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Juni.′ 26 23

Ab drei Uhr morgens stehen MorMor und Julita (die Matrosine) mit dem Auto an Land, neben der Hütte von Siegfried. Irgendetwas hat da mit der Zeitplanung nicht so ganz gestimmt. Der Käptn und sin Fru drehen sich nochmal in der Koje um. Um 9 Uhr, nach einem ausführlichen Landgang incl. Hüttenbesichtigung, gibt es ein gemeinsames Frühstück an Bord.
Wir gehen Anker auf und wechseln in den Hafen von Høruphav. Unser Lieblingsplatz an der Badestelle ist frei – allerdings sehr gut besucht bei den Temperaturen. Der Käptn. denkt kurz darüber nach, ob dieser Platz weiterhin sein Lieblingsplatz ist, aber die Entfernung zur Toilette, zum Badeplatz, zum Trillengrill und den Grillplätzen, sowohl der Einbezug der vorherrschenden Windrichtung ist optimal. Es gibt also eigentlich keinen anderen Liegeplatz für uns.
Das Wasser ist mittlerweile auch locker 20 Grad warm, wir können ohne vorherige Eimer- oder Duschabkühlung direkt in die Fluten springen, um einigermaßen einsatzbereit zu sein.
MorMor verabschiedet sich wieder und die Matrosine will später wiederkehren und lässt uns ihre Bordkatze da.
Am späten Nachtmittag holt uns die Crew der Hitch mit dem schwarzen-klimaanlagenfreien-Kleinwagen ab – zum Glück gehen die Fenster auf. Auf die restlichen Elektronikaussetzer dieses Fahrzeuges wird jetzt nicht weiter eingegangen – nur soviel – wir haben meistens die Türen wieder aufbekommen, wenn auch mit fremder Hilfe.

Diesmal hat der Käptn einen „Schatz“ entdeckt. Es geht per Auto zur Blomeskobbel. Ein kleines Waldstück mit vielen Steinhaufen in unterschiedlichen Formen – so alte Grabstätten halt – sehr alt 5500 Jahre v. Chr. Der Käptn. hat den Navigationsplan – auch im Wald – an Land – nun ja – diese Aufgabe hätte vielleicht doch ein anderer übernehmen sollen. Der Weg (ist hier ein Weg?) führt eigentlich quer durch das Unterholz, es lässt sich evtl. erahnen, dass hier vorher schon mal ein Hase langgehüpft ist und ein paar Gräser heruntergedrückt hat… Wir finden die Steinhaufen und auch den breiten Wanderweg dahinter… Wat schöööön.
In Mommark wollen wir Burger Essen. Das wollen ein paar hundert andere Leute an diesem Tag auch. Der Strand ist voll. Es gibt Livemusik. Und lange Holzstämme sind am Strand aufgeschichtet – obendrauf sitzt eine kleine grinsende Hexenpuppe. Die Erste ist entsetzt. Heute ist Sankt Hans, dass dänische Mittsommerfest.
Warum auch immer, aber wir bekommen einen Platz für 5 Personen (+ Matrosine) und dürfen am All-you-can-eat-Buffett teilnehmen. Mit sonem all-you-can-eat-Dings haben die beiden Kapitäne ja durchweg gut Erfahrungen gemacht – nach dem Motto: „an uns verdient der heute nix“. Jedenfalls jammern die beiden, nachdem die Hexe verbrannt wurde und der Musiker auf deutsche Schlager gewechselt hat, ob ihrer Magenprobleme herum – wer hätte das gedacht.
Ein kleiner Rum im Cockpit macht sie wieder fröhlich. Warum sind wir eigentlich schon wieder zurück nach Høruphav gefahren – eine letzte Buffettrunde würde doch noch gehen.
Magen und Schmerzen.

