Dez..′ 11 05
Der Kpt. wacht frühmorgens auf, weil sich die Kinder im Vorschiff flüsternd unterhalten. Es geht um Nikolaus. „Es geht doch nicht, dass wir heute Abend dem Nikolaus unsere Flip-Flops hinstellen“ – „Meinst Du hier gibt’s auch n Nikolaus?“ – „Ja, klar!!“ – „Ich nehme jedenfalls meine Gummistiefel“ – „Hast Du die denn schon geputzt?“.. Wir hatten heute also wichtige Dinge zu erledigen. Neben Wäschewaschen und Weihnachtsgeschenke malen stand auch ein Date mit dem Nikolaus in Playa Blanca auf dem Programm. Die örtlichen Supermärkte haben alle einen rotgedeckten Tisch an der Kasse stehen, auf dem sich Weihnachtliches vermuten lässt. Während wir uns auf Stollen, Spekulatius, Marzipankartoffeln und Schokoweihnachtsmänner freuen, finden wir auf diesem Tischchen nur Nougat. In zwanzig Variationen…
Abends stellen wir alle die Gummistiefel raus. Sogar Puppe Charlotte und Stoffkater Mikusch. Sie haben jeder einen Puppengummistiefel. Der Nikolaus muss durch die Vorschiffsluke einsteigen.
Over und Schuh…!
Dez..′ 11 02
Der Kpt. wird von den süßen Düften vom Applepie aus den Träumen gerissen. Die Crew fährt echt immer fiesere Mittel auf, ihn aus der Koje zu bekommen.
Isabell von der Samantha ruft uns auf 72 – Die Antwort lauten (vierstimmig): „Viel Glück uns viel Segen auf all Deinen Wegen…. Happy Birthday“.
Der Tagesplan steht. Heute gibt es eine Kindergeburtstagsparty für Isabell.
Wir fahren mit unserem warmen Appelpie und dem Barbiegeburtstagsgeschenk auf die Samantha zum 2. Frühstück.
Ratz-fatz ist der Applepie vernichtet und die Dingis auf Stadtkurs. Wir laufen am Strand entlang bis zum Superspieli.
Hier finden die Geburtstagsspiele mit Preisverteilung statt. Der Kpt. darf leider nicht mitspielen. Immer wieder versucht er, sich heimlich unter die Kids zu mischen, um auch mal ein Gewinn zu erhaschen – die erste Öffiziöse pfeift ihn ständig zurück… J
Erwin und Jane verabschieden sich kurz und kommen schließlich mit ACHT Pizzen zurück!
Krass. Der Kpt. bekommt seine Lieblingspizza: Barbecue!
Auf dem Rückweg schlagen sich der Kpt. und die erste Offiziöse in die Büsche und robben zu einem Superelektronikladen um ein Geburtstagsgeschenk für Olaf und Weihnachtsgeschenke für die Kinder zu kaufen – Diese Jahr gibt es nur kleine elektronische Weihnachtsgeschenke, die möglichst wenig Platz an Bord wegnehmen. Die Idee hatte natürlich Stefan – ist ja klar.
Die erste Offiziöse hat große Schwierigkeiten den Kpt. von seinem neuen besten Freund – dem indischen Elektronikladenbesitzer loszureissen.
An Bord der Samantha gibt es noch einen kleinen ausgiebigen Test einiger Absackerbiere. Der Kpt musste feststellen, dass Erwin (Samantha) das kälteste Bier auf dem ganzen Atlantik hat. Bislang war er immer noch davon ausgegangen, das kälteste Bier gäbe es auf der Hitch-Hike-Heidi. Sorry Volker, aber wenn ihr Euch in der Karibik trefft und Du an Bord der Samantha ein Bier trinkst, wirst du mir zustimmen: Das kälteste Bier auf dem Atlantik gibts bei der Samatha *bibber*!
Over und aus!
