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Juni.′ 21 30

Ein Hallöchen in die Runde,
wir sind unter Segeln wieder unterwegs seit heute 15:00 Uhr. Gestern ein Schleichen vor dem Wind in sehr hohem Schwell auf den Parkplatz, wo wir dann ohne Segel einen Kreis mit 4 sm getrieben sind. Gestern noch ein Versuch den Motor zum Leben zu erwecken, aber wir haben aufgegeben. Wir haben uns in Demut geübt und die Rolle als Segler angenommen in der wir doch unterwegs sind. Wir haben die Ruhe genossen, uns nichts vermiesen lassen und einfach auf den Wind gewartet. Jetzt ist die Hochstimmung wieder zurück und den Rest der 228 sm sollte doch in 2-3 Tagen zu schaffen sein.
Mit besten Grüßen der Crew aus den Weiten des Atlantiks,
Uwe

Juni.′ 21 28

Ein Hallöchen in die Runde,
wir segeln, aber wir haben Probleme mit dem Motor. Alle Filter gewechselt und wir kriegen ihn nicht entlüftet. Jetzt gibts Essen, ein kleines Bier, eine ruhige Nacht und morgen noch mal an das Problem.
Beste Grüße aus den Weiten des Atlantiks,
Uwe

Juni.′ 21 27

Ein Hallöchen in die Runde,
die Winddrehung ist da und endlich können wir jedenfalls sauber La Coruna anlegen in 426 sm. Das sind, wenn es gut läuft, 4 Tage und wir würden so am Donnerstag ankommen. Wir sind dann ca. 12 Tage unterwegs auf unserer Kreuzfahrt und wir können dann auch gut mal eine Pause vertragen. Bernd und ich haben diese Strecke ja schon mehrfach gesegelt, aber so wie dieses Mal haben wir uns noch nie abgemüht. Nachdem wir unseren Plan, wegen der Corona Lage in GB, auf die Scillys / England zu segeln aufgegeben haben, war unsere Entscheidung Camaret-Sur-Mer anzusteuern. Dann kam die Motor Dramatik und der Wind wollte nicht so wie wir, im Spaß war an Bord Wortgebrauch: „OK dann halt Lissabon“, und jetzt haben wir uns für La Coruna entschieden. Kurze Pause und weiter nach Camaret-Sur-Mer. So der Plan und er wird wohl vom kommenden Wind unterstüzt.

Heute morgen erreichte uns diese Mail die ich euch gerne weitergebe. Wir werden auch in den Schweizer Alpen wahrgenommen von Niklaus, mit dem HAM Rufzeichen: HBXXXX

Mit unseren besten Grüßen aus den Weiten des Atlantiks
Uwe

Lieber OM DXXXX

Ich bin der Sysop des 20m Winlink Gateway von HBXX.
Ich hoffe die Verbindungen auf unseren Gateway von da weit draussen auf dem Meer sind zufriedenstellend.

Der Gateway steht hier im voralpinen Emmental auf einer Anhöhe rund 800m über Meer.
In der Beilage sende ich ein Bild der 20m Antennenanlage des 20m Gateway.

Ich habe deinen Standort gesehen.
Wie ich sehe, bist du recht weit draussen auf dem Meer!
Ich hoffe dein Motor läuft nun wieder ordentlich und hält durch bis du wieder an Land bist!

Ich wünsche dir stets gute Wetterverhältnisse und nicht zu starken Wellengang!

