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Juli.′ 26 16


Der Käptn und sin Fru und die Crew der Hitch wollen heute Æbleø (die Apfelinsel) erkunden. So viele Apfelbäume findet der Käptn allerdings jetzt nicht. Um nicht zu sagen keinen auf unserm Weg. Eichen, Buchen…. Naja was soll’s. Selbst die Eichen und Buchen können sich ja nicht recht entscheiden, was sie nun sind: Ein Baum (Pilgerort für Biologen) auf der Insel ist nämlich beides. Das Teil hat die Baumrinde der Buche und der Eiche. Er soll wohl früher sogar mal Eichenäste mit Eichenblättern gehabt haben. Heute sieht man allerdings nur noch Buchenblätter – und wir haben echt lange nach Eichenblättern gesucht. Verrückter Baum.

Weiter geht es durch den Wald. Wir finden Zunderpilze und Baumperlen und sind total glücklich. Schön kühl ist es im Wald. Kaum laufen wir wieder ohne Schatten entlang der Küste zurück, läuft uns die Soße den Rücken hinunter. Baden hilft.
Wegen angekündigtem Schietwetters (viel Wind) verholen wir uns am Nachmittag noch nach Bogense (5sm) um hier auszuharren…
Wald und Spaziergang.

Juli.′ 26 15


Zum Ablegen muss der Käptn mit Pinta II, unserem Gummiboot, eine Ehrenrunde um den Luvpfahl drehen, um das Ablegemanöver zu erleichtern.
Dann sind wir frei und verlassen den Hafen, um nach Æbleø zu segeln. Ein schöner Segeltag – der Wind hält fast durch. Westlich von der kleinen Insel schmeißen wir den Haken in den Sand und springen sogleich in das kühle, erfrischende Nass. Der Käptn schwimmt einmal um die Røde Orm herum und benötigt sofort einen Schwamm und die Filettierhandschuhe. Dass wir in dem Zustand schon so lange unterwegs sind. Nach dem Schiffsputz sieht die Røde Orm wieder wie aus dem Ei gepellt aus… Jedenfalls in sofern, als dass ein paar Drohnenfotos keine Verschmutzungen mehr erkennen lassen.

Der Käptn. versucht, die Insel komplett von oben abzulichten. Leider ist es bei der maximalen Flughöhe nicht möglich. Verrückt… Die Insel ist wohl doch gar nicht so klein – jedenfalls aus der Luft.
Die Hitch-Hike-Heidi trudelt etwas später ebenfalls ein und wie begießen den Sundowner mit ein paar rumhaltigen Getränken.
Rum und Downer.

Juli.′ 26 14


Hier im Norden von Fyn – Fünen fährt im Sommer – so der Name – der Sommerbus. Der Bus bringt einen in die Zivilisation, also z.B. nach Kerteminde oder 5 Min. weiter nach Ladby.
Das wollen der Käptn und sin Fru und die Crew der Hitch gerne nutzen. Wir machen es uns auf der Lümmelbank gemütlich und tuckern durch die Landschaft.
An der Endstation in Ladby steigen wir aus. Ab hier gibt es keine lateinischen Buchstaben mehr, sondern nur noch Runen. Zum Glück ist die Bushaltestelle auch noch mit einem Bussymbol versehen, sonst würde es ja schwierig werden, wieder nach Hause zu finden.
In Ladby wurde ein Winkingerkönig samt Boot, Pferde, Hunden usw. usw. begraben. Ein Bauer hat beim Pflügen ein paar Steine und rostige Nägel gefunden und jemandem Bescheid gesagt. Ab dann war er wohl seinen Acker los und die Archäologen traten an und haben den König in seinem Boot ausgegraben.
Nun liegt das Boot immer noch an der gleichen Stelle, allerdings in einer kühlen klimatisierten Kuppe unter der Erde – Kriechen ist nicht erforderlich. Wat aufregend.

Unten am Nor liegt der Nachbau des Bootes und im Museum ist die Grabstätte rekonstruiert – extra für Leute mit schlechter Phantasie.
Am liebsten wäre der Käptn die ganze Zeit bei dem klimatisierten alten Wikingerboot geblieben, statt sich in der Hitze mit dem neuzeitlichen Kram auseinandersetzen zu müssen.
Irgendwann rettet ihn der kühle Sommerbus. Ca. 50% der Reisegruppe beschließt, in Kerteminde auszusteigen und sich ihren (weiblich) Shoppinggelüsten zu unterwerfen. Zum Glück gibt es für die Käptns auch einen hiesigen Ship-Chandler. Hier gilt fast: Nur gucken – nix anfassen.
Wikinger und Ausflug.

