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Juli.′ 26 06

Der Käpt und sin Fru gucken morgens gespannt auf die Wettervorhersage. Endlich ist der Wind wieder angenehm segelbar. Allerdings gibt es einen kleinen Haken an der Sache. Es soll den ganzen Tag Katzen und Hunde regnen. Wat schaurig.

Wir machen uns trotzdem auslaufbereit und ziehen uns entsprechend die schicken Klamotten gegen Schietwetter an. Heute wirken sie allerdings nicht. Trotz der Klamotten regnet es ohne Unterlass. Wir brauchen neue Regenkleidchen. Die funktionieren gar nicht mehr.
Üblicherweise ziehen wir die Regensachen an und in Folge dessen regnet es nämlich keinen einzigen Tropfen.
In Nyborg wird es sicherlich Ersatz geben.
Wir finden einen Platz im Vesthaven schön dicht am Supermercado und dem Havengrill.
Regen und Tag.

Juli.′ 26 05

Der Wind lässt etwas nach und zwischen den grauen Wolken findet der Käptn auch blaue Abschnitte. Wir verholen uns zurück in die Thurø Bund Bucht.
Enno und Katrin mit der SY Atoll (Ahhhh-toll) sind auch schon dort. Wir gehen längsseits und reißen bei der nächsten Windbö den Anker aus dem Grund. 18 Tonnen sind wohl doch etwas viel. Dann hält er plötzlich wieder – Vielleicht hat sich doch nur die Kette gestreckt.
Wir gucken zusammen fein Fussball und spielen Hitster mit – von dem Käptn. – ausgesuchten Karten und haben Spaß.

Beim Frühstück ruckt der Anker schon wieder aus dem Grund. Diesmal öfter und ständig und so. Der Käptn und sin Fru klappen schnell die KuBu wech und legen ab. Der Adenauer der Atoll verheddert sich in unserem Windquirl. Ihh wir bleiben hängen… Enno zückt das Messer, der Windgenerator ist wieder frei. Bei viel Wind, Schaumkronen in der Bucht hüpfen wir über die Wellen bis kurz vor die Sandinsel Kidholm. Hier ist es ruhiger. Atoll fährt weiter Richtung Tåsinge und nimmt den Middelgrund bei Trønse. Da liegen sie in der Abdeckung von der Insel wohl auch sehr ruhig.
Wind, Wellen und Anker haben uns getrennt. Wir machen einen neuen Treffpunkt aus. Morgen wird wohl ein Segeltag sein.
Wind und Wellen.

Juli.′ 26 03


Es quietscht… die halbe Nacht. Aber erst gegen morgen können wir uns aufraffen und die Ruckdämpfer in die Leinen klemmen.
Es pfeift noch immer wie verrückt. Der Käptn sitzt wie versteinert vor seiner Windanzeige und versucht – leise fluchend – den höchsten Wert auf der Anzeige mit seinem Handy abzulichten. Er schafft ein 30,1 Knoten – Bild.
Wir bleiben lieber noch ne Nacht im Hafen.
Aber die Sonne scheint – wenigstens etwas.
Die Erste hat – wegen des Gequietsches – wieder mitten in der Nacht recherchiert und ein paar Dinge in Trønse entdeckt, mit denen sie den Käpt. hinterm Ofen hervorlocken kann.
Wir sind also erneut auf Schatzsuche.
Nach 100 Metern stehen wir vor dem Købmand. Hier gibt es Skarø Eis und leckeren Kaffee & Kuchen. Der Weg den Berg hoch war schonmal ganz schön schwer. Wir nehmen also die Pause dankend entgegen und kehren ein. 4 Tische gibt es im Kaufmannsladen zwischen den Regalen. Einer ist noch frei. Es gab wohl ein paar mehr Leute mit der Idee. Wat schööön.

