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Nov.′ 19 21

Gestern hatten wir noch ein Auto reserviert, mit dem wir heute die Insel erkunden wollen.

Wir haben ja im Jahr 2011 schon viel von Lanzarote gesehen, aber ein paar Dinge fehlen noch: Die Cueva de los Verdes, das Haus von César Manrique in Haría und El Golfo, die raue Westküste der Insel.

Doch zuerst halten wir in Playa Blanca und kaufen eine Simkarte, damit wir auf Graciosa genügend vernetzt sind. Dann stöbern wir nach kleinen Adventskalendergeschenken und packen auf der Ablage unseres Fiat Pandas Weihnachtspäckchen für Veit, die anschließend in der Post auf den Weg nach Kiel geschickt werden. Nun aber los, Richtung Arrecife. Julita erzählt, sie bekommt Besuch und will zelten.. Son Teil, das man in die Luft wirft und was, dann Aufgebaut landet, wollte der Kaptn. schon immer mal haben, als Generation *im Dunkeln Zeltstangen suchen und sich in der Zelthaut verheddern*. Also steht ein Stopp bei Decathlon an. Daneben lässt das goldene M des Käptns Magen knurren. Da der Weg vom knurrenden Magen zum knurrenden Käptn recht kurz ist, kehren wir ein. Als das befriedigt ist, geht’s Kurs Cueva de los Verdes – supergeilo. Toll beleuchtet… Aber warum machen die in einige Ritzen Bauschaum rein… Der Kptn. wird leicht unruhig. Ganz tief unten ist ein Konzertsaal in der Höhle. Schöne Farben und ein Geheimnis… wir kommen an ein unglaublich tiefes Loch, der Höhlenboden leuchtet von unten uns entgegen. Atemlose Stille setzt bei den rund 30 Besuchern ein. Dann nimmt die Höhlenführerin einen Lavastein in die Hand, um ihn in die Tiefe zu werfen. Wir erwarten einen laaaangen Fall und ein entferntes Klonk. Doch.. der Stein fällt ins Wasser! Wellen verzerren das Bild, das sich im Höhlensee gespiegelt hat. Wow. Tanürlich haben wir ein Foto gemacht. Unerlaubterweise. Aber ihr wollt ja auch einen Eindruck haben.

Wir also wieder ins Auto, weiter zu Manriques Haus. Super eingerichtet… hat die gleiche Küche wie Beate (s. Foto) – ist also künstlerisch wertvoll… Also Ulf – ich denke, Beate sollte dir doch das neue Segel erlauben. (Zeterundhorrido).

Ein heißer Typ war Manrique – das konnte man in einem Filmchen gut sehen. Er hat richtig viel rumgemeckert, als Lanzarote mit Hotelburgen zubetoniert werden sollte. Auch Demos wurden organisiert. Bis die Regierung (!) seinen Plänen zugestimmt hat. Echt toll, wie er es geschafft hat, Lanzarote seine Schönheit mit den kleinen weißen Häusern zu bewahren – Hoffentlich bleibt es so.

Weiter nach El Golfo – vor dem Sonnenuntergang wird es ziemlich knapp… Vor allem weil auf dem Weg dorthin noch Angelina Jolie und Brad Pitt am Wegesrand rumstehen und dort einen neuen Film drehen. Leider standen auch noch ne Menge WoMos und Zelte und Security im Weg. Wir konnten ihnen also nicht persönlich guten Tag sagen.

Mit dem letzten Viertel der Sonne landen wir in El Golfo und schießen ein paar Fotos von der sagenhaften Küste. Auch die Saline im Sonnenuntergang ist schön.

Leider wird es für den kleinen Wanderweg von El Golfo nach Süden schon etwas zu schnell dunkel – nächstes Mal.

Wir geben unser Auto zurück und verabreden uns mit Karl in der One-Bar – Sehr gemütlich und sehr lecker – zu empfehlen.

Im Dunklen machen wir das Schiff seeklar – morgen wollen wir weiter – allerdings wieder nach Norden. Wir haben per Email 2-Wochen Graciosa gebucht.

Over und out

Nov.′ 19 19

Als die Sonne aufgeht, ist Lanzarote schon in Sicht.

Wir haben die zwei Tage mit 260 Grad vorgehalten… jetzt dreht der Wind westlicher und wir können und müssen abfallen – alles passt perfekt. Meenos Wetter stimmt wieder richtig gut.

