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Sep.′ 19 24

Wir legen bei bestem Sonnenschein und totaler Flaute ab. Die ganze Nacht hat es wie verrückt geweht, jetzt ist alles weg. Na denn. Motorventilation an und los. 6 Stunden platte See und lauter Motor. Was tun wir an Bord? Die Dünung schaukelt uns. Wir lesen, .. (gibt es eigentlich ein Verb, das beschreibt, wenn man aufs Handy guckt?) also das tun wir.. und gucken aufs Wasser, sehen Delfine und schnippeln Salat, essen Pestonudeln und waschen Geschirr ab. Schlafen. Schnacken. So gehen die Stunden dahin. Sines begrüßt uns mit seiner Rieseneinfahrt und dicken Pötten. Wir werfen den Anker vor dem Strand. 2011 haben wir hier Julitas 8. Geburtstag mit einer super Strandralley, der Rancho Relaxo, der Chiloe und der Kira gefeiert. Abends haben wir die Strandbar gekapert. Jetzt ist hier keine Strandbar mehr… und auch keine anderen Crews, die wir kennen. Vielleicht ist es besser, Häfen, die man in so netter Erinnerung hat, nicht ein zweites Mal anzulaufen..

Wir essen im aufziehenden Nebel im Cockpit. Das Boot schaukelt vor sich hin. Riesen Seifenblasen fliegen an unserem Schiff vorbei (!) und Schalen von Avokados und Granatäpfeln schwimmen um uns herum. Das Wasser kocht auf dem Gasherd.

Wärm und Flasche

Sep.′ 19 11

62sm liegen vor uns. Ohne früh aufzustehen ist dieses nicht bei Tageslicht zu schaffen. Ab 5 Uhr kann der Kptn. vor Aufregung nicht mehr schlafen, obwohl der Wecker ja erst um 7.30h klingelt. Komisch. Er wartet auf den Wecker. Den Dampfer haben wir gestern ja schon klar gemacht. Im Halbschlaf (der Kptn. ist wieder müde geworden) machen wir die Leinen los und fahren im Schummerlicht auf die freie See. Nach einer Stunde setzt der portugiesische Norder ein. Mit bis zu 25 Knoten schiebt er uns nach Süden. Eine Stunde wird uns unterwegs geklaut, aber wir schaffen die 63 Meilen bis Leixoes (Vorort von Porto) und sind eine Stunde vor Sonnenuntergang da (19.30h). Unterwegs treffen wir auf zahllose Fischerbojen, die ein oder andere haben wir ziemlich dicht passiert – unter Segeln. Unter Motor und dann vielleicht noch bei Nacht, wollen wir den Dingern lieber nicht über den Weg motoren. In der Karte ist eine „Superboje“ verzeichnet. Der Kptn. ist sehr interessiert. Wir passieren das Teil mal etwas dichter… Scheinbar sind diese Dinger per Pipeline mit den Tanks an Land verbunden. Hier machen wohl Tanker dran fest und pumpen ihre Ladung an Land oder anders herum. Leider passen die Schlauchstutzen nicht so ganz an unseren Dieseltank.

Um 20.30h wird es jetzt duster und der Kptn. wieder wach. Die Crew der Sissi nimmt uns an unserem Waitingponton.

Wir hatten ganz vergessen, dass Leixoes ja diesen unverwechselbaren Industriecharme hat – fast Steampunkmäßig. Im Hintergrund werden romantisch dunkle Containern mit ordentlich stählernem Gerumpel auf die Schiffe verladen. Die Fischer fahren mit großer Eile ungebremst an der Hafeneinfahrt vorbei und produzieren wahnsinnige Schiffsbewegungen, die an die 3-Meter-Wellen draußen auf dem Atlantik erinnern. Alle paar Minuten legt dröhnend der Pilot aus dem Yachthafen ab und hilft der Grossschiffahrt in den Hafen zu kommen. Durch die Hafenausfahrt schubsen Schlepper sanft die großen Pötte rein und raus. Der Schwerölgeruch liegt in der Luft und legt sich auf unsere Lungen und der Ruß auf unser Vordeck – einfach schön.

Aber Kptn. Nelsons Navy Gin lässt dieses alles wie schönste Seefahrt erscheinen – es schmeckt und riecht nach der großen weiten Welt.

Seefahrt im Hafen.

