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Mai.′ 10 02

Nach der langen Arbeitszeit am, im und unterm Schiff ist ein Wochenendtörn dringend mal fällig. Es muss ja auch geprüft werden, ob alle neuen Teile funktionieren.

Vor dem Ansegeln tanzten wir in den Mai hinein. Brauerei Bier von Fass und Musik von Stefan halfen uns dabei. Kurz nach zwölf, der Mai war ertanzt, verlief sich die Gesellschaft in die vorgeheizten Kojen.

Am nächsten Morgen trafen wir uns alle zur Flaggenparade um 10 Uhr. Lucky eröffnete die Saison, die Fahnen wurden hoch gezogen, von Tröten unterstützt. Wir stimmten ab, wohin die Fahrt gehen sollte und einigten uns auf Port Olpenitz. Dort sei Tag der offenen Tür und wir waren neugierig.

Als ich aufs Boot kam, wurde ich gleich vorbereitet mit den Worten: „Das wird aber keine Kaffeefahrt!“. Nun gut. Wir waren 4 Erwachsene und 4 Kinder an Bord und ein Hund, genug Trimmgewichte um mit dem frischen, eiskaltem Wind klar zu kommen. Wir geben also alles und zischen bei 5 – 6 Bft nach Norden.

Also keinen Kaffee, Kinder. Aber es gab für jeden Vitamin C Tabletten und die Anzahl der Schwimmwesten wurde gecheckt. Wer draußen sitzen wollte, brauchte Regenzeug. So gings los. Heißa, wir hatten viele siebte Wellen. Da spart man sich die Schiffschaukel im Hansaland. Hier ist es viel lustiger gewesen. Schräglage, so dass die Kinder ihren Spaß hatten.

Unterwegs zauberte Stefan dann doch einen Kaffee, die Becher mussten ziemlich schief gehalten werden um den konsequent waagerechten Kaffee aufzuhalten. Dazu gabs Schokolade und steinharte Vanillekringel, die auch vom Kaffeetunken nicht weicher wurden.

Zwischendurch saßen auch alle draußen, fixierten den Horizont und wir sangen um uns abzulenken Lieder, die so aufbauende Texte hatten wie: „Wir lagen vor Madagaskar und hatten die Pest an Bord. Täglich ging einer über Bord. Da liefen wir auf ein Riff“ und so ähnlich.

Die Hafeneinfahrt von Port Olpenitz begrüßte uns mit dem netten Schild, dass es bei Strafe verboten sei, in den Hafen einzufahren.. nun denn, wir deuteten es als vergessen abzunehmen und fuhren trotzdem ein. Ein langer Vorhafen, schon geschmälert durch Bauarbeiten, die versucht hatten, in den Militärhafen Strand und Urlaubsflair zu zaubern. Wir fahren so ca. 5 Min. durch den Hafen, bis wir die anderen Segler finden.

Die Vereinsschiffe lagen fast alle im Päckchen, waren es 8 Schiffe, oder 9? Wir jedenfalls bekamen einen Platz quer am Schwimmsteg, der allerdings 2 Meter hoch war. Zum Glück gab’s eine Leiter. Dieser Schwimmsteg war riesig und rissig und rostig und hatte ungesicherte Gräben.. war also nicht schön. Aber es gab Strom. Mithilfe von Kabeltrommeln stöpselten wir uns alle an eine Leitung und konnten die Schiffe aufwärmen. Wir grillen also  längsseits an so einen Schwimmponton. Klar oder?

An Land war wie gesagt Tag der offenen Tür und es hatten sich zahlreiche Fress- und Spielbuden aufgestellt. Lose ziehen, Kettcar fahren, Würstchen essen. Und abends gab es in der Albatrosbar, die sich als alte Militärhalle entpuppte, Discomusik mit Lichtorgel. Wir blieben auf den Schiffen und bearbeiteten die Brauereifässer in fröhlichen Runden.

Der nächste Morgen bot einen wunderbaren blauen Himmel, aber es war eisig kalt. Wir gingen in die Albatrosbar zum Frühstück. 5 Euro für ein ausgiebiges Frühstück, da konnte man nicht meckern. Die Bedienung tat es trotzdem, warum auch immer. So recht freundlich waren sie jedenfalls nicht. Egal, wir genossen unser Frühstück und den fehlenden Abwasch. Die Kinder sausten auf den Kettcars über den Parkplatz und freuten sich.

Dann legten wir so ziemlich alle gemeinsam gegen 11 Uhr ab. Schon im Hafen Segel gesetzt, perfekter Nord Wind, sollte noch drehen auf Nordost. Die Rücktour war eisigkalt. Polarsegeln. *bibber* – Der Himmel blau, strahlende Sonne, 0-3 Windstärken, Raumschots. Manchmal ein bisschen wenig, zwischendurch musste der Diesel ran. In der Förde frischte der Wind wieder auf und wir konnten wieder segeln. Aber wir haben gefroren wie selten. Unglaublich!

Übrigens. Nach diesen Tag wird Port Olpenitz wieder gesperrt und dort weiter gebaggert. Es wird wohl alle paar Wochen mal wieder einen „offenen Hafen“ geben.

Im Verein grillten wir die Reste zum Abschluss.

Saison eröffnet, wir hoffen auf Wärme für diesen Sommer!

Over und aus!

2 Antworten zu “Polarsegeln nach Port Olpenitz”

  1. rundumkiel sagt:

    Das erinnert mich an meine eigenen Segeltouren zum Saisonbeginn… Da kann es schon noch so richtig kalt sein – so wie jetzt… Aber für einen richtigen Segler ist das ja bekanntlich kein Problem… Ich wünsche eine schöne Saison…

  2. Smin sagt:

    @rundumkiel Uns hat die Kälte ganz schön dolle gestört. Ich hoffe auch die Saison wir wunderschön warm… 🙂

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