Mit besten 73 aus dem Emmental
Niklaus, HBXXXX

Juni.′ 21 26

Ein Hallöchen in die Runde,
vom Himmel hoch jauchzend und zu Tode betrübt. Es liegt alles so dicht beieinander. Gestern ein super Segeltag mit Beschallung von DIRE STRAITS in die Nacht hinein, ab 01:30 Uhr dann Flaute und wieder mit dem Motor dem Wind entgegen. 02:00 Wachwechsel, ich Uwe, darf endlich 4 Stunden durchschlafen. Um 03:00 Uhr stirbt das Motorgeräusch mit langsameren Herzschlag, dann Stille. Scheißeeee! brüllt es aus meiner Koje und die Nacht war zu Ende. Der Fehler war schnell gefunden, in der Motorbilge lag eine lange Schraube mit in Volvo-blau lackiertem Kopf. Die hatte sich am Gehäuse des Dieselfilters gelöst und der lag eingeklemmt am Motor. Dabei wurde durch die Vibration von einer scharfen Kante ein kleines Loch in den Filter gedrückt und der Motor zog Luft. Gehäuse wieder angeschraubt, Filter gewechselt und entlüftet nach Volvo Handbuch. Verflucht, und er wollte nicht kommen. 600sm vor dem Hafen und kein Wind, geile Wurst. Morgens dann Julia und Stefan in ihrem Urlaub gestört und es kam dann, von Stefan der entscheidene Tipp, den er uns in seinen Anleitungen vorenthalten hatte. Nach Degenhard: „gesagt, getan und Ärmel aufkrempeln, angepackt“ noch einmal entlüftet und in den Morgen um 08:00 Uhr erhob sich ein Motorgeräusch, erst stotternd und dann immer gleichmäßiger laufend. Zwei sich jugendlich, anlachende Gesichter von zwei alten Männern, die sich abklatschten. Ich, mein befreienden Schrei ausstoßend, und es ging weiter. Der Wind kam auch wieder, aber die Richtung ist halt nicht so optimal. Aber das wird dann ein anderes Thema morgen.
Beste Grüße vom Atlantik,
Uwe.

Juni.′ 21 25

Ein Hallöchen in die Runde,
wir sind weiterhin unterwegs. Gestern langsam aus der Nacht, zum Wachwechsel 2 kn Fahrt, Genua eingerollt, Groß ins 2. Reff und die Maschine an, dem Wind mal wieder entgegen. Der Wind kam aus dem grauen verhangenen Himmel, Motor aus, Segel raus und wieder Segeln. Teilweise dann dichtester Nebel, Regen, viel Regen, zunehmender Wind später 20 und mehr Knoten und wieder reffen. Halt das ganze Programm wieder in die andere Richtung.

Eingesperrt im Salon in der hohen Luftfeuchtigkeit haben wir uns dann wieder mal mit lachenden Mundwinkeln gefragt: “ Warum tun wir uns das eigentlich an?“ Die ganze Nacht Rauschefahrt durch die graue, feuchte Pampe und dann der Morgen mit der Ankündigung eines strahlenden Tages der uns für alles entschädigt, was wir uns so die letzten Tage angetan haben.

Es ist der Traumsegeltag geworden auf den wir gewartet haben. Und es ist Bergfest zum nächsten Etappenziel, den Scillys. Noch sind es 617 sm, drei mal die Strecke Soenderborg an der Flensburger Förde nach Roenne auf Bornholm. Bergab soll es ja schneller gehen. Zwei ganz kleine SAGRES 0,2l sind kaltgestellt und warten heute Abend geköpft zu werden. Ihr seht die Stimmung ist gut und die paar Meilen sollten doch auch bald abgerissen sein.

Mit besten Grüßen aus den Weiten des Atlantiks,
Uwe.

 

PS. Nachtrag von der Landcrew. Nach den Nachforschungen von Jule und Stefan beim TO und mehreren befreundetet Seglern werden Uwe und Bernd nun wohl doch UK meiden und lieber FR anlaufen. Die C-19 Bedingungen und der wohlverdiente Landgang sind in FR viel einfacher geregelt.

Juni.′ 21 23

Hallöchen in die Runde,
erst mal das Unschöne vorneweg, es ist ein grau verhangener Himmel, es hat geregnet und der Niedergang war verrammelt. Aber seit gestern segeln wir immer schön vor der an Steuerbord ausgebaumten Genua, ein echtes Rolling Home und alles unter der schmachtenden Gitarre von Eric Clapton, meinem bevorzugten Gitarristen mit seiner Band. Zum Glück in dieser digitalen Zeit, muss ich nicht mit ihm immer einen Termin zum gemeinsamen Spiel ausmachen.

