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Sep.′ 11 08

Um 6h klingelt der Handywecker. Jule guckt aus der Lucke – alles grau. Nix zu sehen, selbst unser Nachbarschiff ist kaum zu erkennen. NEBEL.

Der Wecker wird eine Stunde weitergedreht. Um 7h um 8h um 9h…. immer das gleiche Spiel. NEBEL. Wir laufen also nicht aus.

Frühstück. Bei dem Wetter kommen Heimatgefühle auf. Wir hören uns „die SchallPLATTE“ von Ina an. Julita: „Mama, was ist ein Dialekt“ – „Wenn man z.B. Köhrche statt Kirche sagte“.

Erst gegen Mittag löst sich die Suppe auf. Wir befüllen das Nachbarcockpit mit deutschsprachigen Langfahrtseglern. Zwei neue sind heute Nacht dazu gekommen. Die Rancho Relaxo und die Chiloe.

Wir packen unseren Kram für einen Ausflug nach Porto. Ein Portweinkeller muss besichtigt werden und die Kinder wollen Gondel fahren. Die Reihenfolge ist klar – erst ein bisschen Portwein um den Kpt. besser in die Gondel zu bekommen – sonst wehrt er sich zu dolle.

Der Bus setzt uns wieder zuverlässig dort ab, wo wir gestern auch schon ausstiegen. Wir trödeln runter zum Wasser. Auf dem Weg quetschen wir uns in ein winziges Cafe und verwirren die Bedienung mit unseren vielen Extrawünschen.

Unten am Rio Douro laufen ein paar portugiesische Kinder in Badekleidung rum und hüpfen in den reißenden Fluss. Sie lassen sich ein Stück treiben, klettern wieder raus und laufen zurück um das Ganze zu wiederholen. Sieht einladend aus. Wir können uns gerade noch zurückhalten hinterher zu springen. Stattdessen laufen wir über die Brücke (trocken) und steuern die Portweinkeller auf dem anderen Ufer an.

Sandeman hat noch Platz und genügend Portweinreserven. Die Kinder zahlen nichts, klar, die trinken ja auch nichts. Es erscheint ein weiblicher Zorro, um uns zur Führung abzuholen. Sie erzählt uns die Geschichte des Portweins und führt uns an riesigen Eichenfässern vorbei. Julita zerrt am Rockzipfel und will alles übersetzt haben, was Frau Zorro da auf Englisch berichtet.

Die Portweinprobe wird sehr lecker. Angenehm warm und gemütlich liegt der Portwein im Bauch. Wir schwanken aus dem Tor, und sehen uns direkt dem Fluss gegenüber, im goldenen Sonnenschein leuchten die Galeonen- nein Galeeren – also die Schiffe, die die Fässer damals transportiert haben. Gesäumt ist das Ufer von Wiese, auf der sich Portugalesen in der Abendsonne aalen. Friedvoll.

Wir taumeln selig lächelnd zur heißersehnten Seilbahn. In dieser alten Stadt mit ihren verzierten und geschmückten Fassaden steht ein Betonklotz, hochmodern, den diese Seilbahn bewohnt. Wir nehmen Platz und schweben nun tatsächlich über die Stadt hinauf zu einem zweiten Betonklotz. Der Ausblick ist wunderschön. Oben angekommen beobachten mit forschendem Blick, wie das eigentlich funktioniert, so ne Seilbahn. Wann springt die Aufhängung auf die Seile und wie hält sie sich fest?

Wir finden am Ausgang die Metro und lassen uns mit dem Gefährt auf den Schienen zum Hafen zurück kutschieren. Sicher und trocken. Die Nebelsuppe empfängt uns. Nundenn. Es sieht so aus, als wenn wir noch öfter nach Porto fahren können. Der Wind ist ab morgen gegenan…

Over und aus!

 

2 Antworten zu “Portwein im Nebel”

  1. Marianne Poppe sagt:

    Nebel Nebel und dann benebelt, dann wird man doch vernebelt.
    Hauptsache der Kopf bleibt frei. Immerhin, die Sicht lässt dann zu wünschen übrig, hat auch seine Vorteile, wenn man nicht so dicht dran ist.

  2. Smin sagt:

    Marianne, du sollst doch nicht immer soviel Rotwein trinken!!

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