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Aug.′ 19 26

Mit Sonnenaufgang sind die ersten 100 sm geschafft – also mal so 1/3 der Überfahrt.

Der Wind nimmt auch etwas zu. Aus den 4,5 Kt. werden 5-6 Kt. – Leider auch etwas Regen.

Gegen Nachmittag beginnt es zu regnen. Die Erste schafft es nicht mehr, die Regenhose zu suchen und entledigt sich kurzerhand der Klamotten an den Beinen.. so reicht eine Regenjacke. Der Regen prasselt nur so herab. Bald sehen und hören wir eine Gewitterzelle und nun reichts. Wir nehmen reißaus, Kuddel kommt ran. Das passt ganz gut. Die Batterie ist sowieso schon etwas runter (weil der Kptn. den Windquirl vergessen hat anzustellen). Und der Schleppgenerator braucht ganz schön lange… Also motoren wir 2 Stunden und lassen das Gewitter und den Regen in viel Abstand hinter uns.

Um 19.30 Uhr haben wir Halbzeit. Jetzt liegen noch 163 sm vor uns. Wenn der Wetterbericht hält, was er verspricht, können wir noch bis morgen mittag segeln. Jetzt ist auch kein anderes Schiff mehr zu sehen, weder am Horizont noch auf dem AIS. Letzte Nacht mussten wir mehreren Schiffen ausweichen, bzw. sie auf uns auf uns aufmerksam machen. Ein Segler kam mit seinem grünen Licht bedenklich nahe, bis er endlich sein AIS anstellte und damit bei uns auf dem Monitor erschien. Vorher hatte die Erste wie wild ins Segel geleuchtet. Vielleicht hat ihn das gleißendhelle Dreieck in der stockdunklen Nacht im Cockpit geweckt. Das Schiff tanzte wie wild herum, rot und grün wechselten sich ständig ab. Als er uns endlich wahrnahm, wechselte er den Kurs glatt am Heck vorbei.

Wir schaukeln in die nächste Nacht, in der Hoffnung auf einen Sternenhimmel.

Over und aus.

Aug.′ 19 25


Kein Wecker klingelt – das ist irgendwie gut so – was macht schon eine Stunde mehr oder weniger. Der Kptn. darf nochmal das Wetter checken. Sieht gut aus – keine Gewitter zu sehen. Segeln sollte an 2 von 3 Tagen klappen – Wir müssen allerdings mit einer Motorfahrt starten.

Die Reste werden noch verstaut und die Kojen vorbereitet.

Um 9.15h legen wir ab und fahren Richtung Süden. Kuddel läuft ruhig und gleichmäßig vor sich hin. Ein paar andere Segler sind auch auf dem Kurs nach Süden – beruhigend. Um Mitternacht etwa haben wir die Kante erreicht – Tiefes Wasser auf der Biskaya.

Over und aus

Aug.′ 19 24


Der Kptn. dreht wieder am Rad und vergleicht die verschiedenen Wetterprognosen für die Biskaya – Leider unterscheiden sich die Gribs mal wieder etwas…

Aber heute legen wir sowieso nicht aus Camaret-sur-Mer ab. Vielleicht morgen Mittag. Die Erste verbietet dem Kptn. sich bis heute Abend weiter die Wetterbildchen anzugucken – Kopfzerbrechen verboten.

Wir bereiten alles für die Überfahrt vor… Sup einpacken – KuBu einpacken – Diesel holen – Wasser tanken, Öl checken usw. usw.

An Land spielen sie Weihnachtslieder – wir sind etwas verwundert, aber es ist ja der 24…

Klaus, der Nachbarsegler, erzählt uns, da hätte es einen Wettbewerb oder Karnevalsumzug oder so etwas gegeben – wir haben da wohl was verpasst vor lauter Vorbereitung.

Der Abendspaziergang entspannt etwas und lässt die Biskayaaufregung im Kopf etwas verblassen.

Over und aus.

