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Feb.′ 13 13

2013-02-13 14.38.42In der Märzausgabe vom Segeln-Magazin (http://www.segeln-magazin.de/) hat die erste Offiziöse sich literatisch gesehen total ausgelassen und veröffentlicht. Der Wahnsinn – ein 6 Seiten Hochglanzrödeorm-sabbattjahrbericht. Heute haben wir das Heft bekommen. Es sollte auch schon im Handel sein. Aber leider steht noch nix auf der Page – vielleicht morgen. Wenn ich das richtig sehe, kommt das Märzheft schon mitte des Vormonats raus – wo bleibt es…. Der Kpt. wundert sich allerdings wie Jule seine Millionenseitenlangen Blogtexte auf 10.000 Zeichen gekürzt hat und dabei auch noch das Feeling von unserm Törn erhalten konnte. Jedesmal beim Lesen …. und der Kpt. hat den Artikel schon echt oft gelesen…

Over und aus.

 

Sep.′ 12 14

Wir wurden zitiert… In der letzt YACHT 20/12 hat Lasse Johannsen unsere letzten, etwas niedergeschlagenen, Blogartikel von unserem Kanarentörn in seinen Artikel eingebaut.


Schöner Artikel – sehr lesenswert.

Over

Sep.′ 12 13

Warum hätten die ganzen Büsche und Bäume in unserm Garten nicht auch einfach ein Sabattjahr einlegen können?
Ganz im Gegenteil. Das Wucherholz hat sich gedacht: Ha, sie sind weg, ich nutze die Gelegenheit ….
Das Grünzeug reckt sich fast bis zum Himmel, so dass kein Sonnenstrahl für die armen sonnenhungrigen Röde Orms übrig bleibt.
Aber der Kpt. hats gemerkt.
Er leiht sich eine Kettensäge an ner Stange von Opa und holt den Anhänger… Ratz-fatz, und die Sonne dringt wieder bis zum Kpt. und sien Frunslüd durch.
Jetzt brauchen wir nur noch n Tipp gegen die Wolken.

Over und aus.

Aug.′ 12 24

Schluss mit dem Gejammer. Weiter geht’s – die Welt ist bunt.

Jetzt kommt unsere ultimative, jederzeit veränderbare, vollkommen lückenhafte und unfertige Best-of-Sabbatjahrliste. Unsere Best-of’s sind natürlich total subjektiv, unsere Einschätzungen beruhen meistens auf persönlichen Erlebnissen, dem gutem Wetter und einem harten familieninternen Abstimmungskampf – daher gibt es auch pro Best-of eine Rangfolge.

Der beste Hafen

  1. Rubicon
  2. Tazacorte
  3. Dartmouth

Der beste Spieli

  1. Blanes
  2. Santiago de Compostella

Der beste Grillplatz

  1. Bei Dieter auf Porto Santo
  2. Rubicon aufm Berg
  3. Der Strand von La Graciosa

Die besten Klos

  1. Tazacorte
  2. Quinta do Lordes
  3. La Linea

Der beste Kaffee

  1. Bei HHH nach der Biscayaüberfahrt
  2. In Oropesa bei der Sundance
  3. Graciosa auf der Veranda

Das beste Restaurant

  1. Der Thailänder auf la Palma
  2. Santiago / La Gomera am Strand
  3. Pommes in Lüttich

Der beste Handyladen

  1. Viano do Castelo
  2. Aufladeladen auf Porto Santo

Der beste Dieselverkäufer

  1. Cadiz

Die schlechteste Dieselverkäuferin

  1. La Graciosa
  2. La Graciosa
  3. La Graciosa

Der beste Ankerplatz

  1. Lulworth Cove
  2. Papagayo
  3. Portimao
  4. Arrecife

Die beste Waschmaschine

  1. Den Helder

Der beste Strand

  1. Porto Santo
  2. La Graciosa
  3. Portimao

Der beste Pool

  1. Oropesa
  2. Rubicon
  3. Valencia

Die beste Wanderung

  1. Levada Wanderung auf Madeira
  2. Piratenbucht auf La Palma
  3. Caldera auf la Palma
  4. Pico Castillo von Porto Santo

