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Juni.′ 21 03

Hallöchen in die Runde,
hier an Bord ist alles normal. In der vergangenen Nacht gab es sehr viel Regen und zunehmenden Wind. Morgens habe ich dann endlich ein bisschen Druck rausgenommen und die kleine Genua gerefft, wenig später bis zum letzten Reffstreifen. Das Großsegel ist schon die ganze Zeit im 2. Reff. Immer schön vorsichtig mit der Porzellankiste. Mit diesem System des Rollgroßbaum muss ich mich erst anfreunden, ich war froh, dass das Groß in der Situation schon gerefft war. Das bisschen weniger Fahrt belohnt mich mit längerem Segeln, weniger Stress und geschonten Nerven. Es kam eine graue Wand mit sehr viel Regen und dann gut 20 kn Wind und hohen Wellen mit den geliebten weißen Köpfen. Aber es lief gut und ging voran. Zur Zeit habe ich 17-18 kn Wind, entspanntes Segeln. Falls ich in die Flaute über den Inseln komme sollte, überlege ich in Santa Maria einen kurzen Stopp zu machen um Diesel nachzubunkern, falls es erforderlich wird. Das wäre dann mein 4. Besuch auf dieser schönen, kleinen Insel.
Soweit mein Bericht vom Tag, Grüße von Bord, Uwe.

Juni.′ 21 02

Ein Hallöchen von Bord,
beim morgendlichen Kaffeetrinken, fällt mir die am 2. Umlenkblock fast komplett aufgescheuerte Steuerleine an Steuerbord ins Auge. Der Wind war kurz vorm Einschlafen, also war nichts mit Abhängen in der Flaute, sondern es kündigte sich Arbeit an. Die zweiten fast starr angebrachten Umlenkblöcke abbauen und am neuen Platz wieder anbändseln. Zwei neue Steuerleinen ablängen, am Schwenkarm der Windsteueranlage anknoten, durch die Blöcke führen und beide Enden mit der Kette verbinden. Eine umständliche Fummelei, über dem Heckkorb hängend. Aber es hat sich gelohnt, sieht jetzt richtig gut aus und wird wohl die nächsten Tage halten.

Damit habe ich noch zwei Sollbruchstellen montiert, so wie das Peter F. in seiner Bedienungsanleitung auch vorgibt. Für die Zeit der Reparatur hatte ich wenig Wind, es war sehr ruhig. Bis sich der elektrische Autopilot, der dann beim Steuern half, in zwei Teile zerlegte. Das dünne Steuerrohr fiel einfach ab, jetzt schon das zweite Mal. Zum Glück gibt es an Bord ja einen zweiten elektrischen Piloten. Der Vormittag war also ausgefüllt. Ab ca. 15.00 Uhr kündigte der Windgenerator zunehmenden Wind an und es kam wieder mehr Fahrt ins Schiff. Jetzt läuft die alte Dame wieder, verhalten, aber es geht voran.
Grüße in die Runde, Uwe

Juni.′ 21 02

Halloechen und guten Morgen,

an Bord ist alles OK. Die Kommunikation über Sat und HAM ist bestens.
Die ersten Seemeilen nach Kiel sind abgerissen. Die Roede Orm ist auf dem Weg.

Die erste Nacht verlief ruhig, trotz des vielen querenden Schiffsverkehrs zu den Inseln. Wind und See sind gut.
Der 1. Sonnenaufgang ist abgehakt.

Beste Gruesse, Uwe

März.′ 20 04

Wind aus 10 Grad mit bis zu 16 Knoten. Kurs 94 Grad – bedeutet bei uns ziemlich hoch ran. Die Welle kommt mit 1,5m auch noch schräg von vorne. Es wird eine nasse Überfahrt. Aber die Røde Orm macht es gut und schiebt sich durch eine Welle nach der andern. 45sm bis zu Südspitze von Fuerte. Der Wind hört dort augenblicklich auf. Die Welle auch. Motorzeit – verrückt. Die Erste steht von ihrem Seesicklager auf und schnippelt Salat. Von jetzt auf gleich hört mit dem Geschaukel auch der Schwindel auf.

Wir beschließen bis nach Gran Tarajal durch zu motoren – morgen Vormittag nimmt der Wind wieder zu (von vorne) – da wird es auch nicht besser – eher schwieriger.

Um 19.30h verschwindet die Sonne hinter dem Horizont und wir tuckern durch die Nacht weiter nach Norden. Kurz nach Mitternacht laufen wir ein. SY Maia und SY Dude haben für uns alles geregelt. Wir haben einen schönen Platz am Steg mit der Nase im Wind.