Gegen 14h machen wir in Rubicon fest. Wir werden von den Spaniern erstmal mit nem Schlag in die Magengrube empfangen. Unsere Windsteueranlage und unser Anker würden ja überstehen… Sie könnten uns keinen Platz unter 10m für unser Schiff anbieten. (Die haben es nachgemessen). 11m Plätze wären alle besetzt, wir können auf einen 13m Platz und müssten dieses dann auch bezahlen – willkommen im kapitalistischen Europa.

Wir nehmen für 3 Tage den 13m Platz und schlucken die Kröte.

Uli und Renate von der SY Men Goe kommen an Board… Wir planen die Flucht aus der Marina Rubicon am Freitag mit dem SW-Wind nach Graciosa. Gute Idee.

Eigentlich sind wir ganz gut ausgeschlafen, aber son Mittagsschlaf tut trotzdem ganz gut…

Am Abend landet Karl von der SY Maija auf der Insel und besucht uns ebenfalls – voll was los hier auf Lanzarote.

Der Hunger meldet sich und die Snackbar hilft mit nem halben Hähnchen und anderen Leckereien aus. Auch ein Bierchen bekommt man hier wieder ohne Probleme.

Pipe und Bier.

Nov.′ 19 18

Nachts wurde der Wind etwas schwächer, Anton, die Windsteuerung schaffte es nicht mehr den Kurs zu halten, also musste Thorkel ran, der Elektrische. Aber wir konnten durchsegeln. Heute halten wir uns auch mal an die Mahlzeiten, das hebt die Stimmung beträchtlich. Ein Zaubermüsli zum Frühstück, so mit Äpfeln und Nüssen. Und mittags spanischen Eierkuchen mit Kartoffeln. Hm das tut gut. Um 13 Uhr macht der Käptn mal für zwei Stunden den Motor an, aber nur um Strom zu machen, der Schleppgenerator schafft es nicht ganz und die Solarzelle war den ganzen Tag über vom Großsegel abgeschattet.

Der Wind dreht auf Nordwest, wir können höher ran. Die Röde Orm liegt super in den Wellen und wir schweben übers Wasser. Segeln ist schon toll. Wir schlafen viel, lesen viel, nachts guckt die Erste gern mal n Film, um die Müdigkeit zu überwinden. Snickers hilft, wenn es gar nicht mehr geht. Und das neue Lieblingskaugummi mit viel Vitamin C, wenn es unangenehm in der Magengegend wird. So fliegt der Tag dahin. Wir schaffen die Halbzeit, jetzt haben wir schon mehr Meilen gesegelt, als noch vor uns liegen.

Am Abend haben wir die 100sm Schallmauer überquert – irgendwie ist das immer besonders. Der schlappe Nachmittagswind nimmt zum Glück wieder etwas zu und bringt uns segelnd weiter Richtung Lanzarote.

Over und aus.

Nov.′ 19 17

Das Boot wird weiter seeklar gemacht. Die Erste holt sich die Stempel beim Zoll. Völlig unproblematisch, fröhlich wünschen sie uns gute Fahrt und ein Wiedersehen in Marokko. Wir können ablegen, dürfen jetzt auch den Steg nicht mehr verlassen – alles klar. Die Röde Orm ist ja rückwärts eingeparkt, das Ablegemanöver wird also einfach.

Die Wetterprognose ist weiterhin gut. 3-4 Windstärken, halber Wind und sonnig.

Nur die ersten paar Meilen (40) sind ziemlich flau… Der Kuddel bringt uns aus der Flautenabdeckung heraus und in den Wind. Hoffen wir. Denn zuerst motoren wir ziemlich lange. Mit 3 m Dünung von der Seite ist das kein Vergnügen. Ein Hin-und Hergeschaukel mal wieder. An Kochen ist nicht zu denken, es gibt außer Datteln und Pistazien noch Zwieback und Baguette. Das muss reichen. Direkt zum Sonnenuntergang, bei dem letzten Licht setzen wir Segel und können die Nacht durchsegeln. Das macht nun wieder Spaß, die Dünung wird kleiner, das Schiff liegt stabiler. Wir schlafen gut. Die SY Aurelia ist die ganze Zeit in UKW-Funkweite, so können wir uns ab und zu anfunken. Der Funkkontakt nach Kiel klappt nur rauschend. Die Nacht ist sternenklar, das Wasser leuchtet, der Mond leuchtet uns mit halber Kraft, so dass wir gut sehen können.

