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Juli.′ 17 31

GOPR0079Die Sonne weckt die Crew. Der Wind ist deutlich schwächer geworden und bläst Richtung Anholt. Auch die Prognose von 25-30 Kt. ist auf 15-20 Kt. reduziert worden. Es ist 6h. Egal. Wir gehen Anker auf – immerhin haben wir 60sm vor uns.
12 Kt. Wind von achtern. Für den Spi ist es dem Kpt. zu früh. Groß und Genua werden ausgebaumt. 4,5 Kt. Fahrt. Das reicht. Wir sind ja früh aufgestanden und es soll ja auch noch mehr werden.
Und es wird auch mehr. Wir machen Rauschefahrt mit bis zu 7 Kt. Richtung Anholt. Die Sonne scheint. Wir fliegen. Die Schnellfähre ist auf Kollisionskurs.. oh je, wir machen unser neues Echo an und – sieh an, die Fähre ändert ihren Kurs. Da hat sich das Kabelverlegen ja gelohnt!

Der ersten Offiziöse wird allmählich doch ein bisschen grün um die Nase. Die Wellen machen dem Atlantik alle Ehre. Anton (Windsteueranlage) bringt uns bis vor die Hafeneinfahrt. Auf den letzten Metern liefern wir uns ein Wettrennen mit einer heftigen Gewitterwolke.


Kuddel hilft mit. Wir laufen ein, machen fest, schaffen es gerade noch die Kuchenbude aufzubauen und dann kommt der Landregen – Die armen Lüd an Land….
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Nach so einer lagen Seefahrt brauchen der Kpt. und die Crew dringend Energie – Der Kpt. nimmt 1-3 Bier und Muscheln. Die Mannschaft irgendwas mit Salat – Nun ja.
Zum Sundowner schaffen wir es schwankend (von der Seefahrt) in die Orakelbar – Wir begegnen sogar unseren Vorschoterinnen auf dem Weg mit einem uns unbekannten jungen Herren zum Leutichturm.
Fliegen und aus.

Juli.′ 17 30

Regen und Gewitter. Wieder war nur das Gewitter auf der schnöden Apple Wetter-App angekündigt und sonst nirgends. Vielleicht hat Herr Apfel nun auch das komplette Wetter aufgekauft. Erstmal n Apfel zum Frühstück.

In Korshavn pfeift, gewittert und regnet es mittags noch immer. Irgendwie kommen wir gar nicht mehr weg hier. Der Kpt. wird unruhig. Wie kann man diesen ganzen Wind, den man jetzt so toll in Energie umwandeln könnte nur an Panflötengepfeife verschwenden. Der Windgenerator muss dringend angebaut werden.

Er fängt mit Einbau des Verbrennungswiderstandes und dem Laderegler an und verschwindet fluchend kopfüber in der Hundekoje.

Die Sonne kommt raus und der Wind wird stabiler.

Anker auf – Kurs Nord.

Ein paar Meilen bis Langör.

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Over und aus.

Juli.′ 17 29

Der Wind dreht morgens um 5h auf SE – Wer hätte das gedachte. Man hätte ja auch mal in den Wetterbericht gucken können. Jedenfalls tanzt die Røde Orm an der Kette in den Wellen und alles mögliche rumpelt. Wie soll man denn so schlafen können? Der Kpt. und sieht Fru gehen Anker auf, ohne vorher auf angemessene Kleidung zu achten – was soll’s. Der Schlaf ist heilig. Der Hafen ist nahe. Ohne Rot oder Grün zu bedenken, machen wir schlaftrunken irgendwo fest. 

Um 13h wollen die Kinder frühstücken – das wird auch immer früher. Wir finden uns im Fischereihafen wieder. Nach dem Frühstück gehen die Kinder eine Dusche suchen, wir plündern den Supermercado. Nicht dass wir noch Platz in den Backskisten hätten.. aber frisches Obst muss her. Dann gehts weiter nach Norden. 28 Kt Wind – die waren aber nicht angesagt. Weiter die Küste hoch – und es wird auch weniger. 