Absackerbier und Mitternacht.

Feb..′ 20 28

Heute ist nichts mit Ausschlafen. Heute wird abgelegt sagt Windy. Der Käptn quält sich aus dem Bett. Schaffen wir es heute mal, vor der SY Maia too abzulegen? Jaa tatsächlich, legen wir gleichzeitig ab. Es wird ein schöner Segeltag. Wie von Kiel nach Marstal, nur 20 sm mehr… und begleitet von ein paar Delfinen. Blauer Himmel, Sonnenschein. An der Nordspitze Gran Canarias sieht man schon die Kräne, Tanker ankern vor dem Hafen von Las Palmas.

Ein ziemlich großer Hafen und eine ziemlich große Stadt. Sind wir gar nicht mehr gewohnt. Am Reservationpontoon machen wir mit dem letzten Sonnenlicht fest. Hier dürfen wir die Nacht über liegen bleiben.

Gran und Canaria

Dez..′ 19 23

Die Überfahrt verläuft genüsslich. Zwei Stunden können wir segeln, wir haben kaum Welle. 1,60m hohe Dünung, aber in so einem großen Abstand, dass man die Wellen kaum merkt. Hoch, runter, Wasser, Horizont. Im Wechsel. Die Angel fängt keinen Fisch. Der Käptn. steuert nicht. Die Erste schläft. Und so laufen wir mit dem letzten Sonnenstrahl in der Marina San Sebastian ein.

Sofort werden wir von der Crew der SY Stressless begrüßt, Jochen, Susanne und Jakob haben wir das letzte Mal auf dem Felsen in der Ria in Spanien gesehen. Wie schön ist doch ein Wiedersehen! Das feiern wir auch mit unserem Enno von der SY Meermaid besonders. Enno hat unsere Drohne und die Alkoholvorräte an Bord, die wir der SY Salty in Portimao anvertraut hatten, bevor wir nach Marokko übergesetzt sind. Der Grillabend war entsprechend lustig.

In Schutze der Dunkelheit werden schnell noch die letzten Geschenke verpackt. 😉 .

Endlich und da

Dez..′ 19 10

Ablegen um 9h klappt tatsächlich. Wer hätte das gedacht. Den Kuddel brauchen wir nur für den Hafen, dann setzen wir Segel und fahren auf 260 Grad Richtung St. Cruz de Teneriffe. Solange wir im Schutze der Insel sind, haben wir guten Wind und kaum Welle. Wir genießen den Anblick der Insel. Neben uns guckt etwas aus dem Wasser.. eine Schildkröte? Ein Mondfisch? Schon sind wir vorbeigerauscht.

Dann kommen wir in die freie See. Schwell von weit her – quasi vom Nordpol. Wind stetig über 20 kn, wir fliegen übers Wasser. Wind von Raumschots (also quer von hinten) ist ja ganz schön.. aber Schwell von eben der Richtung nervt auf die Dauer. Wir sind schnell und schaukeln beträchtlich. Aber noch geht es uns ganz gut. Die Erste schnippelt sogar Salat und brät einen Eierkuchen mit Kartoffeln. Wir essen quasi königlich auf See. Dann beginnt die Nacht, und die wird ziemlich schrecklich. Dem Käptn ist sogar übel. Die Erste übersteht die Wache nicht, die Fische werden gefüttert. Wir quälen uns durch die Nacht.

Furcht und bar

Nov..′ 19 03

 

Wir haben noch 20sm bis Agadir. Der Wind hat auch wieder etwas zugenommen und es geht nun (auch ohne Motorhilfe) flott voran. Vllt. ist es aber auch nur das Kap. und gleich ist wieder Feierabend.
Marokko ist Roaminglaenderklasse 3, wenn der Kptn. das gewusst haette. Das sind ja Preise….. tze.
Hoffentlich geht das WiFi im Hafen… 😉

Und wenn der Zoll uns dann auch noch die KW-Funke lahmlegt, weil das in Marokko evtl. nicht erlaubt ist…. Dann sind wir voll von der Aussenwelt abgeschnitten. Schnell noch eine Nachricht an die Welt, dass wir bald da sind… 😉
Die Gastlandflagge haengt, und die Q-Flagge ist parat – Wo sind bloss die Reisepaesse?
Marokko wir kommen.
Over und aus.