Klabauter und mann

Aug.′ 12 24

Schluss mit dem Gejammer. Weiter geht’s – die Welt ist bunt.

Jetzt kommt unsere ultimative, jederzeit veränderbare, vollkommen lückenhafte und unfertige Best-of-Sabbatjahrliste. Unsere Best-of’s sind natürlich total subjektiv, unsere Einschätzungen beruhen meistens auf persönlichen Erlebnissen, dem gutem Wetter und einem harten familieninternen Abstimmungskampf – daher gibt es auch pro Best-of eine Rangfolge.

Der beste Hafen

  1. Rubicon
  2. Tazacorte
  3. Dartmouth

Der beste Spieli

  1. Blanes
  2. Santiago de Compostella

Der beste Grillplatz

  1. Bei Dieter auf Porto Santo
  2. Rubicon aufm Berg
  3. Der Strand von La Graciosa

Die besten Klos

  1. Tazacorte
  2. Quinta do Lordes
  3. La Linea

Der beste Kaffee

  1. Bei HHH nach der Biscayaüberfahrt
  2. In Oropesa bei der Sundance
  3. Graciosa auf der Veranda

Das beste Restaurant

  1. Der Thailänder auf la Palma
  2. Santiago / La Gomera am Strand
  3. Pommes in Lüttich

Der beste Handyladen

  1. Viano do Castelo
  2. Aufladeladen auf Porto Santo

Der beste Dieselverkäufer

  1. Cadiz

Die schlechteste Dieselverkäuferin

  1. La Graciosa
  2. La Graciosa
  3. La Graciosa

Der beste Ankerplatz

  1. Lulworth Cove
  2. Papagayo
  3. Portimao
  4. Arrecife

Die beste Waschmaschine

  1. Den Helder

Der beste Strand

  1. Porto Santo
  2. La Graciosa
  3. Portimao

Der beste Pool

  1. Oropesa
  2. Rubicon
  3. Valencia

Die beste Wanderung

  1. Levada Wanderung auf Madeira
  2. Piratenbucht auf La Palma
  3. Caldera auf la Palma
  4. Pico Castillo von Porto Santo

Die beste Burg

  1. Die Schlösser von Sintra
  2. Dover
  3. Castillo del Mar auf la Gomera

Die beste Schnorchelecke

  1. La Graciosa
  2. Port Mogan

Der beste Angeltag

  1. Mit der Plastiktüte in Tazacorte
  2. Angeln mit Schleichfahrt
  3. vor Baiona

Der beste Fußballplatz

  1. Bayona
  2. Der Golfplatz in San Miguel

Die orginellsten Marineros

  1. Käptn Ahab
  2. Der Hafenbiker (Its Spain darling)
  3. Der geölte Blitz

Die besten Marineros

  1. Pedro von Graciosa
  2. Funchal
  3. Tazacorte

Der beste Vulkan

  1. Timanfaya
  2. Tenguine auf la Palma

Das beste Eis

  1. Joghurteis in Vlencia
  2. Eis auf Porto Santo

Das beste Hafen WiFi

  1. San Sebastian, Disa
  2. Lagos
  3. Funchal

Die ausgeklügelste Technik

  1. Satellite Voice Relay Mail
  2. Motorreparatur mit Hammer in Agde
  3. Bluescreenfilmen

Das beste EKZ

  1. Lissabon, Expomarina
  2. Lyon
  3. Funchal

Die beste Aussicht

  1. Pico de la Cruz / Los Muchachos
  2. Teide
  3. La Graciosa

Der beste Segeltag

  1. erster Tag Richtung Madeira mit Delfinbegleitung
  2. erster Tag auf der Biscaya
  3. Kurs Süd nach Lanzarote

Das beste Bier

  1. La Corunja nach der Biscayaüberquerung
  2. Das Bier in Tazacorte bei Montecarlo

Die beste Zigarre

  1. La Corunja nach der Biscayaüberquerung
  2. Mit Chrischan in Cuxhaven
  3. Handgedrehten von St. Curz de la Palma

Der beste Mojito/Caipi

  1. La Corunja nach der Biscayaüberquerung
  2. Der Stegcaipi in Funchal

Die besten Momente vom Kpt.