Juni.′ 26 22

Die Erste hat ein paar Land-„Schätze“ herausgesucht. Damit hat sie sich wohl in der letzten Nacht beschäftigt, als der Käptn WM gucken musste. Wir machen die Pinta klar und schon sind wir auf Schatzsuche. Trillen heißt das Ziel. Die kleine, bewaldete Landspitze westlich von Høruphav heißt so. Hier gibt es Trolle und Elfen – ganz sicher. Als wir das Dinghi an den Pfahlresten der Landspitze festgemacht haben und durch den Wald stapfen, merkt man es ganz deutlich. Die Elfen sind not amused, ständig raschelt es laut und deutlich und sie verschwinden zwischen dem Laub im Unterholz. Der Käptn hätte sich so gerne mal mit einer direkt unterhalten, aber er ist wohl heute zu polterig im Wald unterwegs. Am Aussichtspunkt klettern wir auf die Plattform, um die Vögel auf dem See zu beobachten. Die Trolle haben zwei Stufen und eine Plattformplanke angesägt, das hat der Käptn sofort erkannt und sich nicht beirren lassen. Die Vögel haben wohl größtenteils Hitzefrei.

Siegfried Lenz hatte weiter hinten in der Ankerbucht seine Sommerhütte, in der er geschrieben hat. Sie befindet sich direkt am Gendarmstien. Allerdings kann man auch mit dem Boot dort ankern und die Fahrräder können in der Kiste bleiben. Gesagt getan, wir wechseln den Ankerplatz. Auf dem Weg dorthin begutachten wir noch die Tropedoteststation aus dem zweiten Weltkrieg… – naja – grauer Beton halt und keine schöne Erinnerung.
Fast direkt vor der Hütte können wir fein liegen.
Morgen werden wir mal nachsehen, ob einer zu Hause ist.
Siegfrieds und Hütte.

Juni.′ 26 21


Das Wochenende ist vorbei und die Hitch muss den Käptn und sin Fru leider wieder verlassen und malochen gehen. Die Aufträge für etwaige Kaleschen gehen allerdings derweilen bei uns ein. Der Käptn der Hitch hat nämlich sein Diensthandy an Bord der Røde Orm vergessen. Oder war es Absicht, man weiß es nicht. Wir hüpfen also ins Schlauchi und bringen es ihm hinterher. An einem Verdienstausfall wollen wir nicht schuld sein.

Der Käptn fängt mit seiner Nase einen leichten Grillgeruch ein. An der Burgerbude „Trillengrill“ herrscht Hochkonjunktur. Es geht nicht anders. Die Navigationsnase macht fast automatisch einen Umweg über den Schwimmsteg im Hafen zur BurgerBude.
Wie der Blitz sind wir wieder an Bord und verspeisen den fleischigen Fang. Baden geht erst wieder nach einer angemessenen Verdauungsphase. Die Luft wird deutlich wärmer, die Hitzewelle rollt heran. Das Wasser ist zum Glück noch reichlich kühl und fährt uns herunter.
WM und Abend.

Juni.′ 26 20


Der Käptn und sin Fru haben die halbe Nacht am Steckschot verbracht und das Gewitter beobachtet. Es zog vorüber. Die Erste konnte nicht mehr einschlafen und hat sich mit ihren Recherchen für ihr neues Dänemarkreisebuch beschäftigt. Auf Als gibt es wirklich ne Menge zu entdecken. Da würde wohl auch ein eigenes Buch reichen. Sie gibt sich aber mit den Schätzen zufrieden und noch freie Seiten für alles andere rund um Fyn zu haben.
Der Plan ist, nach Lyø zu segeln. Heute ist allerdings gar kein Wind. Nach einem gescheiterten Versuch ohne Wind Strecke zu machen, landen wir mit der Hitch-Hike-Heidi wieder in der Ankerbucht vor Høruphov.

Die Erste hat dort einen Stein am Strand von Kegnæs gefunden, einen großen Stein. Den soll eine Riesin geworfen haben, die eigentlich die Kirche treffen wollte. Irgendwie war sie gegen den Kirchenbau. Also hat den Felsbrocken in ihre Schürze gespannt, die als Schleuder dienen sollte. Die ist allerdings zu früh gerissen und darum liegt der Stein jetzt hier am Strand. Seit dem liegt er dort und keiner kann ihn bewegen. Der Käptn. stapelt am Strand Mauersteine, die hier herumliegen. Wo die wohl alle her kommen. Der Käptn der Hitch redet irgendwas von Ziegeleien und Lastschiffen, die Ziegel von hier aus in die Welt hin transportiert haben.
Unser Dinghi, die Pinta II bringt uns zurück an Bord. Restegrillen ist angesagt. Nach so viel Steingeschleppe ist eine echte dänische Bratwurst sehr nötig.
Stein auf Stein.