Sep.′ 19 05

(eigentlich wieder Nordwind – und nein – wir denken uns auch wieder andere Überschriften aus)

Der Wind kommt etwas mehr aus Ost und die Welle aus der Ria Pontevedra dreht leider etwas in unsere Ankerbucht rein – es ist nicht mehr so gemütlich. Ein Chilltag vor Anker fällt aus – dat schaukelt hier zu dolle.

Wir wollen es in der nächsten Ria versuchen – Ria de Vigo. Wie gestern zischen wir mit dem NE weiter nach Süden – bis zu 30 Knoten bringt er auf die Uhr und die Røde Orm flitzt mit über 7 Kt. durch das blaue Wasser.

Wir sind verabredet mit der „Espiritu“ und der „Stressless“ in der Enseada da Barra.

Der Wind ist immer noch ganz flott in der Bucht, aber es gibt keinen Schwell – schön ruhig liegen wir hier. Karibikfeeling.

Der Kptn. guckt sich die Gegend mit dem Fernglas an – da sind nur Nackte am Stand – müssen wir jetzt auch nackig im Dinghi an Land fahren? Ohje – der Kptn. hat doch noch gar nicht seine Bikinifigur…

Die Hose bleibt an – Wir grillen mit den Crews der beiden anderen Schiffe auf den Felsen am Strand – schön weit oben – damit uns die Nackideis nicht belästigen können und uns die Klamotten vom Leib reißen – wir sind noch nicht soweit.

Das richtige Sitzfleisch für den harten Granit ist auch noch nicht vorhanden – irgendwie widerspricht sich das jetzt aber auch mit der Bikinifigur – und überhaupt sind die Felsen in Bohuslän viel weicheier. Also was jetzt? Bikini oder Sitzfleisch – Der Kptn. ist in einer Zwickmühle.

Einen Absacker auf der Stressless.

Sun und down.

Jul.′ 17 31

GOPR0079Die Sonne weckt die Crew. Der Wind ist deutlich schwächer geworden und bläst Richtung Anholt. Auch die Prognose von 25-30 Kt. ist auf 15-20 Kt. reduziert worden. Es ist 6h. Egal. Wir gehen Anker auf – immerhin haben wir 60sm vor uns.
12 Kt. Wind von achtern. Für den Spi ist es dem Kpt. zu früh. Groß und Genua werden ausgebaumt. 4,5 Kt. Fahrt. Das reicht. Wir sind ja früh aufgestanden und es soll ja auch noch mehr werden.
Und es wird auch mehr. Wir machen Rauschefahrt mit bis zu 7 Kt. Richtung Anholt. Die Sonne scheint. Wir fliegen. Die Schnellfähre ist auf Kollisionskurs.. oh je, wir machen unser neues Echo an und – sieh an, die Fähre ändert ihren Kurs. Da hat sich das Kabelverlegen ja gelohnt!

Der ersten Offiziöse wird allmählich doch ein bisschen grün um die Nase. Die Wellen machen dem Atlantik alle Ehre. Anton (Windsteueranlage) bringt uns bis vor die Hafeneinfahrt. Auf den letzten Metern liefern wir uns ein Wettrennen mit einer heftigen Gewitterwolke.


Kuddel hilft mit. Wir laufen ein, machen fest, schaffen es gerade noch die Kuchenbude aufzubauen und dann kommt der Landregen – Die armen Lüd an Land….
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Nach so einer lagen Seefahrt brauchen der Kpt. und die Crew dringend Energie – Der Kpt. nimmt 1-3 Bier und Muscheln. Die Mannschaft irgendwas mit Salat – Nun ja.
Zum Sundowner schaffen wir es schwankend (von der Seefahrt) in die Orakelbar – Wir begegnen sogar unseren Vorschoterinnen auf dem Weg mit einem uns unbekannten jungen Herren zum Leutichturm.
Fliegen und aus.

Aug.′ 14 10

Der Wind dreht auf östliche Richtung mit voller Kraft. 6 Bft. Auf so einen achterlichen Wind freuen wir uns. Da schaffen wir die 45sm von der Lunkebugt in die Dyvig mit links bzw. mit halber Genua und 6-7 Kt. Fahrt.

Thorkel, der elektrische Steuermann ist bei den Wellen überfordert. Der Kpt. beginnt an den Bändern zu tüdeln und macht Anton (den Windsteuermann) einsatzbereit.