Die beste Burg

  1. Die Schlösser von Sintra
  2. Dover
  3. Castillo del Mar auf la Gomera

Die beste Schnorchelecke

  1. La Graciosa
  2. Port Mogan

Der beste Angeltag

  1. Mit der Plastiktüte in Tazacorte
  2. Angeln mit Schleichfahrt
  3. vor Baiona

Der beste Fußballplatz

  1. Bayona
  2. Der Golfplatz in San Miguel

Die orginellsten Marineros

  1. Käptn Ahab
  2. Der Hafenbiker (Its Spain darling)
  3. Der geölte Blitz

Die besten Marineros

  1. Pedro von Graciosa
  2. Funchal
  3. Tazacorte

Der beste Vulkan

  1. Timanfaya
  2. Tenguine auf la Palma

Das beste Eis

  1. Joghurteis in Vlencia
  2. Eis auf Porto Santo

Das beste Hafen WiFi

  1. San Sebastian, Disa
  2. Lagos
  3. Funchal

Die ausgeklügelste Technik

  1. Satellite Voice Relay Mail
  2. Motorreparatur mit Hammer in Agde
  3. Bluescreenfilmen

Das beste EKZ

  1. Lissabon, Expomarina
  2. Lyon
  3. Funchal

Die beste Aussicht

  1. Pico de la Cruz / Los Muchachos
  2. Teide
  3. La Graciosa

Der beste Segeltag

  1. erster Tag Richtung Madeira mit Delfinbegleitung
  2. erster Tag auf der Biscaya
  3. Kurs Süd nach Lanzarote

Das beste Bier

  1. La Corunja nach der Biscayaüberquerung
  2. Das Bier in Tazacorte bei Montecarlo

Die beste Zigarre

  1. La Corunja nach der Biscayaüberquerung
  2. Mit Chrischan in Cuxhaven
  3. Handgedrehten von St. Curz de la Palma

Der beste Mojito/Caipi

  1. La Corunja nach der Biscayaüberquerung
  2. Der Stegcaipi in Funchal

Die besten Momente vom Kpt.

  1. Landsicht von Porto Santo
  2. Fahrt durch die Meerenge von Gibraltar
  3. Feiern in Bayona
  4. La Palma bei den Los Muchachos

Die besten Momente von der ersten Offiziöse

  1. Strand von Bayona
  2. Graciosa grillen
  3. Klavierkonzert in den Gassen von Barcelona
  4. Oropesa
  5. Rum Probe in Rendsburg
  6. Die Muchachos

Die besten Momente von Juli

  1. Geburtstag in Sines
  2. Die Babykatzen in Rubicon

Die besten Momente von Anni

  1. Der Affe auf der Schulter
  2. Geburtstag
  3. Die Babykatzen in Rubicon

Der fieseste Augenblick

  1. Wenn Werner neben uns gekocht hat
  2. Wenn Olaf neben uns gekocht hat
  3. Aufstehende Kamele

Der witzigste Moment

  1. Harpunengeschäfte
  2. Der Kpt. sucht den Tiger

Der eindrücklichste Moment

  1. Das Klo von Hitch
  2. Die Gassennacht in Lissabon

Der traurigste Moment

  1. Das 2x einlaufen in Rubicon
  2. Der Ankommblues

Die beste Assoziation

  1. Die Panflöten mit Maus
  2. Blumenduft bei Madeiraannäherung
  3. Cubaner und Babypuder

 

Over und aus!

Aug.′ 12 12

Waren wir mal ein Jahr lang unterwegs? Mit unserem kleinen Segelboot? 6000 sm? Echt?

Wann soll das gewesen sein? Vielleicht war es auch nur ein Traum. So ein paar kleine Erinnerungsfetzen fliegen im Kopf rum. Wenn wir uns die Bilder angucken und die Texte im Blog lesen kommt auch mehr.