Nov..′ 11 30
Wir probieren mal aus, ob die Kinder gemeinsam Schule machen können. Julita und Isabell machen Mathe, sie rechnen fast das gleiche, Isabell auf englisch, Julita auf Deutsch. Annika und Sophia entscheiden sich für Musik. Sie flöten die Titanic Filmmusik gemeinsam. Klappt ganz gut, nur die Konzentration leidet. Wir entscheiden uns, in Zukunft wieder getrennt vormittags den Unterricht zu machen, nachmittags können die Kinder dann spielen.
Nach dem Lunch testen Annika und Julita die Schnelligkeit der Pinta. Sie nehmen den GPS mit und sausen los. Sie schaffen 5,7 Knoten! Fast wie fliegen.
Morgen ist ja nun der erste Dezember. Also ist heute der Tag der Adventskalenderbastelei. Wir packen Päckchen, 48 an der Zahl. Als wir sie auf die Schnur ziehen wollen, fällt auf, dass wir 4x die 18 gepackt haben… deswegen ging das nicht auf… da waren wohl Mucklas am Werk. Abends gibt’s Nudeln und die Kinder beschenken uns mit selbstgemalten Adventskalendern.
Ein Anruf aus Kiel trübt die Stimmung… der Boiler im Bad ist kaputt. Letzten Monat ein neuer Herd. Diesen Monat ein neuer Boiler… das müssen wir wohl noch ein bisschen ankern.
Over und aus!
Nov..′ 11 12
Regen war angesagt. Gab kaum welchen, aber grauen Himmel. Joggen, im Pool schwimmen. So beginnt der Tag. Hatten wir schon erwähnt, dass zu diesem Hafen ein Swimmingpool gehört. Herrlich ist das. Zu jeder Tages und Nachtzeit können wir da baden gehen – Medusafrei.
Tja und dann. Also Zeit ist nicht linear. Hier vergeht sie irgendwie schneller. Es ist zwei Uhr. Um vier sind wir zum Werwolfspielen auf dem Katamaran verabredet. Das wird ein Fest. Wir sitzen zu zehnt um diesen Riesentisch herum, perfekt zum Werwolfspielen. Es ist ein Charterkatamaran, also 10 Kojen und 4 Toiletten mit Duschen. Im Oberen Raum eine große Küche, ein Riesensofa. 200.000 Euro kostet so was, gebraucht. Unglaublich.
Wir amüsieren uns prächtig.
Mit der linearen Zeit ist das so ne Sache, wir glauben, dass das ein Gerücht ist, dass es so was gibt. Also hier auf den Kanaren auf jeden Fall nicht.
Over und aus!
Nov..′ 11 03
Der Kpt. wird von einem geölten Blitz geweckt. „you have to go“ – ups … Es regnet übrigens. Alle Kissen im Cockpit sind nass. Chaos unter Deck und dann das – You have to go … Kneifen in diverse Körperteile ändert nix daran. Der geölte Blitz bleibt auf dem Steg stehen und beharrt auf seiner Aussage. Der Kpt. stottert irgendwas von „not possible“ … Der Blitz funkt – wir haben einen Tag Aufschub – Der Kpt. klappt rückwärts in die Koje zurück.
Jule geht beim Hafenmeister vorbei es wird gefragt, wie lange wir denn bleiben möchten – Bis Dienstag? – Kein Problem. Komisches Platzvergabeverfahren – und das vor dem Frühstück und vor dem ersten Kaffee…
Heute ist Geburtstagsparty von Riks (Masquenada) Tochter – Stien. Leider darf die Masquenada nicht in den Hafen – sie ankern östlich der Hafenmauer. Dort ist es schön ruhig bei Westwind und auch schön dicht am Hafen. Rik lässt den Grillfleischeinkauf an Bord der Röde Orm – ob er weiß was er tut? So ein bis zwei kleine Würstchen könnte der Kpt. ja schon mal antesten.