Nov..′ 19 02

Um 1 Uhr ist Wachwechsel. „Have a good watch!“ hoeren wir über Funk, wenn sich die Containerschiffe unterhalten. Draussen ist es tiefschwarz. See und Horizont sind nicht zu unterscheiden. Ab und zu ein weisses Licht am Horizont, von einem Schiff und ueber uns ein gewaltiger Sternenhimmel. Kein bekanntes Sternbild. Was nicht viel heissen muss, wir kennen nur die Gaengigen. Aber die treiben sich hier irgendwie nicht rum. Das Schiff schaukelt weniger. Oder haben wir uns mehr daran gewöhnt? Die Erste sitzt im Cockpit, an der Leine, beobachtet den Kurs und den Schiffsverkehr.

Beides verhaelt sich ruhig. Um 3 Uhr laesst der Wind nach, leider muss der Kaeptn seinen Schoenheitsschlaf unterbrechen, wir taumeln mit 1,5 kn durch die Wellen und um uns herum fahren mehrere Containerschiffe. Anton wird stillgelegt, Thorkel (die elektrische) muss ran, das Segel runter. Weiterschlafen. Um 7 Uhr wirds hell. Beim Wachwechsel um 9 fruehstuecken wir, reissen die Luken auf und lueften die Matratzen. Das ganze Schiff ist latent feucht. Als Morgendusche dient der Wasserkessel, im Cockpit über den Kopf gekippt. Das tut gut, endlich wieder wach! Einer liest, eine kocht, eine spielt auf dem Vorschiff Ukulele. Das Badelaken mit den Delfinen drauf haengen wir zum Trocknen draussen auf, in der Hoffnung, dass es welche anlockt. Sie machen sich rar. Jetzt noch eine Nacht. Wir hoeren immer schon franzoesischen Funk von Land. Koennte sein, dass uns in der naechsten Nacht mehr Fischerboote begegnen, so dass wir vielleicht gemeinsam Wache schieben muessen. Wir werden sehen. Unseren Berechnungen nach duerfen wir nicht mehr unter 4 Knoten fahren, wenn wir im Hellen ankommen wollen. Drueckt die Daumen!!
Bitte keine und Netze.
Over und aus.

Nov..′ 19 01

Mist wir haben Halloween verpasst. Was soll’s – dann essen wir eben die ganzen Naschies alleine. Der Wind haelt noch die ganze Nacht durch. Leuchtalgen umtanzen das Schiff. Morgens um 8h geht der Wind dann allerdings unter 5 Kt. und der Motor muss wieder ran. Gleichzeitig mit dem Ueberschuss an Strom laeuft der Wassermacher und das Notebook wird geladen.

Wir haben immer noch nicht soooo viele Meilen geschafft. Heute Abend sollten wir aber die Haelfte der Strecke im Kasten haben, ab dann geht es wieder bergab und somit auch schneller. Die Nacht war furchtbar. Wir haben im Bett Bauchtanz getanzt. Trotz der tausend Kissen, mit denen wir versucht haben, uns einzukeilen, rollte der Körper staendig. Da versuch mal, einzuschlafen. Hin und her. Jede siebte Welle war dann so stark, dass das ganze Schiff ratterte. In den Schraenken knallte das Geschirr, obwohl vertaeut und mit Handtuechern festgestopft. Da ist dringend ein Update noetig. Dann ist ein Sahnetetrapak gegen den Haken gekommen und hat ihn geloest und die Klappe ist aufgesprungen und die Dose mit den Nuessen ist aufgesprungen und hat sich über die Koje verteilt. Über die bis dahin zu schlafen versuchende. Wir sind noch immer geraedert. Die Pizza und der Salat geben uns wieder Kraft. Aber das Hochgefuehl fuer Nachtfahrten, von denen einige schwaermen, hat noch nicht eingesetzt. Warten wir die dritte Nacht ab.
Over und aus.

Okt..′ 19 31

Die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag war irgendwie flau – Flaute – 4 Kt. Wind.
Bis 5h morgens musste Kuddel ran und tuckerte uns durch die Nacht.
Vor der Suedkueste Portugals – ca. 30 sm suedlich der Küste ist ziemlich was los. Da kommen ne Menge Schiffe aus dem Mittelmeer und wollen da hin. Was da wohl los ist? Wir fahren trotzdem weiter nach Sueden.