Aber dann sitzen wir wieder im Wohnzimmer, auf der Gartenbank oder am Schreibtisch.
Morgens um 6h ist die Nacht zu Ende. Die Kinder fahren mit dem Rad zur Schule, Jule mit dem Bus zur Arbeit nach Eckernförde und der Kpt. mit dem Auto nach Lütjenburg.

Es ist so, als ob es nie anders gewesen wäre.

Unsere Reise ist nur eine Seifenblase von ein paar Sekunden oder ein Traum in einer Nacht… So fühlt es sich an.

Nichts bleibt.

Nur die Gegenwart ist real.

„Hoffentlich könnt ihr lange davon zehren“ wurde uns oft gesagt. Von irgendwas zehren funktioniert nicht. Die Vergangenheit ist vergangen. Es hilft nur etwas in der Gegenwart ändern. Einfach wieder ablegen? Ein Plan für die Zukunft? Etwas wofür es sich lohnt zu schuften?
Am Wochenende waren wir wieder segeln. Nicht weit. 4 sm. Rüber auf die andere Seite der Förde zur SY Christine. Der Sonntag morgen mit Enno und Katrin fühlte sich an wie ein Frühstück in Tazacorte – zurückgebeamt. Aber die Gesprächsthemen waren andere.

Autschland {© Hitch-Hike-Heidi} hat uns wieder.

Nächstes Wochenende geht es wieder aufs Wasser – Die Kanaren sind nur 50 Tage weg 😉

Over und aus.

Jul.′ 12 30

Wir nehmen das Haus wieder in Beschlag. Renovieren. Schauen in die vielen Kartons in dem Keller. Und in jedem Karton befindet sich überflüssiges Zeugs. Wir küssen die Spülmaschine und staunen über das Wasser, das einfach ohne Pumpen aus dem Wasserhahn kommt. Und dann noch warm, ohne es vorher auf dem Petroleumkocher anheizen zu müssen.

Wir holen die Matrazen aus dem Keller und legen sie nebeneinander ins Wohnzimmer. Julita schließt die Augen und murmelt, oh wie schade, es schaukelt nicht, ich kann nicht einschlafen. Und schläft ein. Was für eine Menge Platz.

Dann holen wir unser Auto und merken nach 4 Wochen Kanalfahrt mit dem Schiff, dass das Auto sich ziemlich schnell bewegt – 100 km schaffen wir in einer Stunde, statt an einem Tag. Außerdem ist es sehr leise. Aber irgendwie suspekt: Wir fahren mit 50 Knoten über eine steinharte Betonoberfläche, fünf Meter breit, rechts und links einen Meter Platz. Wenn man irgendwo gegenfährt ist man erledigt. Wie gefährlich ist Autofahren eigentlich?

Unsere erste Station ist natürlich ein Baumarkt. Wir brauchen einen neuen Klodeckel. Mit Absenkautomatik. Man muss ja technisch auf dem neusten Stand sein – nach einem Jahr gab es in dem Sektor anscheinend gewaltige Entwicklungsschübe. Was es so alles gibt.

Wir renovieren, klettern im Keller, suchen Dies, finden Das. Vertraute Handgriffe, die wir seit einem Jahr nicht gemacht haben, stellen sich wieder ein. Der Handgriff zum Mülleimer, der sonst immer da stand, jetzt noch im Keller weilt. Der leere Griff zur zweiten Schublade, die nicht da ist, die gibt’s nur auf dem Boot. Umgewöhnung. Wir halten uns auf drei Etagen auf, statt auf einem Boot. Die KN druckt einen Artikel über uns. Wie nett.

Noch sind wir entspannt. Merken aber die Unterschiede. Alleine die vielen Menschen um uns herum. Wir freuen uns alle zu sehen, aber sind es gar nicht mehr gewohnt.

Das Leben an Land fühlt sich eckiger an. Auf See ist es rund. Es bewegt sich immer und alles. Wie ein Tanz. An Land ist der Boden härter.

Die Schule geht erst in 6 Tagen wieder los, bis dahin haben wir noch gut zu tun. Aber es löppt. Wir werden wieder lossegeln. Wann auch immer. Aber auf jeden Fall.