Die Kids fahren mit der Pinta in die örtliche Ferreteria und suchen ein Geschenk für eine 13-jährige, nicht so einfach. Geschenke für 39-jährige männlichen Käptns gibt es reichlicher J.
Am Nachmittag steigt die Party für Stien. Wir finden eine Laterne, die wohl auch Nachts leuchtet und stellen unsere drei Cobbs unter diese.
Diesmal fangen wir schon um 15h an mit dem gegrille. Zur Abwechslung sehen wir nun auch was wir essen. Eine tolle Erfahrung.
Der Kptn. findet syncroncobbgrillen genial – endlich ist er mal ausgelastet. Jeder der vorbei kommt und nach etwas gegrilltem fragt kann auch bedient werden. Endlich kein „es dauert noch etwas“ gerede mehr. Aber wo bekommen wir auf der Röde Orm drei Cobbs unter. Schwierig.
Die Kids flitzen bis zur Dunkelheit am Strand rum, baden und spielen Fußball.
Schöne Geburtstagsparty – Danke Stien!
Over und aus!
Nov..′ 11 01
Ein ganz normaler Morgen. Was haben wir nur gemacht, bevor es wieder dunkel wurde? Geskypt, gefrühstückt, Schule gemacht. Wäsche gewaschen, die Pinta geschrubbt (das Beiboot). Stefan hat irgendwann seine Angel rausgekramt, angespornt von Olaf und Christian – wer angelt den größten? Es änderte sich schnell in: Wer angelt überhaupt einen Fisch? Also letztendlich waren die Fische schlauer. Annika fuhr später den Kaptn und die Offiziöse mit der Pinta in die Stadt, damit wir nicht den Bogen laufen müssen. In der Ferreteria bleibt der Kpt. vor einer Miniwaschmaschine für den Bordgebrauch mit offenem Mund stehen …
Wir bunkern Getränke im Supermarkt und Anni holt uns wieder ab. Inzwischen haben sich insgesamt 7 Kinder auf unserem Schiff versammelt, die drei von der Calypso, zwei Mädchen aus den Ferienhäusern hier und unsere beiden. Sie schnappen sich Kissen und setzen sich in einer Runde auf den Steg, um dort weiter zu spielen.
Wir verholen uns in ein Geheimtippfischrestaurant. Die Kinder überreden den Kellner, auf dem Riesenfernseher vom Fußballprogramm zu den Simpsons umzuschalten. Ein Fußballfan verlässt maulend den Raum. Abends basteln wir eine Laterne und singen Laternelieder. Julitas Freundin hatte gemailt, dass in Suchsdorf schon Laternenumzüge stattfinden. Also wird’s wohl Zeit.
Ich geh mit meiner Laterne – und meine Laterne mit mir. Dort oben leuchten die Sterne, hier unten segeln wir. Der Wind der bläst, das Licht geht aus, Labimmellabammellabum.
Okt..′ 11 31
Der geölte Blitz [© Tamora] weckt uns. Diesen passenden Namen hat der nette Marinero bekommen, der hier für Ordnung sorgt. Wir sollen doch bitte ins Hafenbüro kommen zur Anmeldung. Gut, dann pellen wir uns mal aus den Betten. Julia packt die Wichtigsachen zusammen und flitzt los. Dort auf der Mauer sitzen schon einige Yachties und warten. Das Büro ist noch geschlossen. So quatschen wir auf der Hafenmauer und hoffen und bangen für ein Bleiberecht. Das bekommen wir dann auch. Der Hafenmeister ist sehr freundlich, sagt, bis Donnerstag dürfen wir bleiben. 4,40 Euronen die Nacht. Das ist ja mal günstig!
