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Aug.′ 19 20


Um 5h kräht der Hahn an Land. Es ist aber noch duster. Umdrehen ist sehr gefährlich. Um 6h geht es dann ganz schnell – KuBu weg – Klapperschutz weg. Leine los.

Wir fahren noch an der Heimkehr vorbei und winken – es wird mit der TO-Flagge zurück gewunken… 😉

Ein paar Meilen müssen wir motoren, dann setzt der NW ein. Vollzeug – 4 Kt. Später dreht der Wind leicht auf Süd, wir können aber den Kurs gut halten und machen 5-6 Kt. Fahrt – hoch ran. Die Delfine springen um uns herum – die Sonne scheint – Frankreich wir kommen. Die KW-Funke funktioniert einfach grandios auf dem Wasser – perfekter Empfang. Die Wettermails flutschen nur so durch die Luft.

Bis 21h hält der Wind durch – das hatte der Wetterbericht auch vorhergesagt. Die Segel werden geborgen und wir motoren durch die Nacht.

Eigentlich ist die See glatt, nur der Schwell des Atlantiks kommt quer von der Seite. Wir werden hin- und hergeschmissen. Alles was irgendwie klappert und klackert wird festgetüdelt. Nur die Delfine freuen sich und jagen die ganze Nacht hindurch Fische in dem Licht unserer Buglaterne – wir hören sie unter Deck quietschen.

Wir taumeln auf Frankreich zu und heimlich wird uns eine Stunde geklaut.

Hin und her.

Aug.′ 19 19

Wir haben noch ein paar Dinge auf der Liste – Der Kptn. repariert den Federring an der Curryklemme der Großschot und die Erste näht den Großschotauffangbeutel wieder zusammen – es wurde vorher klar besprochen, wer – was machen möchte – eine geschlechtsspezifische Aufteilung ist rein zufällig.
Ein paar Faltkanister mit Wasser holen wir noch vom Townjetty und füllen den Tank wieder randvoll.
Das klingt nach ablegen? – Richtig.
Der Kptn. und sien Fru fahren zur Heimkehr rüber und besprechen das Wetter für die Fahrt nach Süden.
Sieht gar nicht so schlecht aus finden wir alle.
Der Trip nach Frankreich für Morgen/Übermorgen steht also.

Wir bekommen ein ausgedrucktes Steckenwetter – sogar gleich bis nach Spanien.
Das überprüfen wir aber am Mittwoch morgen nochmal, wenn wir bei Brest in der Gegend sind.
Der Start wird auf 5h festgelegt – na, ob das was wird…
Wir versuchen für den letzten Abend in Fowey einen Platz im Pub zu ergattern. Gar nicht so leicht. Die erste Absage bekommen wir schon am Telefon. Der Yachtclub hat Regattafest und nur Chili. Aber im Haveners bekommen wir nach etwas Wartezeit einen Tisch.
Der Kptn. ordnet nur leichte, verdauliche Kost an – wegen des Segeltörns – Es gibt also Fish & Chips und Burger.
Im Dunklen auf der Rode Orm packen wir noch das Dinghi ein und werden von einem lauten Knall aufgeschreckt. Der Kptn. hatte schon an eine PVC – Dinghi – Explosion gedacht – Aber zum Glück war es doch nur ein Feuerwerk. 500m entfernt – Wir recken die Hälse in die Höhe.
Toller Abschied.
Over und aus.

Aug.′ 19 18

Wir laden die Heimkehrcrew zum traditionellen skandinavischen 11er Kaffee ein. Leider haben wir noch nicht gegessen und frühstücken den Beiden etwas vor und Kaffee wollen sie auch nicht. Und außerdem sind wir ja nicht in Skandinavien. Wir sitzen also nur rum und schnacken – sehr nett. Dafür sind wir aber um 16h zum cornish cream tea eingeladen. Da alle Außenbedingen stimmen, gehen wir mal stark davon aus, dass es klappt.