  1. Landsicht von Porto Santo
  2. Fahrt durch die Meerenge von Gibraltar
  3. Feiern in Bayona
  4. La Palma bei den Los Muchachos

Die besten Momente von der ersten Offiziöse

  1. Strand von Bayona
  2. Graciosa grillen
  3. Klavierkonzert in den Gassen von Barcelona
  4. Oropesa
  5. Rum Probe in Rendsburg
  6. Die Muchachos

Die besten Momente von Juli

  1. Geburtstag in Sines
  2. Die Babykatzen in Rubicon

Die besten Momente von Anni

  1. Der Affe auf der Schulter
  2. Geburtstag
  3. Die Babykatzen in Rubicon

Der fieseste Augenblick

  1. Wenn Werner neben uns gekocht hat
  2. Wenn Olaf neben uns gekocht hat
  3. Aufstehende Kamele

Der witzigste Moment

  1. Harpunengeschäfte
  2. Der Kpt. sucht den Tiger

Der eindrücklichste Moment

  1. Das Klo von Hitch
  2. Die Gassennacht in Lissabon

Der traurigste Moment

  1. Das 2x einlaufen in Rubicon
  2. Der Ankommblues

Die beste Assoziation

  1. Die Panflöten mit Maus
  2. Blumenduft bei Madeiraannäherung
  3. Cubaner und Babypuder

 

Over und aus!

Mrz.′ 12 14

Rubicon am Morgen ist still.
Julita und Julia laufen früh am morgen erwartungsvoll zum Swimmingpool, innerlich gerüstet gegen eiskaltes Wasser. Leider vergebens, da sind Bauarbeiten, und der Pool ist geschlossen. So kaufen wir nur Brötchen und kehren aufs Schiff zurück. Ein kurzes Frühstück, dann legen wir ab und checken aus.


Draussen ist der Atlantik ruhig. Platte See. Wir motoren die Küste hoch. Ab Arrecife ist unsere Kurs nördlicher, die See wird unruhiger. Aber da wir ja schon den 4. Tag auf derselben sind, sind wir richtig seefest und können es trotz Gestampfe und Geruckel auch unter Deck gut aushalten. So motoren wir dahin, versuchen ein zu kreuzen, kommen nur selten in einen Winkel, in dem wir den Jockel ausmachen können und motoren weiter. Zwischendurch begleitet uns ein großer Schwarm Delfine. Bei Sonnenuntergang sind wir an der Ecke und können unter Segeln Graciosa anlegen. Mit dem letzten Lichtschein laufen wir in den Hafen ein. Der Marinero schwenkt die Lampe, seine obligatorische Trillerpfeife können wir nicht mehr sehen – wir sind geblendet. Er erkennt uns, wir stehen auf seiner Liste und dürfen anlegen. Leider geht in dem Moment der Motor aus und lässt sich nicht dazu bewegen, wieder anzuspringen.
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Der Käptn rollt die Genua aus und segelt souverän in die nächste Box. Zack da liegen wir. Klasse, gut geklappt. Das war noch ein Schreck in der Abendstunde. Der Motor wird kontrolliert. Öl wird nachgefüllt, Batterie gecheckt und der Jockel läuft wieder. Puh, da sind wir aber erleichtert. Wo es doch heißt, der Yanmar sei so gut, der bringt uns bis zum Mond. Kurzzeitig dachten wir schon, wir wären zu weit gefahren…
Müde und aus.

Mrz.′ 12 13

Mit der goldenen Stunde laufen wir in Rubicon ein.


Julita dreht ihren ersten Videofilm über Define ab.

Der Marinero begrüsst uns total freundlich am Rezeptionssteg. Er erkennt uns wieder und füllt uns auch gleich wieder die Dieseltanks auf. Super. Julia geht uns registrieren und der Kpt. sitzt in der Sonne am Rezeptionsteg unter der Sailorsbar und hört Louis Armstromg Jazz von oben. Sehr schön. Wir dürfen an Jetty F. Unseren alten Steg, vom November.