Anton ist in seinem Element und steuert uns zuverlässig über den kleinen Belt.

Atlatiksegeln.

In der Dyvig ist alles voll. Heute hat hier wohl keiner abgelegt. Der Hafenmeister findet aber noch einen letzten Platz für uns. Wir messen nach: 1.70m… Neben einem Motorboot. Das muss reichen.

Mike und Angelika sind auch hier. Wir grillen und feiern.

Leider war absolutes Hochwasser, als wir angelegt haben.

Über Nacht sinkt das Wasser – 80cm.

 

Over und hoch und trocken.

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Aug.′ 14 09

Aber leider erst ab 20h. Wir nutzen die Lücke, um nach Süden in die Lunkebucht zu kommen. Da kommt man auch nachts gut rein. Also Nachttörn mit Vollmond.

Die letzten paar Meilen muss tatsächlich Kuddel ran. Kurz vor dem Ankerplatz geht Kuddel plötzlich in die Knie – keine Leistung mehr. Herzstillstand. Wars das? Natürlich nicht – Nur ein Seegrasteppich. Mit dem Strahler checken wir die Lage. Ein paar mal vor und zurück und die Schraube ist wieder frei. Der Kpt. muss nicht ins Wasser.

Um 1h liegt der Anker.

Seegras und aus.

 

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Aug.′ 14 07

Wir wollen uns noch zwei Schiffe in Kopenhagen anschauen. Eine Najad 343 und eine Saga 36. Außerdem will Julita nach Schweden. Also segeln wir mal wieder den großen Belt hoch. Diesmal nicht gegenan kreuzend, sondern schön gepustet. In Nyborg kommt Marianne aus Schweden mit dem Auto zu uns. Wir besprechen den Plan, morgen nach Kopenhagen zu fahren, per Gummireifen.

Over und aus.

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Aug.′ 14 06

Wieder ein besonders langer Törn von Strynö nach Marstal… Etwas mehr als 5 sm. Wieso schon wieder Marstal. Der meistbesuchte Hafen von uns in diesem Jahr. Wir sind so früh dran, dass wir freie Platzwahl haben und nehmen unseren Lieblingsplatz mit Blick auf die Badebucht mit den Strandhäuschen. Auf Schiffsuche, wie wir sind haben wir einen Termin mit den Eignern einer Najad 34 gemacht. Mit Achterkajüte. Wunderschön gepflegt. Julita ist begeistert und will am liebsten gleich in „ihre“ Achterkajüte einziehen. Der Käptn bittet um Geduld und will erst noch in Ruhe drüber grillen.

Heute gibt es mal kein Fleisch, Achim und Karin haben beim Fischer in Strynö 4 Schollen erstanden. In Öl und Alu werden sie gecobbt und schmecken lecker. Zum Abschluss Schokobananen mit Rum.

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Aug.′ 14 05

Heute schaffen wir ein ultimatives Etmal von 2,9 sm. Aus der Ankerbucht fahren wir in den nächsten Hafen nach Strynö. Wir ergattern in dem kleinen Hafen tatsächlich beide einen Liegeplatz. Zuletzt waren wir vor 10 Jahren hier. Inzwischen wurde der Hafen auf 3m ausgebaggert und erneuert.

Am Abend beim Grillen fragt uns der Hafenmeister doch tatsächlich, wie viel Brötchen er uns am Morgen an Bord bringen soll. Toller Service!! Die Atmosphäre ist wundervoll. Der Kater jagt eine Maus durch den Hafen, eine Traube Kinder folgt ihm ganz aufgeregt. Unser idyllisches Grillfest wird von Wespen gestört, wir flüchten auf die Schiffe.

Wespe und weg!

 

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Aug.′ 14 04

Wir durchqueren einmal das karibische südfünsche Fahrwasser mit herrlichem Westwind und probieren die Lindelse Bucht im Südwesten Langelands. Die Röde Orm kundschaftet den Weg für die Steppenwolf aus, die deutlich mehr Tiefgang hat.

Anfangs ist noch Westwind und es schaukelt ziemlich. Ab 22 Uhr kriegen wir Nordwest und sind unter der Landabdeckung geschützt. Sundowner auf der Steppenwolf.

Over und aus!

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Aug.′ 14 02

Auf nach Faaborg zum Shipmantreffen. Steppenwolf und Kassiopeia sind auch dabei. Sie überlegen von ihren bisherigen Schiffen auch auf eine Shipman umzusteigen 😉

Die Shipmans werden gegenseitig begutachtet und am Abend der Grill entzündet.