Wir sind gut unterwegs und leider werden wir zur Nacht den rollenden Kurs verlassen und auf einen östlicheren gehen. So soll das dann wohl bis Freitag durchhalten. Mal sehen was dann kommt. Wir haben ja keine Krähe an Bord, die wir in den Kaffeesatz setzen können und die uns dann sagt, wie es weitergeht. Zur Zeit sind es noch 831sm bis zum Bishop Rock vor den Isles of Scilly. Bernd war da zuletzt vor 23 Jahren, bei mir wäre es der erste Besuch. Mal sehen ob das Wetter einen Besuch zulässt oder doch wieder Falmouth der erste Hafen wird.

Beste Grüße von uns aus den Weiten des Atlantiks,
Uwe.

Juni.′ 21 22

Ein Hallöchen in die Runde,
wir jockeln mit der Dieselgenua dem Wind entgegen, das heißt wir haben den Anfang des Windes schon so gut wie erreicht. Die Nacht wird wieder gesegelt. Wir sind zwar nicht auf der Flucht, aber das warten in der Flaute auf den Wind wollten wir uns nicht antun. Außerdem befinden wir uns jetzt in einer besseren Position.
Mit besten Grüßen aus den Weiten des Atlantiks,
Uwe.

Juni.′ 21 21

Ein Hallöchen in die Runde,
gestern noch ein wilder Ritt, jetzt warten auf den Wind und wir treiben in der alten sehr hohen Dünung. Die Genua ist weggerollt, wir sind frisch geduscht, obwohl es noch gar nicht so sehr nötig gewesen wäre, frische Wäsche, ein Wohlfühlprogramm. Ein Gefühl wie in den Hundsbreiten, kratzen am Mast, Beschwörungen der höheren Mächte und die Hoffnung, irgendwann wird es weitergehen. Essen, schlafen, lesen, Löcher in die Luft gucken und Kopfkino lösen sich über den Tag miteinander ab. Unsere Hoffnungen liegen auf Dienstag mit neuem Wind.
So weit so gut mit den besten Grüßen aus den Weiten des Atlantiks,
Uwe.

Juni.′ 21 20

Ein Hallöchen in die Runde,
um 15:00h sind wir auf den anderen Bug gegangen, mit der Spitze nach Westen. Wir haben erst mal beigedreht und die hintere Backskiste gelenzt, den Abfluß freigelegt und in dieser Soße abgelöste Etiketten, Plastikfolie und alte Campinggasflaschen fachgerecht entsorgt. Mit der kommenden Winddrehung hoffen wir bald in westnordwestliche Richtung zu segeln und in den Bereich der südwestlichen Winde zu kommen.

Bernd war heute der Held des Tages, er hat lecker gekocht, richtig gesund mit viel verschiedenen Gemüsen. Ansonst hoffen wir in den nächsten 2 Tagen auf bessere Bedingungen und lassen uns nicht unterkriegen.

Mit besten Grüßen aus den Weiten des Atlantiks z.Zt. auf dem Weg nach Amerika, aber da wollen wir ja nicht hin.
Uwe

Juni.′ 21 19

Ein Hallöchen in die Runde,
wir sind dann mal weg und los aus Horta, endgültig abgelegt so um 18:00 Uhr. Vorher hatten wir am Morgen noch die Roller abgegeben, einen gewaltigen Einkauf getätig, mich in den Mast verholt und die Gitarre ist mit auf der Reise nach Kiel. Im Mast konnte ich nur einen Schaden an der Vorliekkehle am Großsegel begutachten, die ich da oben aber dann doch nicht beheben konnte.