Die Zeit bis dahin überbrücken wir mit dem Fiedeln einer zweiten Leekoje, der Kptn. macht die Windsteuerung klar – die wir bis jetzt noch nicht genutzt haben – und die Maschine bekommt eine Ölkontrolle – Alles ist wieder bereit zum Auslaufen.

Das Mittagessen haben wir über die harte Arbeit an Bord total vergessen – nun ist es aber schon eine Stunde vor 16h – vor Teatime.

Was soll‘s – Schnell noch nach Fowey und cornish pasties essen – passend zum späteren cream tea. Wir achten eben auf eine ausgewogene einheimische Ernährung.

Wir haben leider nicht bedacht, dass wir mit den Pasties im Magen etwas tiefer im Wasser liegen – daher kommen wir völlig durchnässt auf der Heimkehr an. Wir bewässern gefühlt sämtliche Handtücher an Bord der Heimkehr – eine Trocknung bei laufender Maschine im warmen Maschinenraum wird ausgeschlagen – der Tea wärmt ja von Innen. 😉

Wir haben ein bisschen Probleme, die Cream auf die Marmelade zu bekommen, das ist so üblich hier – wir geben dem Schwell die Schuld. Die Wölkchen im Ostfriesentee bereiten jedoch keine Schwierigkeiten. Lecker.

Was fehlt jetzt noch für einen ernährungstechnischen Abschluss? – Ein Pubbesuch – genau.

Zwei Stunden später hocken die beiden Crews an Land in einem Pub mit Yachtblick – wunderschön. Das Atlantic Pale Ale bereitet auf die nächste Überfahrt vor.

Guten und Appetit

Aug.′ 19 17

Die Nachtbeleuchtung vom Ufer blieb heute Nacht an. Ab und zu blitze es dem schlafenden Kptn. durch einen Gardinenspalt ins Gesicht und er schreckte auf und forderte Hyperschweine. Ansonsten war die Nacht ruhig. Aber früh beendet. Das Fließband für Porzelanerde (Kaolin) fängt früh an zu rattern. Wir verlassen unsern schwellfreien Liegeplatz und verholen uns an die Mooring in die Stadtnähe von Fowey. Angeblich soll ja nur bei südlichen Winden Schwell im Hafenbereich sein – angeblich. Vielleicht drehen ja Wind und Welle noch weiter auf West.

Wir satteln das Dinghi und gucken uns das Städtchen an. Total nett. Kleine enge Gassen mit vielen kleinen Geschäften und sagenhaft viel Trubel. Autos und viele Touris drängen sich durch die Sträßchen. Heute ist die Warmingupregatta für nächste Woche – daher der Auflauf. Eine schaukelfreie Hafenkneipe gibt uns Unterschlupf – Wir testen die hiesigen Fish & Chips Angebote und warten auf die SY Heimkehr – Marlene und Bert segelt heute von Falmouth rüber. Der Kptn. ist schon ganz aufgeregt, er bekommt nämlich heute seinen 300.000sten Besucher-Whisky.

Heimkehr schnappt sich ne Boje – wir verstauen unseren Einkauf im Dinghi und fahren zurück zur Røde Orm und dann gleich weiter zur Heimkehr.

Es gibt viel zu schnacken – einen Whisky für Kptn. Orm und sogar noch einen neuen TO-Stander. Unserem hat der Englische Kanal wirklich sehr zugesetzt.

Der Westwind ist da – Westschwell angeblich auch – Im Fowey River schaukelt es immer noch wie wild. Wir schaukeln uns in den Schlaf.

Hin und her.