Die Erste erzählt dem Käptn eine Geschichte von nem Dänen, den sie hier in Trønse nicht wollten. Da hat er einfach sich selbst ein Grundstück im Wasser aufgeschüttet in dem er Boden von der kleinen Insel Kidholm holte und vor Trønse wieder aufschüttete und dann sein Haus baute.
Der Käptn. kippt sein Kaffe runter – das muss er sehen. Die Geschichte klingt zwar cool, aber das Haus ist eher unspektakulär und außerdem eingerüstet und steht so weit oberhalb vom Wasser, das wir die Geschichte nicht so ganz glauben können – kein Schatz gefunden also. (Bei weiterer Recherche – wird entdeckt, dass er das wohl doch auf Thuröbund gebaut hat, sein Häuschen).
Weiter gehts. Wir suchen die alte Werft. Durch die Hecke sehen wir tatsächlich ein paar alte verfallene Hallen und finden auch einen kleinen Trampelpfad neben dem alten verwitterten Tor.
Ein echter Lost Place – mitten in dem sonst so schicken Dörfchen. Das finden der Käptn und sien Fru sehr schön. Wir gucken in jeden Schuppen und fotografieren jedes verrostete Zahnrad auf dem Werftgelände.
Wunder und bar.

Juli.′ 26 02

Nach Sonne kommt Regen – oder wie war das? Es regnet ab 11 h fast immer durchgehend. Die Kuchenbude steht.
Was macht man am besten an so einem Tag… laaaaange schlafen und Wäsche waschen.
Allerdings ist der Käptn. n bisschen krüsch mit seinen Wacken T-Shirts. Die müssen bei 99 % Luftfeuchtigkeit in der Kuchenbude trocknen. So ein Vereinsheim mit überdachter Terese ist bei so einem Wetter auch Gold wert.

MorMor ist mit ihrer Freundin mit dem Dampfer MS Helge nach Svendborg gefahren und kommt um 16.30 Uhr mit Kuchen zurück.
Ab 17 Uhr wird der Regen durch dollen Wind abgelöst. Die Leinen werden verdoppelt.
Was n Wetter.

Juli.′ 26 01

Der angekündigte Regen zieht woanders hin ab. Der Käptn und sin Fru können eine Radtour machen.
Der Erste hat alles ganz genau durchgeplant und der Käptn muss in seinem Navi nur einen Punkt nach dem anderen eingeben. So hat hey wenigstens das Gefühl, den Hut auf zu haben. Zuerst landen wir bei dem Schloss von Woldemort ääääähhh Waldemar. Ein hübschen Häuschen hat da der König für seinen Sohn Waldemar errichtet. Allerdings war er so sehr mit „in den Kampf ziehen“ beschäftigt, dass er wohl kein einziges Mal in seinem Prinzenschloss gewohnt hat. Pech gehabt.
Vom Weg aus entdeckt der Käpten einen Mammutbaum am Waldrand. Ein kleiner Pfad – schön mit Diesteln und Brennnesseln führt dorthin. Sowas hat die Erste auch noch nie gesehen. Nix wie hin. Wat hoch und groß und breit.
Noch so ein Monsterbaum steht wenige Fahrradminuten weiter am Wegesrand herum. Die Ambrosius Eiche. Ambrosius war wohl der Sekretär in Waldemars Schloss, bevor er ein berühmter Dichter wurde – oder so ähnlich. Jedenfalls trägt sie seinen Namen.
Die Erste kann es kaum erwarten, sie hat soviel über eine Liebesgeschichte auf Tåsinge zwischen Elvira Madigan und Sixten Sparre gelesen. Eine art Romeo und Julia Geschichte die gar nicht gut Ausging. Am 1.7.1889 – 1.7. ??? – heute ist der 1.7.!!!! – hat Sixten im Wald erst sich und dann Elvira erschossen. An dieser Stelle steht nun ein Stein – Elviras Stein. Ein bisschen gruselt es den Käptn schon, als wir den schmalen Pfad zu dem Stein entlang gehen. Wir lassen einen Glückspfennig da und hauen schnell wieder ab.

