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Feb.′ 20 12

Jetzt ist er schon 6 Jahre alt!! Vor sechs Jahren segelt der Käptn mit der Ersten ahnungslos vor Middelfahrt, da klingelt das Telefon. Die Große ist schwanger!! Jippie wir werden Großeltern! Zusammen mit Ulrike und Christian von der SY GodTur stoßen wir an. Und nun ist er schon bald ein Schulkind. Wir singen ein Lied per Facetime. Die Hippiehose (Gomeratracht), die wir ihm geschickt haben, hat er schon an, sie passt.

Doch zurück zum frühen Morgen.. der Käptn konnte nicht schlafen, der Teppichgestank hat ihn wach gehalten. So geht das nicht weiter. Wir putzen also die Teppiche nochmal und trocknen sie in der Sonne. Außerdem muss Pinta, unser Schlauchi aus dem Wasser. Denn: sie setzt schon eine grüne Badehose an. Und kleine Muscheln kleben unter ihr. Also ist Schrubbeln angesagt. Das passt ganz gut, es ist heute eh so heiß, dass außer Baden nur Wasserschlauchplanschen angesagt ist. Der Käptn ist in seinem Element. Dafür lässt er glatt die Eisenbahn sausen.

Am Abend gibt es eine köstliche Paella auf der SY Meermaid von Katrin, bevor wir zum traurigen Teil des Tages übergehen: Das Abschiedsfest von Christine und Jörg. Mit über zehn Seglern klettern wir über die Böcke auf das schöne Schiff, bewundern die neuen Bänke und den Tisch und verabschieden die beiden, die leider morgen früh wieder nach Deutschland fliegen.

Auf und Wiedersehen!

Feb.′ 20 11

Daniela von der „SY Dude“ hat zum Geburtstagsbrunch eingeladen. Wir stehen am Steg und die Erste singt selig ihr Geburtstagslied. Daniela hat einen Käseigel gezaubert. Wir schlürfen Sekt und treffen Andrea und Gerhard von der „SY Monte“ wieder, die wir schon in Laboe auf dem Losseglertreffen kennengelernt haben. Nur komisch, dass wir uns jetzt erst treffen, hatten wir doch den gleichen Weg hierher. Nach drei netten Plauderstunden fällt der Käptn völlig fertig in die Koje. Zuviel Infos. Die Erste überredet ihn per Handzeichen zum Baden, Worte kann er heute keine mehr aufnehmen.

Als wir abends mit Karl und Karin in dem netten kleinen Restaurant sitzen und der gebratene Calamar vor ihm auf dem Teller liegt, strahlt er wieder.

Ohr und Wind

Feb.′ 20 10

Es bahnt sich ein Fest an. Karneval steht vor der Tür. An den Schaufenstern hängen schon die Plakate, am Freitag werden die Kandidaten für die Karnevalkrönung bekannt gegeben. 

Bei Niedrigwasser am Morgen werden hier die Bagger angeworfen und schaufeln den schwarzen Sand vom Meeresboden auf den Liegestrand. Der Liegestrand war nämlich schon ziemlich mit Steinen durchsetzt. Wir mutmaßen, dass zum Karneval Touris erwartet werden, da soll der Strand attraktiver gestaltet werden. 

Am Abend gibt es selbstgemachte Tapas am Strand, der Käptn frittiert wieder Sardinas, die SY Stressless rollt Backpflaumen in Speck und die SY Nikita zaubert Salat. Wir verholen uns ins Cockpit der Röde Orm und zücken noch die Gitarre. 

Zauber und Nacht

Feb.′ 20 09

Nun ist heute nicht nur der siebte Tag der Woche, also Ruhetag, sondern sogar die 7. Woche für uns auf La Gomera angebrochen. Ruhewoche geradezu. Und so langsam muss es doch langweilig werden. Zumindest für den Leser dieses Blogs. Doch, seid euch sicher, so schön es hier ist, (paradiesisch geradezu!) auch wir bekommen so langsam nen Hafenkoller. Wir feiern noch den Geburtstag der Ersten, dann gucken wir nach einem Wetterfenster. Vorher hat der Käptn überhaupt Verbot, nach dem Wetter zu gucken. Also den Kopf aus der Luke stecken und in den (ewig blauen) Himmel gucken, das darf er. Aber wehe, die App wird geöffnet. Nix da. Erst feiern, dann segeln!