Den Schaden habe ich auf der Fahrt von Lanzarote nach Santa Maria festgestellt und da schon eine Reparatur vorgenommen, aber unten beim Einlass für die Vorliekkehle. Um 17:00 Uhr vom Steg weg, auf den freien Platz an der Tanke gewartet, getankt und um 18:00 Uhr endgültig abgelegt. Herrlichstes Wetter, kaum Wind und die erste Zeit mit Motor dem Wind entgegen. Der kam ganz sacht so um 19:00 Uhr. Um 19:20 Uhr waren die Segel draußen und seit dieser Zeit segeln wir. Heute Morgen haben wir dann gleich 2 Reffs ins Groß gebunden. Später kam auch das 1. Reff in die Genua, jetzt gerade das 2. Reff. Es ist ein wilder Ritt über die Wellen, das Schiff ächzt, stöhnt und knarrt und wir sind so bei über 20 kn Wind auf dem Weg nach Hause. An Bord alles OK, bloß das Kochen am Abend mußte ausfallen, alles zu artistisch.
Mit besten Grüßen aus den Weiten des Atlantiks unter grauem und mit Wolken verhangenen Himmel,
Uwe.

Juni.′ 21 18

Ein Hallöchen in die Runde,
es gibt nicht viel zu erzählen, es ist kalt geworden, lange Jeans, Wollsocken, Segeljacke und warme Oberbekleidung. Gestern am Tag und in der Nacht sogar Regen, den ich nicht bestellt habe. Dazu ein ordentlicher Wind aus der falschen Richtung.

Heute sind wir mit Scootern über die Insel gebraust, an den wichtigsten Ausflugspunkten vorbei. Halt das ganz normale Seglerleben, wenn die Zeit um die Ecke gebracht werden muß. Gestern über ein Musikgeschäft in Horta gestolpert und ich glaube mein Mitbringsel hängt da jetzt noch am Gitarrenständer. Ich glaube es wird meine 5te. Gitarre die ich nach der Rückkehr in meinem Zuhause habe. Heute war ich noch mal in dem Geschäft zum Stimmen und Bespielen. Handarbeit aus Portugal, gut klingend, mit einem eigenen Stil und auf den Azoren gekauft, egal ob sie eigentlich überflüssig ist, aber ein Mitbringsel mit Bestand und wo ich mich in ihrem Klang auf die Inseln beamen kann. Was will ich mehr.

Heute Abend hatten wir ein letztes Essen und Kneipenabend im Cafe Sport und morgen Abend lassen wir uns von dem kommenden Westwind im Norden der Insel abholen, auf dem Weg nach Kiel.

Mit besten Grüßen aus den Weiten des Altantiks von Faial,
Uwe.

Juni.′ 21 16

Ein Hallöchen in die Runde!
Irgendwie sind wir doch alles arme Hunde, quälen wir uns mit so kleinen Schiffen über die großen Meere und andere sind mit Yachten unterwegs, wo man den Kontakt zum Vorschiff nur über Funk aufrechterhalten kann. Ein Schiff im Hafen z.B. hat so seine 200 Fuß, eine Slup mit 5 Salingen am Mast. Leider wurde uns der freundschaftliche Besuch an Bord verwehrt, ich weiß auch nicht, was die gegen uns hatten. Wir waren frisch geduscht, hatten frische T-Shirts an und sahen ganz manierlich aus, aber irgendwie waren wir wohl nicht richtig gekleidet oder wir waren so transparent, dass man uns die Armut mit digitalen Zeichen auf der Stirn oder auf deren Plotter ansehen konnte. Vielleicht haben wir auch nur versucht den falschen Kontakt herzustellen.
Diese Leute mit Schiffen so ab 65-70 Fuß sind schon ein komisches Volk, wollen die keinen richtigen Spaß in einer Seglerrunde mit vielschichtiger Gemeinschaft erleben?