Ein steinzeitliches Relikt – glauben wir – liegt am Strand im Osten von Tåsinge herum. Fudis Handabdruck. Verrückt – eine echter Handabdruck in einem uralten Stein. Vllt. ist auch nur ein Bauer mit dem Makita-Elektro-Meißel hier gewesen und hat sich gedacht – jetzt lass ich mal die Touris staunen. Nix genaues weiß man nicht.
Können wir noch radeln? – Wir können noch radeln! – Der Akku gibt auch noch einiges her. Also weiter.
Ganz im Süden von Tåsinge fahren wir zum Vogelschutzgebiet „Monnet“. Betreten darf man es erst nach dem 1.7. – also heute noch nicht. Uns reicht aber auch die Aussichtshütte, die am Rande des Gebietes steht. Vor hier hat man einen schönen Ausblick über die riesigen Salzwiesen. Der Käptn. ist sich ziemlich sicher, dass dort auch eine Mammutherde grast. Vielleicht sind es aber auch doch nur normale Rinder. Ein Regenschauer zieht heran. Wie praktisch, dass wir gerade in der Hütte sitzen und es fein trocken haben. Wir warten ab.
Die Geschichte mit Elvira lässt die Erste nicht in Ruhe, vllt. bekommt sie noch etwas mehr über die „Romeo und Julia“-Geschichte heraus. Auf dem Rückweg halten wir deshalb in Landet an dem Friedhof an. Dort ist die Grabstelle des Pärchens zu finden.
Nun reicht es dem Käptn. Der Bürzel ist wund und der Akku fast leer – bei ihm und auch beim Eselchen.
Zurück geht es zur Røde Orm nach Trønse… 38 Kilometer stehen auf dem Tacho und ein letztes kleines blickendes Pünktchen auf dem Akku. Wir machen uns lang auf den Kojen.
Marianne ist mit ihrer Freundin ebenfalls in Dänemark per Rad unterwegs und kommt auf einen Absacker an Bord vorbei. Das Gläschen Rum gibt uns dann den Rest.
Komatöser und Schlaf.

Juni.′ 26 30

Die Hitzewelle ist vorbei, endlich kommt das übliche kühle-schaurig-stürmische norddeutsche Sommerwetter zurück. Wir flüchten in den Hafen von Trønse. Aber anstatt die anrollende Schietwetterwelle über sich ergehen zu lassen, will die Erste Aktionen durchführen. Sie hat ja die letzten Tage ordentlich Sachen gesucht.
Wir kramen die Drahteselchen heraus und pumpen die schlappen Reifen auf.
Nur eine kleine Tour sagt sie… – nagut. Der Käptn und sin Fru sind also auf Radtour.

Zuerst landen wir bei einer Mühle, die zu einem Restaurant umgebaut wurde, aber sie hat geschlossen, es gibt hier keine Stärkung für den Käptn. Auf dem Kirchhügel (70m), wo auch noch die Kirche oben draufsteht, kann man schön weit übers Land gucken. Und auch andersherum, von ganz Tåsinge kann man immer und ständig die Kirche im Auge haben, man verliert also nie die Orientierung. Das Museum gegenüber der Kirche hat leider auch schon geschlossen… Wir sind also auf Fahrradtour der Tour wegen. Allerdings findet die Erste ne Menge schöner bunter Infozettel für morgen (!!!! morgen !!!).
Weiter geht’s zum Supermarkt nach Vindeby (Name ist Programm). Alle Packtaschen, Gepäckträger und Rückentaschen werden gefüllt mit feinen dänischen Spezialitäten.
Die Erste verstaut alles in den Backskisten an Bord – der Käptn. braucht eine Erholung.
Die Tourplanung für morgen sieht gewaltig aus – darauf erstmal einen Sundowner-Rum.
Angst und Bange.

Juni.′ 26 29

Die Hitzewelle rollt ab. Der Käptn und sin Fru lassen sie rollen und bleiben noch vor Anker. Der Wind nimmt zu aus West und kühlt uns weiter herunter. Die geplante Radtour über Tåsinge muss noch warten. Die Liste der Ersten für ihre Tåsingeerkundung wird länger und länger. Der Käptn. hat jetzt schon ganz dolle PoPo-Schmerzen, bei dem Gedanken an das Radfahren.