„Ich habe jetzt eine Fabrik, die Stühle und Tische macht, und kein Mensch braucht die. Hm, vielleicht kann ich Restaurants eröffnen..“ So vor sich hin grummelnd liegt der Käptn in der Koje. Verstehe einer den Käptn. Er hat vor lauter Langeweile umgeschult zum Eisenbahnschaffner. Er liegt stundenlang in der Koje und simuliert auf seinem Handy eine Eisenbahnerwelt. Die Erste will ihm schon eine Schaffnermütze kaufen. Abundzu pfeift er sogar. Wird doch Zeit, dass wir wieder ablegen.

Nach dem Baden und dem Käffchen im grünen Salon auf dem Platz kommt am Abend mal wieder ein Huhn auf den Grill. Doch der Käptn schwächelt. Der Cocktail vom Vorabend, das Ballspiel im Wasser, irgendwas hat ihn umgehauen, er verschwindet in die Koje, bevor das Geflügel kross ist. Vielleicht ruft auch die Eisenbahn.

Licht und Aus

Feb.′ 20 08

Der Tag beginnt ganz harmlos mit dem Füllen der Waschmaschine. Die Krankheit des Käptns muss auch aus der Bettwäsche raus. Während die so vor sich hin wäscht, richtet der Käptn das W-Lan auf der Meermaid wieder ein. Die Erste geht derweil bei Karl und Karin auf der SY Maia too ein Käffchen trinken. Und lernt dabei, welch Freude, Daniela und Olaf von der SY Dude kennen, die dort auch sitzen. So erweitert sich der Kreis. Die beiden haben länger Zeit als wir und wollen im nächsten Winter über den Atlantik mit ihrer Ovni. Viele fahren inzwischen Ovni, scheint ein Geheimtipp zu sein.

Die Stadt rüstet sich schon zum Karneval, die hiesige Trommeljugend übt fleißig, so dass ganz San Sebastian im Takt marschiert.

Wir haben für den Abend wieder für 13 Personen einen Tisch in unserer Lieblingspizzeria gebucht. Diesmal bekommen wir den teureren Wein, so dass wir die 100 Euro-Grenze knapp knacken. Anschließend versacken wir in der Cocktailbar, in der die verrückten Ruderer sich Mut angetrunken haben, bevor sie über den Teich gerudert sind.

Der Käptn sitzt glücklich an seinem Longdrink, da sieht er eine Tafel an der Wand: 10 Bier, 10 Euro. Er will zuschlagen und ne Runde schmeißen. Da winkt die Bedienung ab.. die Preise würden heute nicht gelten. Na, diese Bar hat uns wohl das letzte Mal gesehen. Der Käptn ist grummelig und will am liebsten gleich rausstürmen. Die Erste darf grad mal noch so eben die Rechnung bezahlen. „Wie würdest du die Rudererbar bezeichnen?“ „Die heißt Blue Marlin und das ist ne Scheißbar!!“

Blöde und Bar

Feb.′ 20 07

Dem Kptn. geht es wieder besser. Einigermaßen. So richtig gut natürlich noch nicht. Ein bisschen Betüddelung braucht er schon noch – so einfach ist sone Erkältung ja auch nicht zu überstehen.

Er könnte mal versuchen wieder n bisschen was zu tun – außer in der Koje rumliegen, was ja auch schon ganz schön anstrengend ist… irgendwann weiß er gar nicht mehr, wie man am besten liegen soll… der Rücken zwackt, die Hüfte knirscht (was aber bestimmt eigentlich vom Calima kommt)… und dann die Hitze. Wenn ihm nur jemand die Decke umdrehen könnte… Aber alle sind komischerweise verschwunden… tze.

Gegen die Hitze würde was mit Wasser helfen, denkt er sich und gegen das Kojengeklemme – vielleicht mal aufstehen. Also… Calimastaub wegspülen wäre eigentlich ne gute Sache. Von kleinen Schwindelanfällen abgesehen sieht die Røde Orm nach ner Stunde ausgiebigen Spülens (das Zeug sitzt wirklich in jeder Ecke) wieder wie ausm Ei gepellt aus.

Die Erste erkennt, dass der Kptn. nun etwas schwächelt und kocht ihm Chinapommes mit Curry. Verdauung und Calimaspülanstrengung bringen den Kptn. wieder in die Koje – zur Erholung.