Aug.′ 19 16


Um halb 5 rüttelt uns die SW Welle wach – irgendwie hat sie den Weg in die Flussmündung gefunden – komisch eigentlich, weil doch die Mündung nach SW offen ist 😉 . Die Erste jault rum – steht auf – lass uns hier abhauen… Dabei ist der Kptn. erst zweimal aus der Koje gefallen – das geht doch noch. Wir klappen die KuBu nach vorne über und tuckern in den Fowey River rein – ein paar Windungen später geben die Wellen auf – Endlich kein Geschaukel mehr. Wir finden eine blaue Boje – festtüddeln – KuBu rauf – Wolkenbruch – eingeschlafen.

Am frühen Nachmittag macht die Haven Patrol seine Runde und winkt nur einmal müde aus seinem Steuerhäuscher heraus – dann zahlen wir wohl später. Es regnet und regnet und wir beschließen, heute an Bord zu bleiben. Lesen, schreiben, kochen, abwaschen und bauen. Wir sind ein bisschen aufgeregt, weil es sein könnte, dass wir am Montag abend lossegeln können Richtung Spanien – aber das sagen wir nur ganz leise uns still, damit es keiner hört und sich vielleicht doch noch alles ändert Trotzdem brauchen wir eine zweite Leekoje – nicht etwa für ne längere Fahrt – neee – einfach nur so. Also bauen wir Ösen in die Wand, um Seile spannen zu können. Außerdem steht schon lange der Haken für die zweite Klotür an. Der wird auch angebaut. Der Käptn freut sich, sein Schiff sieht wieder nach Baustelle aus. All die schönen feinen Werkzeugkisten sind im Salon verteilt. Am Abend kommt die Krönung: Er hat eine Kreuz-Damen-Flöte und gewinnt ein Spiel nach dem anderen beim Doppelkopf. Dann will er Superschweine und Hyperschweine einführen – wird aber abgewehrt. Ein herrlicher Tag.

Re und Kontra

Aug.′ 19 15


Gegen Mittag lässt der Wind etwas nach – leider kommt er in der Gasse immer noch von der Seite und die Røde Orm ist ziemlich dicht an den Rockys dran. Der Hafenmeister gibt mit seinem Boot der Røde Orm nen Schups in die richtige Richtung, damit wir uns nicht im Rückwärtsgang abmühen müssen um hier raus zu kommen – sehr nett! Pfähle in der Boxengasse sind in manchen Situationen schon netter, gerade mit Langkieler ohne Bugstrahlruder.

Überhaupt war Plymouth bzw. die „Queen Anne’s Battery“ super. Sehr stadtnah, gute Bäder, freies WiFi, Waschmaschinen, relativ ruhig, Leihräder, freundliche Marineros – einziger Wehrmutstropfen: 40 £.

Aber wir müssen an unser Motto denken – go West. Wir kreuzen also weiter. 2m Welle. 15 Kt. Wind aus West – es ist mühsam. Irgendwie sitzt der Kpt. bei solchen Aktionen immer allein in der Plicht – die Restcrew schnorchelt vor sich hin. Für 20 Meilen brauchen wir 32 durchs Wasser. Die Røde Orm ist einfach keine Rennziege und auch kein Wunderdampfer auf der Kreuz. Wenn die Strömung kippt, rutschen die Kreuzschläge der Trackline auf dem Plotter sehr eng zusammen. Die letzten 8 Meilen muss Kuddel wieder ran, weil der Kptn. dieses Zicke-Zacke einfach nicht mehr aushält und dabei waren es nur 3 Schläge… 😉 Wir laufen in Fowey ein. Wirklich – sehr hübsch – nach einer kleinen Flussrundfahrt schnappen wir uns eine blaue Boje in Stadtnähe und hoffen, dass der SW Wind, der für heute Nacht angekündigt ist, uns ruhig schlafen lässt. Es wird dunkel. Dinghi aufpumpen und Landgang lassen wir wech.

Over und aus.

Aug.′ 19 14

Den Gasmann kann man zwar anklingeln, aber er antwortet nicht – auch beim zweiten Mal nicht. Er hat mittwochs frei – schade. Wir geben ihm morgen Vormittag ne zweite Chance.