Die Reste aus der Backkiste werden vergrillt und mit Dosenfutter kombiniert. Gar nicht so übel, wenn man das spanische Reisgericht aus dem Blecheimer noch mit etwas „frischem“ Gemüse verschönert. Son gerillter Maiskolben mit Butter uns Salz geht auch immer…
Wann geht das nächste WM-Spiel los?
Wir sind im flow.
W und M.

Juni.′ 26 28


Es ist trotz des gestrigen Gewitters immer noch unglaublich heiß. Selbst die Wassertemperatur in Thurø Bund ist bereits auf 23 Grad. AbKÜHLung kann man das auch nicht so recht nennen, aber es hilft sehr.
An Fahrradfahren ist nicht zu denken, wir bleiben also einfach hier vor Anker sitzen und bewegen uns möglichst wenig, allenfalls im Wasser.
Es gibt auch nur ein Foto, mehr war nicht drin… 😉
Ab und Kühlung.

Juni.′ 26 27

Schon bei dem Frühstück schmilzt die Butter in der Sonne – so weit im Süden sind wir doch gar nicht. Der Käptn und sin Fru können gar nicht soviel baden wie sie schwitzen. Wat ne Hitzewelle. Selbst kühle Kaltgetränke werden dem Käptn verwehrt, die Sonne heizt das Glas auf und das kühle sprudelnde Getränk lässt es springen – Sabotage!!!
Aus Ermangelung an hitzefesten Punschgläsern trinkt ab heute der Käptn. seine Kaltgetränke aus Bechern, denn die Anzahl der Gläser hat sich nun dramatisch reduziert.
Ein Gewitter soll heute noch kommen mit Wind aus unterschiedlichsten Richtungen. Der Anker verlässt seinen schönen Sandflecken und wir verholen uns in die Ankerbucht von Thurø Bund – die ist rundum geschützt.

Die 40 Knoten Wind aus West, die wir genau zum Zeitpunkt des Ankerfallens haben, lassen auch hier das Wasser kochen. Der Haken ergreift allerdings augenblicklich den moderigen Schlammgrund der Bucht und hält die Røde Orm an ihrem Platz. Der Käptn und sin Fru verkrümeln sich vor dem beginnenden Regen und Gewitter unter Deck. – Wat ne Ankeraktion.
Kurze Zeit später ist der Spuk schon wieder vorbei. Von einer Abkühlung der Lufttemperatur in diesem Zuge kann man allerdings nicht sprechen.
Weiter und schwitzen.

Juni.′ 26 26


Der Wind dreht auf Ost. Nach dem morgendlichen Abkühlungsbad wegen der Hitzewelle müssen wir die Ankerbucht verlassen und uns eine aussuchen, die nach Osten geschützt ist. Ærøskøbing bietet sich an. Schön sandig und toll zu baden.

Die Entscheidung an der Seekarte hat soviel Energie gekostet, dass vorher noch ein zweiter „Abkühler“ nötig ist – aber dann geht los. Hoch ran nach Ærøskøbing.
Der Anker hält fast beim Ersten Versuch – bei der Hitze wäre auch ein zweiter Versuch ausserhalb unserer Leistungsbereitschaft gewesen.
Es folgen noch einige weitere Abkühler und das Warten auf den tiefen Sonnenstand, der auch eine kleine Abkühlung bringt. Der Käptn. jammert heute nacht doll in seiner Koje. Es wäre so heiß, und er hat auch nix mehr zu ausziehen…
Hitze und Welle.

Juni.′ 26 25


Der Wind ist gut. Der Käptn und sin Fru beschließen mal wieder die Segel zu setzen und das Syd Fynsche Øhav zu besuchen. Manche nennen es auch die dänische Südsee, wegen der vielen keinen Inseln und Ankerbuchten. Wat schöööön.
Die Erste möchte, dass wir an allen auf dem Weg liegenden Leuchttürmen möglichst dicht vorbeisegeln. Sie will Fotos machen – neues Buch und so. Der Käptn findet Leuchttürme auch ganz interessant und ändert den Kurs.