Vor drei Monaten waren wir in diesem Hafen mit so vielen Freunden. Und nun kehren wir hier ein, aber Rubicon erscheint leer. Die meisten Schiffe, die dort liegen sind unbewohnt. Komisches Gefühl hier einzulaufen. Keiner winkt, keinen den wir kennen, überhaupt ist hier nix los auf den Stegen.
Aber der Charterkat dort hinten… Sind dort nicht Susi, Tom und Claudia an Bord – ne – istn anderer Kat – unbewohnt.
Anni wünscht sich zu ihrem Geburtstag ein Pizzaessen bei dem Italiener an unserem Stegkopf. Wir gehen auf die Veranda und gucken uns die Karte an. Aus dem Augenwinkel am anderen Tisch sieht der Kpt. Petra und Olaf mit einer Flasche Rotwein sitzen und rüberwinken – ach ne doch nicht, es ist ein anderes Pärchen – Komisch.
Wir bekommen unsere Pizzas und die Getränke und hauen rein. Der Kpt. nimmt natürlich n großes Bier. Plötzlich laufen zwei lachende Mädchen hinter dem Restaurant entlang und ein Mann fragt den Kpt., ob er ein Kopje Koffie möchte. Alles zerplatzt wie eine Seifengedankenblase – es ist doch nicht die Crew der Samantha – das muss am ersten Schluck Bier gelegen haben, nach 2,5 Tagen Seetörn.
Noch ein Bierchen und zurück zum Schiff. Auf dem Steg gegenüber steht Rik mit einem Sack Eiswürfeln und fängt an es auf dem Steg zu crushen. Silke und Dieter rufen, kommt rüber, wir machen Caipis – aber eigentlich ist dort doch nur ein leerer Steg der im schwachen Licht der Stegbeleuchtung des Kpt. Sinne verwirrt.
Schnell in die Koje… Wir sitzen noch auf der Thor bei Christian und Christine und gucken beim Caipi einen französischen Film, die Thor schaukelt wie wild; daußen in der Bucht liegt die Maia und die MenGoe und haben schon unseren Cobb im Cockpit – Mit Uli, Renate, Karin und Karl grillen wir ein paar Sardinen vor dem warmen sonnigen Papagayobucht. Von unten ruft Volker: Käptn komm runter, das Klo ist verstopft! Alle Schiffe unserer Freunde liegen  rundherum in dieser Bucht: Thor, MenGoe, Maia, Röde Orm, Masquenada, Samantha, Sophie, Hitch-Hike-Heidi, Tamora, Zwiebel, Dievago, Christine, Rancho-Relaxo, Chiloe, Nubia, Bumblebee, Kira, Fettler, Moana, Ninita… Ein Fender quitscht – die Röde Orm ruckt in den Leinen. Der Kpt. wacht kurz auf – so geht das nicht – Morgen müssen wir hier wieder weg.
Over und aus.

Mrz.′ 12 13

Tiefdunkle Nacht, kein Mond. Tausend Sterne. Im Wasser von Wellen aufgewühlte Leuchtalgen, sehen auch wie Sterne aus. Der AIS ist gespickt von Frachtern. Von Las Palmas Richtung Norden kreuzen mehrere unseren Weg. Ausgerechnet Nachts. Zwei Stück funken wir an. Wir leuchten zusätzlich das Segel mit einer Taschenlampe an. Alles klappt sehr gut. Die Brückenoffiziere sind sehr nett. Aber es es trotzdem aufregend diese Tonnenschwere Pötte mit 13kn an uns vorbei rasen zu sehen. Die Sonne geht wieder auf. Wir sind müde im Dreistundentakt. Wachwechsel heißt, sofort schlafen gehen. Noch 30 sm bis Lanzarote. Sehen kann man die Insel noch nicht. 226sm haben wir hinter uns, dann sind wir wieder am Startpunkt unseres Kanarenrundtörns angekommen. Erst 25sm vor der Insel kann man die Vulkanrücken über dem Dunstschleier rausgucken sehen: 13:04 h LAND IN SICHT!!! Das Handynetz setzt. 15 sm vor der Küste wieder ein, also noch ca. 3 Std. bis zum Hafen (Rubicon/Lanzarote).
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Wir legen uns dann gleich mal hin, Fotos kommen später.
Over und aus.

P.S. Die Landsicht um 13:04h waren Halluzinationen. Zuviel Schoki zuwenig Queso de Mäh.

Dez.′ 11 06

Und tatsächlich. Er war da!! Welch Freude. Unser Lieblingsadventskalender von „Andere Zeiten“ rät uns heute auch: „Lasst und froh und munter sein!“ Damit lassen sich schon mal die Nikolausschuheifersüchteleien wegsingen.

Wir wollen ablegen. Wird auch echt mal Zeit, nun sind wir schon bestimmt 4 Wochen auf Lanzerote. Das Schiff wird klar gemacht, Uli von der MenGoe verabschiedet. Wir sehen ihn erst im Januar wieder, er fliegt über Weihnachten nach Hause. Die Sophie wird uns morgen folgen. Raus aus dem Hafen, Segel gesetzt. Wir müssen Strom von hinten haben, wir rauschen konstant mit 6-7 Knoten an Fuerte Ventura vorbei. 30 Seemeilen bis Puerte del Castillo. Die Küste von Fuerte zeigt sich sehr sandig, fast wie Wüste. Der Background aber sind Vulkansilhouetten, wie wir sie schon kennen. Puerte del Castillo. Im Hafenhandbuch

steht was von gefährlichem Riff und verwirrender Betonnung. Recht hat es… da stehen viele Tonnen rum, aber keine so, wie in der Seekarte vorgegeben ist. Mit Hilfe des Plotters schaffen wir es gut in den Hafen.