Aug.′ 19 23

Neben dem U-Supermarkt an der Tankstelle in Camaret-sur-Mer war gestern ein großes Gasflaschenlager zu sehen – vielleicht haben wir heute Glück mit der Flaschenfüllung. Unser Hackenporsche ist super für die Flasche. Leider werden die Flaschen dort natürlich wieder nur getauscht und nicht befüllt. Der Tankwart weiß auch leider von nix und wo wir evtl. ne Füllung bekommen können.

Die Experimente eine FR-Flasche zu kaufen und mit einem Schlauch direkt zu verbinden, lassen wir mal weg. In Spanien klappt die Gasfüllung bestimmt besser. An Bord switchen wir auf E-Betrieb um. Wir haben ja ne E-Herdplatte und n E-Wasserkocher.

Warum in der good old Germany so viele Leute erzählt haben, Gas wäre ja so toll und überhaupt kein Problem es nachzufüllen, versteht der Kptn. gar nicht – vielleicht haben auch alle nur von dem vergoldeten Campinggaz geredet – das ist tatsächlich weder in GB noch in FR ein Problem.

Der Kptn. bastelt an einer automatisierten Zeitumrechnung – diese verrückten verschiedenen Zeiten machen ihn ganz wahnsinnig im Kopf – nun gibt es 3 Zeiten auf einen Blick – Ortszeit – UTC und deutsche Zeit. Hammer.

Die beiden wichtigsten Mittel, um ein Schiff am Laufen zu halten – WD40 und Panzertape – kamen heute wieder zum Einsatz. Diesmal bewegte sich etwas, was sich nicht bewegen sollte – also: Tape drüber. Ladegerät des lebensnotwenigen Bartschneiders ist jetzt wieder Einsatzbereit und die Haare ab.
Am Abend gibt es einen knallharten Sonnenuntergang mit Burger – Wahnsinn.

Over und aus.

Aug.′ 19 22

Die Crew der „SY-Sissi“ empfiehlt uns vor dem Ablegen noch den französischen „U“-Supermarkt in Camaret-sur-Mer. Wir satteln den Hackenporsche und nehmen viele Taschen und die dreckige Wäsche mit. Die tragbare Menge für den Rückweg wird von allen Crewmitgliedern hoffnungslos unterschätzt – wir haben Hunger und denken an 3-Tage Biskaya – schlechte Voraussetzungen für einen rationalen Einkauf – auf die Liste guckt auch niemand, sodass wir später bemerken, dass doch noch so 5-6 Dinge fehlen. Irgendwie kriegen wir aber den ganzen Krams in die Schleppbehältnisse verstaut. Auf halber Stecke Richtung Boot macht der Kptn. schlapp und denkt an Bert’s Empfehlung: Galettes und Cidre. Wir finden eine tolle Bar und bestellen genau dieses – zwei Personen – ein Krug eiskalter Cidre – aus Tassen… witzig.

Wir sind etwas benommen – war wohl doch etwas Alkohol im Cidre. Die Sonne brennt auf die Birne – es torkelt im Käptn., aber wir gelangen an Board, verstauen die 10.000 Dinge und holen den Barbecuefisch aus der Kühlung – nach den Galettes hätte es auch die halbe Portion getan – der Kptn. steht am Ende des Abends wieder kurz vor einer Eiweißvergiftung. Schlimm diese Erholungsphasen. 😉

Cidre und Sonne

Aug.′ 19 21


Als die Sonne aufgeht ist Frankreich in Sicht. Wir sind etwas benommen von der Nacht – auch Kopfschmerzen werden von einigen Crewmitgliedern gemeldet.

Die Frage, ob wir weiterfahren, stellt sich nicht so richtig – wenn wir nicht anlegen könnten, weil kein Land da wäre, wäre es bestimmt etwas anders – aber so – wir brauchen eine Pause.

Der Strom saugt uns durch den Chenal du Four. Mittags machen wir in Camaret-sur-Mer fest – Hier ist Sommer – alle reden französisch – wie sonst. Leider echt wenig Englisch – noch weniger als wir, falls das möglich ist.

Irgendwie klappt es trotzdem – wir kommen an unsere Dusch-Wifi-Müllcodes.