Es ist ein wunderschöner Segeltag. Der Himmel ist blau und die See ruhig. Auch der Wind hält bis Drejø durch. Und die Erste verschläft auch nur ca. 50% der Reise. Sie kann am besten schlafen, wenn es so schön schaukelt und rauscht.
In den südlichen Ankerbucht suchen wir Sandflecken. Die Sonne steht leider schon etwas tief – es klappt nicht beim ersten Mal. Der Anker hat Kraut gefangen und muss neu positioniert werden – Abendsport auf dem Vorschiff an der Kurbel.
Sun und Downer.

Juni.′ 26 24


Der Sankt Hans steckt dem Kätpn und sind Fru noch in den Gliedern. Vielleicht lagt es an den Verdauungsgeräuschen in der Nacht, jedenfalls hat Bordkatze abgemustert.
Sie ist nicht wieder zu finden. Wegen der zunehmenden Aktivität im Hafen und vor allem an der Badestelle ist auch momentan nicht damit zu rechnen, dass sie demnächst wieder auftaucht.
Wir müssen abwarten und baden.

Nach dem Spätstück schwärmen wir aus und suchen das Kätzchen – nix zu machen. Sie will sich nicht finden lassen.
Erst ganz spät am Nachmittag, als es ruhiger wird, findet die Matrosine ihr Kätzchen in einem kühlen Carport ein paar hundert Meter entfernt wieder.
Die Matrosine mit Bordkatze reißt ab. Wir bleiben noch eine Nacht. Dann soll es weiter gehen.
Katze und weg

Juni.′ 26 23

Ab drei Uhr morgens stehen MorMor und Julita (die Matrosine) mit dem Auto an Land, neben der Hütte von Siegfried. Irgendetwas hat da mit der Zeitplanung nicht so ganz gestimmt. Der Käptn und sin Fru drehen sich nochmal in der Koje um. Um 9 Uhr, nach einem ausführlichen Landgang incl. Hüttenbesichtigung, gibt es ein gemeinsames Frühstück an Bord.
Wir gehen Anker auf und wechseln in den Hafen von Høruphav. Unser Lieblingsplatz an der Badestelle ist frei – allerdings sehr gut besucht bei den Temperaturen. Der Käptn. denkt kurz darüber nach, ob dieser Platz weiterhin sein Lieblingsplatz ist, aber die Entfernung zur Toilette, zum Badeplatz, zum Trillengrill und den Grillplätzen, sowohl der Einbezug der vorherrschenden Windrichtung ist optimal. Es gibt also eigentlich keinen anderen Liegeplatz für uns.
Das Wasser ist mittlerweile auch locker 20 Grad warm, wir können ohne vorherige Eimer- oder Duschabkühlung direkt in die Fluten springen, um einigermaßen einsatzbereit zu sein.
MorMor verabschiedet sich wieder und die Matrosine will später wiederkehren und lässt uns ihre Bordkatze da.
Am späten Nachtmittag holt uns die Crew der Hitch mit dem schwarzen-klimaanlagenfreien-Kleinwagen ab – zum Glück gehen die Fenster auf. Auf die restlichen Elektronikaussetzer dieses Fahrzeuges wird jetzt nicht weiter eingegangen – nur soviel – wir haben meistens die Türen wieder aufbekommen, wenn auch mit fremder Hilfe.