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Der Hafen ist ganz klein und voller Anglermotorboote. Er fühlt sich fast an, wie ein dänischer Hafen. Der Hafenmeister ist supernett und dirigiert uns per Handzeichen an einen Platz. Wir haben Glück, es gibt hier nicht viele Plätze für Travellerboote.

Der Strand zieht uns fast magnetisch an. Wir packen also unsere Badesachen und ziehen los. Leider ist Niedrigwasser. Der Einstieg ist steinig und es wird endlos lange nicht tief. Etwas enttäuscht kehren wir bald um. Der Rückweg führt uns durch eine offene Hotelanlage. Siehe da, ein Pool!! Zum Glück haben wir die Badesachen noch an. Schnell Sandfüße waschen und ab ins Wasser. Es ist viel wärmer als im Pool auf Lanzerote und tiefer. Herrlich.

Abends machen wir noch einen Spaziergang und suchen die Stadt. Es findet sich eine furchtbare Tourifußgängerzone. Bunt und laut und Glitter.

Fuerte und aus!!

Dez.′ 11 05

Der Kpt. wacht frühmorgens auf, weil sich die Kinder im Vorschiff flüsternd unterhalten. Es geht um Nikolaus. „Es geht doch nicht, dass wir heute Abend dem Nikolaus unsere Flip-Flops hinstellen“ – „Meinst Du hier gibt’s auch n Nikolaus?“ – „Ja, klar!!“ – „Ich nehme jedenfalls meine Gummistiefel“ – „Hast Du die denn schon geputzt?“.. Wir hatten heute also wichtige Dinge zu erledigen. Neben Wäschewaschen und Weihnachtsgeschenke malen stand auch ein Date mit dem Nikolaus in Playa Blanca auf dem Programm. Die örtlichen Supermärkte haben alle einen rotgedeckten Tisch an der Kasse stehen, auf dem sich Weihnachtliches vermuten lässt. Während wir uns auf Stollen, Spekulatius, Marzipankartoffeln und Schokoweihnachtsmänner freuen, finden wir auf diesem Tischchen nur Nougat. In zwanzig Variationen…

Abends stellen wir alle die Gummistiefel raus. Sogar Puppe Charlotte und Stoffkater Mikusch. Sie haben jeder einen Puppengummistiefel. Der Nikolaus muss durch die Vorschiffsluke einsteigen.

Over und Schuh…!

Dez.′ 11 04

Nach dem 2. Adventsfrühstück beginnt er Kpt. sich auf den Grillabend zu Olafs Geburtstag vorzubereiten. Der Cobb muss geschrubbt werden.

Der Kpt. beugt sich mit dem verschmierten glibschigen Cobbdeckel über die Bordwand und rubbelt an ihm rum… schwubbs – blubbt – weg. Der Deckel geht flott auf Tiefe.

*Stöhn* – noch ist Hochwasser… Die Rettungsaktion sollten noch n paar Stunden warten.

Die Kinder waschen Wäsche und Jule und Stefan gehen mit Petra zum Supermarkt – Frischfleisch kaufen!

Per Taxi wird das tote Tier wieder an Bord geschafft.

Der Kpt. begutachtet den Wasserstand und komplettiert das Fleischzubereitungsgerät mit dem untergegangenen Deckel. Eine Anschlussdusche mit Frischwascher ist allerdings obligatorisch.

Die Crewdamen backen Pfannkuchen für Olafs Pfannkuchentorte. Nutella kommt zwischen die Pfannkuchen und die kalte Sprühsahne läuft in Sekundenschnelle, erwärmt durch die warmen Kuchen, unter Fluchen der ersten Offiziöse bis beinahe in die Bilge. J

Die Torte wird wieder saubergeputzt – dann gibt es eben Sahnelosetorte – Wir wollen ja auch noch grillen.

Die Crew der Sophie kommt an Bord – ein paar Sekunden später ist die Torte weg. Olaf und Stefan gucken sich an: „… und jetzt grillen“. J

Alle Utensilien werden zum Grillplatz geschafft, erhitzt und ihrer Bestimmung zugeführt.