Der Kptn. wird genötigt, die Dusche in den Katakomben zu benutzen und sien Fru will ihm unbedingt die Mähne kürzen.

Die Sonne genießen wir und holen den Schlaf nach – schaukelfrei.

Over und aus.

Aug.′ 19 20


Um 5h kräht der Hahn an Land. Es ist aber noch duster. Umdrehen ist sehr gefährlich. Um 6h geht es dann ganz schnell – KuBu weg – Klapperschutz weg. Leine los.

Wir fahren noch an der Heimkehr vorbei und winken – es wird mit der TO-Flagge zurück gewunken… 😉

Ein paar Meilen müssen wir motoren, dann setzt der NW ein. Vollzeug – 4 Kt. Später dreht der Wind leicht auf Süd, wir können aber den Kurs gut halten und machen 5-6 Kt. Fahrt – hoch ran. Die Delfine springen um uns herum – die Sonne scheint – Frankreich wir kommen. Die KW-Funke funktioniert einfach grandios auf dem Wasser – perfekter Empfang. Die Wettermails flutschen nur so durch die Luft.

Bis 21h hält der Wind durch – das hatte der Wetterbericht auch vorhergesagt. Die Segel werden geborgen und wir motoren durch die Nacht.

Eigentlich ist die See glatt, nur der Schwell des Atlantiks kommt quer von der Seite. Wir werden hin- und hergeschmissen. Alles was irgendwie klappert und klackert wird festgetüdelt. Nur die Delfine freuen sich und jagen die ganze Nacht hindurch Fische in dem Licht unserer Buglaterne – wir hören sie unter Deck quietschen.

Wir taumeln auf Frankreich zu und heimlich wird uns eine Stunde geklaut.

Hin und her.

Aug.′ 19 02

Um 6h klingelt der Wecker. Sollen wir wirklich – das ist echt unmenschlich.

Der Wind scheint aber zu stimmen – Der Zeigefingertest sagt es – auf geht’s.
Die Fischer kommen wieder in den Hafen und noch ein anderer Segler denkt wohl das Gleiche wie wir. 14 Kt. Wind aus NW – die Røde Orm schlängelt sich zwischen den Sänden durch – ganz schön hoch ran – es geht aber gut – wir sind schnell – vor allem mit dem Schiebestrom zusammen.

Der Wind dreht sogar mit, als wir die Dover-Strait kreuzen müssen – einfach weiter segeln – perfekt.

Die Matrosen kommen richtig in Stress – niederländische Flagge runter – französische rauf – französische runter – britische rauf… 😉

Und irgendwann passiert es ja immer – man kann einfach nix dagegen machen – der Strom kentert und kommt von vorne – bis zu 3 Kt. gegenan – Kuddel muss ran – der Wind ist auch weg – wir machen 1,5 kn Fahrt. Sehr motivierend.

Aber die 50sm haben wir in der Tasche – jede Meile zählt. Der Abend kommt, die Handyuhr stimmt nicht mehr – ups. In England gehen die Uhren nach. Das erfreut den Käptn, seine Wache wird kürzer 😉 Kuddel läuft weiter. Vorbei an der Landzunge von Folkestone – Wachwechsel. Der Tisch wird runtergelassen, eine große Mittschiffskoje gebaut für die Matrosinnen. Die PetroLampe verbringt die Nacht überm Herd in der Kombüse. Die Erste und der Käptn schlafen abwechselnd in der Leekoje. Um Mitternacht haben wir 100 sm geschafft, sind vor Beachy Head.
Great und Britain

Aug.′ 12 24

Schluss mit dem Gejammer. Weiter geht’s – die Welt ist bunt.

Jetzt kommt unsere ultimative, jederzeit veränderbare, vollkommen lückenhafte und unfertige Best-of-Sabbatjahrliste. Unsere Best-of’s sind natürlich total subjektiv, unsere Einschätzungen beruhen meistens auf persönlichen Erlebnissen, dem gutem Wetter und einem harten familieninternen Abstimmungskampf – daher gibt es auch pro Best-of eine Rangfolge.