Die Erste sucht Fahrräder – wir wollen nämlich Greta winken. Es gibt mal wieder „Donkey Republic“ Bikes in Plymouth. Drei stehen im Hafen rum – eins ein paar hundert Meter weg. Diese App mit der Bluetoothentriegelung ist großartig – die Räder leider nicht so und das Fahrradwegenetz ist Plymouth ist auch nur so lala – Dadurch üben wir linksfahren auf der Straße – oha – aber es funktioniert tatsächlich – alle halten sich dran – und wenn man das selbst auch macht, funktioniert es sogar ohne Zwischenfälle…

Wir wechseln mit unseren Donkeys die Marina und fahren zu Frau Mayflower rüber, wo Greta und Boris ablegen wollen – Boris hat ne ordentlich schnelle Fregatte – soll so 30 Kt in der Spitze laufen.

Irgendwie haben sich das auch n paar mehr Leute gedacht – also die Sache mit dem Winken – voll der Presseauflaufrummel. Wir dachte, das wäre jetzt eher so familiär – aber nix.

Auf den Steg lassen sie uns jedenfalls rauf, so dass der Kptn. n bisschen knipsen kann – später werden sie aber komisch und wollen uns nicht mehr – vielleicht sehen wir zu abgerissen aus, oder die Kamera ist nicht groß genug oder unsere Segelklamotte zu billig und nicht so richtig hightech. Wir haben schließlich keinen Übertragungswagen sondern nur 4 Donkeys.

Zwischen den ganzen „wichtig Leuten“ fühlt sich der Kptn. nicht mehr wohl – dann winken wir eben nicht – pah.

Im Café sortieren wir uns wieder. Der Kptn. diskutiert mit dem Kptn. der Hitch, ob wir uns vielleicht an die Rumpfseite so rote Flossen anbasteln – sieht cool aus und ist bestimmt schnell – aber die Fendersache wird dann echt zum Problem. Kptn. Hitch berichtet von eignen Versuchen mit Flossen ins Wasser halten usw… – eher Mau – die Idee wird verworfen, zumal die Akkuflex auch nicht an Bord ist.

Wir nehmen die Küstenstraße zurück zu Queen Anne’s Battery – nun können wir Greta doch noch sehen, wie sie mit Boris davonsegelt – der Kptn. fuchtelt mit den Armen – keine Reaktion.

Direkt vor unserer Hafenmauer gibt es am späten Abend eine Firework Competition – kurz mal mittagsschlafen um wieder fit zu werden.

3x hintereinander lassen die Engländer es heute Nacht richtig krachen – Wahnsinn – Wenn das Greta gesehen hätte, was die Insulaner hier zu ihrem Abschied veranstalten.

Knall und Peng.

Aug.′ 19 13


Wir beschließen, die englische Küste noch ein bisschen zu genießen. Mit dem ablaufenden Wasser und der Strömung nach Westen laufen wir aus Salcombe aus ohne an Land gewesen zu sein – Das Leben ist hart an der Küste, denn „go West“ ist das Motto.

Der Wind kommt schließlich auch aus West und die Strömung schiebt uns an dem Cap von Salcombe nach West – ja genau – das klingt nach Overfalls – kleine, fiese, gemeine Wellen, die uns die ersten Meilen das Leben schwer machen – und dabei ist der Wind nicht mal stark – 10 Kt eigentlich + Capeffekt vllt. 14 – 15 Kt. – Es ist ja immer irgendwas.

Aber wir wollen nach Plymouth – Kuddel bringt uns voran. Wir haben ein bisschen schlechtes Gewissen, weil Greta morgen aus Plymouth ablegen will und nach New York segeln und wir tuckern mit unserer CO2 Maschine dahin um zu winken…

Wenn schon Großstadt – dann auch mitten rein – also legen wir direkt bei Queen Anne’s Battery an. Schlappe 40£ für eine Nacht – puh.