Einen Höhepunkt birgt der Tag noch: Während Julia mittagschlafend in der Koje döst und die Kinder im Salon Spiele spielen, ruft Stefan, computernd aus dem Cockpit: Guckt mal, da kommt ne deutsche Yacht rein, mit ein, zwei, drei Kindern an Bord. Noch ein Blitz an diesem Tag … wie ein selbiger flitzen nämlich unsere beiden aus dem Schiff, den Deutschen entgegen. Deutschsprachige Kinder im selben Alter, das ist ja wie Weihnachten!
Abends gibt es auf der Thor Bratkartoffeln und marrokanische Restwürstchen. Sehr lecker.
Halloweenkinder machen den stockdunklen Hafen unsicher. Der Kpt. gruselt sich sehr als die Geister an die Bordwand der Röde Orm klopfen. In Panik reißt er alle Schaps auf und versucht, irgend etwas vernaschbares für die Geister zu finden – alles aufgegessen. Ihm fällt eine Dose Würstchen in die Hände… Die Geister haben sehr viel Mitleid und schenken ihm ein paar von ihren Naschies, die Würstchendose soll er lieber behalten. Puhh – gerettet.
Okt..′ 11 02
Es gibt Geburtstagspfannkuchentorte zum Frühstück. Die kleinste Matronsine ist heute 8 Jahre alt geworden.
Anni bereitet mit der Crew der Kira und Rancho Relaxo of the seas eine Kindergeburtstagsstrandralley vor.
Julita spielt mit Bruno im Schiff Lego und wartet gespannt auf den Startschuss zur Ralley.
Der Kptn. muss sich dem Schiff widmen – Ölwechsel – Diesel – Deck schrubbeln… Die Matrosin ist ja heute unabkömmlich. Schließlich gibt’s endlich den ersehnten Funkruf, wir dürfen kommen. Julita eilt mit Bruno zum Strand. Dort liegt der Rest der Bande unterm Sonnenschirm und aalt sich abwechselnd in Sonne und Wasser. Annika schwimmt mal eben von der ankernden Kira direkt an den Strand. Der erste Tipp ist: einen Hinweis in einem der drei Häuschen am Strand suchen. Dort steht auf einem Zettel. Suche eine große Ananas am Strand. Große Ananas. So sehen die kleinen Palmen aus. Ah gefunden. Dann 15 Steine der Mole abzählen. Dort findet sich der mysteriöse Zettel: Da fliegt ein Bunter Vogel am Strand, der weiß weiter. Hm. Tatsächlich, da fliegt ein Drache. Nichts wie hin. Nächster Hinweis: Der höchste Punkt am Strand. Ein Rettungsschwimmerturm. Also nichts wie rauf. Dort werden Bruno und Julita wieder fündig: Da wo der Schatten hinzeigt, liegt was verbuddelt. Uiui, also wieder runter. Und tatsächlich, was finden sie? Ein Ei!!?? Ein rohes, zum Eierlaufenspielen.
Nun spielen wir Eierlaufen und mit dem Löffel und an der Stirn. Herrlich. Sackhüpfen. Bruno kriegt extra Actionpunkte für häufiges Stolpern. Flaschendrehen mal anders: wir laufen schnell im Kreis um eine Flasche rum und anschließend versuchen wir ein Ziel zu erreichen. Wir torkeln, fallen hin, wälzen uns vor Lachen. Es waren noch mehr Spiele geplant, zum Beispiel den Käptn einbuddeln, aber, das haben wir irgendwie nicht mehr geschafft. Wir haben den Grill angeschmissen, Salate gebaut und in großer Runde den Geburtstag ausklingen lassen. Eine Schokotorte gabs auch noch mit 8 Kerzen drauf. Drei Geburtstagslieder haben wir gesungen, darunter ein argentinisches und dreimal durfte Julita ausblasen und sich was wünschen. Ein schöner Geburtstag.
Over und out.