Die Crew der Röde Orm versucht ihren Vortrag zu halten leider hat der Kpt. ein paar technische Schwierigkeiten und kommt ins Schwitzen.

Aber unser kleiner Huwei Hotspot rettet die Datenübertragung.

Over und aus.

 

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Aug.′ 14 01

DSCN4327Der XXXXXXXXL Burger hat den Kptn. mal wieder aus den Socken gehauen. Heute ist nicht viel drin. Die Ankerbucht nördlich von Avernakö ist gut zum Baden und Verdauen.

Kassiopeia ist mit ihrem neuen Schiff auch hier.

Ab morgen ist Shipmantreffen in Faaborg. Wir kramen schon mal unseren „Segeljahrvortrag“ raus und versuchen, ihn auf einen Abend zu kürzen.

Gar nicht so einfach.

Over und aus.

 

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Jul.′ 14 31

Abschied. Kathleen geht von Bord. Die Matrosine ist etwas traurig. Zu dritt geht es weiter, wieder nach Aerosköbing.

„Zufällig“ liegt dort der Steppenwolf. Wir gehen Längsseits und feiern ein Wiedersehensfest bei Lille Claus. Wir reden über das Segeln und über Boote. Die Crew der Röde Orm braucht ein größeres Boot. Das wird beschlossen.

Die Suche beginnt.

Over und aus.

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Jul.′ 14 25

Übermorgen soll es Südwind geben und wir haben noch zwei Tage, um nach Marstal zu kommen. Also müssen wir früh los und uns von der Hitch wieder verabschieden, die es gen Norden zieht. Wir haben den Wind perfekt von achtern und zischen die 40 Seemeilen mit 6 Knoten Richtung kleiner Belt. Kurz vor Bogense kommt uns die SY Dirk mit Matthias und Claudia entgegen. Wir bergen die Segel, da wir ein Ankerlicht von Busses, das wir bestellt hatten, per Kescher übernehmen wollen. Das Manöver klappt gut, und wir setzen wieder Segel in Richtung Middelfahrt.

Im Hafen geht Kater Konrad mal wieder seit langem an Land. Vorsichtig sich umschauend betritt er den Steg und sieht als erstes einen Hund dort liegen. Sein Fell sträubt sich, er ändert die Richtung und flitzt auf die Steine. Dort geschützt beobachtet er seine Umgebung. Als wir nach dem Grillen und der Hamsterrolle wieder an Bord kommen, schläft er seelenruhig im Cockpit. Gegrillt haben wir mit Hauke und Claudia vom PTSK, die wir zufällig im Hafen trafen.

Over und aus.

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Jul.′ 14 19

Wir füllen alles auf. Strom, Wasser, Essen und verlassen diesen Hafen. Hafenkoller – nach einem Tag – nicht schlecht Aerosköbing. Der Kontakt zur Hitch kann nicht hergestellt werden. Noch einen Monsterhafen tun wir uns nicht an – also nicht nach Marstal – gegen den Wind. Die Röde Orm segelt weiter nach Norden in den Svendborgsund. Traumhaft. Wir erinnern uns an eine spanische Ria, eine Bucht in der wir dachten, das sieht hier aus wie in Dänemark. Mit dem blauen Himmel hier im Moment, ist es wie an der spanischen Westküsten langzufahren. Traumhaft idyllisch. Man kann beobachten, wie niedlich die kleinen Jetskyläufer um die auslaufende Fähre herumtollen und mit den Wellen spielen.

In der Thuröbund Bucht fällt der Anker. Die Matrosienen fädeln mit dem Bootsmannsstuhl die fehlenden Leinen am Mast ein, anschließend schaukeln sie über dem Wasser quietschvergnügt. Der Kpt. repariert das lockere Backskistenscharnier, der Teakbesatz ist einfach zu schwer – nun wird durchgebolzt.

Die erste Offiziöse heult schon den ganzen Tag rum, wenn sie ihr Buch aufschlägt. Muss schlimm sein – Zwiebelpapier – oder so.

Trotz Glibberquallen tut eine Abkühlung gut. Der Wasserpass war auch schon wieder unschön. Und immer wieder besonders hartnäckig ist die Kojenaußenwand des Kpt. – Komisch.

Thurö und bund

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