Der Kptn. hat diverse Tipps für die Stadt von Bert bekommen und muss sofort los. Zuerst brauchen wir den echten Plymouth Gin in navy stength – damit man die Lunte an Bord von Nelsons Flotte mit Gin nicht löschen kann, muss es einfach 57% haben – klar soweit? Wir sind zwar weder ein Schiff von Nelson Flotte, noch haben wir eine Kanone und kriegerisch sind wir ja auch nicht – aber so what – da steht ja „navy stength“ drauf – also gehört es an Bord. Der Kptn. denkt noch verzweifelt über eine Begründung für Segelschiffe in friedlicher Fahrt, ohne Bewaffnung und mit zweiweise minderjährigen Crewmitglieder nach. Vielleicht irgendwas mit Petroleumlampe löschen oder Dieselnotersatz oder Feuerzangenbowle zur Weihnachtszeit mit Wachholderduft. Für die benötigte 2. Flasche braucht er aber was Besseres.

Der 119 Jahre alte „rote Hosen Laden“ hat letztes Jahr zugemacht – es gibt also keine rote Hose für den Kptn. – die olle Blaue muss reichen – sehr schade.

Der nette Shipchandler nimmt sich unserer leeren „German Gas Bottle“ an und telefoniert durch die Gegend – wir bekommen eine Nummer, die wir morgen um 7h anrufen sollen – ein Gasheini, der nur 20 Min. zu Fuß entfernt ist – vllt. klappt es.

Der Fish & Chips Laden (irgendwo in der Altstadt) hat eine Auszeichnung – wirklich – das stimmt bestimmt – den müssen wir testen – Ja – Kptn. – natürlich – Aber er war wirklich besser als alle anderen, die wir in den letzten Tagen getestet haben.

Und dann war da noch die Sache mit der Hafenlaundry – sie ist genau neben dem Pub. Eine Maschine – ein Bier zum warten – oh Maschinenerror – noch ne Maschine noch n Wartebier – bei den Dryern muss man 3x 25 Min. nachwerfen – das ist auch immer genau eine Bierlänge – am Tresen wird sehr freundlich und kooperativ Kleingeld gewechselt – ach ja – das Bier kostet ja auch was – Irgendwie kommt dem Kptn. die Sache komisch vor – da stimmt doch was nicht – aber, das Bier stimmt ihn gutmütig – die haben da bestimmt was reingetan.

Waschen und Bier

Aug.′ 19 12


5.00 Uhr: Der Käptn hört seinen Wecker, öffnet die App und denkt er träumt: Vereitelt der Plan des Auslaufens. Der Wind hat zugenommen und komplett auf West gedreht. Er schläft wieder ein.
5.30 Uhr: Die Matrosin schaut verschlafen aus der Vorschiffskoje: Wollten wir nicht ablegen? Ich bin verwirrt. Sie geht wieder schlafen.
6.00 Uhr: Die Erste erwacht. Haben wir verschlafen? Ach der Wind hat gedreht. Augen wieder zu.
7.00 Uhr: Die Erste versucht zu diskutieren: Aber unser Fenster, Frankreich.. Der Käptn guckt müde lächelnd: Wenn du nicht bei Ostwind nach Marstal segeln willst, willst du auch nicht bei Westwind nach Frankreich, glaub mir!