Die Sonne geht auch schon wieder unter und verabschiedet sich mit einem riesigen Spektakel.

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Der Anker fällt in Korshavn.

Riesenshow und aus.

Juli.′ 17 28

Die HHH legt ab und fährt durch den Kanal Richtung Westen. Wir nehmen den SW-Wind nach Norden. Hinter dem Kieler Leuchtturm quert eine Gewitterfront unseren Weg – Wir sind alle bis auf die Unterhosen nass. Es wird mal wieder Zeit für neue Regenjacken.

Die Mingo dreht leider nach Marstal ab. Wir ziehen östlich an Langeland hoch. Die Welle verschwindet, 15 Kt. Wind bleiben. Die Sonne kommt raus – es wird warm – alles kann wieder getrocknet werden. Biggi spielt Panflöte auf dem offenen Rohr für den Windgenerator.

Wenn der Kpt. die Augen schließt, denkt er, er wäre in Funchal an der Hafenmauer mit den Panflötenspielern vom Hamburger Hauptbahnhof – echt idyllisch.

Immer wieder diskutieren wir, wie weit wir segeln wollen. Vor Nyborg wird der ersten Offizöse und dem Kpt. kalt. Wir fahren in die Ankerbucht von der Mühle.

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Flöten und kalt.

 

Juli.′ 17 27

Der SW Wind hat etwas zugenommen und die Leinen quietschen. Um 7h muss der Kpt. raus und es richten – und das mitten im Urlaub. Die Kapitänin nimmt nach dem Aufstehen ein Eisbad.. gestern war das Wasser eindeutig noch wärmer. 

Der Käptn kümmert sich um die Baustellen an Bord – Der Tisch rührt sich nicht mehr, weder rauf noch runter will der sich bewegen lassen. Mit roher Gewalt schafft es der Kpt. schließlich und sprüht alles mit Gleitspray ein – jetzt flutscht es wieder.

 

Die Strecktaue werden an Deck gespannt und Anton (die Windsteueranlage) wird angetüddelt. Die Nationale wird an Biggi befestigt, damit sie Anton nicht verwirrt. Der Wassertank wird noch aufgefüllt.

Und alle Schubladen werden einmal ausgekippt und wieder sortiert eingeräumt. Die Kinder pusten das Supboard auf und paddeln über die Bucht und kochen Nudeln. Beim Mittag besprechen wir den Törn über den Atlantik und teilen schon mal Wachen ein. 

Ich glaube, wir sind bereit zum Auslaufen – ach – da ist ja die H-H-H am Horizont – Wir bleiben.

Morgen kann man schließlich auch noch auslaufen.

Links und aus.

 

Juli.′ 17 26

Die Røde Orm ist fast zum Auslaufen bereit. Es müssen nur noch einige Kleinigkeiten erledigt werden. Wir haben eine Matratzenauflage gekauft und auf Bootsschiefe zurechtgeschnitten und neu umgenäht. Nun können wir den Tisch runterstellen und eine große Liegefläche zaubern, ohne Leisten und Lücken im Rücken. Die Røde Orm hat einen Geräteträger am Heck bekommen, der muss noch mit dem Staubichsauger verbändselt werden, damit die Kabel eingezogen werden können. Alle Löcher werden abgeklebt – außer zwei – Einlass- und Auslassloch. Der Sauger saugt den Wollfaden durch das Rohr – und wird dann durch ein haltbares Bändsel getauscht – Fertig.

Den Radardome haben wir schon mal angeschraubt. Es steht B&G drauf – also heißt Sie „Biggi“ – Sie kann unheimlich gut gucken, auch im Dunkeln und bei Nebel und hat echt hübsche Augen.

Wir legen ab und schaffen die ungeheure Strecke von 3,8 sm, um bei der Schwentineflotte wieder anzulegen. Mit Enno und Katrin feiern wir den ersten Segelurlaubstag.

Augen zu und aus.

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