Übrigens, wir haben jetzt hier auf Gomera auch weißen Strand – ein ganz bisschen – so marmoriert ist er…

In der Nacht (20h, der Kptn schläft schon lange) kommt die SY Maia too mit Karl und Karin von Gran Canaria rüber gesegelt…

Calima und Strand

Feb.′ 20 06

Der Kptn. ist krank. Er schnieft und jault vor sich hin. Als Stichworte wie Corona und Ebola fallen, geht es ihm aber schon wieder sehr viel besser. Die Metholkristalle aus Marokko bringen ihn wieder einigermaßen auf den Damm und lassen auch die Crew mit inhalieren.

Als die Erste allerdings etwas von einem Einkaufsbummel redet, geht es ihm wieder fürchterlich schlecht. Er bräuchte noch ein kleines Nickerchen…

Röchel und hust.

Feb.′ 20 05

Es hilft alles nichts, heute bleibt der Käptn in der Koje und versucht zu genesen. Die Damen machen sich mit der Meermaid auf den Autotrip. Ausgerechnet die Ausflugsziele von heute waren die, auf die sich der Käptn die ganze Zeit gefreut hat. Nu liegt er hier und leidet. Wir schicken ihm nette Fotos und versprechen, die Runde nochmal zu fahren. Die hat sich nämlich echt gelohnt. Zuerst sind wir zum Besucherzentrum in die Berge gefahren. Da wurden wir mit einer bunten Ausstellung über die gomerianische Natur und der Geschichte der Vulkane belohnt. Wir konnten lustige Fotos schießen und Gofiokekse kaufen. (Natürlich für den Kaptn). Dann fuhren wir eine schmale Straße bergauf. Wenn Gegenverkehr kam, kurz vorm Absturz, sie waren dabei die Straße zu erweitern.. aber davon konnten wir noch nicht zehren. Etwas durchgeschwitzt erreichten wir den gläsernen Aussichtspunkt über Hermigua. Dort haben sie das Restaurant mit Glasplatten im Boden verlängert über den Abgrund (!!) Der Käptn traut seinen Augen nicht, als er das Foto sieht, wie die erste da in der Luft hängt.

Die nächste Station ist der Strand von Hermigua. Von der Bananenverschiffung Anfang des letzten Jahrhunderts stehen hier noch die Hafenanlagen. Darunter ist ein Seewasserschwimmbecken betoniert, das bei Hochwasser gefüllt wird und bei Niedrigwasser ein einladendes Planschbecken bildet. In ihm tummeln sich kleine Fischchen. Wir füttern sie mit Brotresten und sie tanzen begeistert um uns herum. Katrin traut sich zu den Fischchen hinein und wird begeistert begrüßt. Die kleinen Fische tanzen um sie herum und knabbeln an der Haut. Sie sind wohl ziemlich ausgehungert, so abgeschieden vom Atlantik.

Die Meermaid hat ein grandioses Picknick vorbereitet, wir sitzen und schlemmen.

Unsere letzte Station ist der Tunnel. Es gibt hier einen Wanderweg, der durch einen ca 1km langen Tunnel führt. Man muss gebückt gehen, es ist stockdunkel und man kann nur barfuß laufen, da das Wasser zum Teil bis zum Knie reicht. Wir sind zum Glück ohne Kopflampe unterwegs, so dass keiner auf die Idee kommt, da durch zu gehen. Aber schon der Eingang ist spektakulär. Auf dem Weg dahin ist leider die Brücke zusammengebrochen, so dass wir uns gegenseitig die Böschung hochziehen müssen.

Wir nutzen das Auto für einen Großeinkauf bei Spar

Bonita und Gomera

Feb.′ 20 04

Es wird gar nicht richtig hell heute. Der Wind pfeift aus südlicher Richtung und bringt Saharastaub mit sich. Es ist wie der Nebel des Grauens an der Elbe (Zitat Chrischan). Das Schlimme daran ist nur, der Staub findet jeden Weg – in jede Ecke. Sogar zwischen den Tasten am Computer steckt das Zeug. Die Kombination mit Wasserdampf (also Nebel) lässt das Zeug klebrig werden und sich überall festkrallen.

Am besten übersteht man sowas, indem man Klopapier in alle Ritzen steckt und sich im Schiff verbarrikadiert bis der Spuk vorbei ist. Anmerkung: Wenn man die Doradelüfter vergisst, nützt es alles nix.

Sand und überall.