Juni.′ 26 19


Die Nacht war regnerisch. Der Käptn und sin Fru erwarten heute Besuch auf dem Ankerplatz. Wir gehen alle fein baden, um Besuch empfangen zu können. 17 Grad hat das Wasser hier in der Ankerbucht. Diese Temperatur bringt uns an unsere Gefühlsgrenzen.
Gegen Mittag kommt schon die SY Witha mit Claudia und Lars an. Sie gehen neben uns vor Anker. Bei Kaffee und Kuchen besprechen wir die weitere abendliche Vorgehensweise.

Dann kommt auch endlich die SY Hitch-Hike-Heidi längsseits. Sie haben das erwartete frische Grillgut an Bord. Es wird ein langer, lustiger, fussballfreier Abend. Das Grillfleisch war reichlich und das Bier auch.
In der Nacht wird Gewitter erwartet. Wir nehmen alle getrennte Anker, um ein gemeinsames Anlanden im Päckchen zu verhindern.
Feucht und Fröhlich

Juni.′ 26 18


Der Käptn und sin Fru legen ab. Weiter gehts nach Norden, wir wollen die Hitch in Høruphav besuchen. Dass Segeln mit noch weniger Wind als gestern möglich ist, ist kaum zu glauben. Sogar die Fliegen fliegen schneller als wir segeln und besetzen das ganze Schiff.
Der erste Versuch, den Fliegen Herr zu werden, ist es sie auf dem nackten Körper des Käptns zu zerschlagen (nein es gibt keine Fotos). Wie heißt das nochmal, ach ja Bodypercussion.

Endlich ist die elektrische Fliegenklatsche geladen und übernimmt den Part des nun geschunden und erröteten Körper des Käptns.
Es nervt – wir brauchen eine technische Anlage: Etwas Zucker gelöst in Wasser kommt auf einen Teller – die elektrische Fliegenklatsche oben drauf. Nun stürzen sich die Fliegen selbst mit Blitz und Donner in den Tod. Der Käptn und sin Fru können nun endlich in Ruhe vor sich hin dümpeln.
Wir geben alles und zum Glück ist es lange hell. Die Ankerbucht gegenüber von Høruphav hat einen Platz für uns frei – Fliegenfreie WM.
Wat und schöööön.

Juni.′ 26 17


Der Käptn und sin Fru und Chrischan schmeißen die Leinen von der Flotte los und versuchen, so viel wie möglich aus dem kleinen Wind herauszuholen um nach Norden zu kommen. Aber wie hat Einstein so schön gesagt, Zeit ist relativ – also was soll’s. Wir segeln und lassen uns auch nicht davon abbringen. Auch nicht von diversen Fregatten, die auf der Kieler Bucht mit gefährlicher Strahlung rumspielen. Wir weichen der Strahlung mit (fast) Lichtgeschwindigkeit aus und machen zur Feier des Tages mal direkt an der Promenade von Kappeln fest.

Chrischan hat einen Brief von Einstein versteigert. Das Geld hauen wir mit drei Finkenwerder Schollen gebührend auf den Kopf. Bei jedem Prosit ertönt der „Spruch“ e = m * c 2 .
Dem Käptn ist das etwas unangenehm, hoffentlich kommen da keine physikalischen Nachfragen von den andern Gästen.
Licht und Geschwindigkeit.

Juni.′ 26 16


Der Käptn und sin Fru haben es endlich geschafft. Die letzte Fuhre mit Sommertörnkrams ist im Auto. Wir verstauen alles irgendwie auf dem Boot und wundern uns immer wieder, wie das alles auf unseren kleinen Kahn passt. Der Käptn merkt, dass er jetzt schon wieder die mehrmals täglich auftretende Frage an seine Erste gepachtet hat: „sach mal, wo ist eigentlich dies oder jenes“. Die Antwort lautet meist: „Dort wo es seid Jahren liegt… 🙄“. Wie soll er sich das auch alles merken. In Giovanni, auf der Røde Orm und zu Hause liegt immer alles woanders. Verrückt.

