asdf
Jul.′ 14 19

Wir füllen alles auf. Strom, Wasser, Essen und verlassen diesen Hafen. Hafenkoller – nach einem Tag – nicht schlecht Aerosköbing. Der Kontakt zur Hitch kann nicht hergestellt werden. Noch einen Monsterhafen tun wir uns nicht an – also nicht nach Marstal – gegen den Wind. Die Röde Orm segelt weiter nach Norden in den Svendborgsund. Traumhaft. Wir erinnern uns an eine spanische Ria, eine Bucht in der wir dachten, das sieht hier aus wie in Dänemark. Mit dem blauen Himmel hier im Moment, ist es wie an der spanischen Westküsten langzufahren. Traumhaft idyllisch. Man kann beobachten, wie niedlich die kleinen Jetskyläufer um die auslaufende Fähre herumtollen und mit den Wellen spielen.

In der Thuröbund Bucht fällt der Anker. Die Matrosienen fädeln mit dem Bootsmannsstuhl die fehlenden Leinen am Mast ein, anschließend schaukeln sie über dem Wasser quietschvergnügt. Der Kpt. repariert das lockere Backskistenscharnier, der Teakbesatz ist einfach zu schwer – nun wird durchgebolzt.

Die erste Offiziöse heult schon den ganzen Tag rum, wenn sie ihr Buch aufschlägt. Muss schlimm sein – Zwiebelpapier – oder so.

Trotz Glibberquallen tut eine Abkühlung gut. Der Wasserpass war auch schon wieder unschön. Und immer wieder besonders hartnäckig ist die Kojenaußenwand des Kpt. – Komisch.

Thurö und bund

Jul.′ 14 18

Wir versuchen mit der H-H-H zu kontakten. In den Zeiten in denen die Handys immer kleiner werden, gar nicht so einfach, ständig piept irgendein Messager nur nie ist es die Trommel-SMS der Hitch (Spezialklingelton).

Marstal war abgemacht, wir machen uns auf den Weg. Gegen Strom, Wind und Wellen kämpfen wir uns Richtung Osten, also unser Motor. Dann kommt das Abbruchzeichen der Hitch. Sie kommen nicht. NICHT??? Der Kpt. glaubt, es ist alles nur „show“. In Wahrheit ist die Hitch-Hike-Heidi nach ihrer Sanierung noch gar nicht wieder im Wasser. Aber anscheinend geht es nur um irgend so ein US-Car-Autoradio-Adapterkabel, also gar kein Problem – quasi.

Wir brechen unseren Kampf gegen das Meer ab und laufen in Aerosköbing ein. Mit ein bisschen Pollerbiegen finden wir ne passende Box. Die Sonne brennt. Das Thermometer steigt unaufhörlich. Der kühlende Supermarkt rettet uns.

Wir gesellen uns auf dem „gemütlichen“ Schotterplatz zu den grillenden Dänen.

Schotter und Staub

Jul.′ 14 17

Die beiden Matrosinnen wachen munter auf und machen sich auf Abenteuerfahrt zum Brötchen holen. Am Steg treffen sie auf einen Surflehrer, der sagt, dass sie sich mit Brötchen holen beeilen sollen, weil gleich der Surfkurs beginnt. Also flitzen sie in den Supermarkt und sind flugs zurück. Der Surflehrer bittet sie darum, sein Boot von der Boje zu holen. Klaro, schon unterwegs. Leider ist das Boot ziemlich schwer und es ist nicht einfach, es zu ziehen. Juli und Kati fahren Schlangenlinien und kommen dem flachen Land gefährlich nahe. Schnell wird der Motor hochgeklappt und die Paddel werden gezückt. Gerettet. Doch dann will der Motor nicht mehr anspringen. So bietet der Surflehrer an, die beiden zum Schiff zu schleppen. Wir gucken ziemlich verdattert, als wir den Schleppverband auf uns zukommen sehen.

Nach dieser Aufregung gibt es ein ausgiebiges Frühstück in der Sonne. Anschließend springen die Kinder ins Wasser, zur Abkühlung.