Feb.′ 20 03

Das Auto wartet wieder vor der Hafenmauer. Wir packen unsere sieben Sachen und quetschen uns hinein. Heute ist die Wasserfallwanderung von El Guro aus auf dem Plan. El Guro liegt schon im Valle Baranco. Wir finden einen Parkplatz und erklimmen die Stufen in den kleinen Ort. Sehr künstlerische gestaltete Häuschen erwarten uns. Der Käptn fühlt sich an Aid Ben Abdul erinnert. Katrin eher an die engen Straßen in Schleswig. Es ist ein Mix aus beidem. Dann folgt ein Trampelpfad. HastDunichtgesehen befinden wir uns in einem Flussbett. Es fließt durch urwaldähnliche Landschaft, wir schlagen uns durch meterhohe Bambusstäbe, kriechen durch Gestrüpptunnel, klettern über Felsen, balancieren über Baumstämme durch den Fluss, klettern eine Wand mit einem Seil hoch. Kommen an einer Hippiehöhle vorbei, mit Vorgarten. Sehr schön eingerichtet. Um eine andere Ecke sitzt ein Pärchen und verkauft selbstgerollte Energiebällchen, selbstverständlich vegan, aus Mango-, Dattel-, Bananen- und Gofiomus. Gerollt in Sesam oder Kokos. Wir schlagen zu. Wer weiß, wo wir noch landen auf unserer Expedition. Eine graue Katze begleitet uns ein Stück des Weges. Der Käptn ist am Ende. Doch er hört das Rauschen des Wasserfalls und da endlich, sind wir am Ziel. Leider sitzen hier auch noch andere Touris rum, sonst hätten sich die Frauen splitterfasernackt in die Fluten gestürzt. Die Erste versucht wenigstens eine Handdusche. Boah ist das kalt.

Der Rückweg ist irgendwie kürzer… wir verlaufen uns auch nur selten… kommen aber schließlich wieder am Auto an und freuen uns auf die Hafenkneipe in Valle.

Valle Gran Rey ist ja der Ferienort für deutsche (Alt-)Hippies. Sehr sympathische fröhliche Menschen begegnen uns. Bis auf die Bedienung sprechen alls deutsch. Inzwischen hat der Wind ordentlich zugenommen, so dass uns die Servierten um die Ohren fliegen.

Nach den wohlverdienten Tapas verholen sich die Damen in die bunten Boutiquen, während die Kapitäne in der Cacatua-Bar versacken. Mit Mühe bekommt die Erste ihren Kptn überredet, das Auto wieder zu starten, und zum Sonnenuntergang zu der berühmten Kneipe „Maria“ zu fahren, die zwar schon lange geschlossen ist, von deren Platz aus man aber einen wundervollen Blick haben soll, wie die Sonne hinter El Hierro untergeht. Der versprochene Trommler ist am Strand und verwöhnt die Ohren, während der Sturm uns Sand ins Gesicht pustet und die Sonne hinter ner Wolke viel zu früh verschwindet. Im Stockdunklen kurven wir die 99 Serpentinen zurück nach San Sebastian. Seekrankheit ist nichts dagegen.

Wasser und fall

Feb.′ 20 02

Ein letztes Mal kommen Nora und Hacko zum Frühstück. Lothar und Katrin und Enno kommen dazu und es gibt ein riesiges Abschiedsfrühstück. Wir sind gespannt, wo es die beiden hinführt auf ihrer Route. Sie haben noch viel Zeit und viel Neugierde im Gepäck.

Der Käptn verschwindet später mal wieder in der Backskiste, um sich dem Kühlschrankventil zu widmen. Er schneidet Schläuche, verbindet sie und baut Schlauchstraßen. Früher hatten wir das als Kartenspiel: Rohre legen. Als er ein perfektes Schlauchlabyrinth geschaffen hat, kommt der Trichter und er spült Essig in das Kunstwerk. Der Essig kommt auch wirklich in der Pumpe an. Jetzt wird den Muscheln der Garaus gemacht.

Die Erste verschwindet zum Abendbummel in die Stadt. Da lockt sie das Kirchengeläut und sie setzt sich ganz nach vorne auf die Bänke. Wenn Musik ertönt, kann sie einfach nicht anders, da muss sie hin. Das hat sie nun davon. Der Pastor kommt, die Türen schließen sich, plötzlich sitzen hinter ihr ein Haufen Spanier und beten. Und stehen auf und setzen sich und machen Handzeichen. Oh je. Panisch schielt sie nach hinten, um ja nichts falsch zu machen. Wie unhöflich, sitzen zu bleiben, wenn alle aufstehen. Das Halleluja ist ja zum Glück international, da kann sie schön mitsingen. Als zum Abendmahl gerufen wird, schleicht sie sich aus der Kirche.