Der beste Hafen

  1. Rubicon
  2. Tazacorte
  3. Dartmouth

Der beste Spieli

  1. Blanes
  2. Santiago de Compostella

Der beste Grillplatz

  1. Bei Dieter auf Porto Santo
  2. Rubicon aufm Berg
  3. Der Strand von La Graciosa

Die besten Klos

  1. Tazacorte
  2. Quinta do Lordes
  3. La Linea

Der beste Kaffee

  1. Bei HHH nach der Biscayaüberfahrt
  2. In Oropesa bei der Sundance
  3. Graciosa auf der Veranda

Das beste Restaurant

  1. Der Thailänder auf la Palma
  2. Santiago / La Gomera am Strand
  3. Pommes in Lüttich

Der beste Handyladen

  1. Viano do Castelo
  2. Aufladeladen auf Porto Santo

Der beste Dieselverkäufer

  1. Cadiz

Die schlechteste Dieselverkäuferin

  1. La Graciosa
  2. La Graciosa
  3. La Graciosa

Der beste Ankerplatz

  1. Lulworth Cove
  2. Papagayo
  3. Portimao
  4. Arrecife

Die beste Waschmaschine

  1. Den Helder

Der beste Strand

  1. Porto Santo
  2. La Graciosa
  3. Portimao

Der beste Pool

  1. Oropesa
  2. Rubicon
  3. Valencia

Die beste Wanderung

  1. Levada Wanderung auf Madeira
  2. Piratenbucht auf La Palma
  3. Caldera auf la Palma
  4. Pico Castillo von Porto Santo

Die beste Burg

  1. Die Schlösser von Sintra
  2. Dover
  3. Castillo del Mar auf la Gomera

Die beste Schnorchelecke

  1. La Graciosa
  2. Port Mogan

Der beste Angeltag

  1. Mit der Plastiktüte in Tazacorte
  2. Angeln mit Schleichfahrt
  3. vor Baiona

Der beste Fußballplatz

  1. Bayona
  2. Der Golfplatz in San Miguel

Die orginellsten Marineros

  1. Käptn Ahab
  2. Der Hafenbiker (Its Spain darling)
  3. Der geölte Blitz

Die besten Marineros

  1. Pedro von Graciosa
  2. Funchal
  3. Tazacorte

Der beste Vulkan

  1. Timanfaya
  2. Tenguine auf la Palma

Das beste Eis

  1. Joghurteis in Vlencia
  2. Eis auf Porto Santo

Das beste Hafen WiFi

  1. San Sebastian, Disa
  2. Lagos
  3. Funchal

Die ausgeklügelste Technik

  1. Satellite Voice Relay Mail
  2. Motorreparatur mit Hammer in Agde
  3. Bluescreenfilmen

Das beste EKZ

  1. Lissabon, Expomarina
  2. Lyon
  3. Funchal

Die beste Aussicht

  1. Pico de la Cruz / Los Muchachos
  2. Teide
  3. La Graciosa

Der beste Segeltag

  1. erster Tag Richtung Madeira mit Delfinbegleitung
  2. erster Tag auf der Biscaya
  3. Kurs Süd nach Lanzarote

Das beste Bier

  1. La Corunja nach der Biscayaüberquerung
  2. Das Bier in Tazacorte bei Montecarlo

Die beste Zigarre

  1. La Corunja nach der Biscayaüberquerung
  2. Mit Chrischan in Cuxhaven
  3. Handgedrehten von St. Curz de la Palma

Der beste Mojito/Caipi

  1. La Corunja nach der Biscayaüberquerung
  2. Der Stegcaipi in Funchal

Die besten Momente vom Kpt.