Das Argument zählt. Wir wälzen unsere Möglichkeiten und beschließen mit ablaufender Tide in die nächste Bucht zu segeln, nach Salcombe. Zuerst ist noch alles ruhig, die Angel wird rausgeholt, wir überlegen, ob wir doch Frankreich anlegen können. Dann kommt der Wind.. Die Düse.. Wind gegen Strom. Und West. Wir volle Kanne hoch ran. Wo sind die Kaugummis? Nee, das wollen wir nicht nachts auf dem Weg nach Frankreich erleben. Ganz sicher nicht. Durchgeschüttelt und müde machen wir kreuzend aus den 13 Seemeilen 20 und sind froh nach 6 (!) Stunden in die Bucht einzulaufen. Geangelt haben wir keinen Fisch und das Angeln der Anlegeboje hat auch nicht recht so geklappt wie gedacht. Von wegen dann, vor Anker, Nase im Wind und Ruhe.. nix da, wir liegen voll in der Strömung, der Wind pfeift durchs Schiff. Warmes Essen und ein Spielchen versöhnen uns ein bisschen. WO BLEIBT UNSER WIND??? Sonst hat das doch immer geklappt??
Ver und zweifelt.

Aug.′ 19 11


Der Plan zum Aufbruch heute Abend steht. Also gehen wir – um uns seefein zu machen – Duschen und stellen gelesene Bücher in die Bücherei im Yachtclub. Das Castel steht noch auf dem Plan. Des Käptns Knie ist wieder heil, also marschieren wir draufzu. Über Treppen und durch Wälder führt uns der Weg. Ein Ausblick schöner als der andere.

Wir besichtigen das Castel, der Ersten ist der Akzent zu sehr auf die Feindesabwehr und die tollen Kanonen gesetzt. Der Käptn vermerkt: Aber nur dafür wurde das Castel ja gebaut. Für die 8 Pfund Eintritt durfte man schön viel auf alte Türme klettern. Die kleine blaue Fähre hat uns wieder zurück mit in die Stadt genommen. Dort genossen wir im Plattform-Restaurant ein Abschiedsessen von der Stadt, mal ohne chloriertes Wasser. Die letzten Kröten bekam dann der Eisverkäufer. An Bord machten wir die Röde Orm klar zum Auslaufen. Morgen früh um 5 Uhr solls losgehen.
Kurze und Nacht

Aug.′ 19 10


Es pfeift immer noch ganz schön an Land – der Sturm – und auch der Paddlesteamer – das ist ein Raddampfer mit einer echten funktionieren Dampfmaschine. Wir machen das Dinghi startklar und fahren nach Dartmouth an Land, eigentlich, um ein Englisch Breakfast zu genießen. Erkundigungen bei der Ticketverkäuferin des Raddampfers ergeben, dass heute bis auf den 12 Uhr Törn alle anderen abgesagt sind, aufgrund des Windes. Es ist 11.30h … Planänderung. Die Erste geht Breakfast to go bei dem Bäcker, wo die Schlange am längsten ist einkaufen. Der Käptn kauft Tickets. Schon sitzen wir an Bord des pfeifenden Dampfers. Die englischen Frühstücksteigtaschen sind noch warm und schmecken vorzüglich. Wir genießen die Fahrt, der Käptn strahlt im Maschinenraum – er darf sogar mal die Ölkanne halten.

Wieder an Land beehren wir den Supermarkt. Wasser in 5 L Kanistern, Obst und Gemüse… alles unwichtiges Zeugs – wo bleibt das Bier? Aber die Netze sind leer – also die Obst- und Gemüsenetze an Bord – und das geht so nicht, sagt der weibliche Crewanteil.

Später wird der Kptn. der 300.000ste Besucher auf der Homepage von SY Heimkehr (http://www.heimkehr-hamburg.de) – Die Bordbar der Røde Orm ist um eine Flasche Whisky reicher – Juhu… – Leni und Bert kommen von Irland und sind auf dem Weg nach Süden. Übermorgen wollen sie nach Falmouth – allerdings segelt die Røde Orm vllt. und endlich mal weiter nach Frankreich – aber wir warten mal den Wind ab. Schlimmstenfalls – oder Bestenfalls – das ist jetzt nicht so ganz klar, wird der edle Tropfen noch ein Jahr älter werden. 😉