Nachdem das Auto sicher geparkt ist, nehmen wir die Fähre zurück zur Røde Orm. Wir dürfen noch an der Taufe eines Neues Fördedampfers teilnehmen. So gern würde hey auch mal die olle Pulle dagegen dengeln lassen. Darf er aber nicht. Das macht so ne Frau in einem hübschen Kostüm. Andere Beanzugte sehen ihr dabei zu. Ja ok – sie hat es geschafft…
Und wir auch. Wir legen noch ab, auch wenn es schon spät ist. Kurz Schwentineflotte. Auch hier müssen wir uns ja gebührend zwecks Sommertörn abmelden. Das macht Andreas auch, allerdings hat er sogar ne Kiste Bier dabei…. 😬 – Dem Käptn is das allerdings fix peinlich.
Ab und gelegt.

Aug..′ 25 25


Allerbester Nordwestwind weckt uns. Vor dem Frühstück bauen wir die Kuchenbude ab und der Käptn holt Hubert mit unserem Schlauchboot Pinta II von Land ab. Er begleitet uns auf die Überfahrt nach Kiel. Wir heben die Pinta aufs Vordeck und bauen sie ab, sie wird wieder an Deck verstaut. Dann setzen wir Segel und frühstücken gemütlich in der Schlei, während die Röde Orm Richtung Schleimünde schwimmt.

Das Großsegel setzen wir vor Olpenitz, dann schiebt uns der Wind die Küste runter. Natürlich mit mehr Windstärken, als angesagt, aber immerhin stimmt die Richtung. Mit 6 Knoten sausen wir auf die Schwentine zu, wir können bis vor die Box segeln. Das klappt selten. Und die Erste jault auch nur auf Höhe der Eckernförder Bucht, wegen der Wellen, ansonsten verläuft alles wie am Schnürchen. Taschen gepackt, Schiff geputzt, Reste gegessen. Julita holt uns vom SHS ab und wir machen noch eine kleine Schweswig-Holstein Tour, bringen Hubert zurück nach Maasholm und Julita nach Flensburg.
Sommersaison und Ende.

Aug..′ 25 24


Dem Käptn. und sin Fru müssen lange ausschlafen, weil sie gestern erst so spät in die Ankerbucht von Dyvig eingelaufen sind. Jedoch werden sie jäh geweckt von einem dem Käptn. wohl bekannten Song, der über die ganze Ankerbucht dröhnt. Es ist der Song der „Cantina Band“ aus dem Film Starwars —> Wiki. Diese Band kann nur einen Song immer wieder spielen – genauso wie die Nachbarn auf dem Wackencampingplatz und die Crew der SY Catinca. Christian ist mit Freunden und Kindern unterwegs und spielt zu jeder „passenden“ Gelegenheit diesen Song auf der „Catinca“… 😉 
Der Kaffee an Bord der „Catinca“ bringt den Käptn und sin Fru wieder in Segellaune. Wir beschließen, gemeinsam nach Sønderborg zu segeln um uns dort für einen Tag einwehen zu lassen. 
Wir segeln ⛵️ parallel nebeneinander her und hören diverse Male den besagten Song. Der Käptn. guckt verträumt zur Catinca rüber und lauscht der Musik. Plötzlich wird im einiges klar. In Gedanken dreht er das zweite „c“ des Namens um 90 Grad und schiebt es vor das „t“ -> „Cantina“

Einen Heißluftfön und einen Kunststoffschaber hat er leider gerade nicht zur Hand – sonst wäre aus der Idee schnell die Wirklichkeit geworden – aber was nicht ist, kann ja noch werden. Wir finden in Sonderborg zwei Boxen nebeneinander und zwängen uns hinein. 
Gerade als der Käptn. den Fön und den Spachtel parat hat, kommen Raimund, Hubert, Walter, Steffie und Volker an Bord und retten die „Catinca“ vor des Käptns Vorhaben. Wir grillen was das Zeug hält und Raimund schnackt uns für einen Kasten Bier die „Pinta I“ ab. Am nächsten Tag weht es – wie angekündigt – ganz ordentlich. Nur ein Ausflug zum Supermarkt in winddichter Bekleidung ist möglich.
Der Samstag bietet Sonne und besseren Wind für die Überfahrt nach Maasholm. Ja – der Segeltörn nähert sich dem Ende. Hubert hat auch schon Gänse beobachtet, die nach Süden fliegen und die Wetter App verheißt leider auch einen Wetterwechsel. In der Ankerbucht von Maasholm will die „Catinca“ nicht mehr neben der Røde Orm liegen. Evtl. gibt es Verräter in den eigenen Reihen, die des Käptns geplante Machenschaften ausgeplaudert haben.