Mittags holen wir den Anker auf. Ostwind. Kurs Nord. Die Matrosinnen machen Picknick im Dingi. Die Röde Orm schlendert mit 2-3 Kt. Lyo entgegen. Kurz vor Sonnenuntergang fällt der Anker.

Sonnenerschöpft und aus.

Jul.′ 14 16

Irgendwann schaukeln wir wach und holen den Anker hoch. Wir setzen Segel und fangen den seichten Windhauch ein, der über die Strander Bucht weht. Er reicht aus, um uns aus der Kieler Förde zu pusten. Mit Kurs Schleimünde können wir den Wind in einem besseren Winkel nehmen. So schwimmen wir mit 0-2 Knoten Richtung Urlaub. Das 3-Std-Wachsystem läuft wie geschmiert. Abwechselnd schlafend, lesend, surfend genießen wir die 8 Stunden. Kurz werden wir von einer Familie laut schnaubender Schweinswale geweckt (die haben auch gar keine Respekt mehr vor Schlafenden), bis in Maasholm in der Modersitzkybucht der Anker fällt.

Dann kommt der schnelle Teil des Tages, Bianca und Thomas kommen nämlich, um Julita und Kathleen zu bringen. Also Pinta (Schlauchboot) aufgepumpt, Außenborder ran, Tisch aufgebaut, Grill angezündet. Schon stehen sie am Ufer. Der Fährmann setzt über und holt alle ab. Julita und Kathleen nehmen das Vorschiff ein, Jona macht große Augen und wir Großen genießen einen bunten Grill- und Dokoabend, getaucht in goldenes Abendsonnenlicht.

Over und aus.

Jul.′ 14 15

Trotz Jules Humpelfuß schaffen wir es, das Schiff zu beladen (die Lademarke stößt an ihre Grenze). Es wird an nichts gespart, der Kater (Konrad) tritt mit dem ersten Schritt an Bord in die Katerwiedereingewöhnungsphase ein. D.h. drei Tage kein Landgang nur Wasser und Katzenfutter – keine Lebendnahrung.


Um halb neun schaffen wir es abzulegen. Und 90 Min. später fällt der Anker in der Strander Bucht. Der Kpt. hat mit Absicht den unruhigsten Ankerplatz in der ganze Kieler Förde ausgewählt – es gibt also auch eine Crewwiedereingewöhnungsphase.
Schaukel und aus.

Jun.′ 14 01

2014-06-01 11.22.30Am ersten Juni ist aber nun echt Sommer, oder?
Heute Nacht hat es geregnet und der Himmel ist grau und es ist Flaute. Toll.
Der Käpt’n checkt die Dieselvorräte. 6 Liter sind etwas knapp um die 30sm nach Hause zu motoren. Ein Zwischenstopp an der Hafentanke steht an. 200 Kronen bekommt der Pengeautomat und wir 17 Liter garantiert biodieselfreien Schiffsdiesel. Das nehmen wir gerne, denn wir haben keine Lust mehr auf Dieselpest.
5sm können wir segeln bis Kuddel wieder ran muss. Die Sonne kommt raus und alles wird wieder gut.
Himmelfahrt geht Pfingsten kommt.
Over und aus.

Mai.′ 14 31

Die Sonne scheint und der Wind bläst – zu doll. Die Kinder haben nix dagegen hier zu bleiben, der Kptn’ und sien Fru auch nicht.
Wir haben also alle Zeit der Welt uns im Supermarkt das beste Grillfleisch von dieser Insel aus der Kühltheke zu suchen. Die Mädchen brauchen zur Einstimmung eine Pölser von der Bude und ein Bad im Lille Hav.


Dem Käpt’n reicht es allerdings nur bis zu den Knöcheln ins Wasser zu gehen.
Der Grill glüht, dass Schwein wird perfekt, sobald die Sonne verschwindet ist allerdings “Schluss mit Lustig”. Die Temperaturen geraten in einen Sturzflug. Der Käpt’n kann gar nicht so schnell diverse Fliese überwerfen, wie er friert.
Bibber und frier.