Juli.′ 26 13


Die Eselchen sind bereit. Der Käptn und sin Fru machen einen Fahrradauflug nach Süden. Geht ja auch nicht anders. Korshavn ist ja ne Sackgasse – landtechnisch. Es ist total hügelig hier zwischen den fast fertigen Getreidefeldern. Hier muss das Wort „hyggelig“ (gemütlich) geboren worden sein. Die Hügel hier sind echt hyggelig. Ursprünglich sind aber Gemeinsamkeiten mit „hug“ (Englich) bzw. „hegen“ (Deutsch) zu finden – alle Wörter haben einen gemeinsamen germanischen Ursprung – wir schweifen ab.
Die Erste hat vor, den Käptn. heute in ein Langgrab zu stecken – also zu Besichtigung. Ziel ist schon, dass er dort auch wieder herauskommt – glaubt er.
Nach 9 km hyggeligem Fahrradfahren sehen wir den Hügel schon von der Straße und folgen dem Schild – Mårhøj. Der Bauer hat extra einen kleinen Pfad in seinem Kornfeld gelassen, damit man zum Grab gelangen kann. Sogar die Eselchen können dort entlang traben.
Zum Glück gibt es hier auch einen Baum, um den Schweiß etwas trocknen zu lassen bevor wir uns in den Miniatureingang zwängen müssen – den 5000 Jahre alten Staub will ja auch keiner an seiner Haut kleben haben.

Der Käptn. kabbelt vor. Es passt – knapp also gerade so. Am Ende des Ganges wird es zum Glück wieder besser. Ein Raum erweitert sich. Rückwärts zurück krabbeln, wäre jetzt auch echt gar nicht gegangen. Da hätte die Feuerwehr den Käptn. dann schon mit einem Seil an den Füssen rückwärts wieder rausziehen müssen – ein Albtraum.
Die Grabkammer ist erstaunlich geräumig. Aber wohnen tut hier keiner mehr – alles vollkommen leer. Sogar stehen kann man fast – mit hängendem Kopf – so ca. wie auf der ersten Røde Orm.
Wirklich ein mystischer Ort. Schön, dass wir hergefahren sind. Von dem Hügel können wir wunderbar die Aussicht genießen, bis wir wieder die Heimreise zum Hafen im äußersten Norden von Fyn antreten. Auf dem Campingplatz gibt es ein Eis und ein kühles Bier zur Entspannung.
Waden und kühlen.

Juli.′ 26 12


Es soll weiter nach Norden gehen. Gemeinsam mit der Flotte Hitch & Atoll. Die Røde Orm besichtigt noch (per Boot) den alten Fährhafen von Nyborg – bevor es durch die Große Belt Brücke geht.
Der Plan, nach Musholm zu segeln, geht für Hitch und Atoll gut auf. Nur die Røde Orm bekommt 32 Knoten Wind auf die Fresse. Wir drehen ab und motoren im Schutz der Küste nach Kerteminde. Der Anker fällt vor dem schützenden Wäldchen. Die Røde Orm sieht aus wie ein alter Salzbuckel, nachdem die Sonne sie getrocknet hat.

Am nächsten Morgen geht es bei fast keinem Wind weiter nach Norden. Aber wir halten das andere Extrem durch und segeln bzw. dümpeln fast die ganze Strecke bis nach Langør auf Samsø. Mit dem letzen Büchsenlicht finden wir einen Platz in der Ankerbucht.
Die Hitch-Hike-Heidi ist auch von Musholm aufgebrochen und leistet uns hier Gesellschaft. Die Crew der Atoll liebt ihren Musholmer Sandhaufen so sehr, dass sie dort geblieben sind und auch die nächste Woche dort verbringen wollen.