Leider ist es den ganzen Tag bewoelkt, aber der Wind kommt mit 9-12 Kt relativ stabil aus NW. Wir setzten alles was wir haben – also unsere beiden Segel und kommen mit 4-5 Kt. gut voran.
Es schaukelt nur sehr wenig – man koennte fast sagen, der Ozean ist ruhig. Hoffentlich bleibt es so. Meeno hat es jedenfalls vorhergesagt.
Der Kptn. will Wasser machen – Aus Ozeanwasser Suesswasser. Um dabei strommaessig (also elektisch) besser aus der Waesche zu gucken, schmeißt er den Quirl vom Schleppgenerator ueber Bord. + 4 Amp. immerhin.
Die Sonne und der Wind machen den Rest. Der elektrische Autopilot (Thorkel) hat auch Pause – Der Wind (Anton) steuert.
Um 17.30h sind 24h Stunden um. Unser Etmal 110sm.
Over und out

Juli.′ 18 14

Bewölkt. Der Himmel sieht nicht sehr einladend aus. Die Wetterberichte sagen alle dasselbe – westliche 10Kt. Perfekter Wind für Marstal. Kurs 25 Grad. 30sm graues Wasser und grauer Himmel liegen vor uns. 

Und – wie es auch den Wolken nach aussieht – nix 10 Knoten. Die Wölkchen haben bis 20 im Gepäck. Es ist ja nicht so hoch ran und ne Alternative, außer umkehren oder Fehmarn gibt es sowieso nicht. Also – Arsch zusammen kneifen und weiter.

Der Kpt. hat n Reff drin, damit wir der Suutje nicht zu arg schnell davon segeln. Aber denkste – die Suutje segelt wie der Teufel – da wird nix verschenkt. Wir reffen aus und nehmen die Regatta an… 😉

Wir werden belohnt. Der Wind schläft kurz ein. Die Sonne kommt raus und der Wind nimmt kurze Zeit später auch wieder zu. Wir laufen in Marstal ein und bekommen die wahrscheinlich letzten beiden Plätze direkt vor dem Spielplatz und den letzten Grilltisch. 

Die Kinder toben bis zum letzten Büchsenlicht auf dem Spieli.

Lauer Sommer und aus.

Mai.′ 12 09

Um 5h haben wir wieder am Festland angelegt. Der Kpt. weiß gar nich wie das hier heißt. Wir gucken morgen früh einfach mal auf der Brötchentüte nach.

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So! 4 Mützen Schlaf bitte.

Over und aus.

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Mai.′ 12 09

20:15h Jule sieht Land. Die Nordwestspitze von Portugal kommt in Sicht.
Super!
Seit 24 Std. motoren wir nun. Leider gibt es keinen Wind. Nicht mal n Hauch. Aber ab heute Abend sollte ja ein 3er Norder einsetzen. Vielleicht können wir die letzten 36 sm bis in den Hafen von Lagos doch noch segeln.20120508-233601.jpg

Mai.′ 12 08

Gestern konnten wir bis ca. 18h gut segeln, dann mussten wir Kuddel anschmeißen um unsere 5 Kt. zu halten.

Wir motoren also mal wieder durch die Nacht. Die angekündigte Totalflaute kommte gegen Mitternacht und soll so ca. bis Mittwoch 1h anhalten. Es sieht also so aus, als ob wir nach Lagos durchmotoren müssen.

Alle 12 Std. kippen wir 15 Liter Sprit nach und checken das Motoröl.

Wenigstens können die Kids ihre Filmvorführgeräte nachladen und können mal wieder einen Film gucken.

Noch 96 sm bis Lagos und nur noch ca. 75 sm bis zur SW Spitze von Portugal. Man kann das Festland quasi schon riechen.


Am Nachmittag ist die See ist platt. Wir sehen am Horizont riesige Fontänen spritzen. Wale! Mehrere. Bis wir da sind, sind sie längst weiter gezogen. Das Kreuzen des Verkehrstrennungsgebietes ist wie immer aufregend. Schaffen wir es vor dem Frachter, oder schafft er es vor uns vorbei zu fahren. Stefan beobachtet Horizont und AIS, Julia sitzt an der Funke und versucht den Riesenschiffen verständlich zu machen, dass wir da sind. Ein Frachter schaltet erst auf unser Funken hin seinen AIS Sender ein. Ups. Ich habe die ganze Zeit mit dem falschen gefunkt. Deshalb war der so verwirrt, als er uns trotz meines Beteuerns, dass wir vor ihm seien nicht sah…

So fahren wir der Küste entgegen. Der letzte Liter Milch wird angebrochen. Wir freuen uns auf Land. Um halb neun schöfpt der Kpt. Hoffnung und hält den Internethotspot in die Höhe. Können wir schon bloggen? Wir sehen Land!

ZEIT: 2012/05/08 08:00 | BREITE: 36-39.81N | LÄNGE: 010-31.92W | KURS: 65 Grad | GESCHWINDIGKEIT: 5 kt |  WIND_GESCHW.: 5 kt. | WIND_RTG: SW | WELLEN_RTG: W | WELLEN_HÖHE: 2M | WOLKEN: 100%

Over und aus…

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