Mai.′ 14 30

Um halb sieben gehen Julia und die Skipperin der Zuversicht Brötchen holen. Weil der Hafen so voll ist und die Brötchen bestimmt ausverkauft sind, wenn wir später gehen. Dann wird gefrühstückt und abgelegt. Die Röde Orm versucht recht verzweifelt mit ihren 8 PS die ca 70 Tonnen schwere Zuversicht vom Pier wegzuziehen.. Aussichtslos. Also tuckern wir allein aus der Hafeneinfahrt, direkt ins Ankerfeld gegenüber wo wir längsseits der Godtur einen Kaffee bekommen.

Die beiden Kinder wagen es und springen in das kühle Nass. Tatsächlich. Nach einem kurzen Stopp in Schleimünde zum Zwecke des Skippershuttles von der Zuversicht zurück aufs heimatliche Familienschiff, setzen wir Segel und nehmen Kurs auf Marstal. Alle anderen Kolonnensegler fahren nach Flensburg zur Aalregatta. Ein wunderbarer achterlicher Wind bläst uns an der dänischen Küste entlang. Wir kommen erholt in Marstal an und finden entgegen jeglicher Prognosen auch noch eine leere Box direkt an Spiel-und Grillplatz. Derselbe wird dann auch gleich bezogen. Die Kinder lassen sich in der Hamsterrolle durchschütteln und wir sitzen inmitten einer großen Menge sonnenverbrannter, strahlender Segler gespickt vom hier und da brennenden Grills und brutzelndem Fleisch. Vor uns der Hafen im Sonnenuntergang, hinter uns singende Dänen.
Over und aus

 

Mai.′ 14 29

Der Wettergott bekommt Respekt, am nächsten Morgen scheint die Sonne und der Wind nimmt ab. Wir laufen aus und holen Chrischan von der Kogge ab. Er braucht ein Shuttel nach Maasholm zur Zuversicht.
Kein Wind. Wir motoren zusammen mit allen anderen Kieler Booten nach Norden. Kuddel fühlt sich wohl.
Um 21h kurz vor Sonnenuntergang machen wir an der Zuversicht fest. Die Currywurstbude, die seit 19h geschlossen hat, verkauft uns drei Weltklasse Currywürste mit Pommes.
Die Kinder verschwinden auf den Spieli.
Curry und Pommes

Mai.′ 14 28

Der Wind pfeift wie wild, die Temperaturen sind noch so, dass man die Eiszapfen an den Salingen klimpern fühlt. Eigentlich wollte der Kptn’ mit der Matrosine schon am Dienstag Abend an Bord gehen…
Am Mittwoch wagen wir es. Wir bleiben im Heimathafen. Gehen abends ins Vereinsheim und machen die Heizung an…. unter Deck bekommen wir es auch irgendwie warm..


Auch das Bier friert sehr. Es ist quasi gefroren zusammen mit der Butter und dem Käse und der Wurst. Ein Blick auf die Kühlbox sagt alles – 77 Grad Celsius sollen es im Inneren der Box sein. Da wird natürlich gekühlt bis der Arzt kommt. Google denkt das gleiche wie der Käpt’n. Der Thermosensor ist im Eimer. Waeco sagt, wir sollen die Box mal rumschicken, es wird ein neuer Sensor eingebaut. Alles klar – die Box wird verschickt und die Backskisten sind noch kalt genug.
Der Kptn’ wagt es und schläft in der Kuchenbude … Alle halbe Stunde wird in dieser Nacht der heiße Ziegelstein in seiner Koje von der Crew ausgetauscht. So geht es.
Over und aus.

Okt.′ 13 17

Regen.

Die erste Offiziöse versucht ALLES in unsere Tasche zu bekommen. Es wird schwierig – eigentlich geht es nicht. Die Jacken und Hosentaschen des Kpts. werden auch vollgestopft. Das Handgepäck wird bis zum Ende ausgereizt. Der Kpt. vermutet, dass wir wegen zu viel Gewichts abstürzen werden. Hoffentlich lassen sie uns ins Flugzeug…. Oh je….

Wir verabschieden uns von Jim und Sonja und nehmen den Airportbus zum Flughafen.