Vielen Dank euch BlogleserInnen. Wir versuchen in unregelmäßigen Abständen was zu schreiben.

Stefan, Julia, Annika und Julita und die Röde Orm!

Jul.′ 12 28

Morgens regnet es in Strömen und leider auch in Rendsburg. Der Käptn und sin Fru trecken sich die Regensachen over und schnappen sich je einen Hafenkarren. Damit spazieren wir zum Supermarkt und kaufen ein für eine große Ankunftsparty. Als alles im Schiff verstaut ist, legen wir ab. Motoren im Regen. Vor der Levensauer Hochbrücke winkt uns eine Freundin entgegen. Sie ist uns mit dem Rad entgegengekommen. Wir fangen an, uns auf die Rückkehr zu freuen. Oben an der Brücke hängt ein Transparent: Willkommen Familie Conrad! Sowas schönes. Dann kommt die Schleuse. Die kleine Schleuse (für die Sportschiffahrt) ist gesperrt, wir stehen mit zehn Yachten Schlange vor der anderen.

Zwei Stunde lang kurven wir da rum. Der Kesseltrick funktioniert nicht. Aber die Sonne kommt raus. Yipiedei! Dann fahren wir rein, bezahlen in dem Häuschen zwischen den beiden Schleusen, fahren wieder raus und…. sind auf der Kieler Förde!! Zuhause!! Wir setzen das Segel (geflaggt ist schon) und segeln bei blauem Himmel dahin. Herrlich. Chrischan spielt auf dem Schiffahrtsklavier.

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Erst als das Telefon klingelt, und daraus die Frage ertönt, ob die Wartenden schon das Fass anstechen dürfen, schmeißen wir Kuddel an. Mit Getröte und Musik und Jubel laufen wir in den Hafen ein. Da stehen viele viele Freunde. Danke, dass Ihr alle da seid! Die Freude ist groß! Wir feiern bis in die Morgenstunden.

Kiel hat uns wieder.

Over und aus.

Jul.′ 12 27

Um neun legen wir ab. Motor an, Nase Richtung Kiel. Ein Kreuzfahrer überholt uns. Unser neues Nord-Ostsee-Kanal Buch zeigt uns den Weg. Jetzt kennen wir ziemlich viele Kanäle. Dieser ist nicht der spannendste. Ziemlich breit im Vergleich, ohne Strom. Nunja. Abundzu mal ne Brücke. Aber da kann man einfach durch fahren. Keine Schleusen zum warten, keine Brücken, die erst hoch- oder wegklappen müssen. Stures Weiterfahren. Die Kapintanine ist beruhigt, dass es beim Käptn auch mal piept. Das Echolot ist gemeint, dass bei 3,50 piept.

Julia, Chrischan und Stefan wechseln sich am Ruder ab, damit nicht nur einer ständig in der brennenden Sonne sitzten muss… Der Hammer – fast wie in Spanien.

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Am späten Nachnachmittag laufen wir in Rendsburg ein.

Jetzt ist es nur noch ein Katzensprung nach Hause.

Over und aus…

Jul.′ 12 26

Nach dem Frühstück laufen Annika und Julia den Lotsengang zum Buchladen. Mal wieder in deutschen Papierbüchern stöbern. Unterwegs gabs die ja nur elektronisch. Wobei uns diese E-Books superdienste geleistet haben. Wir finden ein wunderschönes Kinderbuch über den NordOstseekanal. Das kaufen wir, als erweiterte Seekarte.

Wieder am Hafen üben die Optikinder vom Verein gerade Kentern und wieder Aufrichten. Wir schauen dem Spektakel belustigt zu. Um drei Uhr legen wir ab und zischen mit der Tide nach Brunsbüttel. Zwischen 7 und 9 Knoten Fahrt, da flitzen die Tonnen an uns vorbei.

