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Juli.′ 26 01

Der angekündigte Regen zieht woanders hin ab. Der Käptn und sin Fru können eine Radtour machen.
Der Erste hat alles ganz genau durchgeplant und der Käptn muss in seinem Navi nur einen Punkt nach dem anderen eingeben. So hat hey wenigstens das Gefühl, den Hut auf zu haben. Zuerst landen wir bei dem Schloss von Woldemort ääääähhh Waldemar. Ein hübschen Häuschen hat da der König für seinen Sohn Waldemar errichtet. Allerdings war er so sehr mit „in den Kampf ziehen“ beschäftigt, dass er wohl kein einziges Mal in seinem Prinzenschloss gewohnt hat. Pech gehabt.
Vom Weg aus entdeckt der Käpten einen Mammutbaum am Waldrand. Ein kleiner Pfad – schön mit Diesteln und Brennnesseln führt dorthin. Sowas hat die Erste auch noch nie gesehen. Nix wie hin. Wat hoch und groß und breit.
Noch so ein Monsterbaum steht wenige Fahrradminuten weiter am Wegesrand herum. Die Ambrosius Eiche. Ambrosius war wohl der Sekretär in Waldemars Schloss, bevor er ein berühmter Dichter wurde – oder so ähnlich. Jedenfalls trägt sie seinen Namen.
Die Erste kann es kaum erwarten, sie hat soviel über eine Liebesgeschichte auf Tåsinge zwischen Elvira Madigan und Sixten Sparre gelesen. Eine art Romeo und Julia Geschichte die gar nicht gut Ausging. Am 1.7.1889 – 1.7. ??? – heute ist der 1.7.!!!! – hat Sixten im Wald erst sich und dann Elvira erschossen. An dieser Stelle steht nun ein Stein – Elviras Stein. Ein bisschen gruselt es den Käptn schon, als wir den schmalen Pfad zu dem Stein entlang gehen. Wir lassen einen Glückspfennig da und hauen schnell wieder ab.

Ein steinzeitliches Relikt – glauben wir – liegt am Strand im Osten von Tåsinge herum. Fudis Handabdruck. Verrückt – eine echter Handabdruck in einem uralten Stein. Vllt. ist auch nur ein Bauer mit dem Makita-Elektro-Meißel hier gewesen und hat sich gedacht – jetzt lass ich mal die Touris staunen. Nix genaues weiß man nicht.
Können wir noch radeln? – Wir können noch radeln! – Der Akku gibt auch noch einiges her. Also weiter.
Ganz im Süden von Tåsinge fahren wir zum Vogelschutzgebiet „Monnet“. Betreten darf man es erst nach dem 1.7. – also heute noch nicht. Uns reicht aber auch die Aussichtshütte, die am Rande des Gebietes steht. Vor hier hat man einen schönen Ausblick über die riesigen Salzwiesen. Der Käptn. ist sich ziemlich sicher, dass dort auch eine Mammutherde grast. Vielleicht sind es aber auch doch nur normale Rinder. Ein Regenschauer zieht heran. Wie praktisch, dass wir gerade in der Hütte sitzen und es fein trocken haben. Wir warten ab.
Die Geschichte mit Elvira lässt die Erste nicht in Ruhe, vllt. bekommt sie noch etwas mehr über die „Romeo und Julia“-Geschichte heraus. Auf dem Rückweg halten wir deshalb in Landet an dem Friedhof an. Dort ist die Grabstelle des Pärchens zu finden.
Nun reicht es dem Käptn. Der Bürzel ist wund und der Akku fast leer – bei ihm und auch beim Eselchen.
Zurück geht es zur Røde Orm nach Trønse… 38 Kilometer stehen auf dem Tacho und ein letztes kleines blickendes Pünktchen auf dem Akku. Wir machen uns lang auf den Kojen.
Marianne ist mit ihrer Freundin ebenfalls in Dänemark per Rad unterwegs und kommt auf einen Absacker an Bord vorbei. Das Gläschen Rum gibt uns dann den Rest.
Komatöser und Schlaf.

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