Diesmal hat der Käptn einen „Schatz“ entdeckt. Es geht per Auto zur Blomeskobbel. Ein kleines Waldstück mit vielen Steinhaufen in unterschiedlichen Formen – so alte Grabstätten halt – sehr alt 5500 Jahre v. Chr. Der Käptn. hat den Navigationsplan – auch im Wald – an Land – nun ja – diese Aufgabe hätte vielleicht doch ein anderer übernehmen sollen. Der Weg (ist hier ein Weg?) führt eigentlich quer durch das Unterholz, es lässt sich evtl. erahnen, dass hier vorher schon mal ein Hase langgehüpft ist und ein paar Gräser heruntergedrückt hat… Wir finden die Steinhaufen und auch den breiten Wanderweg dahinter… Wat schöööön.
In Mommark wollen wir Burger Essen. Das wollen ein paar hundert andere Leute an diesem Tag auch. Der Strand ist voll. Es gibt Livemusik. Und lange Holzstämme sind am Strand aufgeschichtet – obendrauf sitzt eine kleine grinsende Hexenpuppe. Die Erste ist entsetzt. Heute ist Sankt Hans, dass dänische Mittsommerfest.
Warum auch immer, aber wir bekommen einen Platz für 5 Personen (+ Matrosine) und dürfen am All-you-can-eat-Buffett teilnehmen. Mit sonem all-you-can-eat-Dings haben die beiden Kapitäne ja durchweg gut Erfahrungen gemacht – nach dem Motto: „an uns verdient der heute nix“. Jedenfalls jammern die beiden, nachdem die Hexe verbrannt wurde und der Musiker auf deutsche Schlager gewechselt hat, ob ihrer Magenprobleme herum – wer hätte das gedacht.
Ein kleiner Rum im Cockpit macht sie wieder fröhlich. Warum sind wir eigentlich schon wieder zurück nach Høruphav gefahren – eine letzte Buffettrunde würde doch noch gehen.
Magen und Schmerzen.

Juni.′ 26 22

Die Erste hat ein paar Land-„Schätze“ herausgesucht. Damit hat sie sich wohl in der letzten Nacht beschäftigt, als der Käptn WM gucken musste. Wir machen die Pinta klar und schon sind wir auf Schatzsuche. Trillen heißt das Ziel. Die kleine, bewaldete Landspitze westlich von Høruphav heißt so. Hier gibt es Trolle und Elfen – ganz sicher. Als wir das Dinghi an den Pfahlresten der Landspitze festgemacht haben und durch den Wald stapfen, merkt man es ganz deutlich. Die Elfen sind not amused, ständig raschelt es laut und deutlich und sie verschwinden zwischen dem Laub im Unterholz. Der Käptn hätte sich so gerne mal mit einer direkt unterhalten, aber er ist wohl heute zu polterig im Wald unterwegs. Am Aussichtspunkt klettern wir auf die Plattform, um die Vögel auf dem See zu beobachten. Die Trolle haben zwei Stufen und eine Plattformplanke angesägt, das hat der Käptn sofort erkannt und sich nicht beirren lassen. Die Vögel haben wohl größtenteils Hitzefrei.

Siegfried Lenz hatte weiter hinten in der Ankerbucht seine Sommerhütte, in der er geschrieben hat. Sie befindet sich direkt am Gendarmstien. Allerdings kann man auch mit dem Boot dort ankern und die Fahrräder können in der Kiste bleiben. Gesagt getan, wir wechseln den Ankerplatz. Auf dem Weg dorthin begutachten wir noch die Tropedoteststation aus dem zweiten Weltkrieg… – naja – grauer Beton halt und keine schöne Erinnerung.
Fast direkt vor der Hütte können wir fein liegen.
Morgen werden wir mal nachsehen, ob einer zu Hause ist.
Siegfrieds und Hütte.

Juni.′ 26 21


Das Wochenende ist vorbei und die Hitch muss den Käptn und sin Fru leider wieder verlassen und malochen gehen. Die Aufträge für etwaige Kaleschen gehen allerdings derweilen bei uns ein. Der Käptn der Hitch hat nämlich sein Diensthandy an Bord der Røde Orm vergessen. Oder war es Absicht, man weiß es nicht. Wir hüpfen also ins Schlauchi und bringen es ihm hinterher. An einem Verdienstausfall wollen wir nicht schuld sein.

Der Käptn fängt mit seiner Nase einen leichten Grillgeruch ein. An der Burgerbude „Trillengrill“ herrscht Hochkonjunktur. Es geht nicht anders. Die Navigationsnase macht fast automatisch einen Umweg über den Schwimmsteg im Hafen zur BurgerBude.
Wie der Blitz sind wir wieder an Bord und verspeisen den fleischigen Fang. Baden geht erst wieder nach einer angemessenen Verdauungsphase. Die Luft wird deutlich wärmer, die Hitzewelle rollt heran. Das Wasser ist zum Glück noch reichlich kühl und fährt uns herunter.
WM und Abend.

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