Paddle und Steam

Aug.′ 19 09

Mit jeder Stunde des Tages wird der Wind stärker Regen kommt auch noch dazu. Wir verdoppeln die Leinenanzahl und bauen Scheuerschutzschläuche ein. Der Kugelfender wird auch aufgepumpt – jeder muss mal ran. Damit sollte es sich einigermaßen sicher um komfortabel am Ponton liegen lassen. Der Motor vom Schlauchi kommt wieder an die Reling – man hat ja schon mal Schlauchis im Wind Loopings schlagen sehen…

Die Matrosinnen holen alle (ALLE) Kisten mit Spielen raus – die sollen heute alle durchgespielt und beurteilt werden – Der Kptn. wirft ein: Und alle Spiele die doof sind, gehen zum Spielerecycling an Land… 😉 – Yeah – es werden Kisten frei für Schiffszubehör.

Unsere abgearbeitete Spieleliste: 5000, Rummicub, Eselspiel, Scrabbel, Ländercafé, Doppelkopf.

 

Bei Scrabble gibt es einige Diskussionen mit dem Kptn. z.B. wollte er aus dem Wort „dran“ das Wort „vordran“ machen – is ja auch logisch, wenn der eine vor dem anderen dran ist, ist er halt vordran – oder häng doch mal n Fender da vordran. Als der elektronische Duden gezückt wird, kippt der Kptn. heimlich den WiFi-Schalter um – er ist halt vordran – naja – man muss vllt. dabei gewesen sein. Ländercafé fällt durch, ungeschlagen bleiben Esel und Rummicub und natürlich Doko. Wobei heute da auch der Wurm drin ist: Es reiht sich Solo an Solo an Hochzeit und der Käptn muss 5x hintereinander geben. Er mault. 

Der große Abwasch bleibt auch an ihm hängen. Er meistert es mit Bravour. Das Wassertaxi von Dartmouth hat aufgrund des Wetters den Betrieb auch eingestellt – nix mit Landgang heute – mal sehen, ab wann das Taxiunternehmen morgen wieder über den Fluss cruised – noch haben wir ja keinen Versorgungsengpass. (Sagt der Käptn, Fleisch und Bier ist noch da… Aber die Obstnetze sind leer!!!) Obwohl das belgische Bier könnte so langsam mal gegen das gute Englische getauscht werden. (na siehste!) 

Pfeif und Pust

Aug.′ 19 08

Grau. Die Wolken hängen zwischen den Hügeln über dem Fluss fest. Es nieselt – oder wir sind in der Wolke – oder sowas – alles ist jedenfalls nass.

Was soll man bei sonem Wetter bloß machen – spät Frühstücken ist schon mal ne gute Idee.

Wetterbericht angucken – naja – kann man machen – muss man aber nicht – hilft nicht.

Ab Nachmittag will die Erste an Land – Beine vertreten in Dartmouth oder Kingswear. Der Kptn. sattelt das Dinghi wir tuckern am Wasteponton vorbei, schmeißen den Müll ein und gehen in Kingswear spazieren. Der Kptn. darf Eisenbahn gucken und zum Shipchandler – es ist wie Weihnachten – es gibt sogar ein Bierchen in einem Pub. Nun wechseln wir die Flussseite – der Kptn. hat Geschmack an den Pubs gefunden – und fahren ins Dolphin Inn. Den Pub hatte der Kptn. schon länger im Auge. Ab 1800 kann man hier lecker essen – die Matrosinnen kommen per Wassertaxi hinterher. Muscheln – Fish – Pommes – DoKo. Der Käptn fragt: „Schreibst du noch was dazu?“ „Nee, man sollte so nen grauen Tag auch nicht in die Länge ziehen!“

Grau in grau

Aug.′ 19 07


Heute kam der Marinero zum Kassieren direkt auf unseren Ponton – der Kptn. hatte noch nicht mal seinen Schlafanzug ausgezogen. Diesmal haben wir nicht vergessen nach dem Wlancode zu fragen – wir bekommen sogar 4 Zugänge. Aber der Käptn. muss es jetzt unbedingt schaffen, das

