd, der Nudeltopf schaukelt zuverlässig mit, immer in der Waagerechten. Die Flaute setzt ein und die Crew wird übermütig. 5000 m Wassertiefe? Kein Problem, es ist so schön blau. Kopfüber stürzen wir uns in die Fluten und lassen uns auf den Fendern, die hinten raus hängen, mittreiben. Herrlich!! Anschließend gibt es ein Sonnenbad auf dem Vordeck. Mit Inges Kuchen.
Gegen Abend kommen die Regenwolken auf uns zu.
Durch die letzte Nacht.
Over und aus.
Aug..′ 19 26
Mit Sonnenaufgang sind die ersten 100 sm geschafft – also mal so 1/3 der Überfahrt.
Der Wind nimmt auch etwas zu. Aus den 4,5 Kt. werden 5-6 Kt. – Leider auch etwas Regen.
Gegen Nachmittag beginnt es zu regnen. Die Erste schafft es nicht mehr, die Regenhose zu suchen und entledigt sich kurzerhand der Klamotten an den Beinen.. so reicht eine Regenjacke. Der Regen prasselt nur so herab. Bald sehen und hören wir eine Gewitterzelle und nun reichts. Wir nehmen reißaus, Kuddel kommt ran. Das passt ganz gut. Die Batterie ist sowieso schon etwas runter (weil der Kptn. den Windquirl vergessen hat anzustellen). Und der Schleppgenerator braucht ganz schön lange… Also motoren wir 2 Stunden und lassen das Gewitter und den Regen in viel Abstand hinter uns.
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Um 19.30 Uhr haben wir Halbzeit. Jetzt liegen noch 163 sm vor uns. Wenn der Wetterbericht hält, was er verspricht, können wir noch bis morgen mittag segeln. Jetzt ist auch kein anderes Schiff mehr zu sehen, weder am Horizont noch auf dem AIS. Letzte Nacht mussten wir mehreren Schiffen ausweichen, bzw. sie auf uns auf uns aufmerksam machen. Ein Segler kam mit seinem grünen Licht bedenklich nahe, bis er endlich sein AIS anstellte und damit bei uns auf dem Monitor erschien. Vorher hatte die Erste wie wild ins Segel geleuchtet. Vielleicht hat ihn das gleißendhelle Dreieck in der stockdunklen Nacht im Cockpit geweckt. Das Schiff tanzte wie wild herum, rot und grün wechselten sich ständig ab. Als er uns endlich wahrnahm, wechselte er den Kurs glatt am Heck vorbei.
Wir schaukeln in die nächste Nacht, in der Hoffnung auf einen Sternenhimmel.
Over und aus.
Aug..′ 19 25

Kein Wecker klingelt – das ist irgendwie gut so – was macht schon eine Stunde mehr oder weniger. Der Kptn. darf nochmal das Wetter checken. Sieht gut aus – keine Gewitter zu sehen. Segeln sollte an 2 von 3 Tagen klappen – Wir müssen allerdings mit einer Motorfahrt starten.
Die Reste werden noch verstaut und die Kojen vorbereitet.

Um 9.15h legen wir ab und fahren Richtung Süden. Kuddel läuft ruhig und gleichmäßig vor sich hin. Ein paar andere Segler sind auch auf dem Kurs nach Süden – beruhigend. Um Mitternacht etwa haben wir die Kante erreicht – Tiefes Wasser auf der Biskaya.
Over und aus
Aug..′ 19 24