Meuter und Ei.

Aug..′ 25 20

Dem Käptn. un sin Fru pfeift der Wind aus West um die Ohren. Wir müssen heute in den Hafen. Es ist kein Wetter zum Ankern. Der Käpt’n steuert zielsicher durch die enge Hafeneinfahrt von Skarø, bloß nicht auf das Flach geraten, das da direkt vor dem Hafen droht.
Am Steg steht schon eine Seglerin und nimmt unsere Vorleinen an. Die Röde Orm liegt sicher im Hafen.
Wir laufen die Straße hoch ins Dorf, an grünen Feldern vorbei. Rechts kommt das alte Versammlungshaus in Sicht, ein Zeltplatz mit Shelterunterkünften, einfach eine grüne Wiese.

Das Dorf ist sternförmig angeordnet. In der Mitte der Löschteich, davon gehen drei Straßen ab. Rechts führt der Weg zur Kirche und zum Festivalplatz – das Skarøfestival ist berühmt. Links geht es zu dem Kräutergarten der Apotheke. Naja und wir kommen vom Hafen.
Das Highlight dieser Insel ist der Eisladen. Der ist auch -man könnte sagen- überregional bekannt, Skarø-Eis wird exportiert. Zumindest auf die umliegenden Inseln und zu einer Fluggesellschaft die das in mehreren tausend Metern über dem Meer serviert.
Schon sitzt der Käpt’n auf einem der Sofas, die in dem Durchgang des alten Hofes zum Eisladen aufgestellt sind, ein Eis in der Hand.
Sin Fru guckt einmal ganz hinten rechts um die Ecke, da ist ein kleines Museum eingerichtet. Das muss sie dringend betrachten.
In dem Eiscafé bekommt man auch Dinge des täglichen Bedarfs und die üblichen Touriausstattungen.
Eine andere Yacht war leider nicht so umsichtig und hat das Flach vor dem Hafen mitgenommen. Selbst die Winsch des Traditionsseglers schafft es nicht, die Amel Supermaramu von ihrem Seegrundstück zu befreien. Ein kleines Motorboot hingegen dreht und wendet die Yacht so lange im Kreis, bis sie wieder den Ausgang der Sandbank findet. Wat aufregend.
Vor dem Ableger am nächsten Mittag gibt es ein Abschiedseis in der Eisfabrik von Skarø. Der Käptn. bleibt bei Mocca, die Erste bei Lakritz.
Wir verabschieden uns mit einem weinenden Auge von der Suutje. Der NordOst bringt uns bis in die Dyvig in die mitternächtliche Ankerbucht.
Eis über Eis.

Aug..′ 25 18


Der Kptn. un sin Fru satteln das Beiboot. Ein kleiner Badesteg hilft uns, an Land auszusteigen und bietet einen perfekten Anbindeplatz für unsere Gummisau. Die Seebrücke wankt etwas, als der Käpt’n und sin Fru darüber wackeln – vielleicht hat der Käptn. auch absichtlich seine Mitaussteiger etwas ins Schwanken gebracht – man weiß es nicht.
Am Strand steht – wie praktisch – ein Wegweiser, man kann die Insel auf dem Uferweg umrunden oder gleich ins Dorf: Drejø By gehen. Den Käpt’n zieht es zum Kro – er hofft auf ein Eis, sin Fru ist einverstanden (sehr – wie immer), sie hofft auf historische Informationen zu der Insel. Auf dem Weg liegt einer der berühmten dänischen Shelter. Ein kleines Häuschen mit Feuerstelle, in dem Wanderer übernachten können.