{Code}
Schiffswlan zu aktivieren und den Router zum Laufen zu bringen.
Leider wird nämlich die Anmeldeseite des Yachthafens nicht an die Endgeräte hinter dem Router durchgegeben – also – kein Internet. Aber der Kptn. ist fix schlau und gibt dem MikroTik RouterBoard Groove 52HPn einfach die gleiche MAC Adresse wie sonem USB-Alfa-Teil, was er in einer Kabelbackskiste gefunden hat. Mit dem Alfa am Computer meldet sich der Kptn. im Wlan an und switched dann auf den Mikrotik um – klappt –
{Code}

Alle Crewmitglieder freuen sich und haben WLAN.

Nun ist der Wassermacher dran. Der Powersurvivor 40E klackert so komisch bei der Arbeit. Die Matrosinnen machen ein Video und da wir jetzt ja Wlan haben, geht es sofort an den Service raus – wir sind gespannt, mal sehen was passiert.

Und sonst behalten alle heute irgendwie ihren Schlafanzug an – ok – für den Landgang nach Dartmouth wird mal kurz das Ölzeug übergezogen (nein, die Sonne scheint!) und die weltverändernde Maschine von Herrn Newcomen angeguckt.

Den Steampaddler konnte der Kptn. heute leider irgendwie nicht durchsetzen – aber das klappt schon noch – der nördliche Wind ist noch nicht in Sicht. Leider.

Over und out.

Aug.′ 19 06

Gesundheitstechnisch geht es nur einmal pro Quartal – das English-Breakfast und auch nur dann, wenn man zufällig gerade in Dartmouth ist. So wie heute zum Beispiel. Der Kptn. ist der einzige, der morgens schon in der Lage ist Speck zu braten, Eier zu spiegeln und Würstchen zu grillen. Theoretisch muss er dazu nicht einmal aufgestanden sein. Und die Dose Baked Beans gehört ja auch noch dazu – aber eigentlich zählen die nicht. Im Supermercado fanden wir Crumpets – wir glauben: Typisch schottisch. Die Dinger kommen auch kurz in die Pfanne.

Das Problem der Reihenfolge stellt den Kptn. vor ein Problem. Die tierischen Produkte dürfen auf keinen Fall in Kontakt mit den vegetarischen kommen und da wir ja nur eine Pfanne haben … Nunja. Alle Crewmitglieder haben das Frühstück überlebt und sind wohlauf. Danach haben wir genug Kalorien intus, um aktiv zu werden. Wir fahren mit Wäschebergen an Land und suchen die Laundry. Die Erste versucht, Ein-Pfund-Coins zu tauschen für die Waschmaschine und muss dafür Briefmarken, Brot und Müsliriegel in drei verschiedenen Läden kaufen, damit sie ihre Coins zusammenkriegt. Wechseln tut nämlich keiner. „Sorry, no cash – time“. Schließlich schleudern die Maschinen und wir gehen Kaffee trinken. Die trockene Wäsche wieder im Dingi, bunkern mit den 5 Faltkanistern aus dem 10 Kronen – Shop in Schweden 75 Liter Trinkwasser – es schmeckt hier schon leicht angechlort. Nun noch der Diesel. Es gibt ein extra Fuel-Schiff in der Nähe, dort fahren wir mit unseren Superkanistern hin und bekommen 1a Diesel getankt. Der Tankwart sitzt auf seinem Schiffchen und hat nicht viel Besuch. Er hat sich häuslich, gemütlich eingerichtet in seinem Kabuff. Abends spielen die Matrosinnen für den Nachbarlieger Wassertaxi und gewinnen beim Doppelkopfsolo – der Käptn ist nur halb anwesend, er scannt sämtliche Wetterapps und Seekarten durch, in der Hoffnung, ne Lücke zu finden.

 

Over und out.

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