Der Kpt. wundert sich… Wir werden eingelassen. Nur die Tabakdosen finden die Beamten etwas gefährlich – sie werden dann aber doch durchgewunken. Diesmal sitzen wir nur zwei Reihen hinter Sladjana, Christian und den Kindern. Doch zwischen uns sitzt sone Männergang, die einen Schnaps nach dem anderen bestellt und ziemlich nervt. Aber der Ausblick ist gut:

90 Min. Sonne. Dann wieder Regen.

120 Min. Bus und Bahn bis Ohe.

Over und aus.

Okt.′ 13 16

Wir sitzen in einem Kunststoffwhiskyfass und werden durch eine Multimedialewhiskyachterbahn gefahren. Danach sind wir um einiges schlauer.

Wir gucken uns 3000 Whiskyflaschen an und dürfen auch probieren. Vorher den Body checken (Beine oder nicht), riechen und dann der Schluck… Hmmm.

Am Abend kommt das Ganze noch mal in echt.

Jim und Sonja fahren uns zu einer echten Destille.

Wir werden durch die heiligen Hallen geführt.

Wau!

Zusammen mit einem amerikanischen Paar dürfen wir auch hier mal tasten.

Alles wird genau erklärt: Body, Geruch, Geschmack… Woran denken sie, wenn sie es riechen. Alle stehen verträumt herum gucken in die Luft und machen sich Gedanken…. The Texaswomen: Dat riecht nach Whisky… Und nun einen kleinen Schluck… Woran erinnert sie der Geschmack??? Das Americangirl kippt das ganze Glas runter und meint: Das schmeckt nach Whisky…

Warum sich der Kpt. jetzt fremdschämt versteht er auch nicht… Unglaublich. Liegt wohl an der Fönfrisur.

Over und aus.

Okt.′ 13 15

Die Brodies ziehen ja demnächst um. Nach Westen. An die Küste. Richtung Galloway – genau, da wo diese Zottelrinder herkommen.
Wir machen einen Ausflug dorthin. An vielen kleinen und größeren Lochs vorbei. Viele grüne Hügel. Echt schön die Landschaft.

Sogar die Sonne scheint, jedenfalls an der Westküste.

Es ist ein uriges Cottage, wo die Brodies bald wohnen werden. Hühner, Katzen, Schafe, ein Pfau, all so was rennt da rum. 6000qm Garten… bzw. im Moment… also sagen wir mal so. Jim hat sich ne Sense zugelegt und eine passende Anleitung dazu.
Der Strand ist 20 Min. zu Fuß. Man kann nach Irland rüber gucken und man merkt den Golfstrom, es ist deutlich wärmer als in Edinburgh. Der passende Landrover für dieses Terrain ist auch schon bestellt.
An dem Inder in der Kirche kommen wir nicht vorbei – ja auch Restaurants gibt es hier in Kirchen.
Lecker würzig – richtig indisch.

Over und aus

Okt.′ 13 14

Ausschlafen. Die Kopfschmerztabletten in Schottland kosten übrigens 60 P für 32 Stück. Davon nehmen wir auch welche mit – noch ne Haggisdose weniger.

Abends sind wir mit Sladjana und Christian verabredet. Wir bummeln vorher noch etwas durch die Stadt und schnuppern an diversen Haggisgerichten. Bei der Haggispizza bleiben wir hängen.

Hmmmm.

Christian verklart dem Kpt. bis spät in die Nacht wie das so richtig mit dem Whiskytasting funktioniert.

Alles klar…

Over und aus.

Okt.′ 13 13

Kultur. Trotzdem es ein massives Loch in der Haggis-Bordkasse bedeutet, entschließen wir uns für den Castellbesuch. Lange Reisebusschlagen vor den Kassen im Nieselregen halten uns auf, bis wir endlich zu den schottischen Kronjuwelen gelassen werden. Den Kpt. zieht es in die finsteren Gewölbe, die erste Offiziöse möchte lieber die Märchenschlosssäle bewundern.

Auch am Abend trennen sich unsere Wege.

Die erste Offiziöse geht mit zu einer Afternoonteaveranstaltung mit Tee, Kuchen und echtem Butler. Die beiden Kpts gehen auf eine Whisky-Kneipen-Männertour.

Over und aus.