Hallo und juja

Feb.′ 20 01

Um 10 Uhr können wir unseren Leihwagen abholen. Diesmal bekommen wir einen Seat Ibiza. Als die Dame sieht, wie wir versuchen uns zu 5. in die kleine Kiste zu quetschen, bekommt sie Mitleid… vielleicht hat Enno auch ein kleines bisschen geweint. Jedenfalls sollen wir 5 Minuten warten und sie taucht kurze Zeit später mit einen Ibiza Kombi auf. Bis auf den großen Kofferraum hat er leider auch nicht mehr Platz auf den Sitzbänken….

Der Kptn gibt Gas. Die Berge hoch. Nach ein paar Miradores ist der erste „echte“ Halt der Parkplatz zum Garajonay. Der höchsten Gipfel von La Gomera. Die Schuhe werden geschnürt – die Erste hat neue Wanderschuhe (ein Vorgeburtstagsgeschenk) – und die Wasservorräte gebunkert. Immerhin sind es 1,6 km und 130 Höhenmeter. Der Kptn. versucht auf der Karte einen dichteren Parkplatz am Gipfel zu finden oder eine Seilbahn – keine Chance, wir müssen da hoch. Erst geht es 1,47 km geradeaus und dann 130 m steil nach oben – ist das etwa ne schwarze Route? Der Kptn. will sich beschweren, aber da steht er auch schon vor dem Gipfelstein, guckt aufs Wasser und steckt Kurse zwischen den Inseln ab – ausgetrickst haben sie ihn.

Runter geht es einen leichten, durchgehend gepflasterten Weg… grrrr.

Weiter fahren wir mit dem Auto bis nach Chipude. Dort gibt es ein heiliges Bergmonument. Ähnlich dem Tafelberg: Der Tafelberg von La Gomera oder „Fortaleza de Chipude“. Im Wanderführer ist dies nun aber wirklich eine schwarze Route – ECHT.

Bis zum Einstieg in die Wand geht es relativ einfach. Aber dann – wie vorhin – sollen wir zwischen den Felsblöcken und Felsspalten die steile Felstreppe steil nach oben nehmen. Keine Geländer oder Halteseile sind zu sehen. Runtergucken sollte man lieber auch nicht – da wird einem ja oberschwindelig. Wir schaffen es trotz der Angst und des Schwindels und werden belohnt. Auf dem Hochplateau gibt es noch einen Rundweg. Die Guanchen (Ureinwohner) haben dort so coole Steinkringel in die Felsen gehämmert. Es sind die gleichen Zeichen, die der Kptn. auf seinem T-Shirt hat… Das Hämmerchen und der Meißel sind schnell aus dem Rucksack geholt – aber die Damen können den Kptn. gerade noch abhalten, dort das Røde Orm Logo zu verewigen – das könnte geschichtlich so einiges durcheinanderbringen, ist das Argument.

Der Abstieg ist kopfmäßig viel schwieriger als der Aufstieg, da man ja gezwungenermaßen immer nach unten gucken muss. Der Kptn. konnte von der Ersten aber beruhigt werden… Katrin hatte schon den schwarzen Kopfsack und die Fesselseile in der Hand…

Stolz wie Oscar sind wir, als wir unten am Auto ankommen. Der Kptn. hört gar nicht auf zu prahlen – die Ängste sind über Bord geworfen und werden nicht weiter erwähnt.

An unserer Silvestergrillstelle wird wieder gegrillt. Morgen will die SY Anixi ablegen und ihrem Kurs nach SW weiter folgen.

Abschied und grillen

Jan.′ 20 31

In großer Frühstücksrunde beginnen wir den sonnigen Tag. Es wird schon wieder knapp mit der Ersatzteilbeschaffung – vor 13h müssen wir bei der Ferreteria sein. 15 Min. vorher schaffen wir mit Mühe. Der Kptn. hat nun alle Teile bekommen um eine Spülung für die Kühlschrankpumpe zu installieren. Wenn die Pumpe ab und zu in Essig oder Spiritus oder sowas getränkt wird, sollten sich dort keine Tierchen oder Pflanzen mehr einnisten. Beim Putzen purzelten der Ersten nämlich das letzte Mal diverse Muscheln entgegen.