Sep..′ 11 27
Heute wollen wir nun endlich weiter. Vormittags ist es wieder viel zu heiß, so dass man in regelmäßigen Abständen auf den Steg muss, um sich mit dem Schlauch abzuduschen. Wir beschreiben und bemalen diverse Gästebücher und verabschieden uns von der Tamora, die anderen wollen wir in Cascais wiedertreffen. Mit dem ablaufenden Wasser legen wir ab und fahren (mit 8,5 Kt.) erstmal nach Belem in den Yachtladen. Die anderen treffen wir dort an der Tankstelle. Warum ist die eine Zapfsäule teurer als die andere?? Beides Diesel, der eine vergoldet. Wir fahren weiter Richtung Cascais. Zwischendurch kriegen wir richtig Wind und liebäugeln damit, denselben zu nutzen, um durch die Nacht Richtung Sesimbra zu segeln. Mit dieser Idee wird die Funkrunde gefüttert, abgewiegelt, besprochen, diskutiert… bis letztendlich kurz vor Cascais der Wind dann wieder einschläft. Also doch ankern. Müde kochen wir noch Bratkartoffeln, dann geht’s heute mal wieder früher ins Bett.
Over und aus!
Sep..′ 11 09
Julia hat ein Schwimmbad entdeckt. Eines, das direkt an die Felsen an der Küste eingebaut ist. Der Strand ist nämlich zwar wunderschön, aber riesige Brecher zischen da heran. Viele Wellenreiter trauen sich ins Wasser, aber zum Baden ist das nichts, erst recht nicht für die Kinder. Also kommt uns dies Schwimmbad sehr gelegen. Nicht viele Leute sind dort. Annika und Julita steigen mit ihren Schnorcheln in das Becken und genießen das glatte Wasser. An den Felsen daneben schlägt die Brandung des Atlantiks.
Sep..′ 11 03
Es ist tatsächlich wahr. Vier Kinder und zwei Erwachsene haben diese Nacht an Bord der Röde Orm übernachtet. Der Käptn wacht auf und zählt die Köpfe auf den Kissen – tatsächlich – es hätte ja auch nur ein Traum sein können.
Zum Frühstück kommen die Eltern von Line und Jonne an Bord.
Die Kinder verabschieden sich mit dem Dingi, die Frauen gehen einkaufen und die Kptns arbeiten am Computer.
D.h. also, nur die Jungs müssen wieder malochen – eine wirklich unglaublich wichtige Aufgabe, denn das Geburtstagsebook für Schnuppi muss vorbereitet werden.
Der Kptn fängt mit dem Notebook unter dem Bimini richtig an zu schwitzen – n eisgekühlter Longdrink hilft diese miserablen Arbeitsbedingungen erträglich zu machen.
Zum Glück bringt Julia von ihrer Shoppingtour etwas Eis mit, die harte Arbeit wird noch ein wenig erträglicher.
Die Rohstoffreserven im Schlauchi gehen dem Ende entgegen. Die stundenlangen Seeausflüge und Landgänge der Matrosen belasten die Bordkasse heftigst – aber die Kids erklären sich bereit den Kanister wieder zu füllen – „Wieso zu Fuß zur Tankstelle gehen? – Wir können doch mit dem Schlauchi hinfahren!“ – Is klar.
Der Kptn. verlangt dringende Kosteneinsparungsmaßnahmen – Wir verlassen den Hafen und legen uns wieder an den sparsamen Anker.
Am Abend geht’s wieder an den Strand. Mike von der Nubia feiert seinen Geburtstag (genauere Angaben wurden verschwiegen).
Im Dunklen schleichen sich heimlich Regenwolken über die Bergspitzen an. Eine Weile können wir unter den Bäumen weiter feiern, dann werden auch diese inkontinent.
Mit unseren vier Dingis geht’s durch die Nacht zurück in die Ankerbucht.
Es regnet und windet. Ab morgen soll der Nordwind wieder kommen – mal sehen, ob es klappt.
Over und aus!