Im Dorf reiht sich ein buntes Häuschen, bewachsen mit Stockrosen an das nächste. Hier gibt es erstaunlich viel zu entdecken für eine Insel in der dänischen Südsee. Zwölf Pfeile verweisen im Ort auf Sehenswürdigkeiten: Kirche, Kro, Hafen, Möbeltischlerei, Versammlungshaus und einzelne Strände sind ausgewiesen. Wir schlagen natürlich den Weg zum Kro ein, da quietscht sin Fru freudig: Hier ist ein Inselarchiv! Und eine Bibliothek. Und schon ist sie in dem roten Backsteinhaus verschwunden.
Der Käpt’n lässt sich von seinem Ziel nicht abbringen und wartet auf einer Bank vor dem Kaufmann (Købmand) mit einem großen Eis in der Hand.
Der Rückweg erfolgt über den Strandweg mit einer Viertelumrundung der Insel.
Schließlich sind wir wieder an unseren Landungbooten, die fröhlich wackelnd am Steg auf uns warten. Leider dreht der Wind heute Nacht auf SW. Wir müssen also den Ankerplatz verlassen und 4 sm weiterfahren in die Ankerbucht von Avernakø. Das haben sich auch viele andere Segler so überlegt. Aber wir quetschen uns noch in eine Lücke zwischen die Ankerer und lassen das grillende Abendritual passieren.
Anker und Lust.

Aug..′ 25 17


Der Käpt’n segelt ziemlich dicht an der Steilküste der Insel Store Svelmø vorbei, sin Fru versucht, ein Foto zu machen. Wie immer sieht man unten viel blaues Wasser, oben viel blauen Himmel, in der Mitten einen winzigen Grünstreifen. Dänemarkfoto halt. Die Insel fasziniert uns. Es wird gesagt, dass sie mit dem Festland verbunden ist über eine überschwemmte Treckerstraße. Man kann zu Fuß die Insel erreichen, im Zweifelsfall geht einem das Wasser bis zum Hals.
Wir werfen den Anker und bauen den Außenborder an unser Beiboot. Damit legen wir an Lille Svelmø an, da wo die Fußgänger langsam wieder aus dem Wasser auftauchen. Das Ufer ist steinig, große runde Steine, wie Kopfsteinpflaster. Als hätte hier einer mal eine Trasse gelegt.

Zwei Wagenspuren führen auf die Insel, ein Traktor mit Anhänger steht neben dem Weg. Die Fahrerin spricht deutsch. „Nein, das ist nicht der Trecker, der auch aufs Festland fährt, der gehört dem Nachbarn, der hat größere Räder.“ Abenteuerlustig laufen wir etwas den Weg entlang. Da steht etwas weiter im Gebüsch ein altes Militärfahrzeug, ein Lost Place. Vorbesitzer wollten damit durch das Wasser, aber das Salzwasser ist dem Fahrwerk wohl nicht gut bekommen. Nun steht es hier, die Natur bewächst es mit allerlei Pflanzen.
Vor der Trasse soll ein Steinhaufen aufgeschüttet sein, an dem man erkennen kann, ob man einigermaßen trocken auf die Insel laufen kann. Heute ist er nicht zu sehen, es ist Hochwasser.
Der Käptn. fühlt sich in dem Dinghi sicherer und fährt den „Weg“ mit der Gummisau ab. Ein „Damm“ ist ein großes Wort für eine Sandbank die 1 Meter unter Wasser steht. Wir fahren langsam zurück zum Boot und entdecken eine Brücke mit Bogen am Ufer. Dahinter steht sowas wie ein Schloß. Die Erste findet heraus, dass es momentan wohl leer steht, aber früher ein Krankenhaus für Tuberkulose Patienten war, also ganz früher, als es noch kein Heilmittel gab. Es hat deswegen auch extragroße Fenster zum Lüften.
Die Suutje pingt uns an. Wie verabreden uns in der Ankerbucht von Drejø. Es wird mal wieder ein lauer, lustiger, begrillter Sommerabend mit viel Badeeinlagen. Wat schööööön!
Bade und Spaß.