Es folgen zwei (oder drei???) wunderbare Badetage in der Ankerbucht von Langør. Einem Naturschutzgebiet in der Mitte von Samsø.
Abkühlungen im angenehmen Wasser stehen im Stundentakt auf der Tagesordnung – Welche Tagesordnung?
Am Abend – als die Temperaturen besser werden – fahren wir mit dem Dinghi in den Hafen und bekommen geräucherte Fischspezialitäten an einem schönem kühlen Bierchen serviert. Wat legger…

Der Ersten geht das Schreibmaterial für ihr Fünenbuch aus – sie braucht mehr Stoff. Wir segeln zurück nach Fyn und landen in der Ankerbucht von Korshavn der Nordspitze von Fünen. Die Erste hat ein paar Dinge auf dem Zettel, die der Käptn und sin Fru sich in den nächsten Tagen ansehen müssen.

Rad und aufpumpen.

Juli.′ 26 07

Der Käptn entdeckt im Toilettenhaus eine Bildergalerie mit den Sehenswürdigkeiten von Nyborg. Das ist ja praktisch. Nun wissen wir also ganz genau, was wir uns heute ansehen müssen. Der Tag ist geplant. Aus Regenprotest nimmt der Käptn heute auch keine Regenkleidung mit auf den Ausflug sondern schnappt sich lieber bei Bedarf den Regenschirm des Käptns der Hitch. 

In der Einkaufsstraße warten wir in einem Café den Regen ab. Das kann unheimlich lange dauern und viele Kaffeespezialitäten kosten.

In dem alten, roten mittelalterlichen Haus neben dem Schlossgarten ist ein Museum. Das Wetter hält nicht so recht. Also rein da. Wat schöööön…. Museum können die Dänen. Wir erkunden das alte Haus mit all seinen Zimmern, sehen dem Schmied beim Schmieden zu und stempeln uns die Nasen. Viele Mitmachsachen gibt es dort. Der Käptn ist entzückt.

Die Erste bekommt den Käptn schwer aus dem Museum heraus. Mit dem Lockangebot des Schlosses von Nyborg schafft sie es dann aber. Leider stehen wir dann vor dem Schloss und auch gleichzeitig vor einer Baustellen. Geschlossen…. Der Käptn will gerade wieder zurück zum Museum, als die Erste den Wasserturm erwähnt. Türme sind auch super. Wir klettern auf den Wall hinter dem Schloss und finden den alten Wasserturm auf der höchsten Stelle der Stadt mit tollem Ausblick auf selbige.

Rings um den Wall und das Schloss werden die Reste des Mittelalterfestes abgebaut. Wir waren leider ein paar Tage zu spät, um das Spektakel zu erleben. Vielleicht das nächste mal.

Das Landporten (Landtor) müssen wir uns auch noch ansehen. Es war über Jahrhunderte der wichtigste Zugang zur Festung von Nyborg. Hier wurden Zölle kassiert und Waren kontrolliert… Wir schaffen es allerdings ohne Kontrollen und Zoll-Geld-Verlust durch das Tor zu schlendern.

Stadt und Rundgang

Juli.′ 26 06

Der Käpt und sin Fru gucken morgens gespannt auf die Wettervorhersage. Endlich ist der Wind wieder angenehm segelbar. Allerdings gibt es einen kleinen Haken an der Sache. Es soll den ganzen Tag Katzen und Hunde regnen. Wat schaurig.

Wir machen uns trotzdem auslaufbereit und ziehen uns entsprechend die schicken Klamotten gegen Schietwetter an. Heute wirken sie allerdings nicht. Trotz der Klamotten regnet es ohne Unterlass. Wir brauchen neue Regenkleidchen. Die funktionieren gar nicht mehr.
Üblicherweise ziehen wir die Regensachen an und in Folge dessen regnet es nämlich keinen einzigen Tropfen.
In Nyborg wird es sicherlich Ersatz geben.
Wir finden einen Platz im Vesthaven schön dicht am Supermercado und dem Havengrill.
Regen und Tag.

Juli.′ 26 05

Der Wind lässt etwas nach und zwischen den grauen Wolken findet der Käptn auch blaue Abschnitte. Wir verholen uns zurück in die Thurø Bund Bucht.
Enno und Katrin mit der SY Atoll (Ahhhh-toll) sind auch schon dort. Wir gehen längsseits und reißen bei der nächsten Windbö den Anker aus dem Grund. 18 Tonnen sind wohl doch etwas viel. Dann hält er plötzlich wieder – Vielleicht hat sich doch nur die Kette gestreckt.
Wir gucken zusammen fein Fussball und spielen Hitster mit – von dem Käptn. – ausgesuchten Karten und haben Spaß.