  1. Landsicht von Porto Santo
  2. Fahrt durch die Meerenge von Gibraltar
  3. Feiern in Bayona
  4. La Palma bei den Los Muchachos

Die besten Momente von der ersten Offiziöse

  1. Strand von Bayona
  2. Graciosa grillen
  3. Klavierkonzert in den Gassen von Barcelona
  4. Oropesa
  5. Rum Probe in Rendsburg
  6. Die Muchachos

Die besten Momente von Juli

  1. Geburtstag in Sines
  2. Die Babykatzen in Rubicon

Die besten Momente von Anni

  1. Der Affe auf der Schulter
  2. Geburtstag
  3. Die Babykatzen in Rubicon

Der fieseste Augenblick

  1. Wenn Werner neben uns gekocht hat
  2. Wenn Olaf neben uns gekocht hat
  3. Aufstehende Kamele

Der witzigste Moment

  1. Harpunengeschäfte
  2. Der Kpt. sucht den Tiger

Der eindrücklichste Moment

  1. Das Klo von Hitch
  2. Die Gassennacht in Lissabon

Der traurigste Moment

  1. Das 2x einlaufen in Rubicon
  2. Der Ankommblues

Die beste Assoziation

  1. Die Panflöten mit Maus
  2. Blumenduft bei Madeiraannäherung
  3. Cubaner und Babypuder

 

Over und aus!

Jul.′ 12 13

Ein Wort aus der Kombüse. Warum wir so gerne auf unserem kleinen Boot wohnen. Und kochen. Kartoffeln zum Beispiel. Da wird erst der Topf ganz unten aus der großen Küchenkiste gekramt. Dann versucht, den Herd anzumachen. Vorzuheizen mit Spiritus. Leider ist promt die Flasche alle. Also raus an die hintere Backkiste. Da steht leider der Benzinkanister drauf. Gummis abtüddeln, Klappe halb auf, ganz geht nicht, da ist die Maststütze im Weg. Kopfüber in einen Angelhaken greifen und die Spiritusflasche suchen. Da ist sie. Versuchen die Kindersicherung zu öffnen. Gar nicht so einfach. Umfüllen, Flasche wieder verstauen. Benzinkanister zurückbauen. Herd anheizen. Kartoffeln aufsetzen. Geschafft. So sieht das aus.

Es wird uns in Kiel so gehen wie Cinna, die mit ihrer Familie in Graciosa auf dem Schiff lebt. Sie meinte, sie haben zwischendurch mal den irrsinnigen Wunsch verspürt im Haus zu wohnen mit Terrasse und so. Da habe sie täglich ihre Waschmaschine geküsst, welch Wunder auch, wenn man sonst auf dem Schiff alles per Hand wäscht. Aber das hat wohl nicht lange vorgehalten. Haus wurde wieder verkauft und sie zogen aufs Schiff. Tja. Einbauküche mit Schränken und viel Platz gegen schaukelige Pantry tauschen? Ist schon ein bisschen verrückt. Die Kartoffeln schmecken jedenfalls. Als sie fertig sind, schleusen wir gerade die letzte Schleuse in Frankreich, geben die Fernbedienung für die Schleusen ab. Kehren in Belgien ein. An der ersten Schleuse bekommen wir ein Durchreiseformular. Jupidei, die Nordsee rückt näher. In Anseremme machen wir fest in einem kleinen netten Yachthafen. Es riecht nach Pommes.

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Aber Kartoffeln hatten wir ja nun schon.

Kram und Fluch.

Jul.′ 12 12

Weiter geht’s. Diesmal ohne Trödelschiff an der Backe. Wir haben gelesen, dass die Automatikschleusen hier im Norden schon um 8.30h anfangen und um 19h aufhören. Sehr gut. 90 Min. mehr. Wir nehmen uns mal eine 80km Distanz vor.

Und endlich haben wir mal merklichen Strom MIT. Wir fahren ohne Probleme mit über 6 Kt. gen Norden – dem Regen entgegen… Aber es läuft uns wenigstens nicht in den Nacken.