Der Kptn. dreht wieder am Rad und vergleicht die verschiedenen Wetterprognosen für die Biskaya – Leider unterscheiden sich die Gribs mal wieder etwas…
Aber heute legen wir sowieso nicht aus Camaret-sur-Mer ab. Vielleicht morgen Mittag. Die Erste verbietet dem Kptn. sich bis heute Abend weiter die Wetterbildchen anzugucken – Kopfzerbrechen verboten.
Wir bereiten alles für die Überfahrt vor… Sup einpacken – KuBu einpacken – Diesel holen – Wasser tanken, Öl checken usw. usw.
An Land spielen sie Weihnachtslieder – wir sind etwas verwundert, aber es ist ja der 24…
Klaus, der Nachbarsegler, erzählt uns, da hätte es einen Wettbewerb oder Karnevalsumzug oder so etwas gegeben – wir haben da wohl was verpasst vor lauter Vorbereitung.
Der Abendspaziergang entspannt etwas und lässt die Biskayaaufregung im Kopf etwas verblassen.
Over und aus.
Aug..′ 19 23
Neben dem U-Supermarkt an der Tankstelle in Camaret-sur-Mer war gestern ein großes Gasflaschenlager zu sehen – vielleicht haben wir heute Glück mit der Flaschenfüllung. Unser Hackenporsche ist super für die Flasche. Leider werden die Flaschen dort natürlich wieder nur getauscht und nicht befüllt. Der Tankwart weiß auch leider von nix und wo wir evtl. ne Füllung bekommen können.
Die Experimente eine FR-Flasche zu kaufen und mit einem Schlauch direkt zu verbinden, lassen wir mal weg. In Spanien klappt die Gasfüllung bestimmt besser. An Bord switchen wir auf E-Betrieb um. Wir haben ja ne E-Herdplatte und n E-Wasserkocher.
Warum in der good old Germany so viele Leute erzählt haben, Gas wäre ja so toll und überhaupt kein Problem es nachzufüllen, versteht der Kptn. gar nicht – vielleicht haben auch alle nur von dem vergoldeten Campinggaz geredet – das ist tatsächlich weder in GB noch in FR ein Problem.
Der Kptn. bastelt an einer automatisierten Zeitumrechnung – diese verrückten verschiedenen Zeiten machen ihn ganz wahnsinnig im Kopf – nun gibt es 3 Zeiten auf einen Blick – Ortszeit – UTC und deutsche Zeit. Hammer.
Die beiden wichtigsten Mittel, um ein Schiff am Laufen zu halten – WD40 und Panzertape – kamen heute wieder zum Einsatz. Diesmal bewegte sich etwas, was sich nicht bewegen sollte – also: Tape drüber. Ladegerät des lebensnotwenigen Bartschneiders ist jetzt wieder Einsatzbereit und die Haare ab.
Am Abend gibt es einen knallharten Sonnenuntergang mit Burger – Wahnsinn.
Over und aus.
Aug..′ 19 22
Die Crew der „SY-Sissi“ empfiehlt uns vor dem Ablegen noch den französischen „U“-Supermarkt in Camaret-sur-Mer. Wir satteln den Hackenporsche und nehmen viele Taschen und die dreckige Wäsche mit. Die tragbare Menge für den Rückweg wird von allen Crewmitgliedern hoffnungslos unterschätzt – wir haben Hunger und denken an 3-Tage Biskaya – schlechte Voraussetzungen für einen rationalen Einkauf – auf die Liste guckt auch niemand, sodass wir später bemerken, dass doch noch so 5-6 Dinge fehlen. Irgendwie kriegen wir aber den ganzen Krams in die Schleppbehältnisse verstaut. Auf halber Stecke Richtung Boot macht der Kptn. schlapp und denkt an Bert’s Empfehlung: Galettes und Cidre. Wir finden eine tolle Bar und bestellen genau dieses – zwei Personen – ein Krug eiskalter Cidre – aus Tassen… witzig.
Wir sind etwas benommen – war wohl doch etwas Alkohol im Cidre. Die Sonne brennt auf die Birne – es torkelt im Käptn., aber wir gelangen an Board, verstauen die 10.000 Dinge und holen den Barbecuefisch aus der Kühlung – nach den Galettes hätte es auch die halbe Portion getan – der Kptn. steht am Ende des Abends wieder kurz vor einer Eiweißvergiftung. Schlimm diese Erholungsphasen. 😉
Cidre und Sonne
Aug..′ 19 21

Als die Sonne aufgeht ist Frankreich in Sicht. Wir sind etwas benommen von der Nacht – auch Kopfschmerzen werden von einigen Crewmitgliedern gemeldet.
Die Frage, ob wir weiterfahren, stellt sich nicht so richtig – wenn wir nicht anlegen könnten, weil kein Land da wäre, wäre es bestimmt etwas anders – aber so – wir brauchen eine Pause.
Der Strom saugt uns durch den Chenal du Four. Mittags machen wir in Camaret-sur-Mer fest – Hier ist Sommer – alle reden französisch – wie sonst. Leider echt wenig Englisch – noch weniger als wir, falls das möglich ist.
Irgendwie klappt es trotzdem – wir kommen an unsere Dusch-Wifi-Müllcodes.
Der Kptn. wird genötigt, die Dusche in den Katakomben zu benutzen und sien Fru will ihm unbedingt die Mähne kürzen.
Die Sonne genießen wir und holen den Schlaf nach – schaukelfrei.
Over und aus.
Aug..′ 19 20

Um 5h kräht der Hahn an Land. Es ist aber noch duster. Umdrehen ist sehr gefährlich. Um 6h geht es dann ganz schnell – KuBu weg – Klapperschutz weg. Leine los.
Wir fahren noch an der Heimkehr vorbei und winken – es wird mit der TO-Flagge zurück gewunken… 😉
Ein paar Meilen müssen wir motoren, dann setzt der NW ein. Vollzeug – 4 Kt. Später dreht der Wind leicht auf Süd, wir können aber den Kurs gut halten und machen 5-6 Kt. Fahrt – hoch ran. Die Delfine springen um uns herum – die Sonne scheint – Frankreich wir kommen. Die KW-Funke funktioniert einfach grandios auf dem Wasser – perfekter Empfang. Die Wettermails flutschen nur so durch die Luft.
Bis 21h hält der Wind durch – das hatte der Wetterbericht auch vorhergesagt. Die Segel werden geborgen und wir motoren durch die Nacht.
Eigentlich ist die See glatt, nur der Schwell des Atlantiks kommt quer von der Seite. Wir werden hin- und hergeschmissen. Alles was irgendwie klappert und klackert wird festgetüdelt. Nur die Delfine freuen sich und jagen die ganze Nacht hindurch Fische in dem Licht unserer Buglaterne – wir hören sie unter Deck quietschen.
Wir taumeln auf Frankreich zu und heimlich wird uns eine Stunde geklaut.
Hin und her.
Aug..′ 19 19
Wir haben noch ein paar Dinge auf der Liste – Der Kptn. repariert den Federring an der Curryklemme der Großschot und die Erste näht den Großschotauffangbeutel wieder zusammen – es wurde vorher klar besprochen, wer – was machen möchte – eine geschlechtsspezifische Aufteilung ist rein zufällig.
Ein paar Faltkanister mit Wasser holen wir noch vom Townjetty und füllen den Tank wieder randvoll.
Das klingt nach ablegen? – Richtig.
Der Kptn. und sien Fru fahren zur Heimkehr rüber und besprechen das Wetter für die Fahrt nach Süden.
Sieht gar nicht so schlecht aus finden wir alle.
Der Trip nach Frankreich für Morgen/Übermorgen steht also.
Wir bekommen ein ausgedrucktes Steckenwetter – sogar gleich bis nach Spanien.
Das überprüfen wir aber am Mittwoch morgen nochmal, wenn wir bei Brest in der Gegend sind.
Der Start wird auf 5h festgelegt – na, ob das was wird…
Wir versuchen für den letzten Abend in Fowey einen Platz im Pub zu ergattern. Gar nicht so leicht. Die erste Absage bekommen wir schon am Telefon. Der Yachtclub hat Regattafest und nur Chili. Aber im Haveners bekommen wir nach etwas Wartezeit einen Tisch.
Der Kptn. ordnet nur leichte, verdauliche Kost an – wegen des Segeltörns – Es gibt also Fish & Chips und Burger.
Im Dunklen auf der Rode Orm packen wir noch das Dinghi ein und werden von einem lauten Knall aufgeschreckt. Der Kptn. hatte schon an eine PVC – Dinghi – Explosion gedacht – Aber zum Glück war es doch nur ein Feuerwerk. 500m entfernt – Wir recken die Hälse in die Höhe.
Toller Abschied.
Over und aus.
Aug..′ 19 18
Wir laden die Heimkehrcrew zum traditionellen skandinavischen 11er Kaffee ein. Leider haben wir noch nicht gegessen und frühstücken den Beiden etwas vor und Kaffee wollen sie auch nicht. Und außerdem sind wir ja nicht in Skandinavien. Wir sitzen also nur rum und schnacken – sehr nett. Dafür sind wir aber um 16h zum cornish cream tea eingeladen. Da alle Außenbedingen stimmen, gehen wir mal stark davon aus, dass es klappt.
Die Zeit bis dahin überbrücken wir mit dem Fiedeln einer zweiten Leekoje, der Kptn. macht die Windsteuerung klar – die wir bis jetzt noch nicht genutzt haben – und die Maschine bekommt eine Ölkontrolle – Alles ist wieder bereit zum Auslaufen.
Das Mittagessen haben wir über die harte Arbeit an Bord total vergessen – nun ist es aber schon eine Stunde vor 16h – vor Teatime.
Was soll‘s – Schnell noch nach Fowey und cornish pasties essen – passend zum späteren cream tea. Wir achten eben auf eine ausgewogene einheimische Ernährung.
Wir haben leider nicht bedacht, dass wir mit den Pasties im Magen etwas tiefer im Wasser liegen – daher kommen wir völlig durchnässt auf der Heimkehr an. Wir bewässern gefühlt sämtliche Handtücher an Bord der Heimkehr – eine Trocknung bei laufender Maschine im warmen Maschinenraum wird ausgeschlagen – der Tea wärmt ja von Innen. 😉
Wir haben ein bisschen Probleme, die Cream auf die Marmelade zu bekommen, das ist so üblich hier – wir geben dem Schwell die Schuld. Die Wölkchen im Ostfriesentee bereiten jedoch keine Schwierigkeiten. Lecker.
Was fehlt jetzt noch für einen ernährungstechnischen Abschluss? – Ein Pubbesuch – genau.
Zwei Stunden später hocken die beiden Crews an Land in einem Pub mit Yachtblick – wunderschön. Das Atlantic Pale Ale bereitet auf die nächste Überfahrt vor.
Guten und Appetit