Beim Frühstück ruckt der Anker schon wieder aus dem Grund. Diesmal öfter und ständig und so. Der Käptn und sin Fru klappen schnell die KuBu wech und legen ab. Der Adenauer der Atoll verheddert sich in unserem Windquirl. Ihh wir bleiben hängen… Enno zückt das Messer, der Windgenerator ist wieder frei. Bei viel Wind, Schaumkronen in der Bucht hüpfen wir über die Wellen bis kurz vor die Sandinsel Kidholm. Hier ist es ruhiger. Atoll fährt weiter Richtung Tåsinge und nimmt den Middelgrund bei Trønse. Da liegen sie in der Abdeckung von der Insel wohl auch sehr ruhig.
Wind, Wellen und Anker haben uns getrennt. Wir machen einen neuen Treffpunkt aus. Morgen wird wohl ein Segeltag sein.
Wind und Wellen.

Juli.′ 26 03


Es quietscht… die halbe Nacht. Aber erst gegen morgen können wir uns aufraffen und die Ruckdämpfer in die Leinen klemmen.
Es pfeift noch immer wie verrückt. Der Käptn sitzt wie versteinert vor seiner Windanzeige und versucht – leise fluchend – den höchsten Wert auf der Anzeige mit seinem Handy abzulichten. Er schafft ein 30,1 Knoten – Bild.
Wir bleiben lieber noch ne Nacht im Hafen.
Aber die Sonne scheint – wenigstens etwas.
Die Erste hat – wegen des Gequietsches – wieder mitten in der Nacht recherchiert und ein paar Dinge in Trønse entdeckt, mit denen sie den Käpt. hinterm Ofen hervorlocken kann.
Wir sind also erneut auf Schatzsuche.
Nach 100 Metern stehen wir vor dem Købmand. Hier gibt es Skarø Eis und leckeren Kaffee & Kuchen. Der Weg den Berg hoch war schonmal ganz schön schwer. Wir nehmen also die Pause dankend entgegen und kehren ein. 4 Tische gibt es im Kaufmannsladen zwischen den Regalen. Einer ist noch frei. Es gab wohl ein paar mehr Leute mit der Idee. Wat schööön.

Die Erste erzählt dem Käptn eine Geschichte von nem Dänen, den sie hier in Trønse nicht wollten. Da hat er einfach sich selbst ein Grundstück im Wasser aufgeschüttet in dem er Boden von der kleinen Insel Kidholm holte und vor Trønse wieder aufschüttete und dann sein Haus baute.
Der Käptn. kippt sein Kaffe runter – das muss er sehen. Die Geschichte klingt zwar cool, aber das Haus ist eher unspektakulär und außerdem eingerüstet und steht so weit oberhalb vom Wasser, das wir die Geschichte nicht so ganz glauben können – kein Schatz gefunden also. (Bei weiterer Recherche – wird entdeckt, dass er das wohl doch auf Thuröbund gebaut hat, sein Häuschen).
Weiter gehts. Wir suchen die alte Werft. Durch die Hecke sehen wir tatsächlich ein paar alte verfallene Hallen und finden auch einen kleinen Trampelpfad neben dem alten verwitterten Tor.
Ein echter Lost Place – mitten in dem sonst so schicken Dörfchen. Das finden der Käptn und sien Fru sehr schön. Wir gucken in jeden Schuppen und fotografieren jedes verrostete Zahnrad auf dem Werftgelände.
Wunder und bar.

Juli.′ 26 02

Nach Sonne kommt Regen – oder wie war das? Es regnet ab 11 h fast immer durchgehend. Die Kuchenbude steht.
Was macht man am besten an so einem Tag… laaaaange schlafen und Wäsche waschen.
Allerdings ist der Käptn. n bisschen krüsch mit seinen Wacken T-Shirts. Die müssen bei 99 % Luftfeuchtigkeit in der Kuchenbude trocknen. So ein Vereinsheim mit überdachter Terese ist bei so einem Wetter auch Gold wert.

MorMor ist mit ihrer Freundin mit dem Dampfer MS Helge nach Svendborg gefahren und kommt um 16.30 Uhr mit Kuchen zurück.
Ab 17 Uhr wird der Regen durch dollen Wind abgelöst. Die Leinen werden verdoppelt.
Was n Wetter.