Der Kpt. ist am Ende – das hat ihn fertig gemacht. Alle anderen Partyteilnehmer feiern auf der Sophie weiter – nur der Kpt. schnorchelt friedlich in seiner Koje!

Over und … !

Dez.′ 11 03

Mit jeder Tagesminute wird der Wind stärker. Der Kpt. wird etwas nervös und möchte noch am Vormittag los und wieder nach Rubikon zur nächsten Geburtstagsparty segeln (morgen hat Olaf Geburtstag).

Wir packen das Dingi ein und machen das Schiff seeklar.

Der Wind bläst mit ca. 20 Kt. und soll noch bis 30 Kt. auffrischen. Aber alles aus NE.

Wir verabschieden uns von der Samanthacrew und rollen die Genua 2/3 aus.

Mit 6 – 7 Kt. geht es mit Rauschefahrt zurück nach Rubikon. Die Sonne scheint. Die Flugzeuge starten und landen und der Wind fühlt sich bei der Geschwindigkeit auch nicht mehr so dolle an.

Jule klariert innerhalb von 5 Minuten ein – sie hat die kopierten Formulare schon in der Tasche… J – Stammkundenvorteil!

Wir sehen Sophie und MenGoe wieder und freuen uns! – Wiedersehensfeiern sind super!

Anni und der Kpt. gehen zum Schiffsausrüster und besorgen noch für Olaf den zukünftigen Champion – so wird in Fachkreisen der beste Fischköder an Bord genannt.

Das Ding wird zusammen mit ein bisschen Fischgewürz in eine ChampiGNondose gesteckt und die Dose mit etwas Sekundenkleber wieder unsichtbar verschlossen… 😉

Zusammen mit den Walkitalkis ist Olaf nun bestens auf die zukünftige Fischerkarriere vorbereitet. Er kann super Fische mit dem Champion fangen und seine Frau über die Größe der angelandeten Fische über Funk auf dem Laufenden halten. Wieder an Land hilft das Fischgewürz bei der richtigen Zubereitung.

Wir feiern in Olafs Geburtstag rein und pünklich um 0h kann er seine Fischerkarriere beginnen. J – Herzlichen Glückwunsch Olaf!

Olaf und aus!

Dez.′ 11 02

Der Kpt. wird von den süßen Düften vom Applepie aus den Träumen gerissen. Die Crew fährt echt immer fiesere Mittel auf, ihn aus der Koje zu bekommen.

Isabell von der Samantha ruft uns auf 72 – Die Antwort lauten (vierstimmig): „Viel Glück uns viel Segen auf all Deinen Wegen…. Happy Birthday“.

Der Tagesplan steht. Heute gibt es eine Kindergeburtstagsparty für Isabell.

Wir fahren mit unserem warmen Appelpie und dem Barbiegeburtstagsgeschenk auf die Samantha zum 2. Frühstück.

Ratz-fatz ist der Applepie vernichtet und die Dingis auf Stadtkurs. Wir laufen am Strand entlang bis zum Superspieli.

Hier finden die Geburtstagsspiele mit Preisverteilung statt. Der Kpt. darf leider nicht mitspielen. Immer wieder versucht er, sich heimlich unter die Kids zu mischen, um auch mal ein Gewinn zu erhaschen – die erste Öffiziöse pfeift ihn ständig zurück… J

Erwin und Jane verabschieden sich kurz und kommen schließlich mit ACHT Pizzen zurück!

Krass. Der Kpt. bekommt seine Lieblingspizza: Barbecue!

Auf dem Rückweg schlagen sich der Kpt. und die erste Offiziöse in die Büsche und robben zu einem Superelektronikladen um ein Geburtstagsgeschenk für Olaf und Weihnachtsgeschenke für die Kinder zu kaufen – Diese Jahr gibt es nur kleine elektronische Weihnachtsgeschenke, die möglichst wenig Platz an Bord wegnehmen. Die Idee hatte natürlich Stefan – ist ja klar.

Die erste Offiziöse hat große Schwierigkeiten den Kpt. von seinem neuen besten Freund – dem indischen Elektronikladenbesitzer loszureissen.