Wir können ziemlich bald in die Schleuse einfahren und machen an den glatten Schwimmbahnschwellen fest. Da kommt noch eine Riesenyacht eingefahren, hat ihr Ruder nicht im Griff und geht tatsächlich an dem kleinsten Boot in der Schleuse ins Päckchen! (das sind nicht wir, aber weil das Boot so viel länger ist, haben wir die Schnauze am Heck). Die haben das Schiff ganz neu gekauft, und müssen noch üben. Na Glückwunsch.

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In Brunsbüttel, direkt hinter der Schleuse machen wir fest. Uli kommt uns besuchen. Wir gehen am Spielplatz Backfisch essen und genießen den Abend.

Bruns und büttel

Jul.′ 12 25

Die Sonne begrüßt uns am Morgen. Frau Capitanin lockt der Sonnenaufgang aus der Koje. Sie läuft an den Strand, der hier aus Wiese besteht. Auf der grünen Wiese stehen massenweise Strandkörbe, dann Teerpromenade, dann Hafenwall, dann Wasser. Nix mit Strand. Erst bei Niedrigwasser, gibt’s einen kleinen Strand und dann viel viel Watt. Irgendwann auch Wasser. Ein besonderes Meereserlebnis an der Nordsee. Nach dem Frühstück suchen wir uns vier Räder – die stehen am Hafenbüro und dürfen kostenfrei ausgeliehen werden – und fahren in den Supermarkt. Voll beladen kehren wir zurück. Der Wall vor dem Hafen ist eine besondere Herausforderung. Mit schwer beladenem Fahrrad gefühlte 90 Grad Steigung nach oben schieben und wieder nach unten bremsen. Klappt aber gut.

Chrischan kommt zu Besuch, wir treffen ihn an der alten Liebe – dem Leuchtturm und schlendern zum Hafen. Der Grill wird angefeuert. Julita findet eine Freundin, gemeinsam keschern sie Garnelen und toben auf dem Spielplatz. Gemeinsam sitzen wir im Grillhäuschen, und lauschen dem Schiffahrtsklavier.

Over und aus…

Jul.′ 12 24

Gegen 4h kreuzen wir die Fahrwasser der Weser. Aber die Sonne ist schon am schummern und der AIS arbeitet zuverlässig.

Der Kpt. legt sich hin und Jule manövriert die Röde Orm durch die Fahrwasser.

Wir sind viel zu früh an der Elbmündung. Der Mitstrom setzt erst so gegen 11h ein. Egal, wir segeln mit 2-3 Kt. gegenan. Bis Tn 19 können wir gut segeln, dann muss Kuddel wieder ran und uns den Rest des Tripps bis in den Hafen schieben.

Viele Holländer kommen uns entgegen, die den angekündigten ostlichen Wind nutzten, um wieder nach Hause zu kommen.

Die Sonne scheint. Die Robben liegen auf den Sandbänken und sonnen sich. Ab und zu springt mal eine ins Wasser holt sich n Fisch und legt sich dann wieder in die Sonne – das ist n Leben. Hatten wir ein Jahr lang auch, fast so 🙂 .

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Um 14h laufen wir mit etwas viel Schwung und Seitenströmung in Cuxhaven ein, rasant rumpeln wir in die Box. Schlechter erster Anleger für den ersten deutschen Hafen.

Alle reden deutsch. Komisch, nachdem wir nun tatsächlich ein Jahr lang nicht in Deutschland waren. Als erste Handlung kauft der Kpt. im Yachthandel ne Flasche Grotamar 71, um auch die letzten Reste der französischen Dieselpest auszumergeln.

Die zweite Handlung ist eine Currywurstbestellung im Hafenrestaurant für die ganze Crew – lecker. Schlafaufholung in der Cockpitsonne. Irgendwie komisch, wieder so dicht am Heimathafen zu sein.

 

Wir haben nun auch eine ETA. Wenn nix mehr dazwischen kommt, laufen wir am Samstag, den 28. am Nachmittag im Heimathafen ein. Wir freuen uns über Leinenannehmer und Abfenderer, damit der Aufprall nicht so hart wird.

 

Over und aus.