Von wegen die Schleusen bis 19h… Das war ne Fehlinfo aus der Seekarte. 18h ist zappenduster und wir sind in einem Maassstück zwischen zwei Schleusen eingeschlossen ohne Hafen oder Kai… Oder ob irgendwas was tief genug ist… Aber da…. Ein Baum, der hängt n paar Meter über den Fluss… 3 Meter Wassertiefe unter ihm. Wir machen an dem Ast fest. Die Röde Orm dreht sich in die Strömung – fertig. Ankern ohne Anker und vor allem, ohne Ankerdreck am Morgen. Aber so ganz gut findet der Kpt. da nu doch nicht. N Heckanker zur Flussmitte wäre doch noch ganz gut. Wir benutzten Suzi als Heckstrahlruder und ziehen das Heck in die Flussmitte und schmeissen den Heckanker. Nu kann der Kpt. beruhigt schlafen.

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Ab morgen sind wir ziemlich sicher in Belgien. Dann ist die Orangeinternetzeit vorbei. Das französische Handy hat auch ausgedient. Anni darf die letzte Euros mit ihrer Freundin verquatschen und der Kpt. lässt die Internetluft glühen.

Over und aus.

Jul.′ 12 11

Es regnet. Es regnet sich ein. Wir legen ab. Es ist kalt. Die Sandalenzeit ist vorbei, Socken und richtige Schuhe kommen an die Füsse. Wir fahren in den Polarkreis ein – oder so. Wo kommt der Spruch her: Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur die falsche Kleidung. So ein blöder Spruch. Kann mir keiner erzählen, dass es mit wenig Klamotten in Sonnenwärme nicht schöner ist als mit supereins-A Regenklamotten bei som Mistwetter. Was solls. Wir holen mal wieder die komplette Garnitur raus. Warum genau fahren wir nicht einfach wieder zurück?? In Oropesa scheint die Sonne, so liest man. Und dunkel erinnern wir uns, wie son echter Kieler Sommer aussehen kann. Von sechs Wochen Sommerferien fünfeinhalb verregnet.

Genug gejammert. Wir halten tapfer durch, irgendwann reißt der Himmel auf. Ein Trödelschiff, mit dem wir leider die erste Schleuse nehmen, hält uns ziemlich auf, wir müssen immer im Verbund mit dem Schiff schleusen. Also schaffen wir heute weniger Kilometer als wir wollten. Um 17 Uhr legen wir in Stenay an.

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Hier gibt’s ne Laveria direkt am Hafen. Wir gehen zwei Maschinen Wäsche waschen und Pizza essen. Dann fallen wir Hundemüde in die Hundekoje..

Pitsch und nass

Jul.′ 12 10

Wir legen früh ab, bekommen noch Baguette von Uta vorbeigebracht und nehmen die erste Schleuse um neun. Wie jeden Tag. Wir fahren in die Schleuse ein, einer springt an Land, legt die Leinen über den Poller, geht auf die andere Seite, setzt die Schleusenautomatik in Gang und los geht’s. Leinen fieren. Tor öffnet sich. Abstoßen an der von Algen glibbschigen Wand. Heute kommt eine Neuerung. Manuell betriebene Schleusen. Jetzt läuft immer einer von uns zum Tor und dreht es per Hand zu. Es ist ein Schleusenwärter anwesend und freut sich, wenn wir kurbeln helfen. So vergeht der Tag, von Schleuse zu Schleuse. Abends legen wir in Verdun an.

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Verdun.. Verdun, irgendwie kommt uns der Name bekannt vor. Als wir vor einem Postkartenständer stehen, fällt es auf: Auf den 50 verschiedenen Karten sind nur Soldaten und Schützengräben abgebildet… eine Karte finden wir, auf der eine Schleuse zu sehen ist. Da steht groß in der Ecke etwas von einem Soldaten der hier… was weiß ich. Na Super. Wir fahren in den Commercialhafen und plündern die Supermärkte und Tankstellen. Dann springt Annika tapfer ins Wasser, um den Gras und Schmodderkram vom Propeller zu fischen.

Wir waren schon einen Knoten langsamer, weil wir da ganze Wälder hinter uns her ziehen. Julita will auch ins Wasser. Sie steht an der Badeleiter und fragt: „Sind da auch keine Krokodile drin?“ Dann springt sie tapfer rein und ruft: „ich schwimme! Ich schwimme! Ich bin geschwommen!“ und schon steht sie wieder auf der Badeleiter und staunt: „Das Wasser ist ja gar nicht salzig!“ Mit vollgefülltem Schiff fahren wir zurück in den Stadthafen und bummeln durch dieselbige. Kriegerdenkmale und Stadttore anschauen.