Was haben wir so die Tage gemacht?? Na ja, langweilig ist uns nicht geworden. So ein paar Sachen mussten halt gemacht werden. Z.B. die Reffleine der Rollanlage, einer Furlex 200, wechseln. Da habe ich auch schon bessere Lösungen gesehen z.B. Harken, Profurl, aber die Spannung der Reparatur bei einer Furlex ist größer. Warum?? Es kann einfach soviel an wichtigen Dingen, kleine Schrauben, Halbschalen usw. über Bord gehen, dass diese Arbeit einfach dem Skipper richtig was abverlangt. Dazu der Kommentar von Stefan „Cool. War nicht so wild, oder“, dazu mein Kommentar: „Na ja, Vergnügungssteuer mussten wir dafür nicht bezahlen“.
Dann musste natürlich das Hafenbild gemalt werden und zum ersten Mal auf dieser Tour auch ganz groß Wäsche gewaschen werden. Das neue Hafenbild entstand ganz in der Nähe von meinem Alten aus den Jahren 2007 / 09, ergänzt durch die Einhandtour 2013 / 14. Wir durften uns dann wieder verholen in den Innenyachthafen mit Fingerschlengel und freiem Zugang zum Land, ohne uns über andere Schiffe quälen zu müssen a la Helgoland. Obwohl sie in Helgoland nur richtig mutig liegen, mit 10 und mehr Schiffen, aber hier ist bei drei Schiffen Schluss. Ist auch besser so. Wer von euch hier mal hinkommt, seht zu das ihr innen liegt.

Am Hafenbüro im Päckchen kann es bei entsprechendem Wetter die Hölle sein, so wie ich es 2007 erlebt habe. Als Zuschauer habe ich mich mit Grauen abgewendet und konnte ganz gemütlich in meinem Schiff im Innenhafen am Steg B verschwinden. Morgens war ich nur ein bisschen genervt über den Lärm, der draußen war. Bis ich realisiert habe, dass unser Steg frei im Hafen trieb und die Halterungen an den senkrechten Rohren gebrochen und abgerissen waren. Auch sämtliche Versorgungsleitungen, Strom und Wasser waren abgerissen und die Hafenleute waren bemüht, uns mit starken Gurtbändern zu halten. Ich habe ihnen verziehen.
Zu erwähnen ist vielleicht, dass das neuerliche Verholen diesmal ohne größere Verluste und Versenkungen geglückt ist. Ich war und bin stolz auf mich.
Und wie geht es weiter?? Ein bisschen Vergnügung muss ja noch sein, Inselrundfahrt, Einkaufen, Diesel bunkern usw.. Ich denke so ab Freitag kündigt sich gutes Wetter an, Wind aus der richtigen Richtung mit 20 – 30kn vielleicht, um dann endlich den Bug nach Osten zu wenden, um den englischen Kanal, so in 1200sm, anzusteuern.
Mit besten Grüßen aus den Weiten des Atlantiks von Faial,
Uwe.

Juni.′ 21 13

Ein Hallöchen in die Runde,
wir sind angekommen um 10:30h, der westlichste Punkt ist erreicht und jetzt geht es nur noch nach Nordosten, bzw. Osten. Ich habe meinen Mitsegler Bernd vom Flughafen abgeholt und wir haben den Beginn unser gemeinsamen Weiterreise standesgemäß im Cafe Sport begangen.

Begrüßt hat mich der Morgen mit einem spektakulären Sonnenaufgang um kurz nach 06:00Uhr und einem seltenen, nicht wolkenverhangenen Blick auf die Insel Pico und den gleichnamigen Berg Pico, der wohl mit seinen 2.351m der höchste Berg auf den Azoren und in Portugal ist. Festgemacht beim Hafenbüro, einklariert, einen Platz zugewiesen bekommen und wieder musste ich mich verholen.

Dabei hat nicht nur mein Ego Kratzer abbekommen, sondern auch eine neue Charteryacht vom Typ Dufur 380. Das Schiff war zu lang oder ich habe die Entfernung falsch abgeschätzt, jedenfalls habe ich dabei eine Holzleiste der Fußreling geschrottet. So ein Mist, es war leider keiner an Bord aber da sollte ich ran, es war der Platz den ich zugewiesen bekommen habe. Ein Fall für die Versicherung.

Der Piko mit seinem Vulkankegel zeigte sich in seiner ganzen Schönheit und ein Foto habe ich gemacht, das mich an einen schönen Anblick aus vergangenen Tagen in meiner Jugend erinnert. Da war doch was, was war das noch mal, was ich damals so gesehen, begehrt und bewundert habe??