Aug..′ 11 15
Es ist Montag und Feiertag in Spanien (Fiesta de la Asunción). Kein Grund früh aufzustehen, außer vielleicht die Sonne, die das Schiff irgendwann so aufgeheizt hat, dass man es einfach nicht mehr in der Koje aushält.
Der Käptn geht zur Hitch-Hike-Heidi und erzählt was über Internetblogs. Die Men Goe sitzt mit beim Kaffee im Cockpit. Und schwubs gibt es schon wieder zwei neue Internetlogbücher von Langfahrtseglern. 🙂 – www.hitch-hike-heidi.de und mengoe.wordpress.com. Bei der Hitch-Hike dauert es allerdings noch ne Weile, bis die Sache endgültig läuft.
Das Internet wird quasi von Langfahrtlogbüchern überflutet…
Die Kinder jammern. Die Sonne wird immer doller. Wir machen uns auf den Weg zum Strand. Leider sind die Wellen dort ganz schön hoch und es klappt nur bis zu den Knien ins Wasser zu gehen. Dem Käptn ist das sowieso alles viel zu nass. N schöner Kaffee in der Schnellrestaurandkette „Gasthof“ erfrischt bei den Temperaturen genug.
Die Kids kommen mit der Hitch-Hike-Crew nach dem Füßebaden auch dazu. Wir belegen zwei Tische und binden zwei Kellner dauerhaft an uns, sie kommen richtig ins schwitzen.
Wir schlendern durch die Stadt zurück zum Hafen und hunderte oder tausende Spanier ebenfalls, obwohl ja alle Geschäfte geschlossen sind. Die Spanier drängeln sich wohl gerne durch enge Gassen, auch ohne Konsumgedanken.
Anni erklärt sich bereit heute Nacht Baby zu sitten. Alle 4 Crewkinder von Röde Orm und Hitch-Hike-Heide besetzten die Hitch. Die Erwachsenen verlassen das Schiff und stürzen sich ins Nachtleben. Ein Konzert auf dem Rathausplatz. Schön beleuchtete Gassen. Tapas. Mojitos. Die ganze Stadt ist auf den Beinen. Tolles Nachtleben in La Coruna.
Aug..′ 11 06
Unser Tagesrhythmus ist inzwischen so, dass wir um 12 Uhr Mittags frühstücken. Manchmal vergessen wir das und so wunderten wir uns heute, warum der Laden hier im Ort bei unserem Frühstückseinkauf die Läden dicht macht, und die Tür abschließt, obwohl wir noch an der Kasse stehen. Die Franzosen machen pünktlich Mittagspause. Wir frühstücken also um halb eins und beschließen dann, endlich mal die Uhren von Omili anzubauen. Wunderschön glänzen sie schließlich im Schiff. Die Uhr ist eine Glasenuhr und lässt alle halbe Stunde ein Klingeln mehr ertönen, bis nach 4 Stunden Wachwechsel ist. Eine echte Schiffsuhr. Und das Barometer funktioniert! Wo eh alle Werkzeuge rausgeräumt sind, bauen wir auch noch die Kardanik für den Kocher an, in der Hoffnung, dann auf hoher See auch mal Kochen zu können. Nun haben wir einen mitschwingenden Petroleumkocher an Bord.