Over und aus.

Jul.′ 12 09

Gestern noch Canal de Vogeses. Heute Mosel, Canal de la Marne au Rhine und Canal de l’Est. Aber der Reihe nach.

Ein Anruf bei der Schleuse Toul (7.20m) und prompt wird geöffnet, wir liegen ja auch genau vor der Schleuse und warten nur auf 9h – wahrscheinlich hätte sie uns aber auch schon früher durchgelassen. Egal

Noch ein kleine Stück Mosel, eine Schleuse und schon biegen wir wieder links ab auf den Canal de la Marne au Rhine. Hier ist richtig Verkehr, also Motorbootverkehr. Uns kommen viele Motorboote entgegen. 16 Schleusen müssen wir leider wieder hoch schleusen. Ups da hat der Kpt. wohl was übersehen, dabei haben wir doch schon Bergfest gefeiert. Na egal – dann feiern wir eben zweimal Bergfest. Nach den 16 Schleusen biegen wir auf den Canal de l’Est (Canal de la Meuse/Maas) ab und bekommen eine Fernbedienung überreicht.

Es geht wieder bergab.

In Commercy machen wir fest.

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Wegen des Namens hoffen wir auf einen Supermarkt. Aber leider hat der Aldi, direkt an dem Anleger wegen Umbaumaßnahmen bis Ende des Sommers geschlossen. Die andere Discoutkette ist 1 km entfernt. Wir lassen das mit dem einkaufen und hoffen auf Verdun.

Am Kai treffen wir Bert und Uta, die mit ihrem Motorboot und ihrem Hund Josie hier Urlaub machen. Sie haben ihr Schiff in Luxemburg liegen und gerade den Grill angeworfen. Der Duft lockt uns natürlich an. Wir verbringen einen supernetten Abend zusammen, quatschen und lachen bis um Mitternacht. Dann ist zappenduster, im wahrsten Sinne des Wortes.

Sterne und Schnarch.

Jul.′ 12 08

Regen. Also so was. So ein Regen weckt uns, dass Frau Käptn komplett alle vier Regengarnituren aus der Backkiste kramt. Drei Damen verkleiden sich Ostseewettermäßig, mit Südwester und Gummistiefeln und so geht’s ab zum Bäcker. Inzwischen kommt die Sonne raus. Beim Bäcker in der Schlange haben alle T-Shirt und kurze Hose an und natürlich Flipflops. Wir stechen ein bisschen aus der Menge. Julita sagt:“ Ja, aber wenn wir nicht die Regensachen anhätten, hätts weitergeregnet. Und dann hätten die anderen alle Regensachen an.“ Und da is ja was wahres dran. Wir marschieren also mit haufenweise langen Broten zurück zum Schiff und legen bei Sonnenschein ab.

Das letzte Vogesenstück liegt vor uns. Wir schleusen heute 18 Schleusen und müssen nur zweimal den VNF Menschen rufen. Einmal klemmt das Tor, wegen eines dicken Astes. Am Abend kommt eine siebenmeter Schleuse. Bergab. Wir bibbern, weil unsere blauen Leinen ein bisschen kurz sind. Wir müssen eine Leine anknoten und hoffen, dass sie nicht beim Durchziehen klemmt. Aber alles klappt wie geschmiert. Die Mosel, neben der wir seit einiger Zeit fahren, fließt zu und der Kanal wird zum Fluß und groß, breit, Riesenschiffe begegnen uns. Ganz andere Dimensionen als auf dem Vogesenkanal. Wir fahren bis 19 Uhr, bis kurz vor die nächste Schleuse, Villey le sec, kurz vor Toul.

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Der Käptn wälzt den Atlas und findet heraus, dass wir auf der Höhe von Paris sind. Fast.

Over und aus.

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