Jul.′ 12 23

Nachts beginnt die Elektrik zu spinnen. Komisch…. Der Kpt. guckt mal in die Bilge – randvoll, bis kurz unter die Bretter. Alle Mann an die Pumpen… Ruck zuck ist alles leer. Alle Schläuche und Seeventile werden gecheckt. Alles ok. Ein Rinnsaal unter der Maschine wird ausgemacht. Die Wasserpumpe tropft. Das hatte Dieter von Porto Santo ja auch schon prognostiziert: „Das schlammige Wasser der Kanäle reibt den Simmerring bestimmt auf, kauf mal lieber gleich zwei“. Das Ersatzteil ist also vorhanden. Aber erstmal wird das Seeventil der Maschine geschlossen und weitergeschlafen.

Am morgen, vor dem Frühstück, zerlegt der Kpt. die Wasserpumpe und tauscht den Simmerring. 1 Stunde später arbeitet alles wieder perfekt. Nix tropft mehr. Aber der Bilgencheck steht ab heute bei jedem Wachwechsel auf dem Plan… 🙂

Der Kpt. rubbelt das Öl von den Fingern – Frühstück.

Schiff klar machen, um 12h laufen wir aus. Noch gegen den Strom.

Gestern haben wir gerechnet und überlegt und den Wind angeguckt und beschlossen, doch direkt nach Cuxhaven zu fahren.

Es wird also mal wieder eine Nachtfahrt von ca. 120sm. Die Flutwelle schwimmt ja mit uns mit, sollte also kein Problem werden.

Bis Mitternacht ist leider mit segeln nix zu machen, aber dann geht’s super. Der Kuddel und Jule dürfen ruhig schlafen. Die Nordsee ist fast glatt nur ein leichter Landwind treibt uns mit 5 Kt. gen Osten. Es läuft perfekt. Eine laue Nacht.

Over und aus

Jul.′ 12 22

Um neun Uhr stehen wir an der ersten Brücke. Wir funken sie an, sie geht auf. Klappt gut. So läuft es weiter bis kurz vor Groningen. Um 13 Uhr werden die Brücken geöffnet für die Stadt, Sonntags. Zehn vor eins sind wir da. Mit einem Convoi fahren wir durch die Innenstadt. Eine Brücke nach der anderen, quer durch die Fußgängerzone, vorbei am Museum, am Bahnhof. Eine Stadtrundfahrt geradezu. Witzig. Die Holländer bauen und wohnen am Wasser. Es gibt Reihenhäuser, die statt des üblichen Carports im Vorgarten einen Bootsanleger haben. Da kommst du aus der Terassentür und hast direkt dein Boot da liegen. Wir sind begeistert. Andere wohnen auf ausgebauten Frachtschiffen, festliegend am Ufer und haben an Land noch eine Gartenhütte stehen. Oder Häuser auf Pontons gebaut, mit Anleger und Vorgarten im Wasser. Ein tolles Land.

Durch Groningen brauchen wir drei Stunden. Endlich lassen wir die letzte Brücke hinter uns und nehmen den Wegabschnitt bis Delfzil in Angriff. Vor der letzten Schleuse ist die Kapintanine schon ein bisschen sonnengebadet, als sie den Brücken- und Schleusenwärter über Funk anruft:“Guten Tag, können Sie uns bitte durch die Schlücken lassen – äh durch die Brücken und Schleusen?“ Heiterkeit auf beiden Seiten der Leitung. Wir passieren die Schleuse zur Nordsee dann problemlos und machen in Delfzil im Tidenhafen fest.

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Obwohl Sonntag abend ist, können wir sogar noch 40 liter Diesel bunkern und Münzen für die Waschmaschine erwerben. Wir machen einen Abendspaziergang durch die Stadt und genießen edelstes Frikandellenessen im Fischrestaurant. Nach ausgiebiger Wäsche der Textilien und unserer selbst fallen wir müde in die Betten.

Over und aus.

Jul.′ 12 21

Mit der ersten Brücke zuckeln wir weiter durch das Land der Friesen. Achtung neue Maßeinheit: Brücken… Es geht nicht mehr darum, wie viele Schleusen oder km man schafft, sondern wie viele Brücken.