Leider versacken wir auf dem Rückweg schon wieder im grünen Salon (Siesta). Der Kptn. hat danach ne Verabredung mit Lothar um die AIS Daten auf den Plotter zu bringen. Die Pumpe muss mal wieder warten – vielleicht nutzen die Tierchen die Chance und verkrümeln sich rechtzeitig.

Nach dem täglichen Sprung ins Wasser, sind wir auf der SY Meermaid zum Eintopf essen eingeladen. Enno hat meisterlich gekocht – und einen Barrakuda gefangen. Wir beschließen, ein Auto zu mieten, um morgen über die Insel zu fahren. Die Autovermietung macht erst um 20 Uhr wieder auf, wenn die Fähre mit den Touris anlegt. Also müssen wir 2 Stunden überbrücken. Wir kehren bei Lothar ein, die Erste schaukelt in seiner Hängematte, während die Kapitäne über Kabelleitungen philosophieren. Später gehen wir Jörg und Christine auf ihrem Boot an Land besuchen (Werft). Sie haben für wenige Euronen ein(e) Schiff(sbaustelle) gekauft und möbeln es jetzt auf um es als Ferienwohnung zu benutzen. Das wird mal echt gemütlich!

Daten und Pumpe

Jan.′ 20 30

Das Klappern des Spibaumbeschlags am Mast nervt gewaltig. Die Nylongleiter sind irgendwann mal rausgebrochen und nu ist da ne gewaltige Lücke, Alu klackert auf Alu. Besonders, wenn an dem Teil die Wäscheleine (ja – wir sind nun schon etwas länger im Hafen) befestigt wird und des nachts das flatternde Badehandtuch den Kptn. um den Schlaf bringt. Zum Glück wurde gestern an Bord der Meermaid eine Tube Sika geöffnet und – wie so oft – nur ein Teil verbraucht. Das hat der Kptn. natürlich sofort mitgeschnitten… Also kleben wir noch die Nylonteile in das Aluteil ein… Mal sehen, ob es hält – aber Sika hält ja eigentlich immer – vor allem auf fettigen Fingern.

Die Bootschaft der geöffneten Sikatube macht schnell im Hafen die Runde, so werden auch noch andere Dinge geklebt, auch die bis dahin abgeschiedenen Wandersandalen von Kptn. Meermaid.

Am Strand legen wir unsere Handtücher mal zur Abwechslung unter einen Strohschirm und schnallen die Flossen unter. Nun geht es mit der GoPro auf zum Schnorcheln, Fische im Display fangen.

Während der Käptn sich später nochmal dem AIS der SY Orion annimmt, sortiert die Erste den Wust an Bedienungsanleitungen im Schrank. Ein neues Ordnungssystem konnte sie gestern im Chinaladen erstehen. 2cm dicke Bücher werden auf ein paar Millimeter reduziert.. wenn wir wissen wollen, wie ein Gassensor auf arabisch eingebaut wird, fragen wir nun Google.

Ein Abendspaziergang in die Stadt rundet den Tag ab. Wir sitzen auf derselben Bank wie 2012 (siehe Archiv), unter dem riesigen Fikus und genießen die gomerianische Ruhe. Und philosophieren über Künstlernamen, falls die Erste doch noch ihren Roman schreibt.

Lotta und Fikus

Jan.′ 20 29

Vorweg:  Weil heute Nora zurückkommt, wollen wir Hackos Belastung reduzieren und mal wieder Pizza essen gehen. Damit ist der Tagesanfang und das Tagesende geregelt. Was passiert in der Zwischenzeit…

Jule und Katrin gehen Chinashoppen und der Kptn. denkt über weitere Baustellen nach. Das Dinghi könnte mal geputzt werden und der Außenborder gewartet. Das ist doch mal ne Aufgabe – die hat auch was mit nem Wasserschlauch zu tun und sorgt für Abkühlung. Das Dinghi ist schließlich sauber und der Außenborder mit einer Schicht WD – 40 überzogen. Den Propeller hat Enno mit dem Dremel noch etwas geschärft, um nun wirklich das Letzte aus den 2.3 PS heraus zu holen.

Die obligatorische Probefahrt bringt 2 Zehntel mehr Speed und weitere Spritzwasserabkühlung…

Mit 13 Leuten finden wir uns bei dem Italiener ein. Wieder schaffen wir es nicht, trotz der 4. Flasche Wein und der 3. Familienpizzen die 100 EUR zu knacken (13 Pers.!!!). Alle sind satt und enden diesmal bei der SY Orion im Cockpit.

Rot und Wein

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