Juli.′ 26 01

Der angekündigte Regen zieht woanders hin ab. Der Käptn und sin Fru können eine Radtour machen.
Der Erste hat alles ganz genau durchgeplant und der Käptn muss in seinem Navi nur einen Punkt nach dem anderen eingeben. So hat hey wenigstens das Gefühl, den Hut auf zu haben. Zuerst landen wir bei dem Schloss von Woldemort ääääähhh Waldemar. Ein hübschen Häuschen hat da der König für seinen Sohn Waldemar errichtet. Allerdings war er so sehr mit „in den Kampf ziehen“ beschäftigt, dass er wohl kein einziges Mal in seinem Prinzenschloss gewohnt hat. Pech gehabt.
Vom Weg aus entdeckt der Käpten einen Mammutbaum am Waldrand. Ein kleiner Pfad – schön mit Diesteln und Brennnesseln führt dorthin. Sowas hat die Erste auch noch nie gesehen. Nix wie hin. Wat hoch und groß und breit.
Noch so ein Monsterbaum steht wenige Fahrradminuten weiter am Wegesrand herum. Die Ambrosius Eiche. Ambrosius war wohl der Sekretär in Waldemars Schloss, bevor er ein berühmter Dichter wurde – oder so ähnlich. Jedenfalls trägt sie seinen Namen.
Die Erste kann es kaum erwarten, sie hat soviel über eine Liebesgeschichte auf Tåsinge zwischen Elvira Madigan und Sixten Sparre gelesen. Eine art Romeo und Julia Geschichte die gar nicht gut Ausging. Am 1.7.1889 – 1.7. ??? – heute ist der 1.7.!!!! – hat Sixten im Wald erst sich und dann Elvira erschossen. An dieser Stelle steht nun ein Stein – Elviras Stein. Ein bisschen gruselt es den Käptn schon, als wir den schmalen Pfad zu dem Stein entlang gehen. Wir lassen einen Glückspfennig da und hauen schnell wieder ab.

Ein steinzeitliches Relikt – glauben wir – liegt am Strand im Osten von Tåsinge herum. Fudis Handabdruck. Verrückt – eine echter Handabdruck in einem uralten Stein. Vllt. ist auch nur ein Bauer mit dem Makita-Elektro-Meißel hier gewesen und hat sich gedacht – jetzt lass ich mal die Touris staunen. Nix genaues weiß man nicht.
Können wir noch radeln? – Wir können noch radeln! – Der Akku gibt auch noch einiges her. Also weiter.
Ganz im Süden von Tåsinge fahren wir zum Vogelschutzgebiet „Monnet“. Betreten darf man es erst nach dem 1.7. – also heute noch nicht. Uns reicht aber auch die Aussichtshütte, die am Rande des Gebietes steht. Vor hier hat man einen schönen Ausblick über die riesigen Salzwiesen. Der Käptn. ist sich ziemlich sicher, dass dort auch eine Mammutherde grast. Vielleicht sind es aber auch doch nur normale Rinder. Ein Regenschauer zieht heran. Wie praktisch, dass wir gerade in der Hütte sitzen und es fein trocken haben. Wir warten ab.
Die Geschichte mit Elvira lässt die Erste nicht in Ruhe, vllt. bekommt sie noch etwas mehr über die „Romeo und Julia“-Geschichte heraus. Auf dem Rückweg halten wir deshalb in Landet an dem Friedhof an. Dort ist die Grabstelle des Pärchens zu finden.
Nun reicht es dem Käptn. Der Bürzel ist wund und der Akku fast leer – bei ihm und auch beim Eselchen.
Zurück geht es zur Røde Orm nach Trønse… 38 Kilometer stehen auf dem Tacho und ein letztes kleines blickendes Pünktchen auf dem Akku. Wir machen uns lang auf den Kojen.
Marianne ist mit ihrer Freundin ebenfalls in Dänemark per Rad unterwegs und kommt auf einen Absacker an Bord vorbei. Das Gläschen Rum gibt uns dann den Rest.
Komatöser und Schlaf.

Juni.′ 26 30

Die Hitzewelle ist vorbei, endlich kommt das übliche kühle-schaurig-stürmische norddeutsche Sommerwetter zurück. Wir flüchten in den Hafen von Trønse. Aber anstatt die anrollende Schietwetterwelle über sich ergehen zu lassen, will die Erste Aktionen durchführen. Sie hat ja die letzten Tage ordentlich Sachen gesucht.
Wir kramen die Drahteselchen heraus und pumpen die schlappen Reifen auf.
Nur eine kleine Tour sagt sie… – nagut. Der Käptn und sin Fru sind also auf Radtour.