Die Friesen leben so richtig mit ihrem Wasser ringsherum. Man bekommt fast den Eindruck, dass die Kanäle und Wasserstraßen hier die erste Geige spielen und nicht die Teerstraßen. Eine Häusersiedlung, die wir sehen konnten hatte richtige Wassergassen mit Bootsgaragen an den Häusern… 🙂

In Leeuwarden verdichten sich die Friesen, die Kanäle, der Abstand zwischen den Brücken und die Schiffe. Vor der ersten Leeuwardenbrücke legen die Brückenwärter erstmal ne Mittagspause ein (12h – 13h). Die Schiffe verdichten sich weiter. Der Kpt. ist am Ende seiner Geduld, aber um 13h geht’s weiter. Es ist ziemlich anstrengend durch Leeuwarden zu fahren, vor allem, wenn man sich das Tagesziel Groningen gesteckt hat, was bei dieser langsamen und nervenaufreibenden Durchfahrt in weite Ferne rückt.

Aber schön ist Leeuwarden trotzdem, wenn wir nur etwas mehr Zeit hätten…

Dokkum und Lauwersoog schaffen wir auch noch. Im Slenk können wir schon ein bisschen Nordseeluft schnuppern. Wir wollen aber bis kurz vor die nächste Brücke fahren um morgen um 9h gleich weiter zu können. Wir legen in Zoutkamp an.

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Mit Sonnenuntergang wird es wieder so richtig kalt. Kaum auszuhalten im Cockpit zu sitzen.

Annika und Julita gehen auf die Wiese und spielen Federball, Fussball und Ticker in einem. Total verschwitzt und aus der Puste kommen sie strahlend wieder an Bord.

Over und aus.

Jul.′ 12 20

Vor 12h kommen wir irgendwie nicht los. Der Tag gestern war ein bisschen anstrengend und fordert Mehrschlaf, vor allem für den Kpt. Die erste Offizöse macht sich vor dem Auslaufen noch mit Drahttraut auf den Weg in die Stadt: Brötchen und einen alten Reeds (für nur 15 €) bringt sie mit. Der Kpt. fühlt sich auf der Nordsee ohne den Reeds einfach nicht wohl.

Aber erstmal kommt das Ijsselmeer – zum Riggtest.

Die erste Brück vor dem Ijsselmeer ist 16m hoch – unproblematisch. Die zweite Brücke klappt kurz vor unserm Bug zu, hat aber eine Durchfahrtshöhe (beim jetztigen Wasserstand) von 13,00m…. Rechne rechne. 10.68m Mast + 0,30m Radarreflektor + 1,50m Deckshöhe (geschätzt) = bummelig 12,50m – hmmmm. Kommt jetzt der Riggtest? – Luft anhalten, Geschwindigkeit, fast 0. Es passt, Rigg steht schon, nichtmal die Antenne hat an der Brücke gekratzt, war wohl noch Sicherheit drin, bzw. unsere Deckshöhenschätzung zu großzugig.

Wir setzen die Segel, gehen hoch ran und – Riggtest zwei bestanden. Einen Schlag nach Westen, einen nach Norden bei 4-5 Bft. Wiedermal hat der Kpt. die Wanten zu schwach gespannt, die müssen also noch mal nachgezurrt werden.

Wir steuern Lemmer an. Gehen in die Schleuse und tuckern durch das friedliche Friesland. Zwischendurch kommen immer mal wieder ein paar größere Seeabschnitte, auf denen man segeln kann. Klappbrücken, Schafe, hübsche Häuschen am Kanal, grüne Wiesen, Windmühlen, Sonne, blauer Himmel – ultraschön.

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Wir kommen noch bis zum Yachthafen Sneekerhof – ein Kinderparadies. Es gibt eine Fussballwiese, Kettcars und einen coolen Spieli. Die Kids sind wech. Des Kpt’s Fru schnappt sich die Skalpiermaschine und enthaart den Kpt. – bei der Kälte, na ob das gut war.

Over und aus…

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