Aug..′ 25 16

Der Kptn. un sin Fru verholen die Røde Orm nach Faarborg, damit die Sophie einen besseren Ausgangspunkt für deren Heimreise hat. Wir nehmen unseren Geheimsteg – alles leer – wie immer.
Die Kieler Hansekogge liegt auch in Faaborg – kaum zu übersehen – der Käptn. freut sich schon auf den Eichen-Kienteergeruch.
In einer langen Abendsitzung verabschieden wir Olaf und Petra, die nach dieser Session versuchen wollen, am nächsten Morgen Richtung NOK zu starteten.

Am nächsten Morgen – also eher so gegen Mittag – verlassen wir das Schiff und schlendern durch diverse Hafenbecken zur Hansekogge.
Es gibt große Wiedersehensfreude und mehrere anständige Begrüßungskaffees – alles andere hat der Käptn. dankend abgelehnt. Quasi sofort wird das allseits geliebte und bekannte – von Bodo komponierte – Koggelied angestimmt. „Wenn ich auf der Kogge stehhhhh – tut mir der Zehhhh so wehhhh……“ – alles ist wie vor 30 Jahren auf dem Rostock Törn.
Der Käptn. hat die glorreiche Idee, am Abend auf der Kogge eine Runde Hotdogs zu grillen. Alle sind begeistert.
Bei Netto kaufen wir die Pølser -Reste auf und fahren mit der Pinta II in das Koggebecken. Es wird ein langer lustiger Abend.
Røde und Pølser.

Aug..′ 25 13

Der Kptn. un sin Fru gehen auf Südkurs nach Nyborg (46sm + einkaufen und tanken) und dann weitere 25sm weiter nach Süden in die Ankerbucht von Thurø. Hat da jemand wegen 18sm gejammert? 😉
Völlig erschöpft und mit letzter Kraft übergeben wir die Leinen an die SY Sophie, die hier völlig entspannt mit einem kühlen Getränk in der Hand vor sich hin ankert.
Nach ein – zwei Getränken haben es Petra und Olaf aber geschafft, die Crew der Røde Orm wieder aufzupeppeln. Die Pølser auf den Grill glühen vor sich hin und die alten Lagerfeuergeschichten von weiten Reisen zu den Kanaren und zurück werden fein ausgeschmückt hervorgekramt. Wat schööööön!

Mit einem lauten „Sommer-Sonne-Kaktus“ und einem tanzenden Käptn. in der Plicht, wechseln wir gemeinsam (Sophie & Røde Orm) in die karibische Ankerbucht hinter Ærøskøbing. Sophie und Røde Orm sind sichtlich erfreut, mal wieder gemeinsam zu segeln. Die Røde Orm gibt sich heute auch richtig Mühe und schafft es sogar, vor der Sophie den Anker in den Sand zu buddeln – ja ok – wir hatten 30 Min. Vorsprung. Ein Trick des Käptns nicht gemeinsam abzulegen, um den hektischen Puls während einer Regatta niedrig zu halten.
Der Käptn. der Røde Orm hat am letzten Tag schon immer etwas gierig auf den HonWave Sack an Deck der Sophie gelinst. Nun wendet er Trick 17 an und erzählt von unserer Pinta (Dinghi), deren Nähte aus dem Leim gehen und ständig neue luftdurchlässige Abschnitte entstehen lässt. Olaf, der Kptn. der Sophie, hat Mitleid und übergibt ohne weitere Kampfeshandlungen die „Pinta II“ an die Crew der Røde Orm. Der Käptn. der Røde Orm hüpft vor Freude der friedlichen Übernahme und dreht gleich ein paar Runden mit dem neuen Dinghi. Das abgelegte „Pinta I“ Dinghi konnte er nach einigen Bier und Grillpølsern leider nicht im Gegenzuge an die Sophie entsorgen.
In einer späteren weinseligen Stunde schmeißen die Kapitäne einen alten Diesellappen in die Pinta I, lassen sie treiben und entzünden sie schließlich mit einem gezielten Schuss aus der Rotlichtkanone. Was für ein schönes Feuer. Zwei vor Anker liegende Yachten werden bei dieser Aktion gleich mit versenkt.
Am nächsten Morgen hängen allerdings immer noch zwei Dinghis an den Hecks der Røde Orm & der Sophie – irgendwas ist da falsch gelaufen.
Pinta I und Pinta II

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