Zuerst landen wir bei einer Mühle, die zu einem Restaurant umgebaut wurde, aber sie hat geschlossen, es gibt hier keine Stärkung für den Käptn. Auf dem Kirchhügel (70m), wo auch noch die Kirche oben draufsteht, kann man schön weit übers Land gucken. Und auch andersherum, von ganz Tåsinge kann man immer und ständig die Kirche im Auge haben, man verliert also nie die Orientierung. Das Museum gegenüber der Kirche hat leider auch schon geschlossen… Wir sind also auf Fahrradtour der Tour wegen. Allerdings findet die Erste ne Menge schöner bunter Infozettel für morgen (!!!! morgen !!!).
Weiter geht’s zum Supermarkt nach Vindeby (Name ist Programm). Alle Packtaschen, Gepäckträger und Rückentaschen werden gefüllt mit feinen dänischen Spezialitäten.
Die Erste verstaut alles in den Backskisten an Bord – der Käptn. braucht eine Erholung.
Die Tourplanung für morgen sieht gewaltig aus – darauf erstmal einen Sundowner-Rum.
Angst und Bange.

Juni.′ 26 29

Die Hitzewelle rollt ab. Der Käptn und sin Fru lassen sie rollen und bleiben noch vor Anker. Der Wind nimmt zu aus West und kühlt uns weiter herunter. Die geplante Radtour über Tåsinge muss noch warten. Die Liste der Ersten für ihre Tåsingeerkundung wird länger und länger. Der Käptn. hat jetzt schon ganz dolle PoPo-Schmerzen, bei dem Gedanken an das Radfahren.

Die Reste aus der Backkiste werden vergrillt und mit Dosenfutter kombiniert. Gar nicht so übel, wenn man das spanische Reisgericht aus dem Blecheimer noch mit etwas „frischem“ Gemüse verschönert. Son gerillter Maiskolben mit Butter uns Salz geht auch immer…
Wann geht das nächste WM-Spiel los?
Wir sind im flow.
W und M.

Juni.′ 26 28


Es ist trotz des gestrigen Gewitters immer noch unglaublich heiß. Selbst die Wassertemperatur in Thurø Bund ist bereits auf 23 Grad. AbKÜHLung kann man das auch nicht so recht nennen, aber es hilft sehr.
An Fahrradfahren ist nicht zu denken, wir bleiben also einfach hier vor Anker sitzen und bewegen uns möglichst wenig, allenfalls im Wasser.
Es gibt auch nur ein Foto, mehr war nicht drin… 😉
Ab und Kühlung.

Juni.′ 26 27

Schon bei dem Frühstück schmilzt die Butter in der Sonne – so weit im Süden sind wir doch gar nicht. Der Käptn und sin Fru können gar nicht soviel baden wie sie schwitzen. Wat ne Hitzewelle. Selbst kühle Kaltgetränke werden dem Käptn verwehrt, die Sonne heizt das Glas auf und das kühle sprudelnde Getränk lässt es springen – Sabotage!!!
Aus Ermangelung an hitzefesten Punschgläsern trinkt ab heute der Käptn. seine Kaltgetränke aus Bechern, denn die Anzahl der Gläser hat sich nun dramatisch reduziert.
Ein Gewitter soll heute noch kommen mit Wind aus unterschiedlichsten Richtungen. Der Anker verlässt seinen schönen Sandflecken und wir verholen uns in die Ankerbucht von Thurø Bund – die ist rundum geschützt.

Die 40 Knoten Wind aus West, die wir genau zum Zeitpunkt des Ankerfallens haben, lassen auch hier das Wasser kochen. Der Haken ergreift allerdings augenblicklich den moderigen Schlammgrund der Bucht und hält die Røde Orm an ihrem Platz. Der Käptn und sin Fru verkrümeln sich vor dem beginnenden Regen und Gewitter unter Deck. – Wat ne Ankeraktion.
Kurze Zeit später ist der Spuk schon wieder vorbei. Von einer Abkühlung der Lufttemperatur in diesem Zuge kann man allerdings nicht sprechen.
Weiter und schwitzen.

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