An Bord der Samantha gibt es noch einen kleinen ausgiebigen Test einiger Absackerbiere. Der Kpt musste feststellen, dass Erwin (Samantha) das kälteste Bier auf dem ganzen Atlantik hat. Bislang war er immer noch davon ausgegangen, das kälteste Bier gäbe es auf der Hitch-Hike-Heidi. Sorry Volker, aber wenn ihr Euch in der Karibik trefft und Du an Bord der Samantha ein Bier trinkst, wirst du mir zustimmen: Das kälteste Bier auf dem Atlantik gibts bei der Samatha *bibber*!

Over und aus!

Dez.′ 11 01

Es war einmal ein Segelboot. Behängt mit bunten Decken. Es liegt in Arrecife an einer Ankermooring. Schön geschützt durch die Hafenmauer. Da öffnet sich ein Schott und heraus springen munter vier Gestalten. Abwechselnd ins Wasser. Platsch. Donnerstagmorgendusche. Alle klettern wieder an Deck, schäumen sich mit Shampoo ein uns springen wieder in das glasklare 21 Grad warme Atlantikwasser. Den Grund in 5 Metern Tiefe kann man gut sehen. Stefan greift sich einen Plastikspachtel und unterzieht die Röde Orm auch einer gründlichen Reinigung. Die Pflanzen auf unserem Schiffchen haben doch glatt schon Wurzeln gebildet. Wird alles abgekratzt, tauchend mit Schnorchel und Flossen. Anschließend kriegen alle eine Süßwasserdusche im Cockpit ab.

Erfrischt machen wir uns auf in die Stadt. Annika bringt uns mit dem Dingi an Land. Es werden Geburtstagseinkäufe (Isabell und Olaf haben Geburtstag) getätigt. In der Stadt laufen viele viele Menschen rum. Das ist ein Phänomen hier. Während der Siesta, von 14 bis 17 Uhr ist die Stadt wie ausgestorben. Niemand ist auf den Straßen, alle Rolläden sind runter gelassen. Davor und danach wimmelt es nur so.

Vollbepackt laufen wir wieder hinaus zum Ankerplatz, die Hafenmole entlang. Ein altes Fort schmückt dieselbe, sieht sehr malerisch aus. Das Schiff ist immer noch behängt mit Decken. Manchmal muss man mal lüften^… Ein deutscher Segler, den wir zuletzt in Muros getroffen haben, kommt angerudert mit den Worten: Immer wenn ich euch sehe, ist euer Boot mit Decken behängt. Nunja.

Wieder an Bord wird dieser Zustand entwirrt. Dafür ist es unter Deck um so wuseliger: 4 Kinder sind an Bord. Sämtliches Lego, Playmo und alle Malsachen sind verstreut. So wir großen lieber draussen und dösen vor uns hin. Irgendwann verschwinden die Kinder auf die Samantha, dafür kommen Erwin und Jane auf die Röde Orm. Es entspinnt sich eine rege Diskussion über Zeitgeister und andere von der Sorte.

Die Sonne geht unter. Wie jeden Abend verzaubert sich der Himmel. Links eine Skyline von Vulkanbergen. Rechts ein roter Feuerball, der Himmel unwirklich blau-orange.

Over und aus!

Nov.′ 11 30

Wir probieren mal aus, ob die Kinder gemeinsam Schule machen können. Julita und Isabell machen Mathe, sie rechnen fast das gleiche, Isabell auf englisch, Julita auf Deutsch. Annika und Sophia entscheiden sich für Musik. Sie flöten die Titanic Filmmusik gemeinsam. Klappt ganz gut, nur die Konzentration leidet. Wir entscheiden uns, in Zukunft wieder getrennt vormittags den Unterricht zu machen, nachmittags können die Kinder dann spielen.

Nach dem Lunch testen Annika und Julita die Schnelligkeit der Pinta. Sie nehmen den GPS mit und sausen los. Sie schaffen 5,7 Knoten! Fast wie fliegen.

Morgen ist ja nun der erste Dezember. Also ist heute der Tag der Adventskalenderbastelei. Wir packen Päckchen, 48 an der Zahl. Als wir sie auf die Schnur ziehen wollen, fällt auf, dass wir 4x die 18 gepackt haben… deswegen ging das nicht auf… da waren wohl Mucklas am Werk. Abends gibt’s Nudeln und die Kinder beschenken uns mit selbstgemalten Adventskalendern.

Ein Anruf aus Kiel trübt die Stimmung… der Boiler im Bad ist kaputt. Letzten Monat ein neuer Herd. Diesen Monat ein neuer Boiler… das müssen wir wohl noch ein bisschen ankern.

Over und aus!

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