Da klopft es an der Bordwand. Die Crew von der Hitch-Hike-Heidi erzählt, sie hätten einen Piraten gesehen. Der war bestimmt auf der Suche nach einem Schatz! Ach du grüne Neune. Ein Piratenschatz. Julia begibt sich mit den kleinen Kindern an Land auf Schatzkartensuche. Als sie wiederkommen, finden sie doch tatsächlich 3 Flaschen im Hafenbecken schwimmen, mit 3 Schatzkartenteilen drin. Unglaublich! Zufällig kommen die Papas grad mit dem Bananaboot zurück. Wir nehmen noch ein zweites Boot und flitzen zum Ufer, um in der Grotte den Schatz zu suchen. Inzwischen beginnt es zu regnen und über der Bucht taucht ein herrlicher Regenbogen auf. Wir platschen an Land, und tatsächlich, da am Strand finden wir einen Steinhaufen, wie auf der Karte verzeichnet. Die Piraten haben wohl nicht mit Hochwasser gerechnet. Die Grotte, in die wir rein müssen, steht schon fast unter Wasser. Wir waten hindurch und finden dort eine zweite Schatzkarte. Nein, wie spannend! Also wieder raus aus der Grotte und ein Stück nach links. Da: Ein Holzkreuz! Ein Steinhaufen! Und darunter, tatsächlich, eine Schatzkiste!! Na so was. Mit goldenen Uhren – die sehen ja aus, wie die Messinguhren, die wir grad aus unserem Boot ausgebaut haben… Und mit Geschenken für jeden der vier Finder. Herrlich. Decken werden ausgebreitet, es gibt Saft und Rotsaft für die Großen. Und Würstchen und Brot zur Stärkung. Aber gegen die nassen Hosen vom Hochwasser in der Grotte und den kalten Wind – es ist inzwischen halb 10 – kommt auch das gemütlichste Abenteuer nicht an, wir müssen zurück. Fröhlich und Wohlig ziehen wir uns auf unsere warmen und trockenen Boote zurück und träumen von Piratenschätzen.
Apr..′ 11 28
Manchmal braucht man auf See, auch mal eine warme Mahlzeit unter schaukelden Bedingungen. Lange kochen ist dann häufig nicht drin: Entweder ist alles an den Wänden, Decken und Polstern verteilt oder man fragt sie, wie es sein kann, dass der Topf so voll ist, obwohl doch nur so wenig Inhalt in dem Fertigsuppenbeutel war… 😉
Wir haben einen Großeinkauf von Fertiggerichten gemacht. Von jeder Sorte eine Tüte. Annika macht eine Bewertungsliste, so das jeder Testteilnehmer zu jedem Gericht Punkte vergeben muss.
Eines schon mal vorweg: Es hat keinen Sinn das Zeug nach dem Hochglanzfotoaufdruck zu kaufen, auch der Name des Inhalts sagt nix über den Geschmack aus…
Die Punktevergabe ist eindeutig. Wir haben unseren Favoriten gefunden, von dem wir ein paar Reserven bunkern werden.
Over und aus!
Dez..′ 10 19
Wir brauchen einen Baum! – Lena: Ich will auch einen – Ok – Wir brauchen zwei Bäume.
Der Baum muss in den Bulli passen, weil er ja mit nach Schweden soll – „Kein Problem“ sagt der Baumhändler, „Das Ding kommt ja in so ein Netz rein“. Nein – wir wollen ihn doch geschmückt mit Kerzen nach Schweden fahren. – OOOOkkk. Also ein kleiner Baum.
Julita will unbedingt sägen. Die wunderschönen, gut gewachsenen, fertig gesägten Bäume werden keines Blickes gewürdigt. SIE WILL SÄGEN. – OK.
Wir stapfen durch den Schnee und versuchen den Besten unter dem Meter hohem Schnee zu finden. Schütteln – Schild dran – vergeben, Schütteln – Schild dran – vergeben, Schütteln – Schild dran – vergeben, Schütteln – kein Schild dran – aber hässlich wie die Nacht. Es dauerte also.
Schließlich erklärte uns Julita, dass DIESER Baum wunderschön ist und wir müssen den jetzt nehmen… – OK 😉
Zur Belohnung fahren wie an die Badestelle Seekrug. Hier brennt ein Feuer, es gibt warme Suppe und Punsch. Viele nette Kollegen stehen dort auch rum und alle sind Glücklich mit ihrem Baum.
Dies war nämlich das alljährlichen Kollegen-Weihnachtsbaum-schlagen!
Danke Claudia!