Mit besten Grüßen von der Insel Faial, Uwe

Juni.′ 21 13

Ein Hallöchen in die Runde,

Faial taucht aus der Morgendämmerung auf, der Pico ohne Wolken und die Insel Pico quer ab.

Der reinste Segelkitsch – in echt. Noch 19 Seemeilen bis Horta.

Beste Grüße vom platten Atlantik, Uwe

Juni.′ 21 12

 

Ein Hallöchen in die Runde,
die Sonne brennt vom Himmel, es ist sehr warm, es geht so gut wie kein Wind bis auf den kühlenden Fahrtwind. Auf dem Wasser wecheln sich Flächen mit leichter Kräuselung oder bleiernden Flächen ab und der Jockel lärmt durch diese totale Stille. Ja, auf dieser Insel Santa Maria hätte ich länger bleiben können, Frau und Mann kommt zur Ruhe, die Beschleunigung nimmt ab und es ist auf den ersten großen Blick friedlich. Ein lohnendes Ziel, ein wenig ab des Weges, wenn man aus der Karibik kommt, aber ein Muß wenn der Start auf den Kanaren ist.

Und die Welt ist doch klein, ich habe ein Paar getroffen die ich im Schreiber Winterlager in Borgstedt kennen gelernt habe und die 2012, ein Jahr vor mir, auf die Azoren gesegelt sind, dort jetzt auch fest Wohnen im eigenen Haus und die SY FANDANGO quasi vor der „Tür“ haben. Bei einem Bekannten habe ich unangekündigt vor der Tür gestanden und ihn leider nicht angetroffen. Er wohnt mit seiner Freundin in einem schönen traditionellem Haus an der Küste. Und wenn er „Fern“ sehen will über das Meer, steht ein paar Meter weiter ein Holzhaus auf einer Bergkuppe mit atemberaubenden Blick.

Aber am Intensivsten war das Wiedersehen mit Adriana. Kennen gelernt haben wir uns 2013 in Tazakorte. Gelebt hat sie in den bayrischen Voralpen und dort ihren älteren Partner, ein bayrisches Urgestein, einen aktiven Landwirt kennen gelent. Gemeinsam beschlossen sie noch einmal alles anders zu machen, Haus und Hof in Bayern wurden verkauft, in Holland wurde eine große Aluyacht gekauft, das Schiff ausgerüstet und es ging hinaus aufs Meer. Adriana ist Holländerin und im Segeln bewandert, aber für Werner war es ein Schritt in ein ganz anderes, unbekanntes Leben. Zu meiner großen Bestürzung ist Werner auf einer Wanderung in Gomera an einem Herzinfarkt, trotz Wiederbelebung gestorben. An dieser Stelle seines Todes komme ich jedes Jahr vorbei, meistens auf meiner abschließenden letzten Wanderung nach San Sebastian. Das Schiff steht z.Z. immer noch in Tazakorte und Werner ist immer noch an Bord in seiner Urne. Zusammen habe ich sie zuletzt getroffen in Ponta Delgada 2014. 2016 haben Sigrid und ich, Adriana 2 Wochen nach Werners Tod getroffen. Und jetzt in Vila do Porto treffen wir uns durch einem großen Zufall wieder. Ein paar Tage vor mir sind Sie in Vila do Porto, auf der Rückreise nach Europa von Argentinien, eingelaufen. Eine andere Geschichte, wo sie mit ihrem Begleiter ein Jahr, in einem Fluß 400 km Land einwärts Corona bedingt festgesessen haben. Ihr Schiff hat einen Tiefgang von 2,10 Metern und der Fluß hatte später einen Wasserstand von Teilweise 19cm. Sie lagen hoch und trocken. Erst dieses Jahr im Februar konnten sie sich befreien und die Rückreise antreten.

Eigentlich ist nichts passiert und es gibt nichts Neues, aber nun sind es doch wieder ein paar Buchstaben geworden.

Beste Grüße vom Atlantik. Immer noch auf dem Weg nach Westen um nach